FDP: Große Rolltonnen werden wildes Müllaufkommen nicht verringern

von links: Burkhard Küpper, Natascha Stephan, Reiner Gutowski

„ Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass die GroKo sich unabhängig von ihrer Entscheidung für die großen Rolltonnen doch noch bewegt, und zumindest durch die Schaffung von Ausnahmegenehmigungen zeigt, dass auch Ihnen  die Müllvermeidung am Herzen liegt“, fasst Natascha Stephan den Wunsch der FDP-Ratsfraktion zusammen.

Durch die veröffentlichten Erfahrungsberichte der Mülldetektive sieht sie sich in ihrer Annahme bestätigt, dass große Rolltonnen nur einen geringen Einfluss auf wildes Müllaufkommen haben werden. „Wie die Erlebnisse der Mülldetektive bestätigen, liegen die Verstöße in erster Linie im Bereich der illegalen Entsorgung sperriger Gegenstände, die auch in den künftigen 120 l Tonnen kaum Platz finden werden, oder aber bei Renovierungs- und Gewerbeabfällen, die ebenfalls nichts im Restmüll zu suchen haben“ fasst Natascha Stephan zusammen.

Dass das wilde Müllaufkommen bei der Festlegung des statistischen Mindestmüllvolumens mitberücksichtigt und damit generell ein Mindestvolumen von 15 l wöchentlich pro Person zugrunde gelegt wird, ist aus Sicht der Liberalen weder gerecht noch entspricht es den heutigen Gegebenheiten. „An normalen Wochentagen fällt in Durchschnitts-Familien in den Haushalten doch kaum noch Müll an. Eltern arbeiten und essen mittags auswärts,  Kinder essen in Kita, OGATA oder Ganztagsschule, gekocht wird vielfach nur noch am Wochenende“, umschreibt Natascha Stephan die heutigen Lebensgewohnheiten einer Familie. „Damit entsteht in den Haushalten während der Woche kaum noch Müll, sondern dieser wird auf Schulen und Gewerbebetriebe verlagert, die den Müll jedoch mit Extrakosten entsorgen müssen. Diese Kosten sind in den statistischen Berechnungen zum Müllvolumen pro Person nicht enthalten“, beklagt die FDP-Ratsfrau.

„Damit wird eine 4-köpfige Familie, die sich bisher um Müllreduktion bemüht hat und mit einer 35 l Tonne wöchentlich ausgekommen ist, gleich doppelt bestraft. Nicht nur, dass sie gezwungen sind, bei zweiwöchiger Leerung zukünftig eine 120 l Tonne abzunehmen, wenn man den Berechnungen folgt, muss diese Familie damit wöchentlich 25 l wilden Müll-Aufkommens statistisch mitfinanzieren“, rechnet Burkhard Küpper, stellv. Vorsitzender und Finanzchef der FDP Ratsfraktion, vor. „Tatsächlich sind es aber doch nicht diese Familien, die wilden Müll und damit zusätzliche Entsorgungskosten produzieren, sondern vielmehr Menschen, die entweder gar keine Mülltonne besitzen oder aber besonders sperrigen Müll haben, der selbst bei großen Rolltonnen gar nicht im Hausmüll beseitigt werden könnte. Warum werden nun diejenigen bestraft, die sich in der Vergangenheit darum bemüht haben, den Müll weitgehend zu reduzieren“, beklagt der Liberale.

„Warum sollen diejenigen, die auch bisher bewiesen haben, dass sie mit kleinen Müllmengen auskommen, nicht auch in Zukunft mit Erteilung einer Ausnahmegenehmigung ein geringeres Mindestvolumen nutzen können?“, fragt sich FDP Ratsherr Reiner Gutowski. „Sollte sich in einem Fall tatsächlich – etwa durch Ermittlungsergebnisse der Mülldetektive – herausstellen, dass von diesen Personen wilder Müll beseitigt wurde, wäre es immer noch möglich, die Ausnahmegenehmigung zu widerrufen. Dies wäre ein gerechtes Verfahren, bei dem Müllreduzierung auch weiterhin belohnt wird, ohne dabei das Volumen von wildem Müll zu erhöhen“, ist Ratsherr Gutowski sicher.

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