Bunter Garten: Bauentwürfe angepasst Neues Wohnquartier auf dem Areal der „Engländerhäuser“: Ein Stockwerk weniger, aufgelockerte Bebauung und keine Halbtiefgeschosse

134372PAm kommenden Mittwoch, 12. Februar, befasst sich die Bezirksvertretung Nord in ihrer öffentlichen Sitzung mit dem Beschluss zur erneuten öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans Nr. 725/N im Bereich zwischen Peter-Nonnenmühlen-Allee, Schürenweg, Rembrandtstraße und Zum Bunten Garten.

In den vergangenen Monaten hatte es einige Unklarheiten und Beschwerden zur vorgesehenen Bebauung des 26.815 Quadratmeter großen Geländes gegeben.

 

Dabei wurde von den Anwohnern vor allem eine zu hohe und massive Bebauung für das gesamte Planvorhaben befürchtet.
Die Grundstückseigentümer und Entwickler des Areals, die „Bunter Garten MG“ GmbH & Co KG mit Sitz in Köln hat vor diesem Hintergrund Kritikpunkte aus der Debatte aufgenommen und nun die Pläne angepasst.

Als Reaktion auf den wichtigsten Kritikpunkt wurde die Gebäudehöhe von maximal drei Etagen plus Staffelgeschoss auf maximal zwei Stockwerke zuzüglich Staffeletage reduziert. „Die Häuser werden maximal 9,80 Meter hoch“, erläutert Achim Erner, einer der beiden Geschäftsführer der „Bunter Garten MG“ GmbH & Co. KG.

Nach einem Verkehrsgutachten wird sich das Verkehrsaufkommen an den Einmündungen durch die zusätzlichen Pkw der Neubürger nur unwesentlich erhöhen. Die ursprünglich von der Stadt vorgesehene Riegelbebauung am Schürenweg erhält in den neuen Plänen zwei Unterbrechungen, für die die Bürgerinitiative bereits vor der im Oktober erfolgten Offenlage des Bebauungsplans plädierte. „Würden weitere Unterbrechungen vorgesehen, würde der Lärmschutz im Innenbereich des Quartiers leiden“, so Erner: „Wir können daher die im Rahmen der Offenlage vorgetragenen Wünsche nach einer weiteren Öffnung nicht nachvollziehen.“

Kellergeschosse am Schürenweg sollten ursprünglich als Halbtiefgeschosse etwa 1,60 Meter aus der Erde ragen. An diesen Stellen hätten die Erdgeschosse als Hochparterre errichtet werden sollen, damit die Wohnungen von der Straße aus nicht einsehbar sind. Nach der kritischen Bewertung durch die Bürger, die sich im Offenlageprozess beteiligt haben, wurde auch dies neu geplant: Die Halbtiefgeschosse sollen nun nicht realisiert werden. Auch diese Gebäude werden gemäß den Planungsabsichten der Investoren nicht höher als 9,80 Meter. „Damit hätten wir einen Kompromiss gefunden, der die Anregungen aus der Nachbarschaft aufgreift. Wenngleich sich die Kosten durch den Bau einer Tiefgarage erhöhen“, meint Erner. „Wir wollen ein anspruchsvolles Quartier realisieren und sind erstaunt, dass dies nicht von allen so gesehen wird.“

Der Verkauf der Bestandshäuser ist nicht das erklärte Ziel der Entwickler. Auf dem Gelände sollen vielmehr die rund 50 leerstehenden Häuser, die von der britischen Armee genutzt wurden, abgerissen werden.
An ihrer Stelle sollen Einfamilien- und Doppelhäuser sowie Stadtvillen entstehen.
Zudem sollen kleine Mehrfamilienhäuser errichtet werden, die auch für generationenübergreifendes Wohnen genutzt werden können.
In keinem dieser Gebäude sollen nach derzeitiger Planung mehr als sechs bis acht Wohnungen entstehen. Insgesamt sind etwa 130 Wohneinheiten geplant.

Ferner sollen nach Möglichkeit vorhandene Bäume erhalten werden. Wo Pflanzen beispielsweise neuen Straßen, Gehwegen, Tiefgaragen und Häusern weichen müssen, werden an anderer Stelle neue gepflanzt.
„Wir werden uns dabei wie alle anderen Bauträger und privaten Bauherren an die Baumschutzsatzung der Stadt halten“, so Mitgeschäftsführer Michael Theile: „Der hohe Grünanteil macht dieses Quartier aus. Es liegt in unserem Interesse solche Qualitäten als Bestandteil unserer Quartiersentwicklungen zu sehen und zu nutzen.

Falls die geänderten Pläne am 12. Februar beim dritten Versuch den Ausschuss passieren, könnten die ersten Häuser noch 2015 fertig werden.
Bis heute hat das Unternehmen für Grundstückskauf und Entwicklungspläne über zehn Millionen Euro investiert. Für Grundstücksinvestitionen dieser Größenordnung ist es üblich, dass sich mehrere Unternehmen zusammenschließen. In diesem Fall fanden sich die Omnium Development GmbH & Co KG, die WP Wohnprojekte GmbH sowie die Ideal Assets GmbH zur „Bunter Garten MG“ GmbH & Co. KG zusammen.

In vergleichbarer Konstellation haben die drei Kölner Firmen zuletzt in der Domstadt über hundert Mietwohnungen errichtet, die im Sommer 2013 bezugsfertig waren.
Am 10. Februar ist Baubeginn für ein Studentenwohnheim in Siegen; hier werden 245 Appartements entstehen.
Das Kölner Architekturbüro Astoc, Architects and Planners, ist derzeit mit der planerischen Umsetzung des Bebauungsplans für die Doppelhäuser und Stadtvillen beschäftigt. Zahlreiche Bauvorhaben des Büros wurden mit wichtigen Preisen ausgezeichnet, darunter Wohngebäude am Buchheimer Weg in Köln.
(pmg)

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