Mönchengladbacher mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet

v.l.: OB Hans Wilhelm Reiners, Anne Henk-Hollstein (stellvertr. Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland), Dr. Gernot Blum mit seiner Frau Christa Blum und Bürgermeister Michael Schroeren

Landschaftsverband Rheinland zeichnete Exlibris-Sammler Dr. Gernot Blum aus

Der Mönchengladbacher Dr. Gernot Blum ist in einem Festakt im Rathaus Abtei vom Landschaftsverband Rheinland mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet worden. Seit 1976 hat der Landschaftsverband Rheinland mit dieser Auszeichnung über 1.300 Menschen geehrt, die sich um die rheinische Kultur verdient gemacht haben. Die Verleihung ist auch eine Werbung für das Ehrenamt.

Dr. Gernot Blum, Sammler und ausgewiesener Experte von Exlibris, vermachte 2013 der Stadt in Form einer Schenkung nicht weniger als 170.000 Exlibris, die seitdem wissenschaftlich dokumentiert werden. Mit der Übergabe der weltweit wohl größten Exlibris-Sammlungen aus Privathand ist Mönchengladbach zum Zentrum der Exlibris-Kunst in Deutschland geworden.

Nur weniger als eine Handvoll öffentlicher Museen weisen ein solches Konvolut auf, unter anderem das British-Museum in London und das Gutenberg-Museum in Mainz.

Das Exlibris ist innerhalb der Kleingrafik eine eigenständige Kunstform, das auf der Innenseite eines Bucheinbandes eingeklebt wird und verdeutlicht, wem das Buch gehört. Die Sitte, ein Buch mit einem gedruckten Exlibris (ex libris = aus den Büchern = aus der Bibliothek) zu kennzeichnen, geht auf die Zeit Dürers – Ende des 15. Jahrhunderts – zurück und entwickelte sich nach und nach zu einer eigenständigen Kunstform im Bereich der Kleingrafik.

„So klein wie kostbar, so kunstvoll wie manchmal auch kurios. So interessant wie individuell, aber auch so ungewöhnlich wie für einige immer noch unbekannt. Doch genau daran arbeiten sie seit mehreren Jahrzehnten. Ihnen ist gelungen, die kleinen Kunstwerke stärker in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit bringen“, betonte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners in seiner Ansprache.

“Seine Sammlung gehört zu den größten und bedeutendsten in Europa – wenn nicht gar weltweit. Er sammelte nicht nur Exlibris, sondern setzt sich auch wissenschaftlich mit seinem Sammlungsgegenstand auseinander“, betonte Anne Henk-Hollstein, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, in ihrer Laudatio.

Bereits seit dem Jahr 2000 hat das einzigartige Archiv der Deutschen Exlibris Gesellschaft mit rund 4.000 Büchern zum Thema Exlibris und 22.000 Original-Exlibris seinen Platz in der Zentralbibliothek an der Blücherstraße. Die Gesellschaft, die eine der ältesten kulturellen Vereinigungen in Deutschland ist und seit 1891 besteht, strebt an, am Standort Mönchengladbach ein „Internationales Exlibris-Zentrum“ zu errichten.

Das „Sammelfieber“ packte Dr. Gernot Blum bereits im Alter von 15 Jahren, als er von seinem Onkel eine 15-bändige Nietzsche-Ausgabe erhielt, deren Exemplare allesamt Exlibris aufwiesen. Als 16jähriger fertigte er schließlich sein erstes künstlerisch gestaltetes Exlibris auf Elefantenpapier an und baute zwei Jahre später den Grundstock für seine umfangreiche Sammlung auf, als er von einem Sammler aus Nordeuropa 30 Exlibris als Geschenk zugeschickt bekam.

Die in den Folgejahren bis heute stetig gewachsene Sammlung mit den Schwerpunkten Medizin, Tod, Erotik und Archäologie weist einen Querschnitt künstlerischen Techniken von Kupferstichen über Radierungen und Linolschnitten bis zum computerbasierten Exlibris der Gegenwart auf. Das älteste in der Sammlung vorzufindende Exlibris stammte von dem Maler und Grafiker Lucas Cranach dem Jüngeren aus dem Jahre 1580.

Der Rheinlandtaler wurde geschaffen von Wolfgang Reuter. Der 1934 in Köln geborene Meisterschüler von Ludwig Gies lebt als freischaffender Künstler in Köln-Rodenkirchen. Seit 1958 beteiligte er sich an zahlreichen Ausstellungen in Köln, Neuss, Gent, Brügge und Helsinki. Er schuf Portraits in Marmor und Bronze, Bronzestandbilder, Kreuzwegstationen aus Kalkstein, Sakramentshäuser und Figurengruppen.

Unter anderem stammen von ihm die lebensgroßen Bronzestandbilder der Kölner Originale „Tünnes und Schäl“, die der Kölner „Grielächer“ Jupp Engels im Schatten der Kölner Kirche Groß St. Martin in der Altstadt aufstellen ließ.

(pmg/sp)

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