Sasserath – der vergessene Stadtteil in Mönchengladbach?

14-03-13-sasserath-dorf-0061Sasserather Bürger fordern Unterstützung ein.
Sie bezeichnen ihren Wohnort selbst als Dorf und so wirkt Sasserath auch auf Auswärtige. Ein verschlafenes Wohndorf.
Einige Bürger aus Sasserath haben nun einen Verein gegründet mit dem Ziel, ihr Quartier lebenswerter zu gestalten. Sie beginnen damit, einen neuen Ortsmittelpunkt herzurichten.
Neben ihrem eigenen großen Engagement benötigen sie dazu die Hilfe der Stadt Mönchengladbach, auch und gerade die Unterstützung der örtlichen Politiker und der Bezirksvertretung Süd.
In anderen Stadtbezirken Mönchengladbachs erhalten die Bürger bei ähnlichen Ansinnen und Engagement diese notwendige Unterstützung aller Parteien.
In Sasserath sollte das also ebenfalls möglich sein. Ist es aber nicht.

 

Deshalb hat Dieter Engelhardt aus Sasserath einen offenen Brief an alle im Stadtrat vertretenen Parteien geschrieben und darin die Situation geschildert.
Neben dem neuen Dorfmittelpunkt ist der LKW-Verkehr auf der Durchgangsstraße, die B59; ein Ärgernis.

 

14-03-13-sasserath-dorf-0072Im Gespräch mit Sabine S. (Name geändert), sie wohnt mit ihrer Familie erst kurze Zeit in Sasserath, erfahre ich, dass bereits nach 5 Uhr morgens die LKW durch den Ort donnern. Dabei wird die Höchstgeschwindigkeit 50 km/h selten eingehalten.
An gesunden Schlaf ist dabei natürlich nicht mehr zu denken.

 

 

Natürlich hat MG-heute das Gespräch mit Politikern zu diesem Thema gesucht.
Die Fraktionssprecher in der Bezirksvertretung Süd von CDU und SPD können und wollen keine klaren Aussagen treffen.
14-03-13-sasserath-dorf-0065Sie verweisen unisono auf die nicht vorhandenen Finanzmittel der Stadt und auf die Schwierigkeit, politische Mehrheiten für entsprechende Beschlüsse zu Gunsten der Sasserather Bürger zu finden.
Doch das sollte nicht das letzte Wort sein.  Horst Schnitzler, SPD Politiker in der BV-Süd will sich vor Ort umschauen, informieren und ins Gespräch mit den Bürgern kommen. Ein Weg, der möglicherweise verlorenes Vertrauen in Politik heilen kann, so dann auch Taten folgen.

2 Kommentare zu "Sasserath – der vergessene Stadtteil in Mönchengladbach?"

  1. Torben Schultz | 13. März 2014 um 12:25 | Antworten

    Betr.: Ihr Schreiben vom 8.3. / Offener Brief
    Sehr geehrter Herr Engelhardt,
    die Fraktion der Partei DIE LINKE hat mich gebeten, Ihren Brief vom 8.3.2014 zu beantworten.
    Vorweg darf ich Ihnen versichern, dass DIE LINKE das Engagement von Menschen für das Gemeinwohl sehr begrüßt und auch entsprechend ihren Möglichkeiten unterstützt.
    Das Problem des LKW Verkehrs durch Sasserath sehen wir genau so wie Sie. Früher schon hat die „Linke Liste Odenkirchen – LiLO“ und auch die Partei DIE LINKE immer vor der Zunahme des Verkehrs bei Ansiedlungen von Logistikfirmen gewarnt. Wir haben immer gefordert, so viel Verkehr wie möglich auf die Schiene zu verlagern. Möglich wäre dies wegen des vorhandenen Gleisanschlusses im Industriegebiet gewesen. Die anderen Parteien haben dies aus Kostengründen abgelehnt. Die Folgen haben nun die Menschen zu tragen, die in diesem Bereich wohnen.
    Die Forderung nach einer Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene erhebt DIE LINKE weiterhin. Zu überlegen wäre dennoch, welche kurzfristigen verkehrstechnischen Lösungen für die Reduzierung des Verkehrs in Sasserath möglich wären. Zum einen sehen wir die von Ihnen dargestellten Möglichkeiten – Ampel, Kreisverkehr, Verkehrsinsel – als geeignet an. Wir würden solche Lösungen auch unterstützen. Darüber hinaus muss geprüft werden, ob nicht generell der LKW Verkehr aus und zum Regio Park von der Kölner Straße ferngehalten werden könnte.
    Grundsätzlich müsste es möglich sein, diesen gesamten Verkehr über das Autobahnkreuz Wanlo und die Abfahrt Mönchengladbach Güdderath zu regeln. Hier wäre kaum Wohnbebauung tangiert. Als Maßnahme könnte ein LKW Durchfahrtsverbot von der L19 rechts in Richtung Jüchen auf der Kölner Straße dienen. Weitere Überlegungen müssten dann angestellt werden, um ein Abbiegen des LKW-Verkehrs, der zum Regio Park muss, am Autobahnkreuz Holz in Richtung Abfahrt Mönchengladbach Odenkirchen zu verhindern.
    Wir könnten Ihnen anbieten, bei Gesprächen mit der Stadtverwaltung über solche Realisierungsmöglichkeiten behilflich zu sein.
    Mit Freude hat die Fraktion Ihre Aktivitäten zur Gestaltung des Dorfplatzes und der weiteren Nutzung der alten Schule zur Kenntnis genommen. Mönchengladbach besteht nicht nur aus den zwei Zentren Rheydt und Mönchengladbach. Mönchengladbach besteht aus vielen Bezirken und Hohnschaften. Das Menschen sich in den Bezirken und Hohnschaften wohlfühlen, ihr gesellschaftliches Leben entwickeln können, ist wichtig auch für das Gesamtgebilde „Eine Stadt Mönchengladbach“. Wir empfehlen Ihnen, Mittel aus dem Haushaltstitel für das Jahr 2014 „Wohnumfeldverbesserung bei bürgerschaftlichem Engagement“ zu beantragen. Bei dem, was Sie als Spenden und als Eigenleistung einbringen können, wäre das aus unserer Sicht ein geeignetes Projekt. Wir würden Ihnen auch – wenn gewünscht – bei der Antragstellung behilflich sein.
    Da Sie Ihren Brief als offenen Brief an die Presse geschickt haben, erlauben wir uns deshalb auch, der Presse unsere Antwort zur Kenntnis zu bringen.
    Ansonsten stehen wir Ihnen selbstverständlich für Rückfragen oder auch für Gespräch zur Verfügung.
    Mit freundlichen Gruß
    Torben Schultz

  2. LINKE antwortet auf offenen Brief aus Sasserath: Verkehrsberuhigung ist noch möglich!

    Am 8.3. schrieben die BürgerInnen aus Sasserath einen offenen Brief an die Ratsfraktionen und die örtlichen Medien um über die belastende Verkehrssituation in Sasserath zu berichten. Diese ist nach Ansicht der Linken durch unnötige die Ansiedlung des Regio-Parks auf Grüner Wiese entstanden. Schon die LiLO warnte vor den Folgen. Doch auch wenn ‚das Kind jetzt schon in den Brunnen gefallen ist‘, so sieht DIE LINKE sinnvolle Lösungsmöglichkeiten die nur des politischen Willens bedürfen.
    Torben Schultz, Oberbürgermeisterkandidat zur Kommunalwahl 2014, stimmt den BürgerInnen in seinem Antwortschreiben zu, dass die dargestellten Möglichkeiten (Ampel, Kreisverkehr, Verkehrsinsel) geeignet sind die Verkehrssituation zu verbessern. Doch Schultz strebt vor allem an den LKW Verkehr aus und zum Regio-Park ganz von der Kölner Straße fern zu halten.
    „Wir müssen dafür sorgen, dass der gesamte Verkehr über das Autobahnkreuz Wanlo und die Abfahrt Mönchengladbach Güdderath läuft“, erklärt Schultz, „Dann wären kaum noch Wohnsiedlungen betroffen. Als Maßnahme könnte ein LKW Durchfahrtsverbot von der L19 rechts in Richtung Jüchen auf der Kölner Straße dienen. Weitere Überlegungen müssten dann angestellt werden, um ein Abbiegen des LKW-Verkehrs, der zum Regio Park muss, am Autobahnkreuz Holz in Richtung Abfahrt Mönchengladbach Odenkirchen zu verhindern.“
    Doch DIE LINKE geht in ihren Vorschlägen noch weiter und bringt wieder den Gleisanschluss ins Spiel. „Wir müssen mehr Verkehr auf die Schiene verlegen. Das ist wegen der besseren Schadstoffbilanz ein Gewinn für die Umwelt und wegen der geringeren Lärmbelastung ein plus für die Menschen“, sagt Schultz, „Leider waren damals aus Kostengründen die anderen Parteien gegen diesen Weg. Die Folgen haben nun die Menschen zu tragen, die in diesem Bereich wohnen.“
    In dem Schreiben, dass sie zusammen mit dieser Pressemitteilung erhalten, geht Schultz noch auf weitere Aspekte ein. So hat DIE LINKE mit Freude die Aktivitäten in Sasserath zur Gestaltung des Dorfplatzes und der weiteren Nutzung der alten Schule zur Kenntnis genommen. Dazu schlägt die Partei vor, Mittel aus dem Haushaltstitel für das Jahr 2014 „Wohnumfeldverbesserung bei bürgerschaftlichem Engagement“ zu beantragen.

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