Hardterwald-Klinik ist verkauft – neuer Eigentümer Eifelhöhen-Klinik AG baut kardiologische Rehaklinik

[PM MG] „Der Standort ist für unser Vorhaben bestens geeignet, um eine stadt- und wohnortnahe Versorgung zu ermöglichen“, so Dr. Markus-Michael Küthmann vom Vorstand der Eifelhöhen-Klinik AG, die sich in diesem Sinne auch als „Nischenarbeiter“ versteht.
„Rund 80 Prozent aller Rehabilitationszentren in Deutschland sind im ländlichen Raum angesiedelt.
Dies führt zu logistischen Problemen, die wir mit der Ansiedlung im Ballungsraum ausklammern“, erläuterte er weiter.
Neben der stationären Rehabilitation mit rund 130 Betten in einer ersten Stufe ab 2013 und etwa 200 im Endausbau wird es auch eine ambulante Reha für kardiologische Patienten aus der Rheinland-Region mit weiteren 50 Betten geben.
Mit dem Konzept begegnet die zukünftige „Louise-Gueury-Klinik“ dem NRW-weiten Trend, herzkranke Patienten in andere Bundesländer zu „exportieren“.

Mitte nächsten Jahres verlässt die Geriatrie der Städtischen Kliniken das denkmalgeschützte Gebäude im idyllischen Park, um an das Elisabeth-Krankenhaus „anzudocken“.
Hier wird sie in einem Neubau untergebracht, der in Modulbauweise bis Juni nächsten Jahres stehen soll.
„Durch die direkte Nähe zu anderen wichtigen medizinischen Abteilungen stärken wir die Geriatrie und verbessern zudem die Wirtschaftlichkeit unseres Hauses“, betont Horst Imdahl, Geschäftsführer der Städtischen Kliniken.
Die neue medizinische Ausrichtung der Abteilung spiegelt sich auch in der Führungsspitze: Als Chefarzt kommt ab Februar 2012 Dr. Thomas Jäger, Neurologe und Psychiater zugleich.
„Wir sind vor allem froh, dass als Nachfolgenutzung im Hardter Wald wieder eine medizinische Einrichtung gefunden werden konnte. Das moderne kardiologische Rehabilitationszentrum wird das Gesundheitswesen in unserer Stadt hervorragend ergänzen“, so Bernd Meisterling-Riecks, Aufsichtsratsvorsitzender der Städtischen Kliniken.
„Die Übernahme der Geriatrie ins Eli passt in die Gesamtkonzeption“, ergänzte er.
Nach der bereits erfolgten Grundsteinlegung für das neue Mutter-Kind-Haus am Elisabeth-Krankenhaus sollen schon bald die Notaufnahme und das Haupthaus erweitert werden.
Das „Eli“, in dem 1.100 Mitarbeiter beschäftigt sind, zählt insgesamt rund 570 Betten sowie zukünftig 123 in der Geriatrie.

Der Verkauf der Hardterwald-Klinik an die Eifelhöhen-Klinik AG ist besiegelt.
Nachdem die Aufsichtsratsgremien beider Kliniken dem Verkauf zustimmten und am vergangenen Dienstag auch der Vertrag zum Verkauf der Immobilie für rund 2,3 Millionen Euro unterzeichnet wurde, steht der weiteren Entwicklung nichts mehr im Wege.
Die Bonner Eifelhöhen-Klinik AG will auf dem etwa 220.000 Quadratmeter großen Gelände mit einem Gesamtinvest von 25 Millionen Euro eine Reha-Klinik für Herzkranke bauen.
Zur Eifelhöhen-Klinik AG gehören im Rheinland die Eifelhöhen-Klinik in Nettersheim-Marmagen (Eifel), die Kaiser-Karl-Klinik in Bonn sowie eine sechsprozentige Beteiligung am Geriatrischen Zentrum Zülpich.
Seit 2002 ist die Klinik auch mit 70 Prozent an der Aatalklinik Wünnenberg GmbH in Bad Wünnenberg (Westfalen) beteiligt.

Oberbürgermeister Norbert Bude sprach heute nach Abschluss der Verhandlungen von einem „Meilenstein“ für die medizinische Versorgung in Mönchengladbach und der Region Rheinland und von einem wichtigen Schritt für die Städtischen Kliniken, die mit dem Abzug der Geriatrie von der Hardterwald-Klinik zum Elisabeth-Krankenhaus am Standort Hubertusstraße konzentriert werden.
„Durch die Konzentration an einem Standort werden die Städtischen Kliniken auch in wirtschaftlicher Hinsicht gestärkt.
Die Nachfolgenutzung für das Juwel im Hardter Wald ist für alle ein Gewinn“, so Oberbürgermeister Norbert Bude.
Betreiberin für das stationäre und ambulante kardiologische Rehabilitationszentrum wird die „Herzpark Mönchengladbach GmbH“.
In der neuen Klinik entstehen rund 180 neue Arbeitsplätze.
Bis zum Jahr 2014 soll der Neubau, der den Namen der Stifterin tragen wird, fertig sein. Zuvor zieht die Geriatrie der Städtischen Kliniken, von der Hardterwald-Klinik in einen Neubau am Elisabeth-Krankenhaus.

Zur Geschichte der Hardterwald-Klinik:
Die Louise-Gueury-Stiftung wurde 1904 als Volksheilstätte für heilbare Lungenkranke eröffnet und aus dem Nachlassvermögen der an Tuberkulose verstorbenen Louise Gueury durch die Stadt Mönchengladbach errichtet.
1910 wurde auf dem Gelände im Hardter Wald die erste Kinderheilstätte der Rheinprovinz und die zweite in Deutschland überhaupt mit 32 Betten eröffnet.
Aus Kapazitätsgründen musste teilweise das neben der Klinik von der Ortkrankenkasse errichtete Genesungsheim mitbelegt werden und die Kinderheilstätte wurde auf 60 Betten erweitert.
Nach dem 2. Weltkrieg wurden dem medizinischen Fortschritt folgend auch größere Lungeneingriffe in der Klinik durchgeführt.
Mitte der 50er Jahre erreichte die Stiftung mit 256 Betten die höchste Bettenkapazität seit Bestehen.
1959 wurde die Stiftung in Hardterwald-Klinik als Krankenhaus für Lungen- und Bronchialheilkunde umbenannt. Durch den Rückgang der Tuberkulose kam es Anfang der 80er Jahre zu einem Betriebsverlust.
Mit der Einrichtung der geriatrischen Fachabteilung mit 60 Betten zu Beginn des Jahres 1984 erhielt die Klinik ihre zweite Fachabteilung.
Die Neuorientierung zur Altersheilkunde hin führten 1996 zur Errichtung der geriatrischen Tagesklinik (12 Plätze) und 1999 zum Bau der Kurzzeitpflege Hardterwald (15 Plätze).
Im Rahmen der Verschmelzung der Hardterwald-Klinik mit dem Elisabeth-Krankenhaus Rheydt wurde 2004 die Lungenfachabteilung aufgelöst. Parallel dazu wurde die Bettenkapazität der Geriatrie auf 123 Betten aufgestockt.
In der Hardterwald-Klinik befindet sich heute eine der größten geriatrischen Einrichtungen der Bundesrepublik.