Schlagwort: Arbeitsmarkt

  • Wirtschaftsranking des IW: Mönchengladbach fällt weiter zurück

    Wirtschaftsranking des IW: Mönchengladbach fällt weiter zurück

    Grüne sehen verfehlte Arbeitsmarktpolitik als Ursache

    „Dies ist das Ergebnis verfehlter Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsförderungspolitik in unserer Stadt.“ sagt Marcel Klotz, Sprecher des Arbeitskreis Wirtschaft der Grünen in Mönchengladbach. „Hier spiegelt sich wider, dass neue Jobs im Billiglohnbereich der Logistik keinen lohnenden Wert bei den Löhnen und damit Kaufkraft bringen. Somit auch keinen Effekt auf das wirtschaftliche Wachstum.“

    Dies korreliert zu der Aussage von Angela Schoofs, Leiterin der Arbeitsagentur Mönchengladbach, die bereits am 5.1.2020 in der Rheinischen Post feststellte: „Bei den meisten Anstellungen in der Logistikbranche handelt es sich allerdings nicht um hochbezahlte Stellen für Fachkräfte, sondern um Helferjobs. Diese Zahl ist in der Stadt im vergangenen Jahr durch Amazon um 40 % auf jetzt 4.644 gestiegen, die der Fachkräfte aber um 12,4 % auf 9.521 gesunken.“

    Die Folge: Mönchengladbachs Wachstum verläuft damit unterproportional zum Land oder vergleichbaren Städten. Die Stadt wird damit weniger interessant für Investoren oder Fachkräfte. Ein Kreislauf, der beendet werden muss.

    Zusätzlich sehen die Grünen weitere Negativeffekte sowie einen Teufelskreis: Mangels hochwertiger Jobs sinkt in der Folge das Bildungsniveau, es steigt die Arbeitslosigkeit und die Belastung des kommunalen Haushaltes. Ebenfalls verbrauchen die großen Logistikcenter sehr viele Flächen, die nicht mehr in ausreichendem Maße für höherwertiges Gewerbe zur Verfügung stehen.

    „Wir müssen uns auf die Schaffung höherwertiger Arbeitskräfte konzentrieren. Nur diese schaffen einen echten Mehrwert“, sagt Marcel Klotz, „und sind nur über Stärkung des Mittelstandes im Bereich der Fertigung und der Mönchengladbacher Kernbranchen sowie über eine Bildungsinitiative im Bereich IT zu erreichen.“

    Dazu gehört auch die Bekämpfung der hohen Quote von Schulabgängern ohne Abschluss. Diese ist in Mönchengladbach überdurchschnittlich hoch. Auch hier gilt es, schulische und dann berufliche Qualifikation zu verbessern und steigern.

    Weitere Maßnahmen sehen die Grünen im Bereich der Transformation zu nachhaltigen Geschäftsmodellen und in der Unterstützung von StartUps. Ebenfalls ist die Hochschule als Katalysator zwischen Wissenschaft und Industrie ein wichtiger Faktor in dem Aufbau eines attraktiven Wirtschaftsstandort. Die Grünen werden zu diesem Thema während des Wahlkampfes und im neuen Rat aktiv weitere Vorschläge einbringen.

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  • Grenzüberschreitende Zusammenarbeit für die Grenzregion unentbehrlich- mit Fotogalerie

    Grenzüberschreitende Zusammenarbeit für die Grenzregion unentbehrlich- mit Fotogalerie

    Am Freitag, den 23. November, besuchten die EU-Parlamentarier Sven Schulze und Jeroen Lenaers den GrenzInfoPunkt (GIP) der euregio rhein-maas-nord in Mönchengladbach sowie das Maastricht International Center (MIC) der Euregio Maas-Rhein. Anlass für den Besuch war, die hohe Bedeutung guter Zusammenarbeit in der deutsch-niederländischen Grenzregion sowie die Erfordernisse verlässlicher Informationsbeschaffung für Expats und Grenzarbeiter zu besprechen. Während ihres Besuchs in Mönchengladbach führten die EU-Parlamentarier ein ausführliches Gespräch mit Studierenden verschiedener grenznaher Hochschulen und Universitäten, um so die aktuellen Erwartungen junger Menschen an Europa und die für sie wichtigsten Themen zu erfahren.

    Beide Herren setzen sich selbst für die Verringerung von Grenzbarrieren in der Grenzregion ein. Jeroen Lenaers sagte dazu: „GrenzInfoPunkte sind der am besten geeigneten Partner für die Bereitstellung von Informationen auf regionaler und lokaler Ebene. Gerade weil sie über das Wissen zu bestimmten Themen verfügen, das Arbeitnehmern und Arbeitgebern auf dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt weiterhelfen kann.“ Sven Schulze ergänzte, es sei „sehr schön zu sehen, dass die GrenzInfoPunkte zusammen mit anderen regionalen Partnern versuchen, die grenzüberschreitende Mobilität in der Region zu fördern“.

    Über den kürzlich von CDA-Europaparlamentarier Jeroen Lenaers veröffentlichten Bericht zur Gründung einer Europäischen Arbeitsbehörde hat die Kommission für Beschäftigung, Soziales und Integration bereits positiv abgestimmt. Eine europäische Arbeitsbehörde müsse den Arbeitsmarkt gerechter machen. „Das ist dringend nötig”, so Jeroen Lenaers. In den vergangenen zehn Jahren habe sich der Anteil ‚mobiler Arbeitnehmer‘ verdoppelt: Ungefähr 17 Millionen Menschen arbeiten momentan nicht in dem Land, in dem sie wohnen oder aus dem sie ursprünglich kommen und es werden zukünftig immer mehr werden. „Die Versorgung mit Informationen ist wichtig, um die Bürger über ihre Rechte und Pflichten aufzuklären“, erklärte er. „In den Niederlanden und Deutschland ist dieses Wissen bereits in hohem Maße durch die GrenzInfoPunkte gesichert“, so Jeroen Lenaers.

    CDU-Europarlamentarier Sven Schulze ist am Änderungsvorschlag zur Europäischen Verordnung für Soziale Sicherheit (Vo. 883/2004) beteiligt: Ein wichtiges Dossier, das Änderungswünsche für beispielsweise die Ausbezahlung von Arbeitslosen- und Kindergeld einbringt – Themen, die besonders für die Grenzregionen von großer Bedeutung sind. Eine gute Koordination der Gesetzgebung innerhalb Europas ist unabdingbar. „Wer auf der anderen Seite der Grenze arbeiten will, darf nicht zwischen die Stühle geraten, doch auch Missbrauch muss vermieden werden.“, so Sven Schulze.

    Europa muss die Meinungen von 28 Mitgliedsstaaten berücksichtigen. Dadurch ist es nicht immer einfach, die ideale Lösung zu finden. Wer grenzüberschreitend aktiv wird, muss sowohl Vor- als auch Nachteile akzeptieren. „Mit einer guten Beratung sollte jedem Bürger geholfen sein”, fasst Schulze zusammen. „Ich bin sehr glücklich über die GrenzInfoPunkte an der deutsch-niederländischen Grenze.“ Sie machen für die Bürger den entscheidenden Unterschied.

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  • Koalitions-Sondierer in Berlin werfen mit Nebelkerzen –  Forderung des BDH: Grundrente von monatlich 1.000 Euro

    Koalitions-Sondierer in Berlin werfen mit Nebelkerzen –
    Forderung des BDH: Grundrente von monatlich 1.000 Euro

    Die Vorsitzende des BDH Bundesverband Rehabilitation e.V., Ilse Müller, fordert angesichts der jüngsten Rentendebatten einen unverstellten Blick auf die Realität am Arbeitsmarkt und die in der Folge prekärer Arbeitsverhältnisse wachsende Altersarmut. Die Rentenpolitik müsse mit wirksamen Instrumenten wie einer wirtschaftlichen Teilhabegarantie durch eine Garantierente der Erosion der klassischen Erwerbsbiografie entgegensteuern:

     „Die Diskussionen um die Rückabwicklung von Mütterente und Rente mit 63 zeigen, dass die zuständigen Fachpolitiker in den Sondierungsgesprächen das grundsätzliche Problem der Altersarmut nach wie vor umsteuern und Nebelkerzen werfen. Wenn eine Jamaika-Koalition einen sozialpolitischen Fußabdruck mit längerer Halbwertzeit hinterlassen will, wäre eine Garantierente eine ideale Wahl. Es ist unakzeptabel, eine wachsende Zahl von Geringverdienern und Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien zielsicher mit Minirenten abzuspeisen und zuzulassen, dass der bereits heute erkennbare soziale Graben weite Teile der kommenden Rentnergeneration ökonomisch und sozial ausgrenzt“, warnt Müller.

     Die klare Tendenz zu häufigen Jobwechseln und Phasen von Arbeitslosigkeit sowie temporärer Selbständigkeit benötige ein sozialpolitisches Korrektiv, das wirtschaftliche Risiken im Alter abfedere. Eine sichere Grundrente von monatlich 1.000 Euro, in der Folge an die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt, wäre eine wegweisende Rahmensetzung für die Zukunft und würde die deutsche Rentenpolitik in das angebrochene Zeitalter einer zunehmend friktionellen Arbeitswelt hieven, so Müller weiter. 

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  • „NRW muss Impulsgeber sein“

    „NRW muss Impulsgeber sein“

    Unmittelbar vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl macht sich der BDH Bundesverband Rehabilitation für mehr Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt stark. Es liege im Interesse aller, atypische Beschäftigung zurückzudrängen und faire Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen, fordert die Vorsitzende des Sozialverbands, Ilse Müller:

    „Grundsätzlich erwarten wir von der Landesregierung des größten deutschen Bundeslandes einen deutlichen Impuls zur Stärkung der Arbeitnehmerrechte im gesamten Bundesgebiet. Ein solches Bekenntnis muss unbedingt zum Leitbild der neuen Landesregierung werden und den Geist des Koalitionsvertrags ausmachen. Die hohe Quote an Minijobs, fehlende Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle sowie unbezahlte Urlaubszeiten im Minijobsegment in NRW rufen ordnungspolitische Korrekturen auf den Plan, da sie typische Merkmale strukturschwacher Regionen Deutschlands sind. So funktioniert wirtschaftlicher Abstieg per Gesetz. Das Superwahljahr 2017 bietet eine ausgezeichnete Diskussionsplattform, um die entscheidende Frage nach dem Wert von Arbeit offen zu erörtern und für sozialen Zusammenhalt und Fairness unter den verschiedenen Interessengruppen zu werben. Unterm Strich müssen mehr sozialversicherungspflichtige Jobs her. Daran sollte sich die Wirtschaftspolitik in Bund und Land messen lassen.“

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  • Ruhestand bleibt für viele Theorie – Altersarmut ist Realität

    Die wirtschaftliche Situation zwingt eine wachsende Zahl von Rentenbeziehern zur Erwerbstätigkeit.
    Dazu erklärt die Vorsitzende des BDH Bundesverband Rehabilitation e.V., Ilse Müller:
    „Wer den boomenden Arbeitsmarkt kritiklos und undifferenziert als Lösung unserer sozialen Probleme feiert, verkennt die strukturellen Probleme prekärer Beschäftigung und zu geringer Rentenbezüge.
    Die Beschäftigungslage unter Älteren zeigt: Altersarmut ist weder eine abstrakte Größe, noch ist es eine politische Leerformel.
    Für immer mehr Rentnerinnen und Rentner ist Altersarmut Realität, die sie über den Ruhestand hinaus zur Erwerbstätigkeit zwingt.

    Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass etwa zwei von fünf erwerbstätigen Rentnern auf zusätzliches Einkommen existenziell angewiesen ist. Dies ist unakzeptabel und kann für die Politik nur zweierlei bedeuten:
    Erstens ist es höchste Zeit das Grundsicherungsniveau dem tatsächlichen Geldbedarf anzupassen und dabei im Besonderen steigende Mieten und Energiekosten zu berücksichtigen. Als zweite Sofortmaßnahme muss es gelingen, ein weiteres Absinken des Rentenniveaus zu stoppen. Moderate Beitragssteigerungen sind unvermeidlich. Die Politik muss dies offen kommunizieren, um das Vertrauen in die umlagefinanzierte Rentensystematik zu stärken und nicht als unehrlich wahrgenommen zu werden.“

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  • Verstetigung des Mindestlohns ist richtungsweisend

    Verstetigung des Mindestlohns ist richtungsweisend

    Der BDH Bundesverband Rehabilitation begrüßt die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohnniveaus und sieht in der tarifbezogenen Indexierung der Berechnung einen guten Weg, Sozialpolitik auf dem Arbeitsmarkt zu verstetigen. Verbandsvorsitzende Ilse Müller erklärt dazu:

    „Die jüngsten Arbeitsmarktberichte zeigen, dass die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns nicht nur keine Jobs gekostet hat, sondern stabilisierend auf den Arbeitsmarkt einwirkt. Immerhin sind etwa fünf Millionen Menschen betroffen, die nun höhere Einkommen realisieren. Deutschland steuert mit über 43 Millionen Erwerbstätigen auf immer neue Rekordwerte zu, hat es  aber in der Vergangenheit versäumt, diesen Erfolg auf Tarifebene auch wirtschaftlich umzumünzen. Da ist es nur gerecht, am unteren Ende der Lohnskala nachzusteuern und Menschen für ihren Erwerbseinsatz stärker zu entlohnen. Allerdings wird der Mindestlohn die heranrollende Welle lohnbedingter Altersarmut auch nicht aufhalten können, weshalb der Einsatz ergänzender Transferinstrumente aus dem Bereich der Grundsicherungsleistungen gleichfalls nachzuverhandeln ist.“

    Dennoch sieht die Vorsitzende des Sozialverbands das Prozedere auf dem richtigen Weg, das in einer Institutionalisierung der Mindestlohnfindung langwierige Tarifstreitigkeiten zu vermeiden hilft: „Die Bindung des Mindestlohns an die allgemeine Entwicklung der Tariflöhne hat sich bewährt. Es tritt so ein Automatismus ein, der die Mindestlohnfindung aus dem politischen Gezerre herausbricht und gleichzeitig Planungssicherheit für die Beschäftigten und Unternehmen schafft. Sollte sich das Verfahren schon bald eingespielt und etabliert haben, können weitere Schritte folgen, den Arbeitsmarkt gerechter zu gestalten, um einer wachsenden Zahl von Menschen größere ökonomische Perspektiven zu eröffnen.“

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