Schlagwort: Hartz-IV-Regelsätze

  • „Erhöhung ist ein Witz.“ – BDH fordert mutigere Sozialpolitik

    „Erhöhung ist ein Witz.“ –
    BDH fordert mutigere Sozialpolitik

    Die Corona-Krise beschleunigt das Auseinanderdriften von Arm und Reich.

    Gebot der Stunde wäre ein „Wumms“ in der Sozialpolitik und eine offene Debatte über die Berechnung des Mindestlebensstandards in Deutschland, so die Vorsitzende des BDH Bundesverband Rehabilitation, Ilse Müller:

    „Die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland öffnet sich. Die Pandemie-Krise hat diese bedenkliche Tendenz beschleunigt.
    Es zählt zu den vordringlichen Aufgaben der Politik, das soziale Netz engmaschiger zu knüpfen, um die Spaltung unserer Gesellschaft und den Verlust sozialer Sicherheit für große Teile der Bevölkerung zu verhindern.
    Wir begrüßen in diesem Zusammenhang die Hilfspakete der Bundesregierung sowie die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer.

    Allerdings muss uns klar sein, dass diese Schritte die strukturellen Probleme der Armutsbedrohung hierzulande auf lange Sicht nicht lösen werden.
    Ein schwerwiegendes Problem bleibt auch weiterhin die Berechnung der Hartz-IV-Regelsätze. Die derzeit ermittelten 432 Euro im Monat sind nicht geeignet, den auf unser Land abgestimmten Mindestlebensstandard abzubilden.
    Sollte der Bundesfinanzminister einen „Wumms“ in der Sozialpolitik planen, wäre er gut beraten, dieses unwürdige Feilschen um jeden Euro bei den ärmeren Mitbürgern zu beenden. Sie geraten durch deutliche inflationäre Tendenzen in die finanzielle Bedrängnis.
    Die Erhöhung um sieben Euro ist angesichts der tatsächlichen Teuerung ein Witz.“

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  • BDH fordert Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze

    BDH fordert Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze

    Der BDH Bundesverband Rehabilitation fordert die Bundesregierung auf, die notwendige Anpassung der Hartz-IV-Regelsätze nicht weiter auf die lange Bank zu schieben und ein klares Signal für eine gerechtere Sozialpolitik zu setzen. Deutschland benötige jetzt die nötigen Schritte, die Gerechtigkeitslücke zu schließen, die nicht zuletzt auch in der fehlenden Anpassung der Hartz-IV-Regelsätze Ausdruck finde und eine wachsende Zahl von Haushalten der Gefahr zunehmender Armut aussetze:

    „Die Berechnung der Regelsätze muss sich stärker an die Lebenswirklichkeit der Menschen anlehnen und dem unteilbaren sozialen Prinzip der Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander verpflichtet sein“, fordert Ilse Müller, Vorsitzende des Sozialverbands BDH.
    Es sei die vordringliche Aufgabe von Bundessozialministerin Andrea Nahles, die Berechnungsgrundlagen dem tatsächlichen Konsum- und Verbrauchsverhalten anzupassen,so Müller. Die Regelsätze müssten künftig die Preisentwicklung von Energie und Lebensmitteln verbrauchsnäher abbilden, um ungerechte Verzerrungen bei der Berechnung zu vermeiden.

    Die Anpassung der seit 2008 unveränderten Bemessungsgrundlage zum Jahre 2017, wie es zuletzt vom Bundesarbeitsministerium angekündigt wurde, käme folglich viel zu spät, so Müller weiter.
    Der Verband begrüßte die zum Jahreswechsel vollzogene Anhebung der Wohngeld-Höchstbeträge.
    Die vielerorts explodierenden Mietkosten seien nicht zuletzt dafür verantwortlich, dass die Zahl armer Haushalte Jahr für Jahr steige, so Müller. Eine deutliche Wiederbelebung des sozialen Wohnungsbaus habe kommunal- und strukturpolitisch absolute Priorität, wenn Deutschland seinen Mietmarkt in den Metropolen wieder in ein sozial verträgliches Gleichgewicht steuern will.

    Deutschland benötige einen Politik-Mix, der den wirtschaftlichen Fliehkräften eine Brandmauer entgegensetzt und Armut als das verstehe, was sie letztlich immer bedeutet: Verlust von Teilhabe am gesellschaftlichen Alltag.

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