Schlagwort: Starkregen

  • Ist mein Haus von Starkregen bedroht – und was kann ich dagegen tun?

    Ist mein Haus von Starkregen bedroht – und was kann ich dagegen tun?

    Oder auch – wer sonst könnte etwas dagegen tun?

    Stadt veröffentlicht Infoportal und Web-App zum Thema Starkregen. Das Informationspaket ist Teil des städtischen Starkregen-Risikomanagements

    Die Stadt Mönchengladbach hat auf ihrer Website ein Starkregen-Infoportal veröffentlicht. Unter der Adresse https://stadt.mg/starkregen können Bürgerinnen und Bürger ab sofort neben allgemeinen Informationen und Vorsorgetipps auch ganz konkrete Aussagen darüber erhalten, wie gefährdet ihre Immobilie bei Starkregenereignissen ist. Möglich macht das eine dort verlinkte Web App, die ein außergewöhnliches Starkregenereignis in einer bisher nicht verfügbaren Detailtiefe simuliert.

    Konkret kann man in der Web-App jede beliebige Stelle im Stadtgebiet aufrufen und für diese einen zweistündigen Zeitraum simulieren: eine Stunde Blockregen mit 5 cm Niederschlagshöhe sowie eine weitere Stunde Nachlaufzeit. Dargestellt werden Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten, wie sie bei einem solchem außergewöhnlichen Starkregenereignis auftreten, das statistisch gesehen bisher nur alle hundert Jahre auftritt. Im Rahmen des Klimawandels häufen sich solche „Jahrhundertereignisse“ allerdings. Um die Geschehnisse so gezielt simulieren zu können, war einiges an Datenverarbeitung erforderlich. Insgesamt drei Wochen haben Hochleistungsrechner an der Simulation gerechnet.

    Präsentierten das neue Infoportal und die Web-App (v.l.): Wolfgang Reichert, Fachbereich Umwelt, Claudia Schwan-Schmitz, Technische Beigeordnete, Olaf Holtrup, stellvertretender Fachbereichsleiter Umwelt. (© Stadt Mönchengladbach)

    „Das Besondere ist, dass wir nicht einfach ein Vorher-Nachher-Bild mit blau eingefärbten Überflutungsflächen zeigen“, erklärt Projektleiter Wolfgang Reichert aus dem Fachbereich Umwelt. „Vielmehr kann man sich in unserer Anwendung veranschaulichen, wie viel Wasser kommt, wie schnell es kommt und aus welcher Richtung es kommt“, so Reichert weiter. Für Gebäudeeigentümer beinhaltet die Karte damit nicht nur eine Aussage darüber, ob sie ihr Gebäude für Starkregenereignisse wappnen müssen, sondern auch, an welcher Stelle ihres Grundstücks sie gezielt ansetzen können. „Eine zielgerichtet platzierte Abstufung oder Ablaufrinne in der Einfahrt kann unter Umständen schon Wunder wirken“, so Reichert.

    Risiken von Starkregen erkennen und begegnen Bereits seit einiger Zeit werden verwaltungsintern Gefahrenkarten für unterschiedlich stark ausgeprägte Starkregenereignisse verwendet. Sie sind ein weiteres Standardwerkzeug, insbesondere im Bereich des Planens und Bauens. Die Stadt hat sie gemeinsam mit dem beauftragten Dienstleister, der Hydrotec GmbH, als einen Baustein ihres Starkregen-Risikomanagements erstellen lassen.

    Mit der animierten Web-App ist nun darüber hinaus ein Produkt entstanden, das Bürgerinnen und Bürgern hilft, das individuelle Risiko für ihr Gebäude einzuschätzen. Aber auch die Verwaltung hat die Starkregengefahren für eine strukturierte Risikoanalyse herangezogen. Von insgesamt 4.000 „kritischen Objekten und Infrastruktureinrichtungen“ wurden in einer umfassenden Auswertung 470 identifiziert, die potentiell stark von Starkregen betroffen wären, darunter Altenheime und Kindergärten, Trafostationen, Gewerbeanlagen oder Unterführungen.

    In der dritten und letzten Phase wurden geeignete Maßnahmen für eine gezielte Gefahrenabwehr und Risikominimierung entwickelt. So müssen etwa kommunale Flächen vorgehalten werden, in denen sich das Wasser sammeln kann. Auch bauliche Maßnahmen bilden ein Handlungsfeld. Dazu können etwa Festsetzungen in Bebauungsplänen gehören oder der Rückbau von Versiegelung, damit das Wasser im Extremfall nicht die Straße runterrauscht. Und auch ein Krisenmanagement für den Ernstfall muss aufgebaut werden. Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld ist die Informationsvorsorge. Darunter fallen beratende Gespräche mit den Eigentümern der betroffenen kritischen Infrastruktureinrichtungen. Aber auch Informationen für Bürgerinnen und Bürger sind wichtige Bestandteile.

    Die Technische Beigeordnete Claudia Schwan-Schmitz sieht in dem nun veröffentlichten Starkregen-Infoportal (https://stadt.mg/starkregen) einen wichtigen Schritt in der Informationsvorsorge: für die Bürgerinnen und Bürger Mönchengladbachs: „Es ist sowohl eine Aufgabe der Gemeinschaft als auch eines jeden Einzelnen die Gebäude und Grundstücke so zu gestalten, dass sie bei einem außergewöhnlichen Starkregenereignis möglichst keinen oder geringen Schaden nehmen. Als Stadt schaffen wir mit diesen Handreichungen die Rahmenbedingungen, die noch mehr Planungssicherheit bieten. Das neue Infoportal und die Starkregengefahrenkarte sind für Eigentümerinnen und Eigentümer definitiv einen Blick wert!“

    Baustein der Klimafolgenanpassung

    Neben dem Starkregenrisikomanagement arbeitet die Stadtverwaltung derzeit am Aufbau eines Konzepts zum Umgang mit sommerlicher Extremhitze. Starkregen und Hitze sind Wetterphänomene, die sich in Folge des Klimawandels häufen und damit eine zunehmende Gefahr für das öffentliche Leben darstellen. Das städtische Klimaanpassungskonzept mit den Bestandteilen Hitze und Starkregen soll Wege zum Umgang mit dieser Entwicklung aufzeigen und bildet so einen Baustein der öffentlichen Daseinsvorsorge.

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  • Niersverband: Lange Trockenheit bereitet Sorge

    Niersverband: Lange Trockenheit bereitet Sorge

    Die lange Trockenheit bereitet dem Niersverband große Sorge. Aufgrund der geringen Wasserführung in der Niers könnte ein heftiger Starkregen, bei dem es zu Abschlägen aus dem Kanal kommen kann, zu einem Fischsterben führen.

    Dies ist insbesondere dann kritisch, wenn die Niers durch längere Trockenperioden – so wie wir sie momentan haben – wenig Wasser führt. Gerade bei hohen Temperaturen heizt sich dann das Gewässer schneller auf, der Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt. Außerdem haben sich während der Trockenphase überall im Kanalnetz Ablagerungen gebildet. Ein starker Regen kann diese wegschwemmen. Somit könnten diese Ablagerungen bei einem möglichen Abschlag auch ins Gewässer gelangen. Der Abbau dieser Substanzen verbraucht weiteren Sauerstoff, so dass der Sauerstoffgehalt im Wasser weiter sinkt und es zu lokalem Fischsterben kommen kann.

    „Die Situation in diesem Sommer ist derzeit kritischer als im Juli 2010,“ äußert sich Verbandsvorstand Prof. Dietmar Schitthelm besorgt. Damals folgte auf eine ca. sechs Wochen andauernde Trockenperiode ein ausgeprägtes Starkregenereignis im Bereich Mönchengladbach. Die Sauerstoffkonzentration fiel auf 0,0 mg/l und hat sich erst zwischen Grefrath und Wachtendonk wieder erholt. Das Ergebnis war 2010 ein heftiges Fischsterben. Sollte es in der nächsten Zeit zu Starkregenereignissen kommen, steigt die Gefahr eines Fischsterbens. „Wir hoffen, dass dies nicht geschieht“, betont Schitthelm. „Leider haben wir wenig Möglichkeiten, in solchen Situationen ein Fischsterben zu verhindern“ so Schitthelm weiter. „Im optimalen Fall wünschen wir uns einen mehrtägigen Landregen von 3-4 l/m² am Tag. Dieser würde die Ablagerungen der Kanäle in die Kläranlagen schwemmen und eine vollständige Reinigung ermöglichen.“

    Die Gewässerqualität der Niers hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, sodass man mittlerweile wieder mehr als 30 Fischarten in der Niers zählt. Sollte dennoch der schlimme Fall eines Fischsterbens eintreten so besitzt die Niers von daher ein gutes Potenzial, das Voraussetzung für eine schnelle Erholung der Fischgemeinschaft im Gewässer ist.

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  • Erstmals Wasser im neuen Hochwasserrückhaltebecken Geneicken – Starkregen führte zum Teileinstau

    Erstmals Wasser im neuen Hochwasserrückhaltebecken Geneicken –
    Starkregen führte zum Teileinstau

    Das Starkregenereignis, das am späten Donnerstag Nachmittag über Mönchengladbach hinweg zog, führte zum ersten Teileinstau des neuen Hochwasserrückhaltebeckens in Geneicken.
    Die Niederschläge verursachten eine Hochwasserwelle, die am neuen Nierswehr die automatische Steuerung anspringen und die Wehröffnungen in der Niers teilweise verschließen ließ. Rund 30.000 m³ Hochwasser flossen in das seitlich gelegene Hochwasserrückhaltebecken. Der Einstau dauerte nur kurz und am nächsten Tag war bis auf einige Tümpel und flach gespülten Uferbewuchs an der Niers nicht mehr viel zu sehen.

    Foto: Niersverband

    Wäre das Zentrum des Starkregens mit ca. 50 mm Niederschlag innerhalb einer Stunde etwas weiter südlich, also im direkten Einzugsgebiet des Hochwasserrückhaltebeckens gefallen, so wäre der Einstau deutlich größer und länger gewesen.

    Im Becken können bis zu 220.000 m³ Wasser zwischen gespeichert werden.

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