OB H. W. Reiners kritisiert Untätigkeit der Deutschen Bahn AG
zitierte Webseite der DB nicht mehr erreichbar

In einem persönlichen Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Dr. Richard Lutz, kritisiert Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners die mangelhafte Kommunikation der Deutschen Bahn AG und den desolaten Zustand des Hauptbahnhofs Mönchengladbach.
MG-Heute dazu: Der im Schreiben veröffentliche Link ist nicht erreichbar. Die DB wird die Seite wohl aus dem Netz genommen haben, einfach unwürdig.
MG-Heute hat den Text bei „Geheimtipp Leipzig“ im Internet gefunden:
https://geheimtipp-leipzig.de/die-sieben-bahnhofskategorien/

Mit unterzeichnet haben das Schreiben die Bundestagsabgeordneten Dr. Günter Krings und Güllistan Yüksel sowie die Landtagsabgeordneten Frank Boss, Jochen Klenner, Hans-Willi Körfges und Andreas Terhaag. Das Schreiben im Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Dr. Lutz,

da mir der Zustand des Hauptbahnhofs Mönchengladbach seit langem ein Dorn im Auge ist und ich mich in den letzten Wochen erneut extrem über die mangelhafte Kommunikation der Deutschen Bahn AG geärgert habe, wende ich mich heute persönlich an Sie. Die Thematik der Sanierung des Empfangsgebäudes des Hauptbahnhofs füllt hier Ordner mit negativen Pressemeldungen. Nachdem die Stadt Mönchengladbach kostenpflichtige Vorleistungen sowie eine Beteiligung an den Planungskosten erbracht hat, war die Umsetzung der Sanierung des Empfangsgebäudes für 2014 vorgesehen, wurde dann von der Deutschen Bahn AG auf 2016 verschoben. Im August 2017 erreichte mich die freudige Kunde, dass die Arbeiten an der Empfangshalle ab dem 01.09.2017 weitergehen! Nach einigen offensichtlichen Abrissarbeiten passierte allerdings erneut nichts mehr. Derzeit verfügt der Bahnhof daher weder über Türen noch über eine Fahrgastinformationsanzeige. Über diese zeitliche Posse der Untätigkeit hinaus, bin ich überaus verärgert, von der erneuten Verschiebung der Sanierungsmaßnahme durch die Medien zu erfahren. Diese Ignoranz der Deutschen Bahn AG ist einfach stillos. Wie Ihnen sicher bekannt ist, befindet sich der Mönchengladbacher Hauptbahnhof in der Bahnhofskategorie 2. Gemäß Ihren eigenen Ausführungen sind solche Verkehrshalte wie folgt zu klassifizieren: „Die 87 Bahnhöfe der Kategorie 2 sind häufig wichtige Zustiegspunkte für den Fernverkehr oder Schnittstellen zu den großen Flughäfen und Hauptbahnhöfe größerer Städte. Alle bedeutenden infrastrukturellen Einrichtungen sowie Dienstleistungen rund um die Bahnreise sind vorhanden. Zudem ist eine Betreuung der Reisenden in den Hauptverkehrszeiten durch unsere Mitarbeiter gewährleistet. Ausstattung und Service haben ein ähnlich hohes Niveau wie an Bahnhöfen der Kategorie 1.“

(http://www.deutschebahn.com/de/geschaefte/infrastruktur/bahnhof/stationsnutzung/11878066/bahnhofs_kategorien.html)

Vor dem Hintergrund der hiesigen Gegebenheiten ist selbst bei wohlwollender Auslegung keine Subsumtion unter die Kriterien Ausstattung und Service möglich. Der Zustand ist – auch im Vergleich zu anderen in der Kategorie 2 eingeordneten Stationen – als erbärmlich und der 26. größten Stadt der Bundesrepublik völlig unangemessen zu bezeichnen. Die aktuelle Entwicklung und der derzeitig wirklich unerträgliche Zustand heizen die Presseanfragen weiter an und erweitern damit völlig zu Recht die Liste der Negativmeldungen über die Deutsche Bahn AG. Nach einer langen, schwierigen Zeit des Strukturwandels verzeichnet Mönchengladbach Wachstum und ein verstärktes Interesse bei Investoren. Die Stadt setzt im Rahmen der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt alles daran, den Bereich um den Hauptbahnhof attraktiver und zukunftsfähiger zu gestalten. Sehr geehrter Herr Dr. Lutz, für den Zustand des Hauptbahnhofs mit seinem historisch, stadtbildprägendem Gebäude schäme ich mich gegenüber Bürgerinnen und Bürgern sowie gegenüber Reisenden und Pendlern. Die Untätigkeit der Deutschen Bahn AG konterkariert Stadtentwicklungsmaßnahmen. Nach nunmehr vier Jahren des Hinhaltens durch die Deutsche Bahn AG sehe ich die dringende Notwendigkeit von sichtbaren Ergebnissen und gehe davon aus, dass Sie mir zustimmen. Im Hinblick auf die hier vorliegenden Presseanfragen informiere ich Sie vorsorglich darüber, dass ich dieses Schreiben der Presse zur Verfügung stelle. Gerne erwarte ich Ihre Antwort und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Hans Wilhelm Reiners“

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar hinterlassen zu "OB H. W. Reiners kritisiert Untätigkeit der Deutschen Bahn AG
zitierte Webseite der DB nicht mehr erreichbar"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*