Wer zahlt die Zeche?

Die zu große Nähe der Politik zur Wirtschaft auf Berliner Ebene ist in aller Munde. Stichwort: Dieselskandal.
Vorteilsnehmer: die Automobilindustrie.
Benachteiligte: die Bürger/ die Kunden.

Auf der Ebene Mönchengladbachs gibt es seit 2002 vergleichbares.
Da erhält ein Wirtschaftsunternehmen „Borussia Mönchengladbach“ Kredite zum Erwerb von Grundstücken und damit Geld zum Bau eines Fußballstadions im Nordpark, einem Gewerbegebiet.
Die Kredite gewährt die Stadt Mönchengladbach, von den Bürgern, vertreten durch den damaligen Verwaltungsvorstand.
Auf Seiten der Stadt verhandelt der Kämmerer die Darlehensverträge, will ursprünglich garkeine Verzinsung fordern, erst nach Intervention der Landesbehörde wird ein Minimalzinssatz vereinbart.
Der Wirtschaftsverein „Borussia Mönchengladbach“, bestehend aus etlichen Einzelunternehmen, zu dieser Zeit wirtschaftlich angeschlagen, kommt in der Folgezeit wieder „auf die Beine“, gesteuert von einem cleveren Management.

2012 werden die beiden Darlehensverträge auf Wunsch der Borussia verlängert, obwohl Mönchengladbach selber hoch überschuldet ist. Begründung : zur Darlehenstilgung stehen keine Gelder zur Verfügung!
Die Rückzahlung soll vereinbarungsgemäß in 2018 beginnen und bis 2036 abgeschlossen werden.
Nun das Unvorstellbare: Borussia zahlt sofort zurück, es gab eine bis dato nie erwähnte Option dafür.
Vorteil Borussia. Risiko bis dato: die Stadt / die Bürger.
Die anfallenden Zinsen für die vorzeitige Rückzahlung bei dem/den Darlehensgeber/n für die Stadt werden aus dem Haushalt der Stadt finanziert. Nachteil: die Bürger.
Wie reagieren unser Oberbürgermeisters Hans Wilhelm Reiners und Kämmerer Bernd Kuckels?
Alles bestens. Alles zum Wohle der Stadt.
Wer zahlt also die Zeche? Die Bürger der Stadt.

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1 Kommentar zu "Wer zahlt die Zeche?"

  1. Ob unser Kämmerer, wie auch der OB, privat derartige Verträge abschließen würden, bleibt zu bezweifeln. Wahrscheinlich schon. Denn was für die Stadt im Großen gut ist, kann für den Bürger im Kleinen doch nicht schlecht sein…

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