Medikamentöse Versorgung (älterer) pflegebedürftiger Menschen ist dringend verbesserungsbedürftig

Zum Themea Medikamentöse Versorgung (älterer) pflegebedürftiger Menschen hat sich Pro Pflege-Selbsthilfenetzwerk heute öffentlich an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen gewendet:

An Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund
der Krankenkassen e. V. (MDS)
Lützowstraße 53
45141 Essen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat bereits vor über einem Jahr das o.a. Thema mit überregionaler Ausrichtungangesprochen und dann noch einmal mit Schreiben vom 27.07.2011 gezielt informiert (Brief unten angefügt).

Es hat dann vereinzelt Maßnahmen gegeben, um den Missständen in der medikamentösen Versorgung (siehe u.a. Priscus-Liste und weitere Studien) entgegen zu treten. Leider ist aber bislang eine breitere Diskussion ausgeblieben.

Unverständlicherweise hat mir die AOK Rheinland/Hamburg (trotz Erinnerungen) zum Thema nicht geantwortet, obwohl die Kasse mit einer Pressemitteilung vom 30.03.2011 ausdrücklich um Zurückhaltung bei der Verordnung von Psychopharmaka gebeten hat: http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?t=15675

Auch weitere Berichte der Kassenseite machen deutlich, dass die ausufernde Medikation als problematisch gesehen wird.

Ich habe daher beim letzten Pflegetreff in Neuss am 10.11.2011 in Anwesenheit der Gesundheits- und Pflegeministerin NRW, Frau Barbara Steffens, angekündigt, das Thema erneut aufgreifen zu wollen: http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?t=16467

Zur Zeit wird geprüft, wie in der Angelegenheit zielgerichtet weiter vorgegangen werden soll.

In diesem Zusammenhang frage ich bei Ihnen an, wie das Thema – bei einer bundesweiten Betrachtung -im Rahmen der Qualitätsprüfungen aufgegriffen werden kann. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass die jeweiligen Prüfgruppen sich verstärkt der medikamentösen Versorgung von Heimbewohnern zuwenden und so Veranlassung nehmen können, auf Problemsituationen aufmerksam zu machen.
Eine erste Prüfung, ob Bewohner ohne unvertretbare Wechsel- und Nebenwirkungen mit Medikamenten versorgt werden, kann m.E. ohne große Probleme bei Durchsicht der entsprechenden Dokumentationen abgeklärt werden.
Wenn es dann weiteren Klärungsbedarf gibt, können die behandelnden Ärzte bzw. verantwortlichen Apotheker eingeschaltet werden (siehe auch Stichwort „Apothekencheck“).

So wurde zum Beispiel in einem mir bekannten Neusser Heim mit Hilfe eines Apothekers ein Check aller veordneten Medikamente durchgeführt mit dem Ergebnis, dass in einer Vielzahl von Fällen Korrekturen notwendig wurden.

Bevor von hier aus Weiteres veranlasst wird, wäre ich Ihnen für eine Überprüfung dankbar, ob und ggf. inwieweit seitens der Medizinischen Dienste geprüft und Einfluss genommen werden kann. Ggf. ist auch eine Erörterung im Zusammenhang mit der sog. Pflegereform, vom Bundeskabinett am 16.11.2011 mit einem Minkonzept beschlossen, geboten: http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?t=16609

Für Ihre Bemühungen vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Schell – Dozent für Pflegerecht

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