Weitere Familienpaten gesucht
Projekt von Pfarre Sankt Vitus und Caritasverband wird gut angenommen

Der Bedarf ist weiterhin hoch: Deshalb möchte die katholische Pfarrgemeinde Sankt Vitus weiteren Familien einen Paten zur Seite stellen. Derzeit werden fünf Familien aus dem Pfarrgebiet mit Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren ehrenamtlich unterstützt.

Wenn sich Tan Phat Vu und Günter Stappen sehen, strahlen beide übers ganze Gesicht. Der lebhafte Siebenjährige aus Vietnam und der Rentner haben sich gesucht und gefunden. Das gilt auch für Phats Zwillingsbruder Tan Dat und Stappens Ehefrau Renate. Einmal in der Woche besucht das Ehepaar die Jungs. „Dann spielen wir oder gehen in den Wald – Hauptsache, die beiden haben Action“, lacht Renate Stappen. Darüber freut sich auch deren Mutter Thi Tuang Loan Vu: „Meine Kinder lieben die Eheleute Stappen wie Großeltern“, sagt sie dankbar. Und auch ihr selbst greifen die Familienpaten Renate und Günter Stappen unter die Arme, beispielsweise im Umgang mit Behörden oder Dienstleistern.

Im vergangenen Herbst startete die Pfarre Sankt Vitus ihr Familienpaten-Projekt in Kooperation mit dem Caritasverband Region Mönchengladbach. Die Paten entlasten die Familien, sie sind Ansprechpartner, Begleiter, Helfer und Vertrauenspersonen. Damit ergänzen sie die in der Pfarre Sankt Vitus bestehenden Angebote im Rahmen des pastoralen Schwerpunktes „Kinder und Familien stärken“.

In der Pfarre Sankt Vitus kümmern sich derzeit sechs Patinnen und Paten um fünf Familien. Sie unternehmen Ausflüge mit den Kindern in den Zoo oder in den Hardter Wald, spielen und erzählen mit ihnen, sehen nach den Hausaufgaben, begleiten die Familie bei Ämtergängen oder helfen beim Ausfüllen eines Formulars – je nachdem, was gerade benötigt wird. „Schule ist ein wichtiges Thema in der Betreuung“, berichtet Gemeindereferent Wolfgang Mahn. So waren die Paten einer Familie beim Elternsprechtag und haben mit dem Lehrer telefoniert.

Alle bisher betreuten Familien sind Migranten: Drei stammen aus Vietnam, eine aus Polen und eine aus dem Kongo. „In einem Fall sprach die Mutter von drei Kindern kein Wort deutsch. Ihre Patin ist Lehrerin, sie beschäftigt sich nicht nur mit den Kindern, sondern bringt auch der Mutter unsere Sprache bei“, erzählt Mahn. Er freut sich über das große Altersspektrum der freiwilligen Patinnen und Paten. Bürgerinnen und Bürger im Rentenalter sind ebenso dabei wie etwa Lorin Ismail. Die 23-jährige Syrerin kümmert sich um die zehnjährige Nancy, die in einer vietnamesischen Familie aufwächst.

„Ich helfe Nancy dabei, die Stadt kennenzulernen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man leicht den Überblick verlieren kann, wenn man als Kind neu hierher kommt“, erzählt Lorin Ismail. Die beiden waren bereits in der Stadtbibliothek, im Bunten Garten und im Einkaufszentrum Minto, jetzt planen sie einen gemeinsamen Kinoabend. „Und da wir uns beide sehr für Kunst interessieren, malen wir zusammen“, berichtet die 23-Jährige.

Zwölf weitere Familien haben bereits bei der Pfarre Sankt Vitus angefragt, weil sie sich ebenfalls eine Patenschaft wünschen. Wolfgang Mahn möchte nun gemeinsam mit Walburga Iseken vom Caritasverbandes weitere Engagierte gewinnen. Vor ihrem Einsatz werden die angehenden Familienpaten geschult. Nach dem Abschluss der fünfteiligen Qualifizierung bekommen sie ein Zertifikat. Auch während ihres Engagements werden die Familienpaten professionell begleitet. „Einmal im Monat laden wir sie zu einem Austauschtreffen ein“, sagt Walburga Iseken.

Ein Informationsabend für interessierte Patinnen und Paten findet statt am Mittwoch, 26. August, um 19.30 Uhr im Marienheim, Marienkirchstr. 4, 41061 Mönchengladbach. Für Fragen steht Wolfgang Mahn unter Tel. 02161-24887015 oder per E-Mail an wolfgang.mahn@pfarre-sankt-vitus.de zur Verfügung.