Ausbau der Korschenbroicher Straße setzt falsches Zeichen

Fakt oder Fake?

Die Verbindungsstraße zwischen Mönchengladbach und Korschenbroich soll ab der Kreuzung Volksbadstraße bis nach Korschenbroich mit Landesmitteln vierspurig ausgebaut werden.
Diesen Ausbau, der von der CDU und ihrem Landtagsabgeordneten Frank Boss freudig verkündet und als ein Erfolg gefeiert wird,  sehen Mönchengladbachs Bündnisgrüne allerdings sehr kritisch.

„Die Christdemokraten reden zwar immer wieder viel über den Klimawandel, fördern hier aber einmal mehr in großem Umfang den Autoverkehr“, stellt Hajo Siemes, Sprecher der Grünen in der Bezirksvertretung Ost, fest. Seiner Meinung nach ist der vierspurige Ausbau an dieser Stelle  überflüssig. Es gebe an dieser Stelle keine verkehrliche Notwendigkeit für den Bau einer vierspurigen Straße. Für den Grünenpolitiker ist dieser Straßenbau „rausgeschmissenes Geld“, zumal der Ausbau von Straßen bekanntlich nur noch mehr Individualverkehr in die jetzt schon verdichteten Innenstädte bringe.

Was den Grünen besonders missfällt: Dem vierspurigen Ausbau dieser Landstraße müssen zu allem Überfluss hunderte von gesunden Bäumen zum Opfer fallen. „Auch das angrenzende Waldgebiet würde erheblich beeinträchtigt“, sagt Siemes. Das Abholzen von Wäldern widerspreche jeglichen Vorhaben, die notwendigen Klimaziele zu erreichen. „Gerade zwischen Mönchengladbach und Korschenbroich gibt es eine gute Bahnverbindung“, betont Siemes. Solch relativ kurze Verbindungen zwischen den Städten sollten seiner Ansicht nach möglichst wenig mit dem Auto zurückgelegt werden. Um das Straßennetz vom Individualverkehr zu entlasten, sei dringend ein Umstieg vom Auto auf die Bahn oder aufs Rad notwendig und möglich. Als Anreiz dafür müsste jedoch, so Siemes, die Anbindung von Bahn und Bus etwa am S-Bahn-Haltepunkt in Lürrip verbessert und ein guter sowie beleuchteter Radweg entlang der gesamten Landstraße angelegt werden.

Angesichts der Klimakatastrophe hatten dieser Tage 11.000 Wissenschaftler einen Appell unterzeichnet, der die Menschheit vor den zu erwartenden Katastrophen durch den Klimanotstand warnt. Die Wissenschaftler fordern dringend mehr und konsequente Veränderungen, vor allem bei der Reduzierung des Ausstoßes von Stoffen wie etwa Ruß und CO2. Insbesondere der Verkehrssektor liegt in Nordrhein-Westfalen aber weit hinter den angestrebten Klimazielen zurück. „Wir können nicht einfach weitermachen wie bisher“, sagt deshalb der grüne Ratsherr und designierte OB-Kandidat Dr. Boris Wolkowski. Anstatt nach wie vor neue Straßen zu bauen und damit einseitig den Automobilverkehr zu fördern, müsse die Politik dringend andere Möglichkeiten der Fortbewegung finanziell stärken, fordert der Grünen-Politiker.

„Der Bau einer nicht notwendigen vierspurigen Schnellstraße ist da jedenfalls das falsche Zeichen“, so Boris Wolkowski. „Wer dies auch noch bejubelt, zeigt klar, dass er Politik von vorgestern macht, das ist altes Denken wie vor fünfzehn Jahren.“

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