Grüne setzen im Rat eine Würdigung von Hugo Junkers auch in Rheydt durch – Wer das bezahlen wird, sagen sie nicht

[Pressemeldung Bündnis 90/Grüne]
In seiner jüngsten Sitzung hat der Rat beschlossen, am Flughafen eine Eventhalle zu errichten, in der als touristische Attraktion eine JU 52 ausgestellt werden soll. (Anm. d. Red.: fast einstimmig beschlossen)
Im Rahmen dieses Ratsbeschlusses hatten die Grünen erfolgreich darauf gedrungen, dass das Schaffen Hugo Junkers auch an seinem Geburtsort Rheydt gewürdigt wird. Dies wurde letztlich mit Mehrheit beschlossen – gegen die Stimmen der CDU.

Er ist ein berühmter Sohn dieser Stadt: Der gebürtige Rheydter Hugo Junkers (1859 – 1935) machte als Professor und Forscher, Ingenieur und Unternehmer mit grundlegenden Erkenntnissen im Flugzeugbau von sich reden.

Junkers entwickelte darüber hinaus das Kalorimeter, aber auch Haushaltsgeräte und Gasdruckregler.
Mit dem Nationalsozialismus hatte er indes wenig am Hut.

Um Person und Werk von Hugo Junkers nun zeitgemäß zu würdigen, beschloss der Rat in seiner jüngsten Sitzung, dass die legendäre JU 52 als touristischer Anziehungspunkt in einer Veranstaltungshalle am Mönchengladbacher Flughafen ausgestellt werden soll.
Doch damit nicht genug: Auch an seinem Geburtsort in Rheydt soll die Leistung Junkers auf Drängen der Mönchengladbacher Grünen eine Würdigung finden.
„Darauf hatten wir bereits sehr früh hingewiesen“, sagt Grünen-Fraktionschef Karl Sasserath, der in der Ratssitzung insbesondere die private Initiative des planungspolitischen Sprechers der Grünen, Georg Weber, hervorhob.
Hintergrund: Georg Weber hatte eine Visualisierung für ein Projekt erarbeitet, womit sich die Stadt erfolgreich beim Tourismuswettbewerb Erlebnis.NRW bewerben konnte, um eine JU 52 als Erinnerung an Hugo Junkers an exponierter Stelle in der Innenstadt Rheydts auszustellen.
Die Idee war, das Flugzeug in einem gläsernen Pavillon in der Rheydter City zu präsentieren.
Dazu kam es nicht, weil der „Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge e.V.“, als Besitzer der JU darauf bestanden hatte, die Maschine am Flughafen aufzustellen.

„Die Grünen haben dann in harten Verhandlungen noch kurz vor der Ratssitzung durchgesetzt, dass Hugo Junkers Schaffen auch in Rheydt gewürdigt wird“, sagt Karl Sasserath, der zugleich Vorsteher des Bezirk Süd ist.

Die Würdigung Hugo Junkers (eventuell in Form einer Präsentation einer Junkers F 13, dem weltweit ersten Ganzmetallflugzeug) wurde schließlich mit den Stimmen der Ratsmehrheit beschlossen – gegen die Stimmen der CDU.
„Warum sich die Christdemokraten dagegen aussprechen, Hugo Junkers an seinem Geburtsort zu ehren, kann ich nicht nachvollziehen“, so Sasserath. „Das muss die CDU vor allem auch den Rheydtern erklären.“

Der Beschluss sieht vor, zur Verwirklichung dieser Projektidee in Rheydt einen Ideenwettbe­werb unter Beteiligung der Öffentlichkeit mit maßgeblichen Akteuren wie etwa dem Hugo-Junkers-Gymnasium, dem Rheydter City-Management, der Bezirksvertretung Süd, der Verwaltung, sowie EWMG/WFMG durchzuführen.

Bevor das Projekt verwirklicht wird, sollen die Ergebnisse eines Workshops den zu beteiligenden Gremien vorgestellt werden.

„Um die Würdigung dieses berühmten Rheydters abzurunden, würde ich die Gründung einer Hugo-Junkers-Gesellschaft in Rheydt sehr begrüßen“, so Grünen-Fraktionschef Sasserath.

1 Kommentar zu "Grüne setzen im Rat eine Würdigung von Hugo Junkers auch in Rheydt durch – Wer das bezahlen wird, sagen sie nicht"

  1. Harald Wendler | 20. Juli 2011 um 23:20 | Antworten

    Herr Sasserath weiß nur zu genau, warum die CDU dem Punkt 6. nicht zustimmten.
    In diesem Punkt glauben die Grünen festgeschrieben zu haben, diese Pressemitteilung belegt dies, das eine ihren Wünschen entsprechende Würdigung Junkers in Rheydt erfolgen wird.
    Nur hatte Sasserath keine Kostenschätzung und auch keinen Kostendeckungsvorschlag parat.
    Da konnte und durfte die CDU nicht zustimmen.

    Was immer auch an tollen Ideen präsentiert werden wird in den nächsten Monaten, immer muß gleichzeitig eine Kostenrechnung präsent sein. Auch das müssen die Grünen den beteiligten Bürgern erklären.
    Genau diese fehlte im Antrag der Grünen, es ist mehr als verwunderlich, dass kühle Rechner wie Jansen-Winkeln (FDP) und Beine (SPD) dieses Schauspiel mitmachten.
    Es kann nur der Versuch einer Ampelrettung gewesen sein, das sie trieb.

    Eventuell meinte Sasserath seine Äußerung ja ernst als er meinte: „Wir überlegen, eine Junkers Gesellschaft zu gründen.“
    Es wäre ein denkbarer Weg, die Kosten zu tragen.

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