„Brexit – ein Weg nach Nirgendwo“

Thomas Stehling; Foto: CDU

Was bedeutet der Brexit für die Briten?
Was bedeutet er für die Europäische Union?
Und würden sich die Briten heute wieder genauso entscheiden, wie bei der Volksabstimmung im Juni 2016?

„Nach aktuellen Umfragen würde eine erneute Abstimmung in Großbritannien vermutlich nichts ändern“, erläutert Thomas Stehling, Referent des Abends. Als langjähriger Leiter der Konrad Adenauer Stiftung in London mit engen Kontakten zur dortigen Regierungspartei beobachtet er die Geschehnisse in London mit besonderem Augenmerk. „Großbritannien wird es wirtschaftlich sehr schwer haben“, resümierte er dann auch. „Mit Zöllen und erheblichem Bürokratieaufwand für Aus- und Einfuhr von Waren werden die Briten wirtschaftlich schwere Lasten zu tragen haben. Aber dennoch würden viele weiterhin für einen Brexit stimmen“, so Stehling weiter.

Für Dr. Günter Krings, Kreisvorsitzender der CDU Mönchengladbach und Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium zeigt dies, dass Volksentscheide nicht das richtige Mittel für zentrale nationale Fragen sind. „Wenn solche Entscheidungen von gewählten Volksvertretern getroffen werden, dann ist das Volk wenigstens in der Lage im Nachhinein jemanden zur Verantwortung zu ziehen. Abgeordnete müssen außerdem nach Kompromissen suchen, während Volksabstimmungen polarisieren und wie jetzt in England ein Volk zerreißen können“, so Krings. In der anschließenden Diskussionsrunde, die von Anja Ingenrieth, der Leiterin des Telekom-Büros in Brüssel geleitet wurde, sind die Teilnehmer sich auch schnell einig, dass die EU auch manche für die Bürger nur schwer nachvollziehbaren Entscheidungen getroffen hat. „Wenn der Eindruck entsteht, Europa kümmere sich vorwiegend um Fragen, wie die richtige Krümmung von Gurken , dann gefährdet das die Akzeptanz der EU“, so Ingenrieth. Und dann haben es Populisten leicht einen Austritt aus der EU zu fordern. „Wir sollten deshalb nicht nur im Europawahlkampf immer wieder die Vorteile herausstellen, die wir als Mitglied der EU haben. Die EU ist nicht nur ein großes und erfolgreiches Friedensprojekt. Nur im gemeinsamen Europa können wir in der Weltwirtschaft erfolgreich bleiben und verhindern, dass die Regeln des für den Handel nur noch anderswo auf der Welt gemacht werden “, so Krings abschließend.

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