Sozial-Holding baut ersten deutschen Senioren-Scooter-Park –
Trainingsgelände und Scooter-Sharing für die Zielgruppe 65+

Stellten die Pläne für den Senioren-Scooter-Park vor: Susanne Wallrafen, Helmut Wallrafen, Mathias Bongartz, Norbert Post, Anna Buck, Norbert Maaßen und Britta Dückers, (v.l.).

Draufsetzen, Hände an den Lenker und los geht‘s – in Deutschlands erstem Senioren-Scooter-Park, der von der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH direkt neben dem Städtischen Altenheim Hardterbroich auf einem rund 1.800 Quadratmeter großen Gelände gebaut wird, lernen ab März 2020 ältere Menschen Schritt für Schritt, wie man sich komfortabel und sicher mit Scooter, Rollator, Rollstuhl oder Elektro-Rollstuhl fortbewegt.

Mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW e.V. und in Kooperation mit der Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V. realisiert die Sozial-Holding in einem Modellprojekt einen Trainingsparcours, auf dem unterschiedliche Fahr- und Mobilitätstrainings angeboten werden können.
Hier kann die Zielgruppe 65+ auf verschiedenen Bodenbelägen üben und das Fahrverhalten austesten. Unter fachlicher Anleitung werden unter anderem Hindernisse und Steigungen überwunden und an einer Bushaltestelle der Einstieg in den Bus simuliert.

„Wir wollen mit diesem Angebot die Teilhabe von Senioren verbessern und in einem geschützten Raum Ängste nehmen, denn Übung macht bekanntlich den Meister“, erklärt Helmut Wallrafen, Geschäftsführer der Sozial-Holding.

Die Polizei unterstützt das Projekt: „Mit dem Scooter-Park können wir ältere Menschen für Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren und Unfälle reduzieren“, so Verkehrssicherheitsberaterin Britta Dückers.

Das Modellprojekt passt gut zum Projekt UrbanLife+, an dem die Sozial-Holding als Partner beteiligt ist. UrbanLife+ zielt darauf ab, die Selbstbestimmung und Teilhabe von Seniorinnen und Senioren im öffentlichen Raum durch innovative Ansätze zu verbessern. „Und dieser Scooter-Park ist zweifelsohne ein innovativer Ansatz“, so Wallrafen weiter.

Im März startet zunächst eine Testphase mit Probanden, denn auch die Anbieter müssen in diesem Modellprojekt lernen, worauf es ankommt und welche rechtlichen Voraussetzungen zu beachten sind.
Im zweiten Schritt soll die Zielgruppe hier nicht nur üben, sondern einfach und praktisch auch ein Elektromobil ausleihen können.
Geplant ist nach den ersten Mobilitätstrainings und Schulungsprogrammen ein Senioren-Scooter-Sharing für den Stadtteil, damit ältere Menschen in Hardterbroich und der näheren Umgebung entspannt und mobil zu Verwandten oder zur Apotheke fahren können.

Wer den Umgang im Scooter-Park erlernt hat, kann künftig den Leihservice – dann auch via App – in Anspruch nehmen.
Für das Sharingprogramm sollen mehrere Verleihstationen im Quartier eingerichtet werden. Ist das System erfolgreich, wäre auch eine Ausdehnung auf das ganze Stadtgebiet denkbar. „Wir bewegen uns hier auf neuem Terrain. Wir denken Schritt für Schritt, aber das Potenzial ist da“, so Wallrafen.

Für Norbert Post als Aufsichtsratsvorsitzenden der Sozial-Holding ist dieses Angebot wegweisend: „Erproben, anwenden und in die Breite gehen: Lebensqualität im hohen Alter wird ein großes Stück durch Mobilität gestaltet. Mit diesem Angebot kann die Lebensqualität auch im hohen Alter erhalten bleiben.“

Aber nicht nur die ältere Generation kommt in den Genuss des Scooter-Parks. Das benachbarte Familienzentrum MummPitz bietet auch einen Übungsraum für Kinder an. „Wir können hier Verkehrssituationen simulieren“, erklärt KiTa-Leiter Matthias Bongartz.
Darüber hinaus ist die Trainingsstrecke auch für ein ganz anderes Fahrzeug interessant, mit dem der Nachwuchs gerne fährt: als Teststrecke für Bobbycars.
Auf der Website unter www.senioren-scooter-sharing.de gibt es weitere Infos zum Projekt.
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