BDH warnt vor rentenpolitischem Schlingerkurs

Wem außer der Wirtschaft nutzt eine kurzzeitige Senkung des Beitrags um 0,3 % ?

BDH LogoDer BDH übt Kritik an den Plänen von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, die Beiträge zur Rentenversicherung im kommenden Jahr zu senken: „Unsere Konjunktur steht auf tönernen Füßen und die grassierende Altersarmut ist längst nicht unter Kontrolle gebracht. Die Politik sollte sich der Realität stellen und der Öffentlichkeit deutlich machen, dass die Rentenbeiträge auf lange Sicht steigen werden, wenn man die stetig wachsende Zahl der Bezieher von Grundsicherung im Alter reduzieren will. Dazu muss es gelingen, das stetige Absinken des Rentenniveaus bei 50 Prozent zu stoppen. Dafür benötigen wir die Überschüsse“, so die Vorsitzende des Sozialverbands, Ilse Müller.

 

Sinkende Rentenbeiträge suggerierten sicheres rentenpolitisches Fahrwasser, wo eigentlich schon heute Sturm tobt, warnt Müller, die auf Daten des Arbeitsministeriums verweist: „Bereits 2012 haben die Rentenexperten darauf hingewiesen, dass im Jahre 2030 mehr als ein Drittel der Rentner auf Grundsicherung im Alter angewiesen sein könnte. Ohne einen Boom sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze werden wir den Kampf gegen die Altersarmut in Deutschland verlieren und in die Falle der prekären Beschäftigungswelle tappen, die unsere sozialen Probleme lediglich vertagt und in die Rentenversicherung verschiebt. Wir sollten heute dazu übergehen, Überschüsse der Rentenversicherung sinnvoll zu investieren. Investitionen in medizinische Rehabilitation sind nachhaltig und helfen durch sinkende Fehltage in den Belegschaften und längere Lebensarbeitszeit unserem Wirtschaftsstandort und entlasten die Sozialversicherungen. Die Politik muss präventive Ansätze ins Auge fassen, um den demografischen Wandel aktiv zu gestalten.“

Das Bundesarbeitsministerium hatte angekündigt, den Beitragssatz zur Rentenversicherung im kommenden Jahr um bis zu 0,3 Prozentpunkte von heute 18,9 auf dann 18,6 Prozent zu senken.

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