Gesamtschule Rheydt-Mülfort ausgezeichnet für herausragenden Beitrag zur Wanderausstellung: „we, the six million“

Preisverleihung Schulwettbewerb; Foto: Stadt MG

„We, the six million“ ist eine Wanderausstellung, die vom Institut für Katholische Theologie als Teil der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen konzipiert wurde und die Ausgrenzung, Stigmatisierung, Vertreibung und Ermordung der sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkrieges thematisiert.

Anhand einzelner Biografien jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus dem westlichen Rheinland zeigt sie eindrucksvoll, wie Menschen Opfer eines totalitären Regimes wurden.

Erinnert wird an diejenigen, die in den Todeslagern der Nazis ihr Leben ließen oder an Menschen, denen es gelang, Deutschland zu verlassen und in England, Palästina, Nord- und Südamerika ein neues Leben zu beginnen. Die interaktive Ausstellung zeigt die Lebenswege von Opfern der Shoah aus dem westlichen Rheinland.

Die Ausstellung, die insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen soll, wird seit ihrer Premiere am 9. November 2018 in Aachen im Rheinland gezeigt. Insgesamt 30 Schulen aus der Region haben bereits an dem vom Landschaftsverband Rheinland und der Sparkassenkulturstiftung finanzierten Projekt teilgenommen; für 2020 sind bereits jetzt schon 20 weitere Schulen angemeldet. Die Anschubfinanzierung für die Wanderausstellung kam aus der Staatskanzlei durch Ministerpräsident Armin Laschet.

Jetzt machte die Wanderausstellung auch in Mönchengladbach Station. Insgesamt zehn Schulen aus der Region von der Förderschule bis zum Gymnasium präsentierten in der Ausstellung ergänzend zur Wanderausstellung ihre eigenen Beiträge, die in der kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema entstanden sind. Sechs Teilnehmer wurden für ihre besonderen Beiträge durch Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, Sabine Verheyen (Mitglied des Europaparlaments) und Prof. Dr. Reinhold Breil von der RWTH-Aachen ausgezeichnet.

Aus Mönchengladbach freute sich die Gesamtschule Rheydt-Mülfort über den Preis. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten das didaktische Konzept der Ausstellung gemeinsam mit der RWTH-Aachen. Ebenfalls im Rahmen der Ausstellung ausgezeichnet wurde Karl Heinz Nieren aus Geilenkirchen. Er erhielt den Preis für herausragende Gedenk- und Erinnerungsarbeit. Karl Heinz Nieren hat intensiv über die Geschichte jüdischer Familien in seiner Heimatstadt geforscht. Laudator war Steven Cole, der für diese Veranstaltung mit seinen beiden Söhnen aus Amerika angereist kam. Cole ist der Sohn von Ilse Dahl, die im Jahr 1938 aus Geilenkirchen vor dem nationalsozialistischen Terror in die USA geflohen war.

„Die Wanderausstellung in Mönchengladbach wurde sehr gut angenommen und hat deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, gerade auch in den jüngeren Generationen ein Bewusstsein für die Thematik zu schaffen“, freut sich Reinhold Breil. „Nach den furchtbaren Geschehnissen in Halle hat die Wanderausstellung noch einmal einen deutlichen Schub bekommen“, ergänzt er.

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