Emil Knour, ein ganz großer Mensch und Karnevalist ist tot

Emil wurde im Mai 1931 in Odenkirchen geboren. Er besuchte die Volksschule und machte eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann und führte bis 2002 das nach dem Krieg vom Vater gegründeten Sportgeschäft in Odenkirchen.

Der Bazillus „Karneval“ lag ihm von frühester Jugend an im Blut. Ab 1946 war er Mitglied der Karnevalsgesellschaft „Ruet-Wiss-Okerke“

Am 5.11.1969 fand der erste Wettbewerb der Närrischen Schlager-Parade nach einer Idee von Emil Knour im Hotel Matheisen statt. Sieger wurde der Ideengeber mit dem Lied „Met os Rheedt wolle se Rheybach maache“.

Da das Hotel Matheisen zu klein war, verlegte Knour am 6.11.1970 die Veranstaltung in die Terrasse der Stadthalle. Hier wurden 20 Lieder vorgestellt. Der Sieger war wieder Emil mit dem Lied „Das Spiel mit der Rolle“.

Am 5.11.1971 wurden wiederum in der Stadthalle 17 Lieder vorgestellt. Ausrichter ist zum dritten Male die KG „Ruet-Wiss-Okerke“, die Gesellschaft von Emil Knour. Alle Interpreten sind im „CLUB NNN“ (Närrische Narren nach Noten) vereint. Bei diesem Wettbewerb trat Emil mit zwei Liedern an „Am 6.im 6.“ und „Olympisches Trinklied“. Wer Sieger wurde, gibt die Chronik nicht preis.

Emil hat ca. 104 Lieder getextet und gesungen, darunter:

Laach ens wi-er, Überall send Mösche, Gebibbel – Gebabbel, Tutti Frutti, Kapuzinerplatz (11.im 11.), Der Goldene Hahn von St. Laurentius, Schööön, Karneval schööön, um nur ein paar zu nennen.

Leider ist nicht genau bekannt, wann Emil Ehrensenator der „Ruet-Wissen“ wurde. Es muß aber vor 1973 gewesen sein.

Emil Knour hatte 1968 die Idee, durch die Einrichtung des Titels: „Burggraf von Odenkirchen“, die Historische Karnevalsgesellschaft „Ruet-Wiss-Okerke“ stärker als bisher an das Brauchtum und die Pflege der Heimatidee durch Besinnung auf die Tradition heranzuführen.

Die Urkunde, die bei der Proklamation verliehen wird, lautet: „Für seine Verdienste um den Stadtteil Odenkirchen und die Förderung und Erhaltung des heimatlichen Brauchtums wird dem ehrenwerten Bürger …… die Würde eines Burggrafen verliehen“.

Emil Knour wurde 1994 der 25. Burggraf der Neuzeit. In den Jahren vorher hatte er sich strikt geweigert, dieses Ehrenamt zu bekleiden.

Im Oktober 1983 wurde ihm für sein außerordentliches Engagement auf dem Gebiet der Heimat- und Brauchtumspflege die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

1976 stiftete Emil der HKG „Ruet-Wiss-Okerke“ 11 Prunkmützen mit großem Federbusch. Das waren die schönsten Mützen im MKV.

Am 9.11.1996 wurde Emil zum Ehrenpräsidenten der „Ruet-Wissen“ ernannt.

Am 25.2.1999 bekam er den „Goldenen Ring“ der Gesellschaft. Emil ist, nach Berti Cohnen der 2. Träger dieses Ehrenringes.

Im Jahre 2001 bekam es als zweite Person in Mönchengladbach den BdK-Orden in Gold mit Brillanten, die höchste Auszeichnung im Karneval.

Am 9.11.2002 wählten Die Burggrafen ihn zu ihrem Sprecher

Nach der kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 fanden ab der Session 1976/77 die Seniorensitzungen in der Stadthalle Rheydt statt. Bis 2008 wurde sie von Emil Knour präsidiert.

Am 6. Dezember 1996 fand im „Beller Hof“ in Odenkirchen der Stammtisch der Altkarnevalisten von Rheydt statt. Die „Alten Säcke“ sind ein Freundeskreis. Ideen- und Namensgeber ist Emil Knour. Er war bis Januar 2009 der Baas (Vorsitzender).

Sitzungspräsident und Vorstandsmitglied war Emil bei Ruet-Wiss-Okerke, im Karnevals-Ausschuß (KA) Rheydt und nach der Zusammenlegung der Städte 1975 im Mönchengladbacher Karnevals-Verband (MKV).

Nun, am 26. Juli 2018 ist Emil Knour verstorben. Sein Leben ging plötzlich und jäh zu Ende. Er wurde 87 Jahre, die er größtenteils mit Karneval verbrachte. In letzter Zeit lebte er mit seiner Rosi sehr zurückgezogen.

Die Hl. Messe für den Verstorbenen wird am Mittwoch, 29. August 2018 um 18:00 Uhr in der Kirche St. Michael auf der Höhe, Kelzenberger Weg in 41199 MG-Odenkirchen statt. Die Urnenbeisetzung findet später im engsten Familienkreis statt.

1 Kommentar zu "Emil Knour, ein ganz großer Mensch und Karnevalist ist tot"

  1. Manfred Sachse | 11. August 2018 um 16:48 | Antworten

    Emil war für mich ein Vorbild und ein Mitstreiter. Wir vergessen Emil nicht.

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