Auf dem Weg zum OB-Kandidaten: Frank Boss, CDU

Was treibt ihn an, warum will er sein funktionierendes Amt als Landtagsabgeordneter verlassen, welche Ziele hat er?

Wir haben uns in seinem Bürgerbüro in Rheydt getroffen. Ein zentralgelegenes Ladenlokal in der Fußgängerzone als Anlaufstelle für die Bürger.
Ich will mir Klarheit verschaffen über die Beweggründe, die zu dieser Kandidatur führten. Frank Boss ist bereit, mir diese Klarheit zu verschaffen.

Nach meiner Eingangsfrage: „Wann sind Sie auf die Idee gekommen, sich als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters zu bewerben,“ erfahre ich umfassend seine Geschichte.

Frank Boss: „Vor circa einem halben Jahr erklärte Oberbürgermeister Reiners, dass er nicht mehr für dieses Amt kandidieren werde.
Gemeinsam haben wir uns im CDU-Parteivorstand des Kreisverbandes zusammengesetzt und uns mit Blick auf die Kommunalwahlen im kommenden Jahr beraten und die Lage sondiert. Hinzukamen die zahlreichen Fragen aus der Öffentlichkeit, wie: Was macht ihr denn jetzt? Welche Ideen habt ihr?
Es galt zunächst, viele offene Fragen zu beantworten. Haben wir geeignete Persönlichkeiten, die in der Lage sind das Amt des Oberbürgermeisters ausführen zu können? Auch die eigene Person wurde beleuchtet.

Und so musste ich erst einmal mich selbst hinterfragen: Kann ich das überhaupt, was da auf mich zukommen würde? Kann ich einen Mehrwert für diese Stadt und diese Bürger mitschaffen und mitgestalten, damit diese davon profitieren? Schließlich ist das in meinen Augen ja der Auftrag.
Als OB ist man Politiker, man ist auch Verwaltungschef und Chef von 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Ist man zudem auch bereit die repräsentativen Pflichten, die ebenso zum Amt gehören, zu erfüllen? Oder will man nicht lieber da bleiben wo man ist?
Und zum Schluss stellt sich auch noch die Frage nach der monetären Betrachtung, das will ich nicht verhehlen.
Und so sind wir in der Partei und ich für mich selbst mit vielen Fragen umgegangen.

Aus meiner Sicht ist jedoch die wichtigste Frage: Hat diejenige oder derjenige, der antritt, das Potential Verwaltungschef und Chef des Stadtrates zu sein?
Bringt diese Persönlichkeit die Leidenschaft, den Willen und das Herz für diese Stadt mit, um Dinge zu bewegen und „brennt“ sie für diese Stadt, damit unsere Stadt weiter vorankommt? Und wenn ja, wie könnte das denn aussehen?

Wenn man das in einer Runde von Parteifreunden diskutiert, dann fängt man an zu sondieren, dann schaut man schon genau hin, wen haben wir denn. Und wenn dann die Medien auch noch Namen transportieren und immer wiederholen, dann sind diese Namen, ob sie wollen oder nicht, zunächst einmal in der Öffentlichkeit.

Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ich erkläre bereits am ersten Tag, ich mache es nicht. Oder man lässt es erst einmal sacken.
Für mich als politisch handelnder Mensch, der so lange dabei und in Funktion ist, war es der zweite Weg, der aus meiner Sicht seriös und richtig ist.
Schließlich haben wir im Familien- und Freundeskreis viel diskutiert.

Obwohl ich zuvor noch nie etwas zu meiner Entscheidung gesagt hatte, wurde bereits in der Öffentlichkeit transportiert: das ist einer derjenigen, der es machen könnte und sollte.  

Auch aus der Wirtschaft kamen Äußerungen, dass wenn man sich das Portfolio an namentlichen Nennungen anschaue, ich die Person sei, die es machen sollte.  
Da kommen Meinungen aus der Partei. Da kommen Meinungen von außen, aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen; das kann man nicht einfach beiseiteschieben und sagen, das interessiert mich alles nicht.

Immer wieder habe ich mit Freunden gesprochen: Kann ich das? Das ist die entscheidende Frage für mich. Wie sehe ich das selbst? Heute ist meine Antwort: Ja, das kann ich. Ich möchte auch erklären, warum ich das kann:
Unter anderem weil ich 25 Jahre für den Landschaftsverband Rheinland (LVR) an der Spitze des Verbandes gearbeitet habe. Der LVR ist eine öffentlich-rechtliche Einrichtung mit 19.000 Mitarbeitern; rheinlandweit verteilt. Mit einem Etat von ca. fünf Milliarden. Der LVR leistet eine tolle Arbeit für die Menschen in unserer Region.

Ich habe dort an der politischen Spitze und als Geschäftsführer meiner Fraktion mit Verwaltung gearbeitet und sie gesteuert und kontrolliert.
Aufgrund dieser Erfahrung sehe ich mich in der Lage, die Verwaltung in Mönchengladbach von ca. 3.000 Beschäftigten, die ihre tägliche Arbeit zum Wohle der Menschen in unserer Stadt leisten, führen zu können.
Ja, davon bin ich überzeugt, dass ich das kann. An dieser Stelle bin ich der Richtige.

Hinsichtlich der Fragestellung, ob ich Politik kann, muss ich nicht lange überlegen: ja kann ich, da ich bereits seit über 25 Jahren dem Stadtrat als Mitglied des Rates angehöre. In meiner Tätigkeit als Landtagsabgeordneter mache ich eine Arbeit, die unendlich viel Spaß macht. Ich glaube auch sagen zu können, dass Jochen Klenner und ich hier an dieser Stelle eine sehr gute Zusammenarbeit insbesondere zum Wohle unserer Stadt leisten.
Aus zahlreichen Gesprächen höre ich heraus, dass das anscheinend auch in der Bevölkerung so ankommt.
Wir laden viele Minister in unsere Stadt ein, um auf Mönchengladbach und die Besonderheiten unserer Stadt aufmerksam zu machen. Wir setzen uns für Fördergelder ein, für die unterschiedlichsten Anliegen, und bauen für unsere Stadt die Brücken, die sie braucht, um auf landespolitischer Ebene gehört und beachtet zu werden. All das haben wir als unseren Auftrag verstanden.

Wichtig ist mir dabei die Begrifflichkeit des Brückenbauens. Das war auch einer der entscheidenden Gründe, bei denen ich gesagt habe, ja das kann ich.

Die Entscheidung für den Landtag zu kandidieren habe ich 2016 getroffen. 2017 war die Wahl. Da wusste noch keiner, dass unser OB Hans-Wilhelm Reiners nicht mehr kandidieren wird.
Aber mit der Entscheidung des OB kam für uns als CDU eine neue Situation hinzu, mit der wir umgehen mussten.
Jetzt stellte sich die Frage: Wir haben derzeit zwei Leute für die CDU im Landtag, plus einen Abgeordneten der FDP und einer der SPD. Damit sind insgesamt vier Abgeordnete aus Mönchengladbach. Das ist gut für unsere Stadt.

Wenn ich jetzt kandidiere und OB werde sollte, dann glaube ich, können an dieser Stelle noch mehr als bisher Brücken gebaut werden, weil bislang gute Voraussetzungen dafür geschaffen wurden. Mit den Möglichkeiten, die ich habe, den Kontakten und der Vernetzung kann es bei allem was zu tun ist hilfreich, sein diese für unsere Stadt zu nutzen. Das heißt: anklopfen, hingehen und erfolgreich agieren. Das kann ich. Ich kenne alle Nachbarstädte und ihre Hauptamtlichen; meine möglicherweise zukünftigen Kollegen. Viele Dinge sprechen dafür, dass eine Vernetzung unserer Stadt sehr guttut.

Das ist nur einer der Beweggründe. Ja, ich liebe meine Stadt. Ich bin hier geboren, und OB dieser Stadt zu sein bedeutet mir sehr viel. Die Zusammenarbeit mit den Menschen in der Verwaltung und in der Bevölkerung ist mir sehr wichtig. Ich muss unsere Verwaltung nicht neu erfinden. Sie macht gute Arbeit. Aber es gibt ja nichts, was man nicht noch verbessern kann. Das mit anzustoßen, mit anzutreiben, diese Stadt zu gestalten im Sinne der Bürgerschaft, das wäre eine tolle Aufgabe.“

MG-heute: Welche Funktionen müssten aufgegeben werden?

Frank Boss: „Alle meine Aufgaben und Funktionen, die ich bisher ausgeführt habe.
Es würden Lücken zurückbleiben, die erst einmal geschlossen werden müssen. Dies würde insbesondere bei meiner Funktion als Fraktionsgeschäftsführer beim LVR der Fall sein. Aber natürlich auch im Landtag. Ich bin mir allerdings sicher, dass meine eventuellen Nachfolger eine ebenso gute Arbeit leisten werden.

MG-heute: Wie sieht Ihr Umgang mit Angriffen in den Sozialen Medien auf Politiker aus?

Frank Boss: „In den Funktionen, in denen ich bisher arbeitete, konnte ich bislang  relativ ruhig arbeiten. Die Frage hat sich bislang nicht gestellt.

Mönchengladbach ist eine besondere Stadt. Wir sind zwar nicht Düsseldorf oder Köln, aber immerhin das Oberzentrum am linken Niederrhein. OB einer solchen Stadt zu sein, ist eine besondere Herausforderung. Ich glaube, wenn man redlich, fleißig und vernünftig arbeitet, dann kann man gegenüber der Öffentlichkeit – selbst wenn sie meine Arbeit als OB kritisch begleiten würden – Rede und Antwort stehen. Mit Kritik muss man auch umgehen könne, das ist klar.

Verantwortung übernehmen, zu Entscheidungen stehen und dann auch Rückgrat haben, wenn Dinge mal nicht gut laufen, gehört ebenso zur Arbeit eines Oberbürgermeisters. So gehört es auch dazu, dass man sich z.B. vor Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen muss, wenn man politische Entscheidungsprozesse anders sieht als andere. Dazu bin ich bereit. Ich bin jemand der sich immer noch mit Idealismus in der Politik bewegt, weil ich an das glaube was Politik tun sollte: sich für Menschen einsetzen. Das ist die höchste Antriebsfeder überhaupt. Allerdings auch insbesondere für Menschen, die sich eben nicht so gut helfen können. Der sogenannte „kleine Mann“ auf der Straße hat es verdient, die gleiche Wertschätzung zu bekommen wie der Industrielle. Punkt.

Und die Öffentlichkeitsarbeit, davor habe ich keine Scheu, die gehört zur Arbeit. Wenn es dann etwas unruhiger wird, ja, dann wird es auch spannender.“

MG-heute: Wie lange wollen Sie OB sein?

Frank Boss: „Man sollte da auf dem Boden bleiben. Stellen sie mir diese Frage doch noch einmal, sollte ich tatsächlich Oberbürgermeister werden. Ich möchte mich jetzt als Kandidat für die CDU aufstellen lassen.

Nach einer Zeit X können wir gerne das Thema neu besprechen.“

Am 16. November wird auf einem Nominierungsparteitag der CDU-Mönchengladbach über die Kandidatur entschieden.

12 Kommentare zu "Auf dem Weg zum OB-Kandidaten: Frank Boss, CDU"

  1. Sehr geehrter Herr Hertl, bei allem Verständnis für Ihre Situation, der Ausgangspunkt hier, ist die OB Wahl. Allerdings, wenn ich lese, daß Sie Herrn Breymann schon aus der Schulzeit so kennen, wie wir ihn erleben, verstärken sich meine Bauchschmerzen. Der nächste Prozess mit höchst brisantem Thema steht an. Wen wird er diesmal „über den Tisch ziehen“. Dem Vertrauen in seinen Berufsstand hat er deutlich geschadet. Aber zurück zu unserem OB Kandidaten Herrn Boss, den man leider nicht ohne seinem Helfer Breymann nennen kann. Brauchen wir einen OB, der die Existenz sozialer Ungleichheit ernsthaft bezweifelt? Kann so einer OB sein? Soll er sich doch mal mit Monika Bartsch unterhalten, die sein angestrebtes Amt bekleidet hat und die seit vielen Jahren die Möchengladbacher Tafel führt. Die kann ihm zu sozialer Ungleichheit was erzählen. Soll Boss sich doch die Schlangen an der Ausgabe der Tafel erst mal anschauen, bevor er seinen Mund unqualifiziert auftut. Wer sich die Mühe machen will, kann seine klare Aussge zum Thema immer noch unter dem „Kandidatencheck“ des WDR TV hören und sehen. In den Herren Heinrichs und Dr. Wolkowski finden wir sicherlich zwei gleichwertig potente Kandidaten. Frau Dauber hält sich offensichtlich ‚raus. Nur der liebe Gott weiß warum. Für die OB Wahl gilt für mich: Sie wissen hoffentlich. was sie tun.

  2. Herr Hertl, alle Achtung. Ich finde es mutig, sich in der Sache so offen zu äußern. Aber zu Ihrem Anliegen. Wer sagt denn, daß ehrlich ist, wo Breymann draufsteht? Wenn man verfolgt, wie er sich durch die lokalpolitische Landschaft schlängelt, dann ist schon schwer die Contenance zu bewahren. Daß dieser aufrechte Mann die Finger aus der Politik läßt, wird nicht passieren, wenn Frank Boss OB werden sollte. Da hat er einen, den er dorthin schieben kann, wo er ihn braucht. Ist doch bezeichnend genug, daß er in den eigenen Reihen angewiderte Gesichter und klar formulierte Ablehnung erlebt. Trotzdem, oder gerade deshalb, wird er ALLES tun, um sein „Mündel“ durchzuboxen. Herr Hertl, Ihnen alles Gute.

  3. Her Breymann, was erzählen Sie hier immer noch Unwahrheiten.Es wurde nur 1 „Heranwachsender“, wie Sie es nennen, befragt, und mit ganz übler Vorgehensweise Ihrerseits angegangen und „gegrillt“(Originalton Breymann).Alle anderen 3 Zeugen, darunter mein Sohn Niklas Hertl, wurden garnicht angehört, konnten also logischerweise auch nicht lügen. Herr Breymann, hören Sie endlich mit Ihrer Extrem miesen Meinungsmache auf und seien Sie einfach ruhig. Viele in der Gladbacher Szene haben die Nase gestrichen voll von Ihrer selbstverliebten und wichtigtuerischen Art.Aber ich kenne Sie so seit schon vielen Jahren aus der Schulzeit und stelle keine positive Wesensveränderung aufgrund des fortgeschrittenen Alters fest.
    Ich hoffe, Dass Sie bald aus der Politiklandschaft MG für immer verschwinden.

  4. Den deprimierten, resignierten Zurückzieher sollten wir Herrn Breyman wohl abnehmen. Dieses öffentliche Einbrechen glaubte aber auch nur, wer ihn nicht kennt. Und nur wenige Tage danach, hört man gleich mehrere Vögelchen aus den Ortsverbänden zwitschern. Und wie geht die Melodie? Herr Boss und Herr Breymann wollen den Wunschkandidaten durchboxen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln…

  5. „Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
    Das ist der Mensch in seinem Wahn.“ Wäre dieses Gemetzel unter Menschen einer „christlichen“ Vereinigung nicht so unwürdig und peinlich, könnte man es als Tragigkommödie amüsiert betrachten. Aber schon zu Schillers Zeiten, war die Menschheit damals, der von heute ein siamesischer Zwilling.
    Der Wahn, Herr Breymann, treibt die Eine dahin, Ihr satirisches Machwerk in den eigenen Reihen kreisen zu lassen, wobei sie den Sack schlägt und doch den Esel meint. Denken Sie denn, es hat keine Neben und Nachwirkung, wenn ich eigentlich in den Landtag möchte, und dann macht Einer das Rennen, der mir das Wasser nicht reichen kann? Und wenn man ihn schon selber nicht angreifen kann, dann nimmt man Sie. Denn Ihnen ist die Fähigkeit eigen, Geister zu rufen. Da war dann wohl einer dabei, den Sie jetzt nicht wieder loswerden. Der Wahn, Herr Breymann, via Herrn Boss Einfluss zu haben, könnte Ihnen Beiden zum Verhängnis werden. Denn Teile Ihrer öffentlichen Aktionen sind nicht dazu angetan, Ihrem Protegé zu nutzen. Wenn ich Ihre Einlassungen hier lese, dann fällt mir auf, daß Sie offenbar nicht begreifen, daß Ihr berufliches Tun in keiner Form hinterfragt wird. Es geht um den „satirischen“ Ausfall danach. Vor unbändiger Freude tut man Vieles. Nur sollte eine Person des öffentlichen Lebens, sich dieser Tatsache allzeit bewußt sein. So nicht Sie. Wenn Sie und Herr Boss, ihre PKW vor Parteiveranstaltungen im abs. Halteverbot abstellen (ein wacher Bürger hat das Fotodokumentiert),dann ist das an sich schon sehr übel. Sie werden deswegen angesprochen. „Das ist dann das Auto meiner Frau.“meinen Sie. UND DAS ALS RECHTSANWALT!!! Unser OB Kandidat hat Chuzpe bei Ihnen gelernt. Beide Fahrzeuge bleiben stehen. Und nicht nur diesmal. Aber das ist wohl auch ene Art Satire, Herr Breymann?
    OmG diese zwei Männer wollen Mönchengladbach „regieren.“
    Von aussen betrachtet, würde man einen grösseren Menschen in Ihnen vermuten. Schade, Herr Breymann.

  6. Dorothea Rhode-Arndt | 1. November 2019 um 23:14 | Antworten

    Herr Baum, anscheinend kennen wir beide das Video. “ Grillen“ wird unter Juristen in der Tat sporadisch benutzt. Aber Ton und Mimik machen in diesem Fall die Aussagekraft über Hern B.’s Charakterqualität aus. Außerdem gehört der Autofahrer, der Herrn Breymann auf der AB offensichtlich zum Einscheren bewegt und den er darum mit „fahr doch, du Idiot“ belegt, auch nicht zur Satire. Es wird hohe Zeit, daß das Werk veröffentlich wird. Soll doch jeder selber darüber befinden, wo er Herrn B. ansiedelt.

  7. Lieber Herr Wenzel,
    was glauben Sie denn, wen wir als OB bekommen, sollte Herr Boss gewählt werden im nächsten Jahr?
    Ein Berater und Unterstützer Breymann läßt mich nichts Gutes erwarten. So wie der sich hier und auf fb dreht und wendet, so wird F. Boss es als OB auch machen. Ziel: Pension einstreichen nach der überstandenen Legislatur.

    • Dieter Breymann | 1. November 2019 um 23:58 | Antworten

      Nur so viel, die Zeugen wollten einen unbescholtenen Bürger mit Falschaussagen fertig machen. Meine Aufgabe ist, meine Mandanten zu schützen. Das Video stand in einer Reihe mit Beiträgen zu einem Praktikanten als erkennbar humorig gemeinte Beiträge. Es ist 20 Monate alt; warum kommt das jetzt?

  8. Herr Breymann, Sie grillen also in einem Rechtsstreit Zeugen. So jedenfalls behaupten Sie es in Ihrem Video. Was bitte ist daran Satire? Das ist eines Christdemokraten würdig?
    Es macht Ihnen Freude, jemanden über den Tisch zu ziehen. Auch das sagen Sie als erwachsener Mensch in Ihrem Video, hören Sie mal rein. Alles Satire?

  9. Clemens Fleischauer | 1. November 2019 um 16:12 | Antworten

    Sehr geehrter Herr Breymann, daß das unselige „Filmchen“ gerade jetzt auftaucht, sollte Sie nicht wirklich wundern. Sie sind Politiker. Sie kennen das Geschäft. Es geht offensichtlich darum: Selig macht, was dem Kandidaten schadet. Ist nicht fein, aber Politik eben. Die Aufmachung mit unterlegtem Gelächter und Applaus, ist sicher nicht way of the art. Vielleicht können Sie sich und Ihrem Parteifreund aber helfen. Wenn Sie das „Filmchen“ ohne „tralala“, diesem Forum zur Verfügung stellten, dann könnte sich jeder von der Satirik des Inhaltes und der Darstellung überzeugen. Dann wäre „Ruhe im Karton.“ Herr Boss kann einen derart üblen Dunstkreis in keiner Weise gebrauchen, egal wie sehr er selber Ihnen vertraut. Und nebenbei, Ihre Fachkompetenz steht überhaupt nicht zur Diskussion.

  10. Dieter Breymann | 1. November 2019 um 12:40 | Antworten

    Sehr geehrter Herr Wenzel,

    Also kurz zur Erklärung dieser Ausfälle und ohne Namensnennung:

    Ich habe als Strafverteidiger einen bekannteren Mönchengladbacher vertreten, der sich aufgrund der abgesprochenen Falschaussage von 4 Heranwachsenden mit einer Anklage konfrontiert sah. Schon aus der Aktenlage ergab sich, dass nach Besichtigung des angeblichen Tatorts hier etwas nicht stimmen konnte. In der Hauptverhandlung vor Gericht habe ich dann beantragt, den schwächsten Zeugen nach Aktenlage, vorab zu vernehmen. Dieser Zeuge hatte behauptet, im Dunklen den angeklagten Vorwurf beobachtet zu haben. An der Stelle, wo er gestanden haben wollte, konnte er dies aber nicht beobachtet haben. Ich hatte extra entsprechende Bilder angefertigt, die das belegten. Die Vernehmung dieses Zeugen endete dann damit, dass Gericht und Staatsanwaltschaft ihn mahnten, sich wegen einer Lüge nicht die Zukunft zu verbauen; sollte er bei seiner Aussage bleiben, würde er vereidigt. Darauf hin brach das ganze Lügenkonstrukt zusammen und das Verfahren gegen meinen Mandanten wurde ohne Auflagen eingestellt.
    Ich habe dann in Anbetracht dieses Verhandlungserfolges direkt nach dem Gerichtstermin ein satirisches Video gedreht, wo ich die Geschichte schilderte und meinem Praktikanten die große Welt des Anwalts erkläre. Zu der Zeit hatte ich mit dem Praktikanten eine alberne Serie auf FB gestellt. Die Justiz wurde übrigens nicht kritisch dargestellt!

    Namen wurden in dem Filmchen nicht genannt.

    Eine entsprechende Beschwerde bei der Anwaltskammer wurde zurückgewiesen. Man kann darüber streiten, ob das Video sein musste, aber gegen 4 Falschaussagen laut Akte, ein Verfahren zu drehen, ist halt nicht so häufig. Das ist alles.

    Meine Schilderung des obenstehenden Vorgangs lässt sich komplett belegen. Wir reden übrigens über den März 2018!

    Ich frage mich nur, warum dieses Video ausgerechnet jetzt von den Kreisen in der Partei und Fraktion gespielt wird, denen meine kritische Position zu Sven und meine Unterstützung des Kandidaten Boss nicht passt. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

  11. Frau Dauber kommt noch? Wir werden sehen. Herr Boss war offensichtlich sehr aufgeknöpft. In epischer Breite läßt er sich ein. An Selbstbewußtsein mangelt es nicht. Ist kein Fehler. Braucht man für die angestrebte Position. Wenn man sich am Ende des Interviews allerdings fragt, was denn da in Zukunft in und für Mönchengladbach passieren könnte, merkt man spätestens dann, daß viel gesprochen, aber inhaltlich nichts gesagt wurde, was nicht jeder Politiker, egal welcher Couleur, gefragt oder ungefragt zum Besten gibt. Was Frau Dauber noch von sich gibt, oder auch nicht, sei hier jetzt einmal außer Acht gelassen. Was bei Herrn Boss zu beachten ist, ist die Tatsache, daß wir es, so er denn das Rennen machen würde, nicht mit Frank Boss zutun hätten, sondern durch ihn, quasi als Vehicel, mit Herrn Dieter Breymann. Die fragwürdige Furore, die der gerade mit seinem FB Video macht, ist sicher nicht förderlich. Aber so ist das manchmal mit Freundschaften: Mitgefangen, mitgehangen. Der Clip ist mittlerweile natürlich nicht mehr auf seiner Seite. Aber was ich gesehen habe, vergesse ich nicht. Das war in keiner Weise an Satire angelehnt. Und mit Applaus und Gelächter war da nichts unterlegt. Er macht ein Gericht mitsamt Zeugen zu Deppen, die man „über den Tisch ziehen“ kann Es ist die Art und Weise, wie er seinen Umgang mit Zeugen und Gericht zynisch und mit unglaublicher Hybris darstellt. Eigentlich sollte die Anwaltskammer einen Blick auf das Machwerk werfen. Es gibt immerhin soetwas wie Berufsethos. Den Post gibt es nur auf der FB Seite nicht mehr… Herr Boss, daß die Geschichte ausgerechnet jetzt, oder gerade jetzt aufkommt, konnten Sie nicht ahnen. Das haben Sie nicht verdient, aber für MG ist das besser jetzt so, als später. Ein Mensch,der derart spottet, abwertet, geringschätzt und sich köstlich über die vermeintliche Dummheit anderer amüsiert, sollte weder offen, noch im Hintergrund, seine Finger in der Politik haben.

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