Glyphosat und Gülle – alles wie gehabt

Oben hui, unten pfui? Ja, das passt auf unseren Umgang mit unserer Landwirtschaft.
Wir lassen es zu, die Landwirte dürfen weiter ihre Felder düngen wie sie es für angebracht halten.
Da verurteilt der Europäische Gerichtshof die Bundesrepublik aufgrund der Verletzung der europäischen Nitratrichtlinie. Die Äcker werden alljährlich so stark mit Gülle gedüngt, dass unser Grundwasser zuviel des den Menschen krank machenden Nitrats aufweist. Das wiederum muß die NEW aus dem Trinkwasser kostenaufwendig herausfiltern, der Niersverband beklagt seit Jahren bei jeder Gelegenheit die zu hohen Werte im Abwasser, das in die Kläranlagen kommt.
Fast gleichzeitig wird der Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden (Unkrautvernichtungsmittel) bundesweit diskutiert mit dem Ergebnis, in Mönchengladbach scheint alles in bester Ordnung. Das Glyphosat darf durch die Landwirte weiter ohne Einschränkung genutzt und eingesetzt werden, trotz aller Mahnungen der Wissenschaft vor den gesundheitlichen Gefahren für den Menschen (Krebserregung).
Vor diesem Hintergrund habe ich die Sitzung des Umweltausschusses in dieser Woche betrachtet.
Ulrich Timmer, Geschäftsführer einer Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW, war eingeladen, einen mündlichen Bericht über den Einsatz von Glyphosat auf landwirtschaftlichen Flächen zu geben.
Auffallend war die absolute Harmonie zwischen CDU-Politik und Bauern-Vertreter.
Timmer konnte unwidersprochen die wirtschaftliche Betrachtung des Gifteinsatzes als Credo darstellen. Nur so sind nach Meinung des Herrn Timmer die Landwirte dazu zu motivieren, weiterhin als Bauern tätig zu sein.
Übrigens: Ulrich Timmer mag es nicht, wenn von Herbiziden oder Unkrautvernichtungsmittel gesprochen wird, er plädiert für die Bezeichnung „Pflanzenschutzmittel“. Wird es dadurch gesundheitsfördernd? Schützt es den Menschen?
Umweltdezernent Dr. Bonin ergriff nicht das Wort, er schien zufrieden.
Fazit: Mönchengladbacher Politik und Verwaltung unternimmt nichts greifbares.

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