40 Jahre und kein bisschen ratlos

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Gladbachs Arbeitslosenzentrum feierte mit vielen Gästen – und macht sich Sorgen um die Zukunft 

Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) machte bei der Jubiläumsfeier „40 Jahre Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach“ (ALZ) sehr deutlich, wie notwendig die Arbeit des Zentrums ist. Viele Menschen feierten den „Geburtstag“ im und am ALZ-Haus Lüpertzender Straße 69. Das Wetter gratulierte eher trocken. Was soll’s: Der Wolkenhimmel war meist grau, es regnete aber nicht. 

Heinrichs betonte, die Stadtmitte-Einrichtung müsse sich nicht verstecken. Im Gegenteil – hier nehme man hilfsbedürftige Menschen an die Hand und führe sie zurück in die Gesellschaft. Wegen zahlreicher anderer Termine schaute der SPD-Politiker nur kurz vorbei. 

Zur Livemusik der Akustik-Blues-Band „Hier geht was“ kam schnell Stimmung auf. Band-Mitglied Arnold Küsters: „Als ihr bei uns angefragt habt, haben wir sofort Ja gesagt.“ Stephan Schwiers, Küsters, Manna Meurer und Dirk Rütten spielten auf dem Rasen vorm ALZ-Haus. Die Gruppe hat sich Songs mit deutschen Texten verschrieben – nicht nur aus Mennrath-Hött. Für die rund 150 Gäste waren draußen Biertische und Bänke aufgestellt worden, drinnen gab es ebenfalls ausreichende Sitz-Tisch-Möglichkeiten zum Plausch. Und zum Genuss von Kuchenbüffet, Suppe, Brot und alkoholfreien Getränken, die die Oettinger-Brauerei zur Verfügung stellte. „Unser kleines Küchenteam um Ella Heiniz hat hier wieder richtig toll gezaubert“, strahlte Interimsleiter Karl Sasserath. Vorstandsmitglied Dietmar Jung dankte bei der Begrüßung der Gäste, darunter Vertreter von FDP, Bündnis-Grünen, SPD, CDU, Wohlfahrtsverbänden und Kirchen, dann auch den MitarbeiterInnen: „Ohne Euch wäre das hier überhaupt nicht möglich.“ 

Keine einsamen Runden drehte Ulrike Göttlich, Mitglied im ALZ. Das vom Volksverein spendierte Glücksrad lief unter ihrer Aufsicht förmlich heiss, schließlich gab es viele praktische Sachen zu gewinnen. Eine ältere Dame mit Mini-Rente, die regelmäßig im ALZ zu Mittag isst und das Begegnungsangebot nutzt, war regelrecht aus dem Häuschen. Lachend hielt sie ihren Hauptgewinn (Alu-Trinkflasche) in die Höhe: „Die kann ich so gut brauchen.“ Die Stadtsparkasse hatte Rucksäcke, Trinkflaschen, Handy-Halter fürs Fahrrad etc. zur Verfügung gestellt, aus Neuwerk kam Süßes im Glas von Mühlhäuser. 

In die Welt der Feen und Ritter begaben sich die kleinen Besucher beim Kinderschminken. An Infoständen wurde über das Programm „Gesund leben im Quartier“ des Arbeitslosenzentrums und seine weiteren Angebote informiert. Einige Fragen gab es auch zum Skulpturen-Ensemble der Neuen Auftraggeber hinter dem ALZ zum neu gestalteten Jonas-Park. Hier sind die Fundamente gelegt. Am Stand mit detailreichen Flyern stand u.a. Kathrin Jentjes (Neue Auftraggeber) Rede und Antwort. 

Natürlich redeten vor allem die ALZ-Besucher und -Ratsuchenden darüber, wie es mit der Einrichtung weitergeht. Dietmar Jung sagte dazu: „Ohne weitere finanzielle Hilfe der Stadt ist unser Zentrum gefährdet.“ Hier habe die Politik eine Fürsorgepflicht gegenüber den vielen armen Menschen in unserer Stadt. 

Das ALZ ist aus einer Selbsthilfegruppe entstanden. Beratung, Begegnung und preiswerter Mittagstisch prägen die alltägliche Arbeit. Derzeit kommen immer mehr Personen und bitten um Rat und Hilfe. Sie sind betroffen von Job-Verlust, Stromsperren, für sie extrem hohen Lebensmittelpreisen und Willkür am Arbeitsplatz. 

Mehr unter www.arbeitslosenzentrum-mg.de