Treffen der ehemaligen Kriegsgefangenen aus dem Lager Wickrathberg

Gedenkstein_Wickrathberg_Foto_KATZAm 16. November 2013, einen Tag vor Volkstrauertag und zwei Jahre nach dem letzten Treffen der „Ehemaligen“, oder besser gesagt der „Überlebenden“ des Lagers Wickrathberg, trafen wieder ein gutes Dutzend der inzwischen +80jährigen aus Mönchengladbach, Hückelhoven, Wegberg, Neuss, Köln und Otzenrath im Gemeindehaus der ev. Kirche in Wickrathberg.

 

Kriegsgefangenenlager-Wickrathberg-1945-ReinersTreffen-der-Ehemaligen-2013_Foto-Katz_044_WoestemeyerBegrüßt wurden sie und die Angehörigen von Karl-Heinz Reinhard, 1. Vorsitzender des Vereins für Heimat- und Denkmalpflege. Außerdem konnte er die stellv. Bezirksvorsteherin des Stadtbezirks MG-West Ursula Klawuhn, Dr. Günter Krings MdB, Heinz-Gerd Wöstemeyer, der im Niers-Magazin, früher im Niers-Boten berichtet und Josef Katz, der für die Internetseite „der-Chronist“, der Internetzeitung „MG-Heute“ und „Unser Wickrath“ berichtet.

 

Treffen-der-Ehemaligen-2013_Foto-Katz_037 Treffen-der-Ehemaligen-2013_Foto-Katz_026Treffen-der-Ehemaligen-2013_Foto-Katz_025Hier nun etwas zur Statistik: der VHD hat in diesem Jahr 38 „Ehemalige“ angeschrieben, 11 haben sich angemeldet, vier sind seit dem letzten Treffen verstorben und 14 meldeten sich nicht mehr. Die weiteste Anreise hatte Ferdi Meyer aus Köln. Karl Windeck, der sonst immer dabei war, mußte kurzfristig wegen Krankheit absagen. Heinz Pankuweit hatte sich entschuldigt, da er der Gedenkfeier im Deutschen Bundestag am nächsten Tag beiwohnte. Da hatte er im letzten Jahr eine beeindruckende Rede gehalten, die per Beamer gezeigt wurde.

 

 

Sam Ludwig stellte die Ausstellung zusammenTreffen-der-Ehemaligen-2013_Foto-Katz_029 Das „alliierte Lager für deutsche Kriegsgefangene“ wurde vor 68 Jahren aufgelöst. Den ehemaligen Kriegsgefangenen bedeutet es viel, sich hier wieder zu treffen, wo man das Erlebte noch mal erzählen kann. Schön daß wir hier einen Ort der Erinnerung haben. Ferdi Meyer: „Wenn Jung und Alt zusammen halten sind wir unschlagbar“. Das sagte er in Hinblick auf Sam Ludwig (20) der Mitglied im VHD ist und eine beeindruckende Ausstellung zusammengestellt hatte.

 

Treffen-der-Ehemaligen-2013_Foto-Katz_028Treffen-der-Ehemaligen-2013_Foto-Katz_030Treffen-der-Ehemaligen-2013_Foto-Katz_031Dr. Günter Krings MdB, begrüßte die Gäste ebenfalls. Er begann seine einfühlsame Rede mit: Vor nunmehr 35 Jahren, im Oktober 1988, gut zwei Jahre vor der Wiedervereinigung Deutschlands, wurde der uns allen bekannte Erinnerungsstein an der südwestlichen Ecke des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers der Öffentlichkeit übergeben. Der damalige Heimatvereinsvorsitzende Gert Lüderitz mahnte: „Wir wollen mit diesem Stein den hier Verstorbenen gedenken; wichtiger als die Trauer ist aber die Besinnung“.

Weiter sagte Krings: „Vor zwei Jahren sagte der junge Sam Ludwig an die ehemaligen Kriegsgefangenen gerichtet: „Für mich, mit 18 Jahren, ist es noch sehr schwer vorstellbar, was Sie in meinem Alter körperlich und seelisch durchstehen mußten. Ihnen wurde in diesen jungen Jahren einfach ein Gewehr um den Hals gehangen und dann ging es ohne großartig Einweisung an die Front.“

Ferdi Meyer, Köln Heinz Jessen, NeussAlfred Schneider, Mönchengladbach; Freund von heinz Pankuweit, BonnDas Treffen wurde von Peter Neuß und Sam Ludwig vorbereitet. Laben konnten sich alle an Kaffee und Kuchen. Ferdi Meyer und Heinz Jessen griffen wieder mal zum Mikrofon. Jessen, dessen Erinnerungen auch im Neusser „Nordstadt-Journal“ veröffentlicht wurden, berichtete auch hier wieder darüber. Im Saal war es „Muxmäuschenstill“. Meyer war der Lustige. Er war schon im TV bei Frank Elsner und erzählte dort Witze. So bewältigt jeder das Erlebte auf seine Weise. Eine kurze Anekdote: was ist der Unterschied zwischen Kartoffeln und jungen Menschen? Sie müssen im Dreck liegen, damit ihnen die Augen aufgehen.

 

Treffen-der-Ehemaligen-2013_Foto-Katz_041Nach Kuchen, Reden und Film vom Bundestag gingen einige wieder, wie bei jedem Treffen, zum Gedenkstein und schauten schweigend auf den riesigen Acker, wo sie damals einige Monate verbracht haben.

 

 

 

Treffen-der-Ehemaligen-2013_Foto-Katz_043 Treffen-der-Ehemaligen-2013_Foto-Katz_042Danach begaben die sich, die noch gut zu Fuß waren, zum „Bresser Platz“ um von dort im Trauermarsch zur Kirche zu gehen und an der Gedenkfeier zum Volkstrauertag teilzunehmen. Hier sprachen mit beeindruckenden Worten Dr. Günter Krings und Karl-Heinz Reinhard. Nach der Kranzniederlegung versammelten sich die „Ehemaligen“ und auch einige Berger Bürger im Gemeindehaus. Die fleißigen Damen hatten dort für eine Stärkung gesorgt.

 

Treffen-der-Ehemaligen-2013_Foto-Katz_049 Treffen-der-Ehemaligen-2013_Foto-Katz_060Am 14. November 2015 ist das nächste Treffen. So Gott will, sind dann wieder alle dabei. Dem Verein für Heimat- und Denkmalpflege sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Günter Krings dankte mit den Worten: „Sie, meine Damen und Herren, leisten einen wichtigen Dienst im Sinne Dietrich Bonhoeffers, der einmal sagte: „Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.“

1 Kommentar zu "Treffen der ehemaligen Kriegsgefangenen aus dem Lager Wickrathberg"

  1. Hallo,Gibt es noch Zeitzeugen Ehmaliger Krigsgefangene aus dem Kriegsgefangenenlager an Schacht IV in Ratheim.

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