Umgestaltung des Rheydter Marktplatzes nimmt Fahrt auf – Bürgerinformationsveranstaltung nur mäßig besucht

Fast gebetsmühlenartig wird von interessierten Kreisen gefordert, den Bürger an Planungen zu beteiligen, die sein direktes Umfeld betreffen. Das ist sicher richtig und notwendig. Umso unverständlicher wird die Situation jedoch, wenn der selbe Bürger die angebotenen Info-Veranstaltungen nicht beachtet, ihnen fernbleibt. Er signalisiert damit Desinteresse, verursacht ausserdem einen hohen Aufwand für die Verwaltung. Die am heutigen Abend im Rheydter Rathaus durchgeführte Informationsveranstaltung zur Erneuerung des Marktes in Rheydt und weiterer Projekte wurde von lediglich 35 Personen besucht. Ein beschämendes Resultat.

Zu den Informationen, die inhaltlich am Abend auf der Veranstaltung für die Bürger so gegeben wurden:

Eine der größten Baustellen in Mönchengladbach nimmt in 14 Tagen Fahrt auf.
Am 2. Juli wird die Baustelle zur geplanten Umgestaltung des Rheydter Marktplatzes eingerichtet.
„Damit haben wir in Mönchengladbach gleich zwei sichtbare Zeichen, die für spürbar positive Veränderungen im Stadtbild sorgen“, betonte Oberbürgermeister Norbert Bude mit Blick auf die Interimshalle, die derzeit im Vorfeld der Baumaßnahme für das geplante Einkaufszentrum „Mönchengladbach Arcaden“ vor dem Sonnenhaus errichtet wird. „Politik und Verwaltung haben sich gemeinsam mit der Bürgerschaft auf den Weg gemacht, beide Innenstädte zu attraktivieren, um die Zentren für die Zukunft zu stärken“, so Norbert Bude weiter.

Die Umgestaltung des Rheydter Marktplatzes ist einer der größten Bausteine im Innenstadtkonzept Rheydt, das unter anderem auch die bereits erfolgte Sanierung des Pahlkebades, die für August anstehende Umgestaltung des Hugo-Junkers-Parks und eine Reihe von Maßnahmen im Projekt „Soziale Stadt Rheydt“, die das soziale Miteinander im Stadtzentrum von Rheydt nachhaltig fördern sollen, beinhaltet. Rund 1,2 Millionen Euro fließen in neun soziale Projekte. Nachdem der Stadt 2010 bereits sechs Millionen Euro Mittel aus Land, Bund und EU und weitere 600.000 Euro aus einer ergänzenden Förderung von Bund und Land bewilligt wurden, sind vor kurzem weitere 8,9 Millionen Euro für das Innenstadtkonzept bewilligt worden. Insgesamt erwartet die Stadt Zuwendungen in Höhe von 18,9 Millionen Euro; das sind 80 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben in Höhe von 23,7 Millionen Euro.

„Die Umgestaltung des Rheydter Marktplatzes wird zugleich auch die Umgestaltung des Sparkassenvorplatzes sowie eine Aufwertung der Bahnhofstraße und Langensgasse einbeziehen. Insgesamt soll das Stadtmobiliar verbessert und vereinheitlicht werden“, so Technischer Beigeordneter Andreas Wurff. Der neue Marktplatz in Rheydts Mitte erhält sein Gesicht nach den Plänen des Berliner Büros für Landschaftsarchitektur Planorama, das als Sieger aus einem Architektenwettbewerb hervorging. Wesentliche Voraussetzung zur Umgestaltung des Platzes ist die Sanierung der unter dem Platz liegende Tiefgarage, für die der Rat rund sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat. Bei Untersuchungen Ende vergangenen Jahres wurden erhebliche Schäden in der Substanz der Tiefgarage festgestellt, die nun im Vorfeld der Umgestaltung des Marktplatzes beseitigt werden müssen. Zu den umfangreichen Bauarbeiten zählen auch die Überdeckung der Tiefgaragen-Einfahrt an der Limitenstraße, die rund 200 Quadratmeter zusätzlich für den neuen Platz bringt, und die Neugestaltung des Rathauseingangs G vor dem Karstadt-Haus.

Bauzeitenplan

Und so sieht der nun von der Bauverwaltung festgezurrte Bauzeitenplan für die Großbaustelle aus: Nachdem am 2. Juli der Bauzaun um die rund 7.000 Quadratmeter große Fläche errichtet wird, beginnt wie geplant der Abriss der Pavillons und die Räumung der gesamten Platzoberfläche. Nach dem Abriss der Pavillons bis Mitte August erfolgt bis Mitte September der Abbruch der Belagsaufbauten. Mitte September bis ins erste Quartal 2013 hinein dauert dann die Sanierung der Decke der Tiefgarage die als Untergrund für die bauliche Umgestaltung der Marktplatzoberfläche dient. Anschließend beginnen Anfang 2013 die Arbeiten zur Umgestaltung des Marktplatzes, die Überbauung der Tiefgaragenzufahrt an der Limitenstraße und der Abbruch sowie die Neugestaltung des Rathauseingangs G vor dem Karstadt-Haus. Endgültig fertig gestellt werden soll die gesamte Baumaßnahme Ende 2013.

Wochenmarkt und Kirmessen werden verlegt Bereits ab Samstag, 23. Juni, findet der Rheydter Wochenmarkt für gut 18 Monate jeweils mittwochs und samstags in der Hauptstraße und auf dem Harmonieplatz einen neuen Standort. Auf diese Interimslösung haben sich Stadt, Marktbeschicker und das Rheydter-Citymanagement verständigt. Drei Testläufe in der Fußgängerzone haben die rund 60 Marktbeschicker bereits erfolgreich hinter sich. So sind die Verkaufswagen mit Back- und Fleischwaren, Gemüse und Obst auf dem Harmonieplatz anzutreffen, während der östliche, unmittelbar an den Markt angrenzende Bereich der Hauptstraße Ständen und Verkaufsanhängern mit Obst und Gemüse vorbehalten bleibt. In der westlichen Hauptstraße zur Friedrich-Ebert-Straße hin finden Marktgänger Stände und Verkaufsanhänger mit Obst, Gemüse, Blumen und Haushaltswaren. Kundenfreundlich sind auch die neuen Marktzeiten: Ab 23. Juni findet der Markt jeweils von 8 bis 14 Uhr statt, eine Stunde länger als bisher. Wo zukünftig welche Händler auf den Wochenmärkten anzutreffen sind, darüber soll ein Flyer informieren, der in Kürze an den Ständen verteilt wird. Die Kirmes wird komplett auf die Gracht verlagert.

Sanierung Tiefgarage

Die Sanierung der 1971 erstellten Tiefgarage unter dem Rheydter Marktplatz erfolgt in zwei Bauabschnitten. Nach dem Abriss der Betonpavillons, die bis zum 30. Juni geräumt werden müssen, schließt Mitte September die Tiefgarage, die bis zu diesem Zeitpunkt auf zwei Etagen 363 Parkplätze vorhält und von der PPG betrieben wird. Die Arbeiten beginnen mit dem Abstrahlen der obersten Betondecke in einer Stärke von acht Zentimetern. Die Deckenoberschicht wird anschließend durch eine neue ersetzt. Gleichzeitig wird auch das erste Geschoss der Tiefgarage saniert. Das Problem: Immer wieder drang im Laufe der Jahre Oberflächenwasser durch die Decke der Tiefgarage. Zudem lagerte sich durch Salze ausgelöstes chloridhaltiges Material in Fußböden und Stahlbetonwände ein. Daher müssen nun der Fußboden auf einer Fläche von 3.500 Quadratmetern in der ersten Tiefgaragenebene und einige Zentimeter der Betonwände in Bodenhöhe komplett abgestrahlt und ersetzt werden. Außerdem werden die beiden vorhandenen Treppenanlagen an der westlichen Platzkante saniert und durch neue Eingangssituationen ersetzt. Dabei wird der dem Rathaus zugewandte Eingang zur Tiefgarage erstmals mit einem Aufzug über beide Garagenebenen ausgestattet. In einem zweiten Bauabschnitt erfolgt dann ab dem ersten Quartal 2013 die Sanierung der zweiten Tiefgaragenebene und die Überbauung der Tiefgarageneinfahrt an der Limitenstraße.

Umgestaltung Marktplatz

Die Umgestaltung des Rheydter Marktes sieht eine Gliederung des Marktplatzes in drei Zonen mit einer Baumallee auf einer etwa 50 Zentimeter erhöhten Terrasse an der Westkante, dem Hauptplatz in der Mitte und einem Plateau um die evangelische Hauptkirche vor. Der Hauptplatz nimmt die Funktion einer großen Bühne ein, der durch Veranstaltungen und Märkte belebt wird. Dafür werden entsprechende Ver- und Entsorgungsanschlüsse gelegt. Die transparente grüne Baumallee im Westen mit japanischen Zierkirschen an der Stelle der heutigen Pavillons soll die historische und verloren gegangene Raumkante des Platzes wieder aufnehmen. Außerdem wird der bisherige Belag durch eine neue und lebendige Natursteinpflasterung ersetzt. Die neue erweiterte Überdachung für die Tiefgarageneinfahrt verschwindet unter einer Begrünung und setzt die üppige Grünfläche an der Ostkante fort. Bauliche Veränderungen soll es auch auf dem Platz um die der Hauptkirche geben, die als eine der bedeutendsten Gründerzeitkirchen in Deutschland gilt und durch eine neue Beleuchtung in den Abend- und Nachtstunden optisch hervorgehoben werden soll. So wird das Kirchplateau über eine neue, breit angelegte Treppenanlage zur Limitenstraße geöffnet. Direkt an das vergrößerte Kirchplateau schließt entlang der Limitenstraße bis zum Platz vor der alten Kommandantur am Rathaus eine neue Grünfläche an. Die Platanen vor dem Rathaus bleiben bestehen; ersetzt wird dagegen der alte Brunnen durch eine moderne, bronzene Scheibe mit Wasserfontänen. Wesentliches Merkmal der Neugestaltung ist zudem eine Ausweitung des Platzcharakters nach Norden hin. Der Fußgängerbereich entlang der Häuserzeile in der Hauptstraße wird verbreitert und bietet erstmals der Außengastronomie Platz. Dafür fallen die Parknischen weg.

Geöffnet wird eine neue Sichtachse von der Marktstraße in Richtung Rathaus Rheydt durch den Abriss der Flachdachbauten am Eingang G vor dem Karstadt-Haus. Dabei bleibt zukünftig nur noch der Aufzugturm für das Technische Rathaus bestehen. Somit ergibt sich von Westen ein völlig neuer Blickwinkel auf den neuen Markt.

Marktplatz bald barrierefrei

Das Thema Barrierefreiheit spielte in den Vorplanungen für den neuen Marktplatz eine wesentliche Rolle. So verständigten sich die Vertreter der Behindertenverbände gemeinsam mit dem städtischen Fachbereich Stadtentwicklung und Planung und dem Planungsbüro PLANORAMA auf wichtige Orientierungselemente für blinde und seheingeschränkte Menschen.
(pmg/mg-heute.de)

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