Hugo@home

Bilder: Hugo Junkers Gymnasium

Das Hugo-Junkers-Gymnasium in Zeiten des Homeschoolings

Als Mitte März auch in Mönchengladbach die Schulen geschlossen wurden, stand die Schulgemeinde vor der Herausforderung, einen Weg zu entwickeln, um den Unterrichtsstoff zu den Schülern des Hugo-Junkers-Gymnasiums zu bringen und gleichzeitig den sozialen Kontakt zu den jungen ‚Hugoianern‘ zu halten.
Für die Schule war diese Aufgabe in außergewöhnlichen Zeiten glücklicherweise vergleichsweise leicht zu bewältigen, da das traditionsreiche Gymnasium an der Brucknerallee in Rheydt im vergangenen Jahr von der Stadt Mönchengladbach zur größten Freude aller Beteiligten als ‚Digitale Pilotschule‘ ausgewählt worden war.
Das Kollegium befand sich dementsprechend bereits auf dem Kurs, der im Angesicht der Krise ein zentrales Mittel der Wahl ist. Zunächst wurde im Anschluss an die Schulschließung über die Homepage mit den Klassen aller Jahrgangstufen kommuniziert. Das heißt, dass die Lehrer mit Beginn der Woche Unterrichtsmaterial bereitstellten und ergänzend über die dienstlichen Emailadressen – und natürlich auch telefonisch – mit den Schülern in Verbindung standen.

Während der Osterferien wurde dann die Onlineplattform ‚WebExTeams‘ für rund 60 Lehrer und rund 700 Schülern konfiguriert und so die Voraussetzungen geschaffen, sich noch vor dem Ende der Ferien in die vielfältigen Möglichkeiten dieser neuen Schaltzentrale der schulischen Kommunikation einzuarbeiten.

Der große Vorteil der von Schulleiter Torsten Petter ausgewählten Plattform ist, dass in virtuellen Klassenräumen die Kombination aus Chatfunktion und Videokonferenzen möglich ist – und der Lehrer darüber hinaus vorher oder während der Onlinestunde Material zur Verfügung stellen kann.

In der ersten Woche nach den Osterferien kam es dann zu einer Kombination beider Systeme, um erste Erfahrungen zu sammeln. Während über die Schulhomepage das Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt wurde, trafen sich Schüler und Lehrer zu ersten faszinierenden Feldversuchen, um gemeinsam die neue Unterrichtswelt zu erkunden.

Seit dem 27. Mai, also mit Beginn der zweiten Woche nach den Osterferien, fand dann der gesamte Unterricht über die Lernplattform statt. Mit Hilfe von ‚Videokonferenz-Stundenplänen‘ wurden seitdem rund 400 Begegnungen – sogenannte Meetings – in der Woche durchgeführt und rund 6000 Nachrichten am Tag zwischen Schülern und Lehrern ausgetauscht.

Schülervater Tobias Brüggen ist von den Vorteilen des neuen Mediums jedenfalls überzeugt: „Ich freue mich, wie durch die Plattform – bei selbstbestimmtem Tempo -Eigenverantwortung und Selbstständigkeit gefördert werden.“ Hugo-Achtklässler Jonas (14) sieht die neue Situation ebenfalls positiv und sagt ganz klar, dass es aus seiner Sicht so weitergehen könne, „denn die Lehrer sind entspannt und ich kann mich besser konzentrieren, weil die Unruhe in der Klasse weg ist.“ Und Hanna (12), Schülerin der Jahrgansstufe 7, findet es „cool, sich mit dem neuen Medium auseinanderzusetzen, das unsere Zukunft ist.“

Deutsch- und Geschichtslehrer Reinhard Bitter ist mit 53 Jahren der älteste männliche Pädagoge am Hugo-Junkers-Gymnasium, dementsprechend nicht in einer digitalen Welt aufgewachsen und dennoch begeistert: „An der Universität zu Köln habe ich meine ersten Seminararbeiten noch auf einer Schreibmaschine verfasst und heute treffe ich meine Klassen in Videokonferenzen, die den direkten Kontakt zwar nicht ersetzen können, aber ihm doch wunderbar nahekommen.“

Angesichts der Zahlen und der Reaktionen von Schülern, Eltern und Kollegium zeigt sich Schulleiter Torsten Petter bei allen Schwierigkeiten, die die Corona-Krise mit sich bringt, mit der für alle gewinnbringenden Lösung zufrieden, sieht aber im Rahmen seiner Strategie für das Hugo-Junkers-Gymnasium weitere Herausforderungen für sein Kollegium und sich: „Die am 25. Mai vorsichtig begonnene – und von uns im Vorfeld intensiv vorbereitete – Zusammenführung von Online- und Präsenzunterricht wird sehr anspruchsvoll, da die Klassen bis zu den Sommerferien an einem Tag in der Woche in die Schule kommen, viele meiner Kollegen aber an mehreren Tagen der Woche unterrichten und dann für Videokonferenzen nicht zur Verfügung stehen. Wir werden aber auch dafür Lösungen finden und sehen als Kollegium das Positive: Im Sinne der Digitalisierung ist die jetzige Situation Fortbildung pur – und gibt uns Sicherheit für das kommende Schuljahr.“