Schlagwort: Fahrradverleih

  • Neue Räder für den Fahrradverleih für Flüchtlinge in Lürrip

    Neue Räder für den Fahrradverleih für Flüchtlinge in Lürrip

    Der PKW mit Anhänger biegt um die Ecke, und vier ehrenamtliche Helfer des Fahrradverleih für Flüchtlinge in Lürrip (kurz: FfF Lürrip) fühlen sich wie Kinder kurz vor der Bescherung. Es ist wenige Tage vor Weihnachten, sie hatten einen Wunschzettel schreiben dürfen und sind nun gespannt, was es denn jetzt auszupacken gibt.
    Zwei Herren steigen aus, stellen sich kurz vor, und dann darf das Geschenk geöffnet werden: Unter der Plane befinden sich 6 brandneue Fahrräder, die die Werbeagentur markt&werbung aus dem Nordpark in Mönchengladbach der ehrenamtlichen Initiative spendet.
    Die Räder sind genau das, was die Initiative FfF Lürrip gerade braucht. Nach eineinhalb Jahren intensiver Nutzung und Parken im Freien sind viele der Räder im Bestand der Initiative in schlechtem Zustand. Aufgrund der ungünstigen Rahmenbedingungen in der unbeheizten und dunklen Garage kann derzeit auch nicht viel repariert werden.

    „Wir schicken seit einigen Jahren unseren Kunden zu Weihnachten keine überflüssigen Präsente mehr, sondern wir verwenden den entsprechenden Geldbetrag für einen guten Zweck“, erklären die beiden Geschäftsführer Mark Zint und Gregor Strathmann. „Wir haben zahlreiche Kunden aus der Fahrradbranche und das Schicksal der Flüchtlinge berührt uns alle – da lag es nahe, in diesem Jahr für die Fahrradmobilität von Flüchtlingen zu spenden.“
    Die Ehrenamtler bewundern derweil mit glänzenden Augen die schönen Räder. „Nach den Weihnachtsferien werden wir die Räder als erstes polizeilich codieren lassen, damit sie uns nicht geklaut werden, erst dann werden sie verliehen“, beschließt die Gruppe, bevor sie die Räder gut gesichert verstaut. Das Flüchtlingsheim in Lürrip hat derzeit etwa 50 Bewohner, die kostenfrei Räder ausleihen können.

    Die Agentur markt&werbung hatte die Spende zunächst der Initiative FfF in Dohr angeboten. Da das Flüchtlingsheim am Torfbend mitsamt Fahrradverleih aber Ende Januar geschlossen wird, leiteten die Dohrer das Angebot an Lürrip weiter. „So funktioniert es immer bei uns: Spenden, Räder oder Ersatzteile, die eine Gruppe entbehren kann, kann eine andere Gruppe bestimmt brauchen; wir tauschen uns auch mit dem Paullädchen in Mülfort ganz rege aus“, berichtet Ruth Hobus, die einige Fahrrad-Initiativen in MG organisatorisch unterstützt. Und so planen jetzt alle gemeinsam einen Instandsetzungstag für den Fuhrpark in Lürrip, um im März die Räder auf Vordermann zu bringen.
    Wer die Initiative beim Instandsetzungstag im März, mit Spenden oder Tatkraft unterstützen möchte, kann per e-mail Kontakt aufnehmen: fff-hobus@gmx.de

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  • Fahrradverleih für Flüchtlinge in MG-Dohr: Ein Stück Freiheit mit dem Rad

    Fahrradverleih für Flüchtlinge in MG-Dohr: Ein Stück Freiheit mit dem Rad

    Ahmed B. aus dem Irak ist seit einiger Zeit in der Alten Schule in Mönchengladbach-Dohr untergebracht.
    Er nimmt an Deutschkursen teil, ansonsten ist sein Leben nicht sehr ereignisreich. Das Warten auf Anerkennung als Asylbewerber bremst ihn aus. Er deutet auf die Rundung in seiner Körpermitte. „Schlafen, Schule, Essen – Bauch!“ sagt er, und: „Fahrrad ist gut für mich!“

    Seit nunmehr drei Wochen können die Bewohner der Alten Schule in Dohr Fahrräder ausleihen, die von einem Team aus Ehrenamtlern aufgearbeitet wurden. Vom guten alten Hollandrad über Trekkingräder, Mountainbikes bis hin zu Kinderrädern – das Angebot ist so breit wie die Spendenbereitschaft in der Gladbacher Gesellschaft. Und die Räder werden wirklich benötigt. Die Kinder im Haus fahren damit zur Schule; die Erwachsenen, die zum Deutschunterricht in die Gladbacher City müssen, sind froh, dass sie jetzt nicht mehr fast eine Stunde mit dem Bus umherschaukeln und 2 Mal umsteigen müssen, sondern in 20 Minuten vor Ort sind. Hinzu kommen die Ämterbesuche und Einkäufe, die mit dem Rad leichter zu bewältigen sind, und das Bedürfnis, sich zu bewegen, die neue Umgebung kennenzulernen – frei zu sein.

    „Steffen, kannst Du mal eben hier eine neue Klingel dranmachen?“ – „Jochen, ist das Rad Nr. 10 jetzt wieder ok?“ – „Leonie, bitte geh doch mal mit rauf und lass Dir zeigen, wie Rashid fährt!“ – „Kann Mardan mal eben einen Schraubenzieher haben? Seine Klingel muss festgezogen werden!“ Im Fahrradkeller bricht schnell ein freundliches Chaos aus, wenn der Verleih geöffnet hat. Jeder möchte sich eines der 17 Räder sichern, die der Verleih derzeit anbietet und die jeweils für eine Woche verliehen werden. Jeder Nutzer muss zuerst ein Mal auf dem Schulhof vorführen, dass er sicher auf dem Rad unterwegs ist – z.B. fahren, bremsen, Handzeichen geben kann. Dann ein bisschen Papierkram erledigen wie Name, Zimmer, Rückgabedatum, das Faltblatt mit den Verkehrsregeln aushändigen, Warnweste und Helm wenn gewünscht – und gute Fahrt!!! „Die Jungs waren echt begeistert bei der Sache und hatten auch Spaß bei ihren Proberunden auf dem Schulhof“, berichtet die Verleiherin Sylvia Borghoff. Auch wenn es lebhaft bis unübersichtlich zugeht, wenn die Sprachbarrieren hoch sind und die Kommunikation holprig ist – die Stimmung bei allen Beteiligten ist von Geduld und Verständnis geprägt. „Es ist schön zu sehen, wie glücklich die Menschen sind, wenn sie das Fahrrad bekommen und auf dem Schulhof ihre ersten Runden drehen. Ich habe auch letztens zwei von ihnen durch Rheydt fahren sehen –  toll, dass wir ihnen diese Mobilität ermöglichen können!“ schwärmt Leonie Wilms, die bei den Verleihern mithilft.

    Das Angebot für ein intensiveres Radfahrtraining, das vor dem Start des Verleihs von der ehrenamtlichen Sportgruppe in Dohr gemacht worden war, fand keine Resonanz unter den Bewohnern der Alten Schule. Bald wurde klar, warum: Die Nutzer sind ausschließlich Männer, die bereits gut fahren können. „Das deckt sich mit den Erfahrungen, die laut  ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) in anderen Städten in NRW gemacht wurden. Auch dort sind es überwiegend die Männer, die Räder nutzen“, sagt Ruth Hobus, die am „Runden Tisch zum Thema Flüchtlinge“ des ADFC teilnimmt. „Um auch Frauen ein Stück Freiheit mit dem Rad zu ermöglichen, werden wir sie demnächst direkt ansprechen und dann in ganz kleinen Gruppen Radfahren unterrichten.“

    Auch die Polizei MG unterstützt die Initiative Fahrräder für Flüchtlinge. In Kürze wird sie eine Veranstaltung durchführen, bei der ehrenamtliche Verkehrstrainer geschult werden, die dann an den Flüchtlingsheimen der Stadt MG Trainings für Neuankömmlinge abhalten können. „Unabhängig davon, wie gut jemand Rad fahren kann, ist es fast unausweichlich, dass es zu Gefahrensituationen kommt, weil der Straßenverkehr bei uns eben deutlich anders als in den Herkunftsländern funktioniert“, so Ruth Hobus. „Wir wollen nicht darauf warten, bis was passiert, wir wollen vorbeugen. Für solche Trainings können wir aus dem gesamten Stadtgebiet noch Unterstützer brauchen.“

    Das Ziel, den Zuwanderern Mobilität mit dem Rad zu ermöglichen, findet große Unterstützung:  Aus dem ganzen Stadtgebiet waren seit Herbst 2015 gebrauchte Räder gespendet worden; der ADFC stellt Faltblätter mit den wichtigsten deutschen Verkehrsregeln für Radfahrer zur Verfügung, vom ADAC und der Verkehrswacht kamen Warnwesten, die Schüler der Montessori-Schule sammelten Helme.

    Und schließlich konnten aus Geldspenden Werkzeug und Ersatzteile angeschafft werden – vor allem dank der großzügigen Spende i.H. von 750€  von Torben Schultz, der als Abgeordneter der Linken im Stadtrat im Aufsichtsrat der NEW mobil&aktiv sitzt und einen Teil der damit verbundenen Aufwandsentschädigung gespendet hat.

    FfF-Dohr wurde im Winter 2015 gegründet und hat derzeit etwa 10 Mitglieder, überwiegend aus der Dohrer Nachbarschaft. Seit Anfang Mai läuft der Verleih von Fahrrädern an Flüchtlinge. Es gibt in Deutschland inzwischen über 300 ähnliche Projekte – diese Seite im Internet zeigt eine eindrucksvolle Landkarte mit allen Standorten: http://itstartedwithafight.de/2015/09/04/fahrraeder-fuer-fluechtlinge/ .

    Die Initiative Fahrräder für Flüchtlinge kann noch Unterstützung brauchen:

    • Wer Lust zum Schrauben und immer mal wieder ab 2 Stunden Zeit hat, ist im Team der Schrauber FfF-Dohr willkommen.
    • Fahrräder, die noch (halbwegs) verkehrssicher sind, werden nach Rücksprache gern beim Spender besichtigt und abgeholt. Aus Platzgründen werden derzeit keine Schrotträder zum Ausschlachten mehr angenommen und überzählige Räder werden an andere Initiativen in MG weitergegeben.
    • Unfallfreie Fahrradhelme und Kindersitze sowie Fahrradkörbe und weiteres Fahrradzubehör können gespendet werden.
    • Trainer aus dem ganzen Stadtgebiet MG für die monatlich bis zweimonatlich geplanten Verkehrssicherheitstrainings können kurzfristig an der Schulung der Polizei teilnehmen

    Unternehmen oder Privatpersonen, die sich finanziell engagieren möchten, können das Spendenkonto der Evangelischen Kirchengemeinde Rheydt bei der Sparkasse Rheydt nutzen:
    IBAN: DE70 3105 0000 0000 0294 05
    Stichwort: Flüchtlingshilfe Dohr Fahrradverleih.
    Die Kirchengemeinde stellt bei Bedarf auch Spendenquittungen aus. Dazu sollte die Überweisung die volle Adresse des Spenders tragen. Rechnungen für Sachspenden von Firmen sollten den Vermerk tragen „wird als Sachspende verbucht“.

    Kontakt für Mitarbeit in Dohr: fff-dohr@gmx.de

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  • Geburtstagsgeschenk gestiftet an den Fahrradverleih für Flüchtlinge in Lürrip

    Geburtstagsgeschenk gestiftet an den Fahrradverleih für Flüchtlinge in Lürrip

    Die Fahrrad-Aktiven in Mönchengladbach begleiten die Initiative Fahrräder für Flüchtlinge MG-Lürrip mit großem Interesse, und jeder würde gerne mithelfen.
    Doch was tun, wenn der Berufsalltag die Mitarbeit vor Ort nicht zulässt und der Keller keine Sachspenden mehr hergibt?
    Ein Geburtstagskind bat kurzerhand seine Gäste, statt Geschenken zum runden Geburtstag eine kleine Geldspende mit zur Feier zu bringen.

    Am Ende konnte der Gastgeber der Initiative Fahrräder für Flüchtlinge MG-Lürrip sagenhafte 590,- € unbürokratisch zu Verfügung stellen.
    „Ich war völlig überwältigt von der Summe, die in einem relativ kleinen Kreis von Familie und Freunden zusammen kam.“ – So der Jubilar, der anonym bleiben möchte.
    Der Fahrradverleih kann damit einen Teil seiner Reparaturkosten decken und darüber hinaus die ersten der dringend benötigten Fahrrad-Ständer finanzieren.
    Die Flüchtlingshilfe in unserer Stadt wird von vielen kleinen ehrenamtlichen Gruppen aufrecht erhalten, die immer wieder an finanzielle Grenzen stoßen.
    Der Spender wirbt um Nachahmer: „Eine solche Geburtstags-Spende an eine Initiative, die man sinnvoll findet, ist eine unkomplizierte Möglichkeit sich einzubringen. Man weiß genau, wofür das Geld verwendet wird, es kommt gut bei den Gästen an, und es spricht sich vielleicht rum.“

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