Akutkrankenhäuser erhalten euregionales Qualitätssiegel (EQS) der Stufe 3

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In der Euregio Rhein-Maas-Nord gehen Krankenhäuser und weitere Partner gezielt gegen multiresistente Erreger (MRE) vor, um die Sicherheit ihrer Patienten zu erhöhen.

Dem Kampf gegen den Methicillin-Resistenten- Staphylococcus-Aureus (MRSA), gegen Extended-Spectrum-Beta-Lactamasen (ESBL), Vancomycin-Resistente Enterokokken (VRE ) und andere antibiotikaresistente Keime haben sich auch die Mönchengladbacher Krankenhausträger erfolgreich gestellt.

Inzwischen erfüllen die Mönchengladbacher Akut-Krankenhäuser, die neben niedergelassenen Ärzten eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung antibiotikaresistenter Keime einnehmen, alle Anforderungen der Stufe 3 des euregionalen Qualitätssiegels, das vom EurSafety Health-Net vergeben wird. Mönchengladbachs Gesundheitsdezernentin Dörte Schall hat Vertretern der Krankenhäuser heute (18. März) die Zertifikate überreicht. Außerdem wurde das Zertifikat (Stufe 2) der Gemeinschaftspraxis für Gefäßmedizin am Bethesda verlängert, da für niedergelassene Ärzte ein Siegel der Stufe 3 bisher nicht vorgesehen ist.

Die medizinischen Einrichtungen arbeiten mit dem Fachbereich Gesundheit bereits seit 2010 am „Runden Tisch MRE“ zusammen und haben schon 2012 die hohen Qualitätskriterien für das Euregionale Qualitäts-und Transparenzsiegel der Stufe 1 (MRSA Prävention) erfüllt. Einig sind sich alle Beteiligten, dass MRE weiterhin ein erhebliches Risikopotential bergen und die Arbeit im Netzwerk und beim Runden Tisch weitergehen soll.

„Es drohen dramatische Konsequenzen, wenn Antibiotika nicht mehr wirken sollten. Erste Erfolge wie etwa der Rückgang von MRSA-Infektionen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sowohl auf nationaler wie auch internationaler Ebene weitere Anstrengungen von Nöten sind. Es ist unerlässlich, die Schaffung klarer Regeln für den Einsatz von Antibiotika in der Medizin als auch in der Tierhaltung voranzutreiben“, betont Mönchengladbachs Beigeordnete Dörte Schall.

Hintergrund und Bedeutung der Zertifizierung

Der EurSafety Qualitätsverbund ist ein Kooperationsnetzwerk, das Qualitätsziele erarbeitet. Insgesamt gibt es fünf euregionale Qualitätssiegel-Stufen, in den Bereichen: MRSA-Prävention, andere multiresistente Erreger und Antibiotikatherapie (z. B. ESBL, VRE), Hygienestrukturen und Hygienefachpersonal, Transmurale Versorgung, Community Health Care.

Die Qualitätsziele umfassen die Bereiche Prävention (unter anderem Umsetzung von Hygienemaßnahmen, kontrollierte Antibiotikabgabe, Isolation möglicher MRSA-Träger und mit MRSA-Infizierten), Surveillance (frühzeitige labordiagnostische Identifizierung von Trägern mittels Eingangsscreenings der Risikopatienten, Typisierung von MRSA, um Transmissionsketten zu erkennen und einen Überblick über Verbreitungsdynamik und –persistenz am Patienten zu gewinnen), der Therapie und der Sanierung (der infizierten bzw. kolonisierten Personen während und auch nach stationärem Aufenthalt), der Aufklärung und der Fortbildung (z. B. Aufklärung der Bevölkerung und Fortbildung von Personal im Gesundheitswesen) und der regionalen Zusammenarbeit (d. i. regionale und sektorenübergreifende) Zusammenarbeit mit anderen Krankenhäusern, den Gesundheitsämtern usw. und der Umsetzung von bestehenden Richtlinien und Empfehlungen.

Die Siegel sind jeweils 2 Jahre gültig und bauen inhaltlich aufeinander auf, so dass die Siegel in festgelegter Reihenfolge und nur sukzessive erlangt werden können.

Siegelstufe 1 Schwerpunkt auf MRSA Prävention und Netzwerkbildung,-

Siegelstufe 2 Schwerpunkt: MRE-Prävention und dem rationalen Gebrauch von Antibiotika,

Siegelstufe 3 Schwerpunkt auf Verstetigung der Siegelstufen 1 und 2 und Hygienefachpersonal

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