Neubau Zentralbibliothek: wieviel Schwindelei lassen sich Mönchengladbachs Bürger bieten?

Ampelmehrheit boxte ihren Antrag im Kulturausschuss gestern durch
Ampel-Partner Bündnis 90/Grüne über Grundstücksschenkung seit langem informiert

BibliothekVor fast einem Jahr, am 21. März 2012, beauftragte der Stadtrat als höchstes Beschlussgremium die Verwaltung mit der Prüfung und Beantwortung folgender Fragen zu einem gewünschten, evtl. möglichen Neubau einer Zentralbibliothek:

  • Welche Bedürfnisse müssen in einer „kommunalen Bibliothek der Zukunft“ abgedeckt werden?
  • Sind diese Bedürfnisse zukunftssicher eher in einem Sonderbau oder in einem Multifunktionsgebäude zu realisieren?

 

  • Mit welchem Raumprogramm können diese Funktionen für eine Stadt der Größe Mönchengladbachs abgedeckt werden?
  • Welche Baukosten sind mit der Realisierung dieses Bauvorhabens verbunden?
  • Der Rat beauftragt die Verwaltung mit der entsprechenden Standortsuche.
  • Eine Integration der Sammlungen (Volksvereinsbibliothek, Franziskanerbibliothek, Exlibris-Sammlung) in den Neubau der Stadtbibliothek ist als eine von mehreren gewünschten Varianten bis zur Entscheidungsreife mit zu berücksichtigen. Für die Varianten ohne Integration sind der Verbleib der Sammlungen, der Umgang damit und der Kostenaufwand dafür darzustellen. Die kulturelle Bedeutung der Volksvereins-Bibliothek bzw. der Franziskaner-Bibliothek als Teil des kollektiven Gedächtnisses der Bundesrepublik Deutschland wird durch eine von der Verwaltung veranlasste Expertise untersucht und dargestellt.
  • Der Rat beauftragt die Verwaltung weiterhin nach Entscheidung über Raumprogramm und Standort mit der Architektenplanung für die neue Zentralbibliothek.
  • Die Verwaltung wird beauftragt, die nachfolgenden Finanzierungsmodelle eines Bibliothekneubaus mit Auswirkung auf die mittel- und langfristigen Handlungsspielräume der Stadt sowohl für die Investitionslisten als auch die Entwicklung der konsumtiven Haushaltsdefizite zu prüfen und bewerten:
  1. Finanzierung über den städt. Haushalt und Errichtung durch die Stadt
  2. Finanzierung und Errichtung durch die EWMG GmbH, ggfs. in Verbindung mit dem Bau eines gemeinsamen Gebäudes für die Gesellschaften.
  3. Finanzierung und Errichtung durch einen fremden Investor beziehungsweise alternative Trägermodelle.

Nicht ein einziger Punkt wurde bis dato seitens der Verwaltung beantwortet.

Es gibt auch keine Erklärung der Verwaltung, warum sie keine Antwort gibt oder ob sie überhaupt mit einer Prüfung der Fragen begonnen hat.
Auch weiß niemand, was mit den für den Auftrag zur Verfügung gestellten Geldern passiert ist.
Wurden sie für Anderes verwendet? Wenn ja, wofür?
Nach also fast einem Jahr ohne Fortschritt legt die Ampelkoalition gestern einfach einen neuen Beschlussentwurf vor und peitscht ihn gegen die Opposition durch den Kulturausschuss.
So, als hätte es den Auftrag aus 2012 an die Verwaltung nie gegeben.

Plötzlich hat die Ampel selber die Entscheidung des „richtigen“ Standortes für einen Neubau getroffen und auch entsprechend als „favorisierten Standort“ deklariert.
Sie, die Politiker der Ampel haben also die Funktion „Verwaltung“ ausgeübt.
Ist das Rechtens? Wohl kaum.

Kosten scheinen ebenfalls keine Rolle zu spielen.
Im Gegenteil, in Kindergarten-Manier argumentiert die Grünen-Vertreterin: „ Schauen Sie doch nach Krefeld. Dort gibt es eine neue Bibliothek für 12 Millionen. Was Krefeld kann, müssen wir auch in Mönchengladbach schaffen.“

Die Opposition hatte zuvor angeboten, man möge doch gemeinsam erst die Ergebnisse der Verwaltung abwarten, einen gemeinsamen Antrag unterstützen mit dem Ziel, erst nach Klarstellung aller offenen Punkte zu einer sinnvollen Entscheidung zu kommen.
Es sollte alles nicht helfen.
Es gibt Kräfte in der Ampel, die diesen Neubau auch gegen vernünftige Argumente durchzusetzen gedenken.
Übrigens mit Unterstützung der Linken. Sie unterstützen damit eine noch größere Verschuldung der Stadt und werden unglaubwürdig bei eigenen Forderungen nach mehr sozialen Leistungen. Wovon sollen diese bezahlt werden?

Nun liegt der Ball beim Planungs- und Bauausschuss am 26. Februar um 15:00 Uhr im Rathaus Rheydt.

3 Kommentare zu "Neubau Zentralbibliothek: wieviel Schwindelei lassen sich Mönchengladbachs Bürger bieten?"

  1. Sag‘ ich doch : Oberzentrum am Niederrhein ehemals Schilda

    Oberzentrum aber nur, weil ständig solche „Pannen“ passieren,
    die der Bürger dann brav ausbügeln darf!

    Pannen „passieren“ übrings nicht, sie sind die Folge von Fehlern,
    die von Menschen gemacht werden…
    Aber:
    Aus Fehlern sollte man lernen und sie nicht ständig wiederholen!

  2. Alternativlösung: KEINE Bibliothek mehr!

    Kosten-Nutzen-Analyse

    Seien es alte Telephonzellen oder Kleincontainer – sowas gibt es schon in vielen Grossstädten.
    50 oder 100 Stück im Stadtgebiet aufgestellt.

    Jeder Bürger deponiert dort Bücher, CDs, DVDs usw, usw die er nicht mehr braucht….darf im Gegenzug auch von dort mitnehmen was er möchte!!! Gratis!!!
    Nicht nur Bücher…auch Elektrokleingeräte etc. Nennen wir es “ Schenkzirkel „.

    Sanierung oder Neubau – wir hätten mindestens 8 Millionen Euro.

    Ähnlich des Entsorgungskalenders mit Gutschein für “ Gelbe Säcke “ erhalten ALLE Haushalte Gratisgutscheine für Bücher….können sogar mit dem Entsorgungskalender ausgegeben werden. EINLÖSBAR in allen örtlichen Buchhandlungen!!! ( Wir stärken somit den örtlichen Handel, sichern Arbeitsplätze )

    ** Die Gutscheine sind übertragbar!!! ** Schon jetzt werden bekanntlich nicht alle Gutscheine für den “ Gelben Sack “ eingelöst.
    An allen Schulen, Pfarreien, Verwaltungsgebäuden etc können Nichtnutzer ( wie wir ) die Gutscheine abgeben….und Nutzer der Bibliothek dortig ( oder in den Telephonzellen/Kleincontainern ) hinterlegen bzw. entnehmen….je nach Bedarf.

    Endergebnis:
    Es ist gar keine Bibliothek mehr notwendig bei STEIGERUNG der Verfügbarkeit!!!
    Laufende Unterhaltungskosten sind minimiert.
    Das Stadtsäckel ist entlastet.

    Nachteil:
    Das darf natürlich nicht verschwiegen werden……unsere Lokalversager haben kein Statussymbol in den Sand gesetzt, konnten keine Millionen Steuerzahlergeld versenken. Haben keine Denkmale hinterlassen.

    Hey, ICH kann damit wunderbar leben!!! Wer noch ???

    Nur so am Rande, nebenbei

  3. Schamlos empfinde ich es die “ Sammlungserweiterung “ auch noch obendrauf zu packen.

    Fremdzitat, Lokalpresse: Dies, so Oberem, sei kaum zu stemmen, habe die Bibliothek doch schon jetzt zu wenig Personal. Worauf Fischer konterte, dass die 20-Stunden-Betreuung möglich sei. Dann müsse innerhalb der Bibliothek an anderer Stelle gespart werden.

    Der angebliche Neubau soll mit geringerem Personalschlüssel erfolgen. Primäre Aufgabe den Bürgern Bücher oder DVDs auszuhändigen oder zu verwalten muss nun auch noch hinten anstehen????

    Wenige Bürger nutzen die Sammlungen, OK, würden mal staunen wie toll die Exlibrisbildchen aussehen – aber DAFÜR ist die Bibliothek primär doch gar nicht da.

    Volksvereinsammlung, je nach dem wie man rechnet wird schlimmstenfalls alle 40 Jahre!!! ein Band benutzt!!! Ja, selbst wenn es nur alle 5 Jahre wären – Unsinn pur den Kostenaufwand der Allgemeinheit weiter aufzubürden. Das Stadtsäckel ist leer.

    Überhaupt – bei zigmillionen Euro kann man ja gleich das Verleihen einstellen und ALLEN Gladbachern über zig Jahre Gutscheine für Bücher geben, Gratis. Remitten kosten selbst im Fachhandel auf dem Wühltisch nur 1€. DVDs etc bekommt man im Elektrodiscounter auch auf dem Wühltisch 3 Stück für 2€ . Verleihen kann auch ineffektiv sein so man eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellt.

    Nur so am Rande, nebenbei

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