Schlagwort: Digitale Bildung

  • „NRW braucht zentrale Servicestrukturen für die Digitalisierung an Schulen“

    „NRW braucht zentrale Servicestrukturen für die Digitalisierung an Schulen“

    Schulleiterinnen und Schulleiter bewerten die Digitalisierung an NRW-Schulen laut einer aktuellen WDR-Umfrage nur mit „ausreichend“.

    Hierzu erklärt die SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Die Digitalisierung an den Schulen in NRW gleicht einem Flickenteppich. Von Chancengleichheit kann hier schlichtweg keine Rede sein. Das ist das größte Manko, das mit dieser Umfrage mehr als deutlich geworden ist. Es kann nicht sein, dass die Zukunftschancen eines Kindes davon abhängig sind, wo es zur Schule geht. Hier muss Schulministerin Gebauer ihrer Verantwortung für die Kinder gerecht werden. Sie ist jetzt seit dreieinhalb Jahren im Amt. Sie muss das Thema endlich zur Chefinnen-Sache machen.

    Von einer zentralen, koordinierenden Rolle ist Frau Gebauer aber weit entfernt. Geld vom Bund weiterzureichen, macht noch keine Digitalisierung. So lädt sie die Verantwortung bei den Schulen und bei den Trägern vor Ort ab und überlässt damit die Zukunftschancen der Kinder den jeweiligen Bedingungen vor Ort. Das ist keine Lösung, das ist ministerielles Wegdelegieren.

    Wir brauchen im Land dringend eine zentrale und koordinierende Servicestruktur für den digitalen Support an unseren Schulen. Dazu müssen auch langfristige Finanzierungsfragen endlich geklärt werden. Hierzu sollten wir bei einem Schulgipfel umgehend zusammenkommen. Unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit ist bekannt. Eltern wissen: Eine 4+ ist zwar nicht versetzungsgefährdend. Zum Sprechtag sollten sie vielleicht aber besser doch mal gehen.“

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  • Hugo@home

    Hugo@home

    Das Hugo-Junkers-Gymnasium in Zeiten des Homeschoolings

    Als Mitte März auch in Mönchengladbach die Schulen geschlossen wurden, stand die Schulgemeinde vor der Herausforderung, einen Weg zu entwickeln, um den Unterrichtsstoff zu den Schülern des Hugo-Junkers-Gymnasiums zu bringen und gleichzeitig den sozialen Kontakt zu den jungen ‚Hugoianern‘ zu halten.
    Für die Schule war diese Aufgabe in außergewöhnlichen Zeiten glücklicherweise vergleichsweise leicht zu bewältigen, da das traditionsreiche Gymnasium an der Brucknerallee in Rheydt im vergangenen Jahr von der Stadt Mönchengladbach zur größten Freude aller Beteiligten als ‚Digitale Pilotschule‘ ausgewählt worden war.
    Das Kollegium befand sich dementsprechend bereits auf dem Kurs, der im Angesicht der Krise ein zentrales Mittel der Wahl ist. Zunächst wurde im Anschluss an die Schulschließung über die Homepage mit den Klassen aller Jahrgangstufen kommuniziert. Das heißt, dass die Lehrer mit Beginn der Woche Unterrichtsmaterial bereitstellten und ergänzend über die dienstlichen Emailadressen – und natürlich auch telefonisch – mit den Schülern in Verbindung standen.

    Während der Osterferien wurde dann die Onlineplattform ‚WebExTeams‘ für rund 60 Lehrer und rund 700 Schülern konfiguriert und so die Voraussetzungen geschaffen, sich noch vor dem Ende der Ferien in die vielfältigen Möglichkeiten dieser neuen Schaltzentrale der schulischen Kommunikation einzuarbeiten.

    Der große Vorteil der von Schulleiter Torsten Petter ausgewählten Plattform ist, dass in virtuellen Klassenräumen die Kombination aus Chatfunktion und Videokonferenzen möglich ist – und der Lehrer darüber hinaus vorher oder während der Onlinestunde Material zur Verfügung stellen kann.

    In der ersten Woche nach den Osterferien kam es dann zu einer Kombination beider Systeme, um erste Erfahrungen zu sammeln. Während über die Schulhomepage das Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt wurde, trafen sich Schüler und Lehrer zu ersten faszinierenden Feldversuchen, um gemeinsam die neue Unterrichtswelt zu erkunden.

    Seit dem 27. Mai, also mit Beginn der zweiten Woche nach den Osterferien, fand dann der gesamte Unterricht über die Lernplattform statt. Mit Hilfe von ‚Videokonferenz-Stundenplänen‘ wurden seitdem rund 400 Begegnungen – sogenannte Meetings – in der Woche durchgeführt und rund 6000 Nachrichten am Tag zwischen Schülern und Lehrern ausgetauscht.

    Schülervater Tobias Brüggen ist von den Vorteilen des neuen Mediums jedenfalls überzeugt: „Ich freue mich, wie durch die Plattform – bei selbstbestimmtem Tempo -Eigenverantwortung und Selbstständigkeit gefördert werden.“ Hugo-Achtklässler Jonas (14) sieht die neue Situation ebenfalls positiv und sagt ganz klar, dass es aus seiner Sicht so weitergehen könne, „denn die Lehrer sind entspannt und ich kann mich besser konzentrieren, weil die Unruhe in der Klasse weg ist.“ Und Hanna (12), Schülerin der Jahrgansstufe 7, findet es „cool, sich mit dem neuen Medium auseinanderzusetzen, das unsere Zukunft ist.“

    Deutsch- und Geschichtslehrer Reinhard Bitter ist mit 53 Jahren der älteste männliche Pädagoge am Hugo-Junkers-Gymnasium, dementsprechend nicht in einer digitalen Welt aufgewachsen und dennoch begeistert: „An der Universität zu Köln habe ich meine ersten Seminararbeiten noch auf einer Schreibmaschine verfasst und heute treffe ich meine Klassen in Videokonferenzen, die den direkten Kontakt zwar nicht ersetzen können, aber ihm doch wunderbar nahekommen.“

    Angesichts der Zahlen und der Reaktionen von Schülern, Eltern und Kollegium zeigt sich Schulleiter Torsten Petter bei allen Schwierigkeiten, die die Corona-Krise mit sich bringt, mit der für alle gewinnbringenden Lösung zufrieden, sieht aber im Rahmen seiner Strategie für das Hugo-Junkers-Gymnasium weitere Herausforderungen für sein Kollegium und sich: „Die am 25. Mai vorsichtig begonnene – und von uns im Vorfeld intensiv vorbereitete – Zusammenführung von Online- und Präsenzunterricht wird sehr anspruchsvoll, da die Klassen bis zu den Sommerferien an einem Tag in der Woche in die Schule kommen, viele meiner Kollegen aber an mehreren Tagen der Woche unterrichten und dann für Videokonferenzen nicht zur Verfügung stehen. Wir werden aber auch dafür Lösungen finden und sehen als Kollegium das Positive: Im Sinne der Digitalisierung ist die jetzige Situation Fortbildung pur – und gibt uns Sicherheit für das kommende Schuljahr.“

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  • Notebooks für bedürftige Schüler: Grüne fordern Soforthilfe-Programm

    Notebooks für bedürftige Schüler: Grüne fordern Soforthilfe-Programm

    Unterricht am heimischen Computer ist etlichen Kindern und Jugendlichen dieser Stadt nicht möglich – wenn sie in Familien mit Unterstützungsbedarf groß werden, fehlen für das „Homeschooling“ oftmals die notwendigen digitalen Endgeräte. Nun sollte eine angemessene Ausstattung von Schülerinnen und Schülern eigentlich eine Selbstverständlichkeit der sozialen Teilhabe sein. In Mönchengladbach ist es allerdings so, dass das Jobcenter Anträge auf Zuschüsse für den Kauf eines Notebooks für bedürftige Schulpflichtige ablehnt. Grund ist Presseberichten zufolge eine Einschätzung des Schulamts, wonach die Anschaffung von Laptops oder Tablets für den durch die Corona-Pandemie sehr eingeschränkten Unterricht nicht zwingend notwendig sei.

    Nachdem die Bundesregierung im Rahmen eines Corona-Maßnahmenpakets beschlossen hatte, 500 Millionen Euro für Schülerinnen und Schüler bereitzustellen, die selbst nicht über das Geld verfügen, um sich mit den für den Unterricht nötigen digitalen Endgeräten auszurüsten, haben Mönchengladbachs Grüne einen weiteren Vorstoß in der Sache unternommen: „Damit das kommunale Soforthilfe-Programm zur digitalen Teilhabe von schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen so schnell wie möglich realisiert werden kann, schlagen wir mit einem entsprechenden Antrag vor, dass die Stadt außerplanmäßig 500.000 € zur Verfügung stellt. So könnte diesen Kindern und Jugendlichen schnell geholfen werden“, sagt Grünen-Fraktionschef Karl Sasserath. Die Gegenfinanzierung soll über die Landeszuweisungen aus dem kommunalen Anteil am Sofortausstattungsprogramm erfolgen.

    „Wir stellen uns das so vor, dass die Stadt die erforderlichen digitalen Endgeräte über eine zentrale Ausschreibung beschafft und sie über eine zentrale Vergabestelle bei der Stadtverwaltung an jene Schulpflichtigen verleiht, die Notebooks benötigen“, erläutert Karl Sasserath. Mit der vorgeschlagenen Summe von 500.000 € könnten zunächst 1.000 bedürftige Schülerinnen und Schüler versorgt werden. „Es ist wichtig, dass die Hilfen jetzt schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden“, sagt Sasserath. Sollte sich das Soforthilfe-Programm bewähren, könnte es weiter aufgestockt werden. Der Rat der Stadt wird über den Antrag der Grünen am 17. Juni entscheiden.

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