Einladung beim Bundespräsident. Maria Groß, Chef de Cuisine im Restaurant „Bachstelze“ / Erfurt

Um „Erfolgsrezepte in Ost und West“ geht es am 5. November im Schloss Bellevue. Ein Gespräch zwischen Maria Groß und Ali Haydar Güngörmüş, moderiert von dem Journalisten  Jörg Thadeusz, soll unterschiedliche „Erfolgsrezepte“ aufzeigen.

Im übertragenen Sinn ist das Kochtalent Maria Groß selbst ein „Erfolgsrezept“. Als „Maria Ostzone“ charakterisiert sie sich und demonstriert ein Lebensgefühl, das Unkompliziertheit, Innovation und Qualität ausdrückt. Dieses Verständnis von Leben und Beruf verrät, warum sie der Bundespräsident zu der Thematik eingeladen hat.

Während ihres anfänglichen Philosophie- und Germanistik-Studiums sei sie zufällig zum „Kochen“ gekommen und habe darin ihre eigentliche Passion entdeckt, sagt sie. In einem Restaurant am Berliner Gendarmenmarkt ließ sie sich zur Köchin ausbilden. Anschließend sammelte sie Berufserfahrungen in kleinen Berliner Küchen sowie in renommierten Restaurants mit Abstechern nach NRW und in die Schweiz.

2013 wurde sie mit einem „Michelin-Stern“ ausgezeichnet. Jüngste deutsche Sterneköchin. Ihr Kommentar dazu: „Den Stern gibts nur mit Teamgeist, den muss man teilen.“ Zwei Jahre danach eröffnete sie mit Ehemann Matthias Steube in Erfurt die „Bachstelze“. Ein kulinarisches Refugium.

Kulinarischer Genuss bedeute für sie Kultur, Kommunikation, Austausch. Dazu gehöre einfache Kost ebenso wie die „Nouvelle cuisine“. “Man kann bei uns Wohlfühl-Ambiente erleben.“ Die Bachstelze sei eine „Kombination aus Küche und Kneipe“ und sie „Kneiperin und Köchin in Personalunion“. Ein nicht alltägliches Restaurant- und Sterne-Köchin-Verständnis.

Sie bewies Mut, „anders“ als andere zu sein, vielleicht selbstbescheidener als manche Kollegen. Ihren Michelin-Stern gab sie wieder ab. Sie wollte sich nicht unentwegt als gestresste „Köchin unter Dampf“ setzen und stetem Erfolgs-Druck von außen ausgesetzt sein. „Kreative Freiheiten“ brauche sie, sagte sie.

Die von ihr prädestinierte „qualitative Heimatküche Thüringen“ komme ohne „Sterne“ aus. „Thüringen und seine Bewohner haben uns ein Zuhause geschenkt, auf das wir stolz sind.“ An anderer Stelle fügt sie hinzu „Wir machen kein Schicki-Micki, sondern überlegen, wie wir aus den drei Zutaten, die noch im Kühlschrank sind, ein gutes Essen zustande bringen, ohne Frau Knorr bemühen zu müssen.“ „Wir lassen uns nicht vom Markt leiten und treiben.“ Eine Sterne-Köchin, die gegen den Strom schwimmt bzw. kocht

Bodenständige, anspruchsvolle Gerichte zaubert sie auf die Teller der Gäste. Dem widerspricht nicht, dass sie daheim „nicht so gern hinter dem Herd steht“. Manchmal gebe es nur Brot mit Käse. Stattdessen bevorzuge sie, irgendwo essen zu gehen und sich verwöhnen zu lassen. Von welchem „Starkoch“ hat man schon einmal ein solches Bekenntnis vernommen?

Was sie von den Kochsendungen halte, die über die Bildschirme flimmern, fragte man sie. Sie besitze keinen Fernseher, antwortete sie. „Die Leute sollen weg von der Glotze kommen und selber kochen. Das lernt man nicht von Shows.“ Sympathische Maria Groß. „Erfolgsrezept Ost“. Ich freue mich, sie im „Bellevue“ kennenlernen zu dürfen.

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