Platz der Republik: Anziehungspunkt für Drogen-, Gewalt- und Straßenkriminalität

Platz der Republik

Wie in nahezu jeder Stadt gibt es auch in Mönchengladbach räumliche Brennpunkte, an denen ein erhöhtes Maß an Kriminalität und Verwahrlosung festgestellt wird. Nach der Mönchengladbacher Altstadt ist das Bahnhofsumfeld der mit Straftaten am stärksten belastete Ort in unserer Stadt.

Der hinter dem Bahnhof liegende Platz der Republik hat sich erneut zum Anziehungspunkt für Drogen-, Gewalt- und Straßenkriminalität entwickelt. Das hat nicht nur negative Auswirkungen für Reisende, Pendler und Passanten. Auch die Anlieger rund um den Platz der Republik – Dienstleister und Einzelhändler, öffentliche Einrichtungen, Berufskolleg oder Vitusbad – werden hierdurch belastet. Bürgerinnen und Bürger meiden diesen Bereich teilweise, insbesondere bei Dunkelheit, gänzlich.

Um diesen Zustand auf lange Sicht zu beenden, haben Polizei und Ordnungsamt auf Initiative von Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Polizeipräsident Mathis Wiesselmann schon vor einiger Zeit die Sicherheitskooperation Vitus ins Leben gerufen. Denn obwohl die Polizei Mönchengladbach in den Jahren 2017 und 2018 mit ihrem Interventionskonzept „Europaplatz“ gute Erfolge erzielen konnte und der KOS des Ordnungsamtes alleine von März bis Dezember vergangenen Jahres mehr als 140 Kontrollen durchgeführt hat, zeigte es sich, dass die Präsenz dieser Behörden nicht ausreicht, um eine nachhaltige Verbesserung der Situation zu erzielen.

Die Sicherheitskooperation Vitus verfolgt deshalb einen breiten Ansatz mit zahlreichen Partnern, die in den Bereichen tätig werden können, in denen der Polizei und dem Ordnungsamt die Zuständigkeit und Handlungsmöglichkeiten fehlen. In dem Netzwerk, das sich in den vergangenen Monaten zusammengefunden hat, arbeiten mehr als 30 Institutionen zusammen. Trotz ganz unterschiedlicher Ansätze und Aufgaben haben alle ein gemeinsames Ziel: Der Verwahrlosung und Kriminalität im Umfeld des Hauptbahnhofs Mönchengladbach konsequent entgegenzuwirken und die Etikettierung dieses Bereichs als Angstraum aufzulösen.

Ideen und Konzepte, wie dies gelingen kann, wurden und werden in den fünf Arbeitsgruppen (Soziales, Sicherheit, Sauberkeit/Grünflächen, Belebung des Platzes und Gestaltung) erarbeitet.

So werden in der AG Sicherheit unter anderem eine mögliche Videobeobachtung und eine etwaige gemeinsame Wache von Polizei Mönchengladbach und Bundespolizei ebenso betrachtet wie die bisherigen Prozessabläufe bei Störungen und deren mögliche Optimierung.

„Soziales“ richtet den Blick auf Personengruppen, die störend auftreten und / oder Hilfe benötigen und erarbeitet Möglichkeiten der Verbesserung der Lebensbedingungen und Alternativen.

Wie können wir den Platz wieder beleben und für die Bürgerinnen und Bürger wieder attraktiv machen? Diese Frage stellt sich ebenfalls eine AG und beschäftigt sich mit dem Themenfeld „kulturelle Angebote und Veranstaltungen“.

Für ein gepflegtes Äußeres des Platzes zeichnet sich die AG Sauberkeit verantwortlich.

Nicht zuletzt werden in der AG Gestaltung Möglichkeiten und Pläne zur umfassenden baulichen Neugestaltung des Platzes im Rahmen des Förderprojektes IHEK (Integriertes kommunales Entwicklungskonzept) erarbeitet. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den unterschiedlichen Bedürfnissen der jeweiligen Generationen und Bevölkerungsgruppen unter Berücksichtigung der Anrainer. Hier greifen die Arbeit der Sicherheitskooperation und das Stadterneuerungsprojekt „Soziale Stadt Gladbach & Westend“, das eine Neugestaltung des „Platz der Republik“ und die Vorbereitung zum Umbau des Europaplatzes vorsieht, schon jetzt effektiv ineinander.

Die Sicherheitskooperation Vitus will und kann aber auch schon weit im Vorfeld der Baumaßnahmen etwas an der Situation verändern. Eine der ersten sichtbaren Maßnahmen sind gemeinsame Streifen von Polizei, Bundespolizei und Ordnungsamt, die in dieser Woche gestartet sind. Diese Streifen werden von nun an zusätzlich im Bereich des Hauptbahnhofs durchgeführt. Über die weiteren Fortschritte, beschlossenen Maßnahmen und deren Umsetzung wird die Sicherheitskooperation Vitus zu gegebener Zeit wieder berichten.

In dem Projekt arbeiten unter anderem folgende Institutionen mit:

Polizei / Bundespolizei / mags / GEM / NEW / Deutsche Bahn / EWMG/ zahlreiche Stellen und Fachbereiche der Stadtverwaltung / Diakonisches Werk MG / Verein Wohlfahrt / SKM / Drogenberatung / Arbeitsagentur Mönchengladbach / Jobcenter / projektWert GmbH / Gladbach Center / Berufskolleg Platz der Republik / Deutsche Rentenversicherung Service- Zentrum Mönchengladbach / und weitere Partner

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