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Europäische Aktienmarktentwicklung aktuell: Konjunktur, Indizes und Ausblick

Starke Konjunkturdaten und ausbleibende politische Turbulenzen sorgen in Europa für Optimismus in der Anlegergemeinde. Nachdem Sorge um die Zukunft Europas und wirtschaftspolitische Unsicherheiten die Börsianer zuletzt verunsicherten, wurden nun einige Erwartungen an die Entwicklung der Konjunkturindizes übertroffen. Auch die gute Entwicklung der Arbeitsmarktdaten sowie steigende Unternehmensgewinne tragen zu einem positiven Ausblick bei.

Europa und seine aktuelle Konjunktur
Der als Konjunkturindikator bedeutende Einkaufsmanagerindex (EMI) zeigt im Euroraum in mehreren Branchen Wachstum. Besonders im verarbeitenden Gewerbe kann der Euroraum den höchsten Stand des EMI seit 2011 verbuchen. Im April stieg er auf 56,7, ein leichter Zuwachs im Vergleich zum Vormonat (52,6). Der Industriesektor in der Eurozone zeigte im April das stärkste Wachstum seit sechs Jahren. Nach Prognose von IHS Markit ist auf Grundlage des gegenwärtigen EMI im Industriesektor Europas ein Jahreswachstum von 4 bis 5 Prozent zu erwarten, womit dieser Sektor einen wesentlichen Anteil am Wirtschaftswachstum hat.

Hierbei entfällt ein Industrie- EMI von 58,2 auf Deutschland. Weiteren starken Anteil an der europäischen Konjunktur haben Frankreich mit einem EMI von 55,1 sowie Italien mit einem Index von 56,2.

Die positive Konjunkturentwicklung zeigt sich auch im Hinblick auf die Dynamik von Preisen und Beschäftigung. Wie das Statistikamt Eurostat mitteilt, sank die Arbeitslosenquote im April mit 9,3 Prozent auf den geringsten Stand seit März 2009.

Insgesamt sind die eher negativen Prognosen nach den verhaltenen Daten vom Jahresbeginn ausgeblieben und einem stabilen Aufwärtstrend gewichen. Dazu trägt auch die relative politische Stabilität bei, nachdem die entscheidenden Wahlen nicht zugunsten europaskeptischer Parteien ausfielen.

Unternehmensgewinne: positive Revisionen
Analysten sahen sich im Hinblick auf Unternehmensgewinne zu hohen Gewinnrevisionen veranlasst. In jüngeren Analysen mussten ehemals positive Gewinnerwartungen oftmals wieder nach unten korrigiert werden. Diesbezüglich zeichnet sich nun eine stabile Trendwende ab. Seit mehreren Jahren sind somit erstmals wieder positive Gewinnrevisionen nach oben möglich. So gehen etwa Beobachter von Morgan Stanley von Gewinnsteigerungen im laufenden Jahr von bis zu 12 Prozent aus. Grundlage ist die Analyse von 75 Unternehmen, nach der 43 Prozent von ihnen ihre Gewinnerwartungen um über 5 Prozent übertreffen.

Maßgeblichen Beitrag zu den positiven Entwicklungen der Unternehmensgewinne leisten Spanien und Italien. Die 40 wichtigsten Aktiengesellschaften Italiens (Index FTSE MIB) gehen von 40 Prozent Gewinnsteigerung aus, während die 35 führenden Unternehmen im spanischen Index IBEX von einer Gewinnsteigerung von 26,5 Prozent ausgehen. Hierbei entfällt ein wichtiger Anteil der positiven Revisionen auf die in diesen Leitindizes notierten Banken. Banken in der Eurozone gehen von Gewinnwachstum von nahezu 40 Prozent aus. Die Gewinne der Kreditinstitute entwickeln sich vor allem aufgrund der Stabilität der Kapitalmarktzinsen positiv.

Die positive Einschätzung der Analysten hängt mit mehreren Faktoren zusammen, von denen steigende Rohstoffpreise und die weltweit blühende Wirtschaft sowie wachsende Margen die wichtigsten sind. Neben den guten Konjunkturaussichten ist es insbesondere die Erhöhung der Gewinnmargen europäischer Unternehmen, die Anlass zum Optimismus gibt. Die Margen konnten im europäischen Raum innerhalb von 3 Monaten um durchschnittlich 1 Prozent steigen, wobei Branchen wie die Automobilindustrie sogar auf 2 Prozent kommen.

Der europäische Aktienmarkt im Ausblick
Nach Analystenmeinung werden sich die positiven Entwicklungen und Erwartungen in neuen Impulsen auf den Finanzmärkten Europas niederschlagen. Gewinnrevisionen der Unternehmensgewinne sowie positive Prognosen für die europäischen Unternehmen machen den Blick auf europäische Aktien lohnenswert. Auch die vorteilhaften Arbeitsmarktdaten und die abnehmende Bedrohung durch politische Instabilität tragen hierzu bei. Nachdem das Erstarkten rechtspopulistischer und europafeindlicher Kräfte nicht im befürchteten Ausmaß eintrat, haben sich die Märkte beruhigt. Die Wahlausgänge in Frankreich und zuvor in den Niederlanden trugen dazu ebenso bei wie die bereits vorab eingepreisten britischen Parlamentswahlen. Die Aussicht auf mittelfristige Kurssteigerungen ist gegeben. Für den Einstieg in europäische Wertpapiere können Anleger derzeit vor allem die sich kurzfristig zeigenden Kurskorrekturen nutzen. Analysten gehen daher von einem zunehmenden Interesse an europäischen Papieren aus.

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