Schlagwort: Altersarmut

  • Altersarmut bleibt im Aufwärtstrend

    Altersarmut bleibt im Aufwärtstrend

    Anlässlich der gestern veröffentlichten Daten des Statistischen Landesamts zu Mindestsicherungsleistungen macht der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen deutlich, dass immer mehr Rentner*innen am Existenzminimum leben.

    Schleichend rutschen vermehrt alte Menschen in die Armut.
    Die Zahl ist um 0,4 Prozent zwar nur leicht gestiegen, aber es ist der höchste Wert aller Zeiten.

    Der VdK NRW stellt aufgrund dieser alarmierenden Daten fest: „Seit rund 15 Jahren steigt die Zahl der Betroffenen kontinuierlich an – und ein Ende dieser Entwicklung ist weiterhin nicht in Sicht“, so Horst Vöge.
    Dabei sehe er zusätzlich das Problem der „verdeckten Armut“.
    Der VdK NRW geht von einer hohen Zahl an Menschen aus, die Hemmungen haben, Grundsicherung zu beantragen – obwohl sie eigentlich Anspruch darauf hätten.

    Wegen der Corona-Pandemie befürchtet der VdK NRW außerdem eine weitere Zunahme der Altersarmut. „Viele ältere Menschen sind gezwungen, sich zu ihrer kleinen Rente noch etwas hinzuzuverdienen, doch durch die Corona-Pandemie sind zahlreiche Minijobs weggebrochen und der Zuverdienst bleibt aus. Die Pandemie trifft die Ärmsten besonders hart. Die aktuellen Herausforderungen können wir als Gesellschaft nur gemeinsam meistern – indem wir mehr denn je füreinander einstehen“, so Horst Vöge.

    Zur Bewältigung dieser Probleme fordert der VdK NRW unter anderem, dass geringe Renten aufgewertet werden, der Mindestlohn auf 12,80 Euro steigt sowie eine gerechtere Lastenverteilung.

    Die Einführung einer Vermögensabgabe sowie einer Digital- und Finanztransaktionssteuer muss kommen. Es darf doch nicht sein, dass viele Konzerne staatliche Mittel abschöpfen, während gerade ältere Menschen, Alleinerziehende und deren Kinder sowie Niedriglohnbezieher nicht genug Geld zum Leben haben!

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  • In Mönchengladbach droht 22.014 Menschen Armut im Alter

    In Mönchengladbach droht 22.014 Menschen Armut im Alter

    Wenige Tage vor der Bundestagswahl warnt der DGB Stadtverband Mönchengladbach vor steigender Altersarmut.

    In Mönchengladbach verdienten Ende vergangenen Jahres 22.014 Beschäftigte (Vollzeit, ohne Auszubildende) weniger als 2.500 Euro brutto im Monat. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor.
    Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen.
    Ursache für dieses Problem ist das Senken des Rentenniveaus, das im Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent absinken wird.

    „Wir brauchen als Allererstes eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus auf dem heutigen Stand von 48 Prozent.
    Die Rente muss endlich wieder Schritt halten mit der Entwicklung der Löhne“, sagt Stadtverbandsvorsitzender Emrah Bektas.
    „In einem weiteren Schritt muss das Rentenniveau wieder angehoben werden – etwa auf 50 Prozent. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen am Ende eines jahrzehntelangen Berufslebens für ihre Arbeit immer weniger Rente bekommen.“

    Nach geltendem Recht soll das sinkende Rentenniveau durch private Altersvorsorge ausgeglichen werden. Bektas sieht das kritisch: „ Aus den letzten 15 Jahre wissen wir: Riester ist gescheitert. Deshalb brauchen wir einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Das Thema darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, es muss jetzt gehandelt werden. Es ist eine der großen Zukunftsfragen, wie wir die gesetzliche Rente aufstellen. Die DGB-Gewerkschaften haben klare Anforderungen an die Rentenpolitik formuliert und konfrontieren damit die Mönchengladbacher Kandidatinnen und Kandidaten für den Deutschen Bundestag. Nach der Wahl werden wir die Parteien dann an ihren Aussagen messen.“

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  • Fast die Hälfte der Arbeitnehmer in Mönchengladbach, Krefeld/Viersen und dem Rhein-Kreis Neuss von Altersarmut bedroht

    Fast die Hälfte der Arbeitnehmer in Mönchengladbach, Krefeld/Viersen und dem Rhein-Kreis Neuss von Altersarmut bedroht

    Kann unsere Gesellschaft sich das leisten?
    40 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region Düsseldorf (u. auch der Rhein-Kreis Neuss/Mönchengladbach/Krefeld/Viersen) beziehen ein Bruttoeinkommen von unter 2.500 Euro. Bundesweit sind es 44 Prozent.
    Das geht aus einer Datenauswertung des Eduard Pestel Instituts für Systemforschung im Auftrag der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hervor.
    Rechnet man zu den Gesamtzahlen auch noch die 190.000 Minijobber in der Region Düsseldorf hinzu, verdienen rund 46% Prozent aller Beschäftigten weniger als 2.500 Euro brutto. Darunter fallen auch alle diejenigen, die nicht mehr als den gesetzlichen Mindestlohn und damit nur 1.450 Euro brutto im Monat verdienen. Sie erzielen damit keinen eigenen Rentenanspruch oberhalb der Grundsicherung.
    „Vor allem der wachsende Niedriglohnsektor hat eine negative Wirkung auf das Lohnniveau und folglich auf die Rentenerwartung“, sagte Dominik Kofent, Bezirksgeschäftsführer im ver.di Bezirk Linker Niederrhein .

    Bei einem bereits heute umgesetzten Rentenniveau von nur noch 43 Prozent, das 2030 gesetzlich droht, würden weite Teile der Verdienstgruppe unterhalb von 2.500 Euro bei der Rente auf oder nah an das Grundsicherungsniveau kommen, trotz 45 Beitragsjahren. „Diese Rentenerwartungen sind armutsgefährdend für weite Teile der Bevölkerung, auch der Mittelschichten. Diejenigen, die nur auf 40 oder gar 30 Beitragsjahre kommen, und das sind wegen der Erziehungszeiten vor allem Frauen, rutschen definitiv auf Hartz-IV-Niveau“, warnt Dominik Kofent.

    In der Region Düsseldorf bedeutet das für Rentnerinnen und Rentner im Jahr 2030 nach beispielsweise 40 Beitragsjahren, dass 337Tsd. Menschen (oder 21,9% der Rentenbezieher) mit unter 600€ Rente rechnen müssen. Auf 39% steigt die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die unter 800€ beziehen werden und 18,1% kommen dann aus der Gruppe 800 bis 1000€ hinzu. Nur eine Minderheit von ca. 17,8% der Rentnerinnen und Rentner kann 2030 nach heutigem Wert mit einer Rente von 1500€ und mehr rechnen.

    Aus den bundesweit ermittelten Zahlen geht hervor, dass 62 Prozent der Frauen im Westen und 68 Prozent der Frauen im Osten weniger als 27.500 Euro im Jahr verdienen und damit, auch wenn sie 45 Jahre lang einzahlen, nah an oder unter die Grundsicherungsgrenze rutschen würden. „Da droht millionenfache Altersarmut, wenn es keinen Kurswechsel in der Rentenpolitik gibt“, so der Vorwurf des Gewerkschafters. Dass eine andere Politik möglich sei, zeige ein Blick über die Grenze: Österreich habe in den 2000er Jahren die Teilprivatisierung der Rente nicht mitgemacht. „Statt die Bevölkerung zum Riestern aufzufordern, hat die österreichische Politik die gesetzliche Rente ausgebaut“, sagt Kofent. Das Ergebnis: Die gesetzliche Rente ist im Durchschnitt über 500 Euro höher als in Deutschland. „Eine andere Rentenpolitik ist möglich. Auch bei uns. Es braucht aber den politischen Willen dazu“.

    Während SPD, GRÜNE und Linke Änderungen des Rentenkurses vorsähen, gehe die Union mit einem „Weiter so!“ in die neue Legislaturperiode. „Die Union nimmt damit billigend in Kauf, dass das Rentenniveau auf 43 Prozent sinkt, bei freiem Fall nach 2030“, so Kofent weiter. „Das ist verantwortungslos! Mit einem „Weiter so!“ in der Rentenpolitik droht eine Delegitimierung des gesetzlichen Rentensystems. Deshalb brauchen wir einen Kurswechsel“.

    Nötig seien die Stabilisierung der Rente auf dem jetzigen Niveau von 48 Prozent und eine schrittweise Anhebung auf etwa 50 Prozent. Wer nicht wolle, dass das Rentensystem zerbreche, müsse zudem den Bundeszuschuss in die Rentenkasse erhöhen und die Tarifbindung in Deutschland stärken. „Langfristig führen nur auskömmliche Löhne zu auskömmlichen Renten. Deshalb muss der Gesetzgeber dafür sorgen, dass die Tarifflucht der letzten Jahre aufhört. Sie darf sich für Unternehmen nicht mehr rechnen“, forderte Kofent.

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  • Lebensleistungsrente kann Gerechtigkeitslücke schließen

    Lebensleistungsrente kann Gerechtigkeitslücke schließen

    Der BDH Bundesverband Rehabilitation schließt sich im Kampf gegen Altersarmut der Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) an und fordert die Einführung einer Lebensleistungsrente.

    „Unsere Gesellschaft driftet ökonomisch auf gefährliche Weise auseinander. Gebrochene Erwerbsbiografien, Teilzeitarbeit und Leiharbeit lassen das Fundament unseres Sozialstaats spürbar erodieren. Millionen Betroffenen droht Altersarmut“, warnt die Vorsitzende des Sozialverbands, Ilse Müller.

    Präventive Rentenpolitik müsse diese unakzeptable Gerechtigkeitslücke schließen und dafür sorgen, dass das Rentenalter nicht zur Horrorvorstellung von Millionen Menschen in Deutschland werde, die zwar hart gearbeitet hätten, aber Opfer einer Rentenpolitik würden, die eine Umverteilung von oben nach unten scheue wie der Teufel das Weihwasser, so Müller.
    „Ein weiteres Abschmelzen des Rentenniveaus muss unbedingt verhindert werden. Das könnte die Einführung einer solidarischen und steuerfinanzierten Lebensleistungsrente, die Phasen der Erwerbslosigkeit, Angehörigenpflege und Kindererziehung bei der Rentenermittlung anerkennt, flankieren und im Kampf gegen Altersarmut im unteren Lohnsegment positive Wirkung entfalten. Wir begrüßen daher auch die Pläne der Bundesregierung, dieses Thema in Kürze mit Leben füllen zu wollen und 2017 erste Schritte in diese Richtung zu gehen.“

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  • Massenhafte Altersarmut ist unakzeptabel

    BDH LogoEine halbe Million Senioren bezogen Ende 2013 in Deutschland Grundsicherung.
    Im Vorjahresvergleich erhöhte sich ihre Zahl um 7,4 Prozent. Das meldete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag.
    Ein unhaltbarer Zustand, der an Dynamik gewinnt, befindet die Vorsitzende des BDH Bundesverband Rehabilitation, Ilse Müller, die die Politik zu einer Wende in der Rentenpolitik aufruft: „Unsere Gesellschaft darf nicht akzeptieren, dass die Grundsicherung zur Normalität einer wachsenden Zahl der Rentner wird.
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  • BDH warnt vor rentenpolitischem Schlingerkurs

    Wem außer der Wirtschaft nutzt eine kurzzeitige Senkung des Beitrags um 0,3 % ?

    BDH LogoDer BDH übt Kritik an den Plänen von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, die Beiträge zur Rentenversicherung im kommenden Jahr zu senken: „Unsere Konjunktur steht auf tönernen Füßen und die grassierende Altersarmut ist längst nicht unter Kontrolle gebracht. Die Politik sollte sich der Realität stellen und der Öffentlichkeit deutlich machen, dass die Rentenbeiträge auf lange Sicht steigen werden, wenn man die stetig wachsende Zahl der Bezieher von Grundsicherung im Alter reduzieren will. Dazu muss es gelingen, das stetige Absinken des Rentenniveaus bei 50 Prozent zu stoppen. Dafür benötigen wir die Überschüsse“, so die Vorsitzende des Sozialverbands, Ilse Müller. (mehr …)

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  • DIE LINKE: „So schaffen wir uns wissentlich Altersarmut nur um die Arbeitslosenzahlen etwas aufzuhübschen.“

    DIE LINKE: „So schaffen wir uns wissentlich Altersarmut nur um die Arbeitslosenzahlen etwas aufzuhübschen.“

    20140108_pm_arbeitsmarktIm Bund bleibt die offizielle Arbeitslosigkeit etwa bei 2,8 Millionen stehen, also gibt es im Dezember 2013 weder eine bedeutende Veränderung zum Vormonat, noch zum Vorjahr.
    In Mönchengladbach sieht das allerdings anders aus, hier ist binnen eines Jahres die Arbeitslosenzahl von knapp 14.000 auf knapp 15.000 angestiegen.
    Diese unschöne Entwicklung wird aber auf das ganze Jahr gesehen relativiert, denn Torben Schultz vom Kreisvorstand der Linken hat wie schon die Monate zuvor die tatsächliche Arbeitslosenzahl ausgerechnet. „Die Zahl der durch die Statistik nicht erfassten Arbeitslosen hat abgenommen, so dass wir in Mönchengladbach sowohl im Dezember 2012 als auch im Dezember 2013 eine tatsächliche Arbeitslosigkeit von rund 19.000 Menschen haben“, erklärt Schultz, „Doch auch wenn weniger geschönt wird, so ist die Stagnation gar nicht schön.“ (mehr …)

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  • BDH: Spaltung der Generationen birgt sozialen Sprengstoff

    Vorsitzende Müller: „Im Rentensystem steht der Dachstuhl in Flammen“
    BDH LogoDie jüngsten Daten der Deutschen Rentenversicherung zur Altersarmut sollten nach Ansicht der Vorsitzenden des BDH Bundesverband Rehabilitation, Ilse Müller, die Bereitschaft zu einer weitgefassten Rentenreform wecken: „Wenn jeder zweite Rentner in Deutschland eine Rente erhält, die unter der Grundsicherung liegt, dann ist nicht nur das Fundament unseres Rentensystems brüchig, dann steht bereits der Dachstuhl in Flammen.

    Wer den Handlungsbedarf immer noch ignoriert, gefährdet den Zusammenhalt zwischen den Generationen und treibt immer mehr Menschen in die Altersarmut.“ (mehr …)

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