Schlagwort: Gunter Demnig

  • 17 weitere Stolpersteine in Mönchengladbach verlegt

    17 weitere Stolpersteine in Mönchengladbach verlegt

    Mit seinen STOLPERSTEINEN erinnert der Künstler Gunter Demnig seit Jahren an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Bürgersteig einlässt.

    Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.

    Auf den Steinen steht geschrieben:
    HIER WOHNTE… Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch. Seit dem 27. Januar 2006, dem Gedenktag für die Opfer des Holocaust, wurden in Mönchengladbach an 97 Stellen 317 Stolpersteine sowie eine erste Stolperschwelle im vergangenen Jahr vor dem ehemaligen jüdischen Altenheim in der Friedrich-Ebert-Straße 82-84 verlegt. Heute Abend (29. April) wird er in einem Festakt für sein Engagement und Wirken durch den Verein Benediktpreis von Mönchengladbach mit dem Benediktpreis ausgezeichnet. Der Benediktpreis von Mönchengladbach wird seit 1968 für wertorientiertes und vor dem Hintergrund der christlichen-abendländischen Erfahrungen in besonderer Weise herausragendes Handeln verliehen, zuletzt 2018 an die Journalistin Dunja Hayali.

    Vor der Verleihung des Benediktpreises verlegte Gunter Demnig heute 17 neue Stolpersteine im Stadtgebiet, unter anderem vier Steine vor dem Haus Nummer 50 in der Schillerstraße in Gedenken an Max, Erna, Ernst und Erika Adler. Ernst Adler, Sohn von Max und Erna Adler, reiste mit seiner Frau Ilana und Tochter Tahlia eigens zur Stolpersteinverlegung aus den USA an. Die Familie Adler lebte bis zu ihrer Emigration nach England im August 1936 in der Schillerstraße 50. Seit Anfang der 1990er Jahre verlegte er mehr als 75.000 Steine in 1.265 deutschen Gemeinden sowie in 24 Ländern. Die Menschen, an die diese Steine erinnern, stehen dabei stellvertretend für die vielen Opfer, die auch in Mönchengladbach in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und anschließend in Todeslagern oder anderen Orten des Grauens ermordet wurden. Für Oberbürgermeister Felix Heinrichs, der die Verlegung in der Schillerstraße begleitete, sind die Stolpersteine deswegen ein wichtiger Bestandteil der Erinnerungskultur: „Hinter jedem dieser Steine steckt ein Menschenleben, eine Geschichte und vor allem ein Schicksal, das sich nie wieder wiederholen darf. Deswegen sind die Stolpersteine nicht nur eine Erinnerung an diese Menschen, sondern auch eine Mahnung: Es darf keinen Platz für Extremismus in unserer Gesellschaft geben. Wir alle können dafür einstehen, dass nicht Ausgrenzung, sondern Offenheit und Toleranz unsere Gesellschaft ausmacht,“ betonte er bei der Verlegung.

    An folgenden Orten sind neue Stolpersteine verlegt worden:

    Schillerstraße 50 in Erinnerung an Max, Erna, Ernst und Erika Adler Regentenstraße 27 in Erinnerung an Dr. Friedrich David, Hedwig und Hans Walter David Hindenburgstraße 119 in Erinnerung an Alfred, Elise, Richard und Johanna Schlesinger Roermonder Straße 27 in Erinnerung an Erwin Liffmann Hauptstraße 31 in Erinnerung an Rosalie, Henriette und Sybilla Brockers sowie Hugo-Junkers-Straße 23 in Erinnerung an Klara und Alfred Klein.

    Auf der Internetseite der Stadt sind alle Standorte von Stolpersteinen zu finden. Hier gibt es auch die Möglichkeit, die Schicksale der Opfer, an die die Steine erinnern, nachzulesen.

    Zusätzlich gibt es Informationen, wie man das Projekt unterstützen kann. https://www.moenchengladbach.de/de/stolpersteine

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  • Bürgerbegehren für Stolpersteine erfolgreich

    Bürgerbegehren für Stolpersteine erfolgreich

    In Viersen haben Hausbesitzer in Zukunft kein Vetorecht mehr, wenn vor ihren Häusern Stolpersteine zur Erinnerung an jüdische Opfer der Nazi-Diktatur verlegt werden sollen. Der Rat der Stadt hat sich gestern einem Bürgerbegehren angeschlossen, das die Aufhebung dieses Vetorechts forderte. Noch im April hatte sich der Rat mehrheitlich dafür ausgesprochen, Hausbesitzern ein Vetorecht zu geben.

    Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen.

    In den Viersener Stadtteilten Alt-Viersen und Dülken weisen 28 Stolpersteine auf Wohnorte der unter der Nazi-Diktatur vom nationalsozialistischen Regime verfolgten, vertriebenen und ermordeten Bürger hin. 26 Stolpersteine sollten zwar im Dezember 2017 hinzukommen, doch bei nur knapp der Hälfte war die Verlegung bisher sicher. Bei den 13 anderen hatten Hausbesitzer sich dagegen ausgesprochen, die Steine auf der Straße zu verlegen.

    In Viersen fielen insgesamt 214 Menschen jüdischen Glaubens dem nationalsozialistischen Regime zum Opfer. Weitere von Deportationen und Repressionen Betroffene anderer Glaubensrichtungen oder ethnischer Gruppen kommen hinzu.

    Die Bürgerinitiative „Stolpersteine für Viersen“ argumentiert, dass die Verlegung von Stolpersteinen von allgemeinem Interesse sei. Sinn und Zweck der europaweiten Stolpersteinverlegung sei das Gedenken an die jüdischen Opfer des nationalsozialistischen Regimes. Das Gedenken an die ermordeten jüdischen Mitbürger sei wichtiger als die Befindlichkeiten von Eigentümern. Zudem erfolge die Verlegung im öffentlichen Raum, welcher der Stadt und damit allen Bürgern gehöre.

    Mit dem Bürgerbegehren in Viersen hat sich laut Zahlen der Initiative „Mehr Demokratie“ zum 120. Mal ein Rat einer direkt-demokratischen Initiative angeschlossen. Auf diesem Weg sind Bürgerbegehren damit erfolgreicher als durch Bürgerentscheide. Bei 228 Abstimmungen in Städten, Gemeinden und Kreisen waren 87 Bürgerbegehren erfolgreich. 100 weitere Begehren erhielten zwar ebenfalls eine Mehrheit, wurden jedoch durch die Abstimmungshürde zu Fall gebracht. Für die Verbindlichkeit eines Bürgerentscheids ist in NRW eine Mehrheit von je nach Gemeindegröße zehn, 15 oder 20 Prozent aller Stimmberechtigten für oder gegen ein Bürgerbegehren erforderlich. Diese Hürde ist für viele Bürgerbegehren zu hoch.

    Mehr Informationen: Bürgerbegehren für Stolpersteine in Viersen www.nrw.mehr-demokratie.de/themen/buergerentscheid/aktuell/viersen

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  • Gunter Demnig hat 14 weitere Stolpersteine in der Stadt verlegt

    Gunter Demnig hat 14 weitere Stolpersteine in der Stadt verlegt

    Mit seinen Stolpersteinen erinnert Gunter Demnig an die Opfer der NS-Zeit, indem er an ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Seit dem Jahr 2006 hat der Kölner Künstler in Mönchengladbach inzwischen 255 Gedenksteine an 74 Orten für Menschen verlegt, die von den Nazis verhaftet, deportiert, vertrieben, eingesperrt oder ermordet wurden. Dazu gehören 14 Stolpersteine, die am Donnerstag, 10. März hinzugekommen sind. Er verlegte sie im Beisein von Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Bürgermeister Ulrich Elsen, den Menschen, die sich als Paten dafür stark gemacht haben und zahlreichen weiteren Gästen.

    Gestartet wurde der Tag an der Berger Dorfstraße 27. Hier verlegte Demnig einen Stolperstein für Hilde Sherman, die 1923 als Hildegard Zander in Wanlo geboren wurde und später mit ihren Eltern Albert und Paula sowie den Geschwistern Herbert und Ruth in Wickrathberg lebte. Hilde war das einzige Familienmitglied, das den Holocaust überlebte. Auch ihr erster Ehemann Kurt Winter aus Korschenbroich starb in einem Konzentrationslager.

    Für Eltern und Geschwister hat Gunter Demnig bereits 2009 Stolpersteine an der Berger Dorfstraße verlegt, nun sollte auch der im März 2011 in Jerusalem verstorbenen Hildegard gedacht werden. Sie überstand eine Odyssee durch verschiedene Lager und Gefängnisse, wurde im Mai 1945 vom schwedischen Roten Kreuz gerettet und wanderte im selben Jahr nach Kolumbien aus, wo sie später Willy Sherman heiratete, den sie bereits im Ghetto von Riga kennengelernt hatte.

    In den 70er Jahren kam Hilde Sherman zweimal nach Deutschland, um in Hamburg als Zeugin in Strafprozessen auszusagen, und besuchte bei dieser Gelegenheit auch Mönchengladbach. Als 1984 ihr Buch „Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto“ in deutscher Sprache erschien, nahmen Mönchengladbacher Bürger Kontakt zu ihr auf. Aus einem Briefwechsel zwischen Hilde Sherman und Helga Stöver, der ersten Geschäftsführerin der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, entwickelte sich eine tiefe Freundschaft.

    Weitere Stationen von Gunter Demnig am 10. März waren:

    Hauptstraße 12, Stolpersteine für Amalie und Margarethe Buchholz Bylandtstraße 20, Solpersteine für Berta und Siegmund Winter Rheinstraße 61, Stolpersteine für Rachela, Leiba, Alfred und Paul Heinic Hindenburgstraße 218, Stolpersteine für Helene und Hermann Krako Hermannstraße 3, Stolpersteine für Paula, Georg und Richard Vollmer
    STOLPERSTEINE sind Pflastersteine in den Maßen 10 x 10 x 10 cm. Auf dem Stein befindet sich eine verankerte Messingplatte mit Namen, Jahrgang und Schicksal des Opfers. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern hält er die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.

    Für 120 Euro kann jeder eine Patenschaft für das Herstellen und Verlegen eines Stolpersteins übernehmen. Dem Aufruf der Stadt Mönchengladbach, durch solche Patenschaften die Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten, sind zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, aber auch Schulklassen, Vereine und weitere Einrichtungen gefolgt. Anfragen zu Patenschaften nimmt das Büro des Oberbürgermeisters entgegen. Ansprechpartnerin ist Birgit Neuß, Telefon 02161/25-2507, E-Mail mailto:birgit.neuss@moenchengladbach.de.

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