Roermonder Höfe finden nur sehr eingeschränkte Zustimmung – Informationsveranstaltung für die Bürger im Rathaus Abtei

Investor Pit van Pol aus Roermond ergriff nicht das Wort im Rathaus Abtei
Roermonder Höfe (1 von 1)Architekt Dr. Burkhard Schrammen gab sich alle erdenkliche Mühe bei der Vorstellung des Projektes Roermonder Höfe, das auf der Fläche des ehemaligen Mönchengladbacher Bades an der Fliethstraße entstehen soll.
Versucht wird, die Fläche optimal auszunutzen und dennoch einen hochwertigen Büro- und Wohnkomplex zu errichten.
Vier 6-geschossige Bürobauten werden entlang der Fliethstraße einen Lärmriegel bilden, die Zwischenräume werden mit 1-geschossigen Bauten geschlossen, auf denen 2-geschossige Lärmschutzwände aus Glas aufgestzt werden die einerseits Licht hindurchlassen, andererseits den Lärm abblocken sollen.

Hinter diesen Bauten wird eine zweite Reihe errichtet, drei 4-geschossige Wohnbauten stehen entlang der Lüperzenderstraße.
Insgesamt sollen 10.000m² Bürofläche entstehen, für hochwertige Wohnungen verschiedener Größen sollen 13.000m² zur Verfügung stehen.
Das gesamte Areal wird für Tiefgaragen unterkellert, 400 Stellplätze stehen den Mietern und Eigentümern der Wohnungen und den Mitarbeitern aus den Bürobauten zur Verfügung.
Die notwendigen 60 Gastparkplätze sollen entlang der Straßen entstehen.

Roermonder Höfe (1 von 1)-2Hier setzte auch die Kritik der etwa 60 anwesenden interessierten Bürger ein.
Zu wenig Parkplätze, war vorgetragene Meinung. Der aktuelle Parkplatz an der Ecke Fliethstraße entfällt ersatzlos.
Die zukünftige Parkraumsituation wird demnach entschieden kritischer werden.
Der vorhandene öffentliche Kinderspielplatz soll ebenfalls ersatzlos entfallen, das Jugendamt habe ihn für überflüssig erklärt, sagte Schrammen.

Für den Spieldrang der Mieter-Kinder der neuen Wohnungen soll jedenfalls entsprechende Spielfläche innerhalb der Roermonder Höfe geschaffen werden.
Die Brücke zum Math. Nat. Gymnasium steht zur Debatte, Schrammen möchte sie wohl gerne abreißen oder ändern, dann wäre sie nicht jedoch behindertengerecht und für Rollstuhlfahrer nicht zu nutzbar.
Der Architekt will untersuchen, wer diesen Weg über die Brücke wirklich nutzt und dann eine Entscheidung präsentieren. In Zeiten unseres hochsensiblen Behindertenrechts eine zumindest zweifelhafte zweifelhafte Haltung.
Merkwürdig war auch die Einlassung des Architekten, dass alles mit den “Masterplanern“ abgestimmt sei und von diesen als Masterplankonform akzeptiert wurde.
Die Masterplaner sind demnach eine Institution, deren Zustimmung einzuholen ist.
Politik und/oder Bürgerschaft werden also nicht eingebunden. So stellte es sich dar.
Unterstrichen wurde dies durch das Auftreten von Norbert Bienen, Vorstands-Mitglied des Masterplan-Vereins.
Sein Werbeauftritt (als Bürger oder Vorstand?) wurde durch den Versammlungsleiter Baudezernent Andreas Wurff akzeptiert, den Auftritt eines Vertreters der Linken wollte Wurff gerne abwürgen, ließ ihn aber letzlich gewähren.
Diese Veranstaltung geht sicher nicht als Glanzpunkt für gelebte Bürgerbeteiligung in die Mönchengladbacher Geschichte ein.
Das kann und muß bei einer zweiten Infoveranstaltung besser werden.

1 Kommentar zu "Roermonder Höfe finden nur sehr eingeschränkte Zustimmung – Informationsveranstaltung für die Bürger im Rathaus Abtei"

  1. Wer sich nur die Berichterstattung von RP und WZ anschaut, muss ja das Gefühl bekommen, dass der Stadt da der ganz große Wurf(f) gelungen ist. Nun gehört zur Pressefreiheit auch die Freiheit über etwas nicht zu berichten. Trotzdem bin ich irritiert, dass nirgend die Sorgen der BürgerInnen die sich auf der Veranstaltung zu Wort gemeldet haben abgedruckt wurden.

    Da gab es die Frage nach der Sicht auf die Roermonder Höfe von Seite der AnwohnerInnen der Straße „Am Kämpchen“. Erst hieß es da gäbe es auch schon ein erstes Bild, dann wurde kurz hin und her gezappt in der Präsentation und dann die Aussage, dass ein solches Bild noch gar nicht erstellt ist. Oder fiel da jemanden beim Suchen auf, dass die Ansicht lieber doch nicht rausgeholt wird?

    Denn auch wenn 6 Stockwerke per Definition noch kein Hochhaus sind … hoch ist das schon. Und so wurden ja auch die „Türme“ zur Fliethstraße hin angesprochen die eben nicht von allen Anwesenden als schick, sondern als zu Groß empfunden wurden.
    Und auch wenn sie die Höhe der Gebäude absenkt nach hinten, die AnwohnerInnen vom Kämpchen bekommen das als „Breitseite“ vor die Nase gebaut. Das ist schon was anderes als das abgebrannte Schwimmbad :(

    Und auch von mir gab es ja grundsätzliche Kritik an einer Bebauung der Bleichwiese und alternativen unter der Einbeziehung der City-Ost. Auch vor steigenden Mieten und einem Wohngebiet nur für Wohlhabende warnte ich.

    Leider gabs in der „Mainstream Presse“ all solche Kroitischen Stimmen nicht. Schön dass wenigstens hier auf den fragliche Einfluss der Masterplaner als Entscheider eingegangen wird.

    Ich selber hatte Abends auch noch meine Fraktion informiert, sicher kein literarisches Glanzwerk, aber es soll ja nur der Info dienen. Und natürlich ist es auch nicht objektiv, aber wenigstens ein Gegenpol, so dass vielleicht manche/r sich so besser ein eigenes Bild machen kann. Also wer mag, hier mein Bericht:
    http://www.schultz.eu/politisches/politisch-a-neu/7-buergerinnenbeteiligung/79-info-bleichwiesen–aeh-roermonder-hoefe-gedoens-.html

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