Ein Leben für krebskranke Kinder

Im Gespräch beim Talk „Mönchengladbacher Gesichter“: Marlene Merhar, Vorsitzende des Fördervereins für krebskranke Kinder Köln, und Journalist Kaspar Müller-Bringmann. Foto: Carsten Preis

Ein ernstes Thema und trotzdem ein heiterer Talk – das gab es jetzt im St. Kamillus Kolumbarium. Zu Gast war die Mönchengladbacherin Marlene Merhar, Vorsitzende des Fördervereins für krebskranke Kinder in Köln und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Im Gespräch mit dem Journalisten Kaspar Müller-Bringmann sprach die 72-Jährige in der Reihe „Mönchengladbacher Gesichter“ über ihre Arbeit, eine lebensverändernde Erfahrung und freundschaftliche Sticheleien mit den Menschen in Köln. Dass die Inhalte bei den Besuchern gut ankamen, dafür sorgte eine neue Ton- und Lichtanlage im Kolumbarium.

Ein schwerer Schicksalsschlag motivierte die Wickratherin Marlene Merhar vor 28 Jahren zu ihrem Engagement: Sie verlor ihren erst zwölfjährigen Sohn Frederik durch einen Gehirntumor. Die Leidensphase öffnete ihr Bewusstsein für das Thema krebskranke Kinder und deren Angehörige. „Ich wollte anderen Eltern in ähnlichen Situationen helfen“, erklärt sie ihre Beweggründe für den Eintritt in den kurz zuvor gegründeten Verein.

Der Förderverein setzt sich dafür ein, die Lebensumstände der erkrankten Kindern, seiner Eltern und Geschwister zu verbessern. Zentral sei dabei das 1998 gebaute Elternhaus auf dem Gebiet der Universitätsklinik Köln. „Es ist Anlaufstation, Ort der Kommunikation und Begegnung“, erläuterte Merhar, die seit 2006 den Vorsitz des Vereins innehat.

Seitdem sind ihr die Mitarbeiter, Betroffenen und die Menschen in der Domstadt ans Herz gewachsen. Die Kölner seien freundlich, herzlich, aber manchmal allein schon von der Aussprache her nicht zu verstehen, frotzelte Merhar.

Ein weiteres Anliegen des Fördervereins ist auch, die Krebsforschung voranzutreiben. Seit 2016 unterstützt er diese durch eine Stiftungsprofessur und gibt dafür 500.000 Euro in fünf Jahren aus. Dass es große Fortschritte bei der Behandlung von Krebs gebe, zeige sich deutlich, so Merhar. Heute überlebten 80 Prozent der erkrankten Kinder. Ihr größtes Ziel, wenn Sie einmal den Vorsitz abgibt: „Dass die Arbeit weitergeht“, betonte die 72-Jährige. Ihr Nachfolger müsse für die Aufgabe genauso brennen, wie sie selbst. „Aber da haben wir schon ein paar Kandidaten im Verein“, so Merhar.

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