„Das müssten uns die MitarbeiterInnen wert sein“

[PM] Kaum ist der Tarifabschluss mit gerade einmal 2,9 % pro Jahr erfolgt, was 43% der Lohnforderung von ver.di entspricht, setzt das Jammern des Kämmerers und die Schuldzuweisung an ver.di ein.
Der Tarifabschluss kann nur mit Einsparungen beim Personal bewältigt werden.
Das Service-Angebot in den Ämtern muss überprüft werden. Längere Wartezeiten sind nicht ausgeschlossen.

Ist der Tarifabschluss von ver.di demnächst Schuld daran, dass sich aufgrund von Personaleinsparungen längere Schlagen bei der Kfz-Zulassung oder bei den anderen Ämtern bilden?

Die Leistungsverdichtung, der Überstundenberg und die Überlastung in bestimmten Bereichen sind schon jetzt grenzwertig. Nun auch zu drohen, noch einmal kräftig an den Personaletat ranzugehen, ist unverantwortlich.
“Die Kommunen benötigen qualifiziertes Personal. Und das muss auch gut bezahlt werden. Das müssen uns die MitarbeiterInnen wert sein. Eine solche Einsparungspolitik bei den Personalkosten ist absolut kurzsichtig. Allein für die Umgestaltung des Rheydter Marktplatzes müssen bisher 1,1 Millionen € für Arbeiten ausgegeben werden, die auch von der Stadtverwaltung erledigt werden könnten. Nur die Beschäftigten sind nicht mehr da. Eingespart. Mit der Summe von 1,1 Millionen € könnten die Jahresgehälter von 22 Beschäftigten in diesem Bereich finanziert werden. Mit Nachhaltigkeit hat eine solche Sparpolitik, die auch noch durch den so genannten Stärkungspakt Stadtfinanzen verschärft wird, nichts zu tun.
Statt ver.di als Sündenbock für die Finanzprobleme der Kommunen zu bezeichnen, sollten sich die Verantwortlichen in den Kommunen darüber Gedanken machen, wie die Millionärssteuer auf große Vermögen umgesetzt werden könnte. Allein die würde für NRW und die Kommunen 8,4 Milliarden € Mehreinnahmen bringen.
Gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden und ver.di hat sich DIE LINKE im letzten Landtag für einen höheren Anteil der Kommunen am landesweiten Steuertopf eingesetzt. CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP haben dies abgelehnt. Nun klagen all diese Parteien über den Tarifabschluss. Das ist ein heuchlerisches Gejammer.
Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sind nicht schuld an der Finanzmisere der Kommunen.
Diejenigen, die Banken retten und die Kommunen im Regen stehen lassen, sind dafür verantwortlich“, erklärt dazu Helmut Schaper, Fraktionsvorsitzender der Partei DIE LINKE im Rat der Stadt Mönchengladbach.

3 Kommentare zu "„Das müssten uns die MitarbeiterInnen wert sein“"

  1. Hallo zusammen,

    also die Commerzbank redet von 2,3%:
    “ … In den nächsten zwei Jahren steigen die Gehälter im öffentlichen Dienst um 6,3 Prozent, allerdings schrittweise. Die Commerzbank hat den Abschluss auf’s Kalenderjahr umgerechnet. Danach steigen die Löhne in diesem Jahr nur um 2,3 Prozent. Der Grund: Eine Einmalzahlung, die es 2011 gab, fällt weg. 2013 beträgt der Lohnzuwachs 2,6 Prozent. …“

    Die zahlen die wir genommen haben, kommen von der Deka Bank:
    „… Entscheidend für die langfristige Gehaltsentwicklung sind die vereinbarten dauerhaften Zuschläge. Berücksichtigt man die Einmalzahlung vom vorigen Jahr nicht, ist die Bilanz aus Arbeitnehmersicht günstiger. So beträgt das Plus für dieses Jahr 2,9 Prozent, so die Deka-Bank. …“

    Beides z.B. hier zu finden:
    http://www.fr-online.de/wirtschaft/tarifverhandlungen-banken-feiern-verdi-chef-bsirske,1472780,14637808.html

    Beachtenswert die Überschrift:
    Banken feiern Verdi-Chef Bsirske

    Die 2,9% können auch in der WZ vom 3.4. nachgelesen werden, da von Andreas Scheuerle (der aber auch Deka Bank ist). Da mir dazu der Link fehlt, könnte alternativ dies herhalten:
    http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12304698/485072/Der-Tarifabschluss-im-oeffentlichen-Dienst-ist-nicht-so.html

    Aber den „Experten“ Vertrauen ist gut, nachrechnen besser. Das würde für 2012 bei einem einfach zu rechnenden Gehalt von 1000,- Euro so aussehen:

    Ohne Lohnerhöhung: 1000,- x 12 = 12.000,-

    Mit Lohnerhöhung:
    1000,- x 2 = 2000,-
    1035,- x 10 = 10.350,-
    ges. 12.350,-

    Gegenrechnung aufs Jahr gesehen:
    12.000,- x 1,029 = 12.348,-

    Werden uns jetzt die „unterschlagenen“ 2,- Euro zu Last gelegt? ;-)

    Gruß
    Torben

  2. hallo
    mg-heute,

    sie sollten doch so freundlich sein
    und die leser auch mit den zahlen von verdi versorgen,
    dort stehen ja andere …
    http://www.verdi.de/themen/geld-tarif/tarifrunde-oed-2012/++co++8c2000a8-7b01-11e1-6941-0019b9e321cd

    ich frag mich ja schon,
    wie die linke das zahlenwerk
    so schön kleinrechnen kann,
    ich würde es gerne mit meinen schulden auch machen …

    die geschichte mit den prozenten mit prozenten zu verrechnen,
    ist im übrigen die gleiche schlechte idee,
    wie hochprozentiges durcheinander zu trinken,
    das soll man ja auch nicht machen.

    fun and sun

    pri and sac

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