Schlagwort: Rheinisches Revier

  • Wie soll das Rheinische Revier morgen aussehen?

    Wie soll das Rheinische Revier morgen aussehen?

    Zivilgesellschaft und Zukunftsagentur treten bei 5. Entwicklungskonferenz in direkten Austausch über regionale Raumplanung, Wirtschaft und Kultur.

    Miteinander statt übereinander reden, um die Kräfte auf eine gemeinsam getragene Zukunft des Rheinischen Reviers zu konzentrieren: Das ist der Ansatz der 5. Entwicklungskonferenz am Freitag, 2. Juni, von 15 bis 19 Uhr in der Fabrik für Kultur & Stadtteil, Binsfelder Str. 77 in Düren.

    Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, steht zu wichtigen Fragen der Regionalentwicklung Rede und Antwort.
    Wie sieht das Raumkonzept der Agentur fürs Revier nach 2030 aus?
    Wie sollen sich nach ihren Vorstellungen der Kultur- und der Wirtschaftsraum verändern?
    Seine Impulse im konstruktiv-kritischen Dialog abzugleichen mit weiteren Fragen aus der Zivilgesellschaft, ist das Angebot der Veranstaltung.

    Zu dieser lädt ein breites Bündnis von Kirchen, Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbänden aus Rheinischem Revier und Nordrhein-Westfalen ein.
    Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung unter superintendentur.juelich@ekir.de
    gebeten.

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  • Flächen für die Natur sichern und Biotopverbund umsetzen

    Flächen für die Natur sichern und Biotopverbund umsetzen

    Im Rheinischen Revier, Europas größtem Braunkohleabbaugebiet, sind die Tage der monströsen Schaufelradbagger gezählt.

    Mit dem Kohleausstieg 2030 stehen Wirtschaft, die Menschen in der Region und die Natur vor gewaltigen Veränderungen. Bund und Land haben sich zum Ziel gesetzt, die anstehende Transformation mit vielen Milliarden Euro zu gestalten.
    Nun trafen sich auf Einladung der drei nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und der Naturschutzbund (NABU) erstmals Kommunen, Fachakteure und Naturschutzgruppen aus den Regionen, um sich darüber zu verständigen, wie der Schutz von Lebensräumen und der Erhalt der Artenvielfalt bei den Planungsprozessen vor Ort sichergestellt werden kann.

    Und das sei bitter nötig, denn bislang falle die Bilanz der über zweijährigen Planungen und Aktivitäten aus Sicht des Naturschutzes leider düster aus, so die Naturschutzverbände. Kommunen und das Land planten mit fata­lem Eifer neue Gewerbegebiete, Industrieanlagen, Wohnbebauung und entsprechende Infrastruktur. Ergebnis: Der Freiflächen-, wie der Naturschutz drohen völlig unter die Räder zu geraten. Dabei sei der Schutz von Lebensräumen und deren effektive Vernetzung durch Biotopverbundstrukturen kein „Nice-to-have“, sondern eine gesetzliche Pflichtaufgabe. Richtungsweisend seien hier die Vorgaben der EU-Biodiversitätsstrategie 2030, die vorsieht 30 Prozent der jeweiligen Landesfläche für den Biotopverbund zu sichern. Es ginge also nicht um das „ob“, sondern nur um das „wie“.

    Um Flächen für die Natur zu sichern und den Biotopverbund im Rheinischen Revier für die Zukunft zu stärken, lassen BUND, LNU und NABU NRW im Rahmen des vom Wirtschaftsministerium geförderten Projektes „Grundlagenkonzept Biotopverbund Rheinisches Revier“ aktuell eine eigene detaillierte Fachplanung für einen funktionsfähigen Biotopverbund in der Region erstellen. Basis der Planung sind die Fachbeiträge des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zum Naturschutz und zur Landschaftspflege. Für die Umsetzung von konkreten Biotopverbundplanungen vor Ort seien aber detailliertere Entwürfe notwendig. Zudem werde das gemeinsame Projekt von BUND, LNU und NABU auch Biotopverbundstrukturen in urbanen Räumen berücksichtigen, erklärten die Verbände.

    Ziel von BUND, LNU und NABU sei es, gemeinsam mit den Kommunen, dem Fachwissen lokaler Naturschutzakteure über wichtige Lebensräume und gefährdete Arten in der Region und den auf Landesebene Handelnden einen Biotopverbund für das Rheinische Revier zu gestalten, der umfassend notwendige Verbindungskorridore und essentielle Lebensräume berücksichtigt und so die Artenvielfalt sichert.

    Das Projekt „Grundlagenkonzept Biotopverbund Rheinisches Revier“ startete im September 2022 mit der Vergabe der Planungsleistung an das Planungsbüro Gesellschaft für Umweltplanung und wissenschaftliche Beratung GbR mit Sitz in Bonn. Neben der Biotopverbundplanung der Naturschutzverbände sind mehrere begleitende Workshops vorgesehen, die die frühzeitige Einbindung der Landesakteure wie auch der Kommunen und regionaler Natur- und Umweltgruppen sicherstellen und so eine zeitnahe und qualitativ hochwertige Umsetzung des Biotopverbunds ermöglichen soll. Das auf ein Jahr angelegte Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

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  • Neue Impulse für die Nutzung der Tagebaue nach dem Kohleausstieg: Rheinisches Revier soll eigene Tourismusstrategie erhalten

    Neue Impulse für die Nutzung der Tagebaue nach dem Kohleausstieg: Rheinisches Revier soll eigene Tourismusstrategie erhalten

    Der Tourismus soll für neue Arbeitsplätze im Rheinischen Revier sorgen. Die Landkreise in der Region und die Stadt Mönchengladbach wollen daher die Chancen des Strukturwandels für Tourismus und Naherholung künftig verstärkt nutzen.

    So steht es in einer gemeinsamen Absichtserklärung, die von den Verwaltungsspitzen heute (22. März) bei der Abschlussveranstaltung des Förderprojekts „Innovationsnetzwerk Tourismus Rheinisches Revier“ in Kerpen unterzeichnet wurde.

    „Die Absichtserklärung ist ein wichtiger Meilenstein auf dem langen Weg zu einer möglichen Tourismusregion Rheinland. Darauf aufbauend können wir jetzt die Eckpfeiler für die strategische Entwicklung setzen, um die Region auch weiterhin zu einem attraktiven Lebens- und Arbeitsraum zu machen und gleichzeitig Besucher anzuziehen. Wichtig ist es uns, ein abgestimmtes Tourismuskonzept für den Gesamtraum zu entwickeln“, sagte Frank Rock, Landrat des Rhein-Erft-Kreises, nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung mit seinen Kollegen aus den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg, dem Rhein-Kreis Neuss, der StädteRegion Aachen und der Stadt Mönchengladbach. In den kommenden Jahren sollen nun in Kooperation mit dem Land Nordrhein-Westfalen, der Zukunftsagentur Rheinisches Revier sowie der Freizeitwirtschaft und dem Gastgewerbe erste sichtbare touristische Akzente gesetzt werden. Gemeinsame Leuchtturm­projekte und attraktive Naherholungsangebote sollen schon während der Füllphase der Tagebauseen dazu beitragen, das Wir-Gefühl und die regionale Identifikation der im Revier lebenden Menschen zu stärken. Zugleich ist geplant, sich mit dem Aufbau einer touristischen Koordinierungs- und Vernetzungsstelle zu befassen.

    Die Schlüsselrolle bei der freizeitwirtschaftlichen Entwicklung könnte weiterhin das Innovations­netzwerk Tourismus spielen. In den vergangenen drei Jahren hat das vom Rhein-Erft Tourismus e. V. koordinierte Förderprojekt die Teilregionen miteinander vernetzt und die Grundzüge einer möglichen gemeinsamen Tourismus-Vision 2050 erarbeitet: Das Revier soll demnach zu einer zukunfts­weisenden, klimafreundlichen und barrierefreien Urlaubsdestination werden. Die Absichtserklärung bildet jetzt die Grundlage für eine mögliche Fortsetzung des Projekts. Viele Tourismus-Experten sind sich einig, dass der Charakter der Region nicht nur von dem sich verändernden Landschaftsbild und der zukünftigen Seenlandschaft geprägt wird. Auch die Bergbau- und Industriegeschichte spielt eine wichtige Rolle und soll daher an mehreren Orten für unterschiedliche Zielgruppen erlebbar werden. Das Wo und Wie könnte unter dem Titel „Strategiekonzept Tourismusentwicklung im Rheinischen Revier“ im Rahmen des Innovationsnetzwerks erarbeitet werden. Ein entsprechender Förderantrag ist gestellt. Die Region hofft auf schnelle Bewilligung. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das touristische Vorhaben im Rheinischen Revier ausdrücklich. „Wir freuen uns, dass mit dem Rheinischen Revier ein weiteres attraktives Reiseziel im Land im Sinne der Landestourismusstrategie NRW entstehen kann. Mit der zukünftigen Seenlandschaft und dem reichen Industrieerbe hat die Region großes Potenzial, das es zu entwickeln gilt“, sagte Frank Butenhoff, Leiter des Referats für Tourismus, Hotellerie, Gastronomie beim NRW-Wirtschafts­ministerium, im Rahmen der Abschlussveranstaltung. Besonders groß ist in der Region das Interesse daran, die Natur und Landschaft im Wandel zu inszenieren und neue Angebote in den Tagebaufolgelandschaften zu entwickeln. Laut einer 2021 durchgeführten Online-Umfrage, an der rund 200 Fachleute und 400 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen, sehen fast zwei Drittel der Befragten in der Entstehung der Rheinischen Seenlandschaft zwischen Niederrhein und Eifel die größten Potenziale im Revier. Hintergrund Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) geförderten Projekts „Innovationsnetzwerk Tourismus im Rheinischen Revier“ (2019–2022) haben sich erstmals Partner aus dem gesamten Rheinischen Revier zusammengeschlossen, um die touristische Entwicklung der Strukturwandelregion voranzubringen. Das Projekt wird unter Koordination des Rhein-Erft Tourismus e. V. gemeinsam mit Partnern aus den Landkreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg, dem Rhein-Erft-Kreis, dem Rhein-Kreis Neuss, der StädteRegion Aachen und der Stadt Mönchengladbach sowie dem Grünmetropole e. V., dem indeland Tourismus e. V., der Neuland Hambach GmbH, dem Zweckverband Landfolge Garzweiler und der Zukunftsagentur Rheinisches Revier durchgeführt.

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  • Andreas Terhaag: Neue Leitentscheidung schafft zukunftsfeste Rahmenbedingungen für das Rheinische Revier

    Andreas Terhaag: Neue Leitentscheidung schafft zukunftsfeste Rahmenbedingungen für das Rheinische Revier

    Andreas Terhaag, FDP, MdL zeigt sich zufrieden mit der getroffenen Leitentscheidung:

    „Die Leitentscheidung 2021 ist ein Schritt in die richtige Richtung.
    Zum einen gibt sie den Anwohnern der Dörfer Keyenberg, Berverath, Kuckum sowie Ober- und Unterwestrich, die dort wohnen bleiben möchten, eine Bleibeperspektive falls das Areal 2026 aus dem Abbauplan herausfällt und zum anderen werden mit der Entscheidung proaktiver Umwelt- und Klimaschutz und zugleich eine planungssichere Wirtschaftspolitik betrieben.
    Auch für meine Heimatstadt Mönchengladbach ist die Leitentscheidung bedeutend. Die Abbaukante südlich vom Stadtteil Wanlo wird einige Jahre hinausgezögert, wenn nicht gar gänzlich verhindert. Damit bleiben die Anwohner*innen zunächst vom Tagebau in unmittelbarster südlicher Nachbarschaft verschont. Und selbst wenn die Dörfer noch abgebaggert werden sollten, so verschiebt sich die Abbaukante des Tagebaus auf eine Distanz 500 Meter südlich von Wanlo.
    Die neue Leitentscheidung spart zusätzliche 1,2 Mrd. Tonnen CO2-Emissionen ein, was ein unglaublicher Beitrag zum Klimaschutz ist. Gleichfalls ist die Erhaltung des Hambacher Forsts ein schönes Zeichen. Dieser erhält nun die Chance in einen biodivers hochwertigen Wald umgewandelt zu werden. Insgesamt können alle Beteiligten mit der Entscheidung zufrieden sein.
    Die Dörfer erhalten eine realistische Bleibeperspektive, dem Klima- und Umweltschutz wird ein starker Beitrag gezollt und wirtschaftliche Planbarkeit wird gewährleistet. Damit ist es der Landesregierung gelungen, Klarheit zu schaffen und Spekulationen zu beenden.
    Die neue Leitentscheidung ist eine Basis für nachhaltige Entwicklung des Rheinischen Reviers.
    Ich bin überzeugt davon, dass die Region zum Vorreiter und Vorbild für andere wird.“

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