OB Reiners: Der öffentlich geförderte Breitbandausbau beginnt – für ausgesuchte Adressen

Der Startschuss: Gemeinsam mit Peter Kamphuis von Deutsche Glasfaser (li.) informierte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners über den Breitbandausbau in Mönchengladbach

Insgesamt 909 unterversorgte Adressen, darunter Privathaushalte, Gewerbebetriebe und Institutionen, erhalten einen zukunftsfähigen Glasfaseranschluss.

Im Gegensatz zu kupferbasierten Anschlüssen gibt es bei reinen Glasfaseranschlüssen keine Geschwindigkeitsbegrenzung. „Der reine Glasfaseranschluss bis ins Haus ist Voraussetzung, um heute und in Zukunft alle Annehmlichkeiten und Möglichkeiten des digitalen Zeitalters nutzen zu können. Wir haben jetzt die Möglichkeit, mit einem Förderprojekt die unterversorgten Haushalte an das Zukunftsnetz anschließen zu können, damit diese nicht abgehängt werden“, erklärt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

Deutsche Glasfaser hat in einem europaweiten Vergabeverfahren das wirtschaftlichste Angebot abgegeben und den Zuschlag erhalten. Das Unternehmen baut in Mönchengladbach bereits privatwirtschaftlich rund 8.500 Anschlüsse für Privatkunden und 650 Unternehmen in Gewerbegebieten.
In den kommenden Monaten werden über eine Strecke von mehr als 160 Kilometern Glasfaserkabel verlegt. „Wir freuen uns, dass wir bei einem weiteren europaweiten Ausschreibungsverfahren überzeugen konnten“, sagt Deutsche Glasfaser-Geschäftsführer Peter Kamphuis. „Wir bedanken uns herzlich für das Vertrauen aller Beteiligten. Es motiviert uns, Mönchengladbach gemeinsam fit für die digitale Zukunft zu machen.“ In einem entsprechenden Anschreiben wurden die betroffenen Haushalte bereits über den kostenfreien Anschluss informiert.

Gefördert werden Gebiete mit einer Unterversorgung von weniger als 30 Mbit/s im Download. Da ein solcher Netzausbau für Mönchengladbach und viele anderen Kommunen und Gemeinden aus eigener Kraft finanziell kaum zu leisten ist, haben die Bundes- und Landesregierung Fördermittel zur Verfügung gestellt. Die Fördersumme beträgt rund 7,4 Millionen Euro. 50 Prozent der Finanzierung übernimmt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), den anderen Teil stellt das Land Nordrhein-Westfalen über das Wirtschaftsministerium (MWIDE) zur Verfügung. Das BMVI hat die atene KOM GmbH als Projektträger für die Durchführung des Bundesförderprogramms zur Unterstützung des Breitbandausbaus in Deutschland verpflichtet.

Der Ausbau einer komplett neuen Glasfaser-Infrastruktur ist ein großes Bauprojekt, das mit viel Koordinationsaufwand und Detailplanung verbunden ist. Mindestens genauso aufwendig sind die Ausbauarbeiten.

Die unterversorgten Adressen sind im gesamten Stadtgebiet verteilt.

Entlang der Trassen wird es daher in den nächsten Monaten zu temporären Verkehrseinschränkungen kommen. Die Verlegung erfolgt meistens effizient in Gehwegen oder Randbereichen“, erklärt Mönchengladbachs Breitbandkoordinator Benjamin Schmidt.
Peter Kamphuis von Deutsche Glasfaser ergänzt: „Innerorts favorisieren wir die Verlegung im gepflasterten Bereich. Hierbei können Baufortschritte von mehreren hundert Metern pro Tag erreicht werden. Um lange Baustellenzeiten in Ausbaugebieten zu vermeiden, werden die Straßen nach dem Verlegen des Glasfaserkabels zunächst provisorisch geschlossen, damit sie schnell wieder befahrbar sind.“ Sobald der Ausbau in einem Gebiet vollständig abgeschlossen ist, werden die Fahrbahnen ordnungsgemäß wiederhergestellt und offiziell abgenommen. Dieses bewährte Vorgehen ermöglicht den effizienten, schnellen Ausbau des Glasfasernetzes. Nach Erteilung der erforderlichen Genehmigungen soll in einigen Wochen der Spatenstich erfolgen. Die Baumaßnahmen werden auch noch im nächsten Jahr andauern.

Weitere Infos sowie Fragen und Antworten zur Breitbandförderung gibt es auf der städtischen Website unter www.stadtmg.de/breitband, auf der auch eine Karte mit den betroffenen Adressen einsehbar ist. Auch Bürgerinnen und Bürger, die im Rahmen der Förderung nicht angeschrieben wurden, finden entsprechende Links zu Anbietern, über welche die aktuelle Anbindung und verfügbare Bandbreiten geprüft werden können.

Gemäß den Förderrichtlinien des Bundes sind Haushalte nicht förderfähig, die sich im Nahbereich der Deutschen Telekom befinden, da diese in nächster Zeit verpflichtend aufgerüstet werden. Auch die Haushalte, die an das TV-Kabelnetz von Unitymedia angeschlossen sind und über diesen Anbieter versorgt werden können, gehören nicht dazu.

„Die Fördermittel von Bund und Land dürfen ausschließlich zur Erschließung der unterversorgten Adressen genutzt werden, anderenfalls würde das gesamte Förderprojekt gefährdet“, so Schmidt.

Neben dem geförderten Ausbau hat Deutsche Glasfaser in den vergangenen Monaten privatwirtschaftlich rund 8.500 FTTH-Anschlüsse für Privatkunden realisiert. „Zusammen mit Gewerbegebietsprojekten und dem geförderten Ausbau bauen wir somit mehr als 10.000 reine Glasfaseranschlüsse für Mönchengladbach“, sagt Deutsche Glasfaser Geschäftsführer Peter Kamphuis. „Das Beispiel Mönchengladbach zeigt, wie der schnelle privatwirtschaftliche Ausbau mit dem geförderten Netzausbau klug aufeinander abgestimmt werden kann.“

4 Kommentare zu "OB Reiners: Der öffentlich geförderte Breitbandausbau beginnt – für ausgesuchte Adressen"

  1. Wolfgang Federowitz | 28. Mai 2019 um 16:33 | Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Kurz gesagt, das womit die Deutsche Glasfaser glänzt sind u.a.unzuverlässige, schlampige katastrophale Baumaßnahmen mit teilweise unfähigem Personal respektive die mit dafür verantwortlichen Personen.

    Beschädigungen an angrenzende Grundstücke sind an der Tagesordnung und niemand trägt dafür die Verantwortung. Es ist eine Zumutung sondergleichen.

    Bürgermeister Herr Reiners sollte sich mal persönlich darum kümmern das die Stadt Mönchengladbach nicht durch
    Größenwahn glänzt sondern sich die Infrastruktur mal zu Gemüte ziehen und um Dinge kümmern die wichtig sind.

    Ich erinnere an einen Artikel aus einem Leserbrief.
    “ Mönchengladbach wird wohl die erste Baumfreie Stadt werden. “

    Mit freundlichen Grüßen

    Wolfgang Federowitz

  2. Internetnutzer | 16. Mai 2019 um 18:39 | Antworten

    „Der reine Glasfaseranschluss bis ins Haus ist Voraussetzung, um heute und in Zukunft alle Annehmlichkeiten und Möglichkeiten des digitalen Zeitalters nutzen zu können,“ erklärt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

    Welche Erkenntnis und welcher Hohn zugleich, Herr Reiners.
    Habe mir die Karte mit den 909 Anschlüssen mal angeschaut. Wäre ja interessant zu erfahren, wer in den Genuss der Bundesförderung kommt.
    Welche konkreten Kriterien wurden von wem angelegt und wer hat Entscheidungen getroffen? Wurden alle Haushalte betrachtet oder nach Wichtigkeit, Parteizugehörigkeit, nach Gutdünken entschieden?
    Seit Jahren wirt mit immer neuen Versprechungen gearbeitet, die meisten wurden nicht eingehalten, auch nicht die der Deutschen Glasfaser. Die Stadttochter NEW war ebenso mal im Boot und hat kalte Füße bekommen als sie merkte dass nur heiße Luft verbreitet wurde. Und die Ausführungen der WFMG kann man gleich in die Tonne drücken, Phrasen…

    • Was für ein Versprechen hat die Deutsche Glasfaser denn nicht eingehalten?

      Sie hat, auf eigene Kosten, investiert. Bis jetzt ist noch nicht ein Cent an Fördermitteln geflossen.
      Das vor dem Bau der Leitungsanlagen eine Bedarfsabfrage gelaufen ist und diese mit gewissen Grundbedingungen erfüllt werden musste sollte auch jedem klar sein. Das sich Außenbereiche, die nicht von der Telekom mit schnellen Leitungen abgedeckt sind, entschieden haben keinen, in dem Moment kostenfrei, Hausanschluss zu nehmen ist nicht politische Schuld. Das sind die Leute schuld die denken „wozu brauche ich das (noch)“! Das sind die viele älteren (sorry) „Technikverweigerer“ die die Modernisierung der zum Teil 80 Jahre alten Telekominfrastruktur verhindern. Und selbst die sogenannte Hybridinfrastruktur der Telekom ist ein instabiler Mist – ich musste den Dreck 2 Jahre lang nutzen.
      Ich bin froh das in unserem Dorf eine, wenn auch knappe, Erfüllung der Anschlußmenge erfolgt ist. Seit gut 1,5 Jahren, im übrigen mit der NVV als Provider, gab es keinerlei signifikante Probleme mit der Glasfaser.

      Ach ja, seit dem die deutsche Glasfaser die Außengebiete anschließt bzw. angeschlossen hat buddelt die Telekom an allen Ecken und kannten um ggf. verlorenes aufzuholen. Das gab es sonst nur in den beiden Stadtgebieten.

      Und welche 909 Anschlüsse gefördert werden ist mir in dieser Hinsicht „Pupsegal“ da sich die Mischkalkulation der Deutschen Glasfaser rechnen muss, und da waren alle neuen Anschlüsse kostenfrei – zum Teil gibt es auch heute noch Kostenfreie wenn genügend Reservekapazitäten direkt am Haus vorbeilaufen. Und ich gehe davon aus das es sich bei den Anschlüssen um Bewerber in vorherigen Ausbauabfragen handelt die nicht zum Zuge gekommen sind und die mit relativ kostengünstigen Anbindungen versorgt werden können, ansonsten könnten mit den geringen Fördermitteln maximal 100 Anschlüsse erstellt werden.

      Nur auf den OB, auch wenn ich sein Wirken nicht schätze, einzuprügeln ist hier falsch. Den Pressetermin musste unter Garantie von oben angeordnet genommen werden.

  3. Winfried Jachom | 16. Mai 2019 um 14:54 | Antworten

    Weder die Stadt MG noch der Fördergeber haben Applaus verdient. Diese Art zwingt die Leute, einen Vertrag mit einem bestimmten Anbieter zu machen. In meinem Fall bin ich also auf die Telekom angewiesen.
    Was das mit „Markt und Wahl“ zu tun hat, soll mir Herr Reiners mal erklären.
    Die Alternative, raus aus den digitalen Medien, gibt es nicht wirklich.
    Also Zwangswirtschaft. Tolles Europa, Deutschland die Digitalwüste kommt nicht vom Fleck.

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