Schlagwort: Hochwasser

  • Der Niersverband informiert: Starkregen und Hochwasser auch an der Niers – was ist passiert?

    Der Niersverband informiert: Starkregen und Hochwasser auch an der Niers – was ist passiert?

    Der heftige und vor allem langanhaltende Starkregen hat auch im Einzugsgebiet der Niers seine Spuren hinterlassen. Mittlerweile ziehen sich die Wassermassen größtenteils zurück und die Nierswasserstände sinken wieder.

    „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Niersverbandes waren in den letzten Tagen in höchster Alarmbereitschaft und teilweise im Dauereinsatz“ erläutert Sabine Brinkmann, Vorständin des Verbandes. „Nachdem sich die Lage nun nach und nach entspannt hat und auch für die kommenden Tage trockenes Wetter angekündigt ist, hoffen wir, das Schlimmste überstanden zu haben,“ so Brinkmann weiter. „Wir haben zwar bisher schon einige Schäden festgestellt, die jedoch überschaubar sind. Das Wichtigste ist, dass alle Anlagen, insbesondere auch unsere Hochwasserrückhaltebecken in Mönchengladbach gut funktioniert haben.“

    Aktuell geht der Rückstau der Maas in die Niers, der zu einem Hochwasser der Niers im westlichen Bereich der Stadt Goch führte, langsam wieder zurück. Nachdem die Maas an der Niersmündung in Gennep Sonntagabend ihren Höchststand erreicht hat und der Pegel dort mittlerweile wieder sinkt, wird mit einem langsamen Ablaufen der Niers in den nächsten ein bis zwei Tagen gerechnet. Vorsorglich wurde im Bereich der Ortschaft Goch-Kessel die Kläranlage des Niersverbandes teilentleert und Abwasser und Schlamm mit LKWs zu anderen Kläranlagen gefahren. Eine Überflutung der kleinen Anlage konnte nicht ausgeschlossen werden, ist aber glücklicherweise nicht erfolgt. Die Lage auf der Kläranlage beruhigt sich mittlerweile wieder. Der Zufluss liegt zwar weiterhin oberhalb des üblichen, fällt aber langsam. Nach und nach wird die Kläranlage wieder in Normalbetrieb genommen.

    Wie stark war der Regen an der Niers wirklich und wer war betroffen?

    Bereits zum 4. Mal innerhalb der letzten sechs Wochen kam es vom 13. bis 15. Juli 2021 zu heftigen Starkregen im Einzugsgebiet der Niers. Dabei ist jedes Regenereignis spezifisch zu betrachten. Besonders betroffen waren diesmal wieder die Bereiche Mönchengladbach-Neuwerk, Viersen-Dülken und Tönisberg.

    Anders als bei den letzten Regenereignissen am 4. Juni, 21. Juni und am 29. Juni 2021 war der Starkregen diesmal über einen Zeitraum von rund 48 Stunden verteilt und erfasste eine wesentlich größere Fläche. Insgesamt regnete es in der Spitze bis zu 85 mm innerhalb dieser zwei Tage. Zum Vergleich: Normalerweise regnet es im Einzugsgebiet der Niers im Jahr ungefähr 720 mm.

    Im Unterschied dazu waren die letzten Ereignissen deutlich kürzer. So fiel am 4. Juni in der Spitze in Mönchengladbach rund 50 mm Regen in knapp einer Stunde.

    Die intensiven Niederschläge innerhalb kurzer Zeit führen insbesondere auf den versiegelten Flächen und in den Kanälen zu Problemen. Dies war vor allem bei den Ereignissen im Juni der Fall. Das Regenwasser floss von den versiegelten Flächen, wie z. B. Hausdächer und Straßen in die Kanalisation. Diese ist für die enormen Wassermengen nicht ausgelegt und kann das Wasser nicht komplett ableiten. Das Wasser konnte nicht über die Kanäle abfließen und suchte sich seinen Weg über Straßen und angrenzende Flächen.

    Einstau der Hochwasserrückhaltebecken

    In der letzten Woche kam es über eine längere Zeit und eine größere Fläche zu Niederschlägen und damit zu noch größeren Wassermengen. Ein großer Teil dieser enormen Regenmengen konnte in den vier Hochwasserrückhaltebecken des Niersverbandes in Mönchengladbach zurückgehalten werden. Zum ersten Mal wurde hierbei auch das 2016 neu gebaute Hochwasserrückhaltebecken in Geneicken zu über ¾ gefüllt. Durch den Wasserrückhalt konnten nicht nur die darunterliegenden Bereiche an der Niers geschützt werden. Indem der Wasserstand in der Niers unterhalb des Hochwasserrückhaltebeckens auf einem relativ niedrigen Niveau gehalten wurde, konnten die dort und weiter unterhalb einmündenden Regenwasserkanäle das Regenwasser problemlos in die Niers leiten. Somit wurden die städtischen Flächen in Giesenkirchen und Geneicken vor rückstauendem Regenwasser geschützt.

    Trotzdem kam es im weiteren Verlauf der Niers zu Hochwasser. Insgesamt ist die Niers jedoch nicht wesentlich über die Ufer getreten. Es kam hauptsächlich zu Überschwemmungen einiger Uferwege und ufernahen, unbebauten Flächen.

    Nachdem in Mönchengladbach die Regenfälle aufgehört haben, wurden ab Freitag die Hochwasserrückhaltebecken langsam und geregelt wieder entleert. Die Hochwasserlage in der Niers im weiteren Verlauf bis zum Unterlauf in Goch wurde hierbei besonders im Auge behalten. Es war wichtig, dass die Entleerung der Hochwasserrückhaltebecken nicht eine neue Hochwasserwelle verursacht, die mit der Hochwasserwelle in der Maas zusammentreffen könnte. Das hätte deutlich negative Auswirkungen auf die Wasserstände im Unterlauf der Niers gehabt. Durch die gezielte Regelung der Entleerung konnte dies verhindert werden.

    In diesem Zusammenhang weist der Niersverband darauf hin, dass der Aufenthalt an und in der Niers insbesondere in der Nähe der Ein- und Auslaufbereiche der Hochwasserrückhaltebecken gefährlich sind. Auch wenn die Niers als kleines Flüsschen harmlos wirkt können beim Einstau und beim Entleeren der Hochwasserrückhaltebecken Strömungen entstehen, die vor allem für Kinder eine Gefahr darstellen.

    Situation auf den Anlagen

    Auf den Anlagen des Niersverbandes kam es durch die großen zufließenden Wassermassen vereinzelt zu Schäden, die jedoch nicht die Funktionsweise der jeweiligen Anlage beeinträchtigte. So wurden durch die letzten Ereignisse auf der Kläranlage in Mönchengladbach-Neuwerk mehrere Rechen im Zulauf beschädigt und müssen instandgesetzt bzw. ausgetauscht werden. Die Anlage lief jedoch weiter mit voller Auslastung. Da der Anlage deutlich mehr Wasser zufloss als diese aufnehmen konnte, konnten nicht die kompletten zufließenden Wassermassen durch die Anlage gereinigt werden und es kam zu einem so genannten Notabschlag im Zulauf, d. h. das stark verdünnte Wasser ist über einen dafür vorgesehenen Überlauf in die Niers geflossen. Auch bei weiteren Anlagen, wie z. B. auf der Betriebsstelle Rahser Bruch in Viersen und Am Aermen Düwel in Kerken, ist das Regenrückhaltebecken über den Notabschlag übergelaufen. Beide Notabschläge wurden dabei aufgrund der großen Wassermassen beschädigt und müssen jetzt zeitnah instandgesetzt werden.

    Was ist zukünftig zu tun?

    Es ist feststellbar, dass der Klimawandel auch bei uns am Niederrhein mit seinen verschiedenen Auswirkungen angekommen ist. So rechnen die Fachleute zukünftig mit häufigeren Trockenwetterphasen sowie Starkregenereignissen.

    Eine Möglichkeit, Starkregenereignisse im Gewässer besser abfedern und angrenzende Flächen schützen zu können ist die Schaffung von weiteren Rückhalteräumen an den Gewässern/an der Niers. Hieran arbeitet der Niersverband seit über einem Jahrzehnt mit seinen Maßnahmen gemäß Masterplan Niersgebiet. Dieser sieht u. a. vor, durch naturnahe Gewässergestaltungen und die damit einhergehende Schaffung von Ersatzauen natürlichen Rückhalteraum zu bauen. Eine Win-Win-Situation für Natur und Ökologie, den Klima- und Hochwasserschutz sowie für den Erholung suchenden Menschen. So konnten in den letzten Jahren mehrere Gewässerprojekte an der Niers, z. B. in Geldern oder Goch-Kessel umgesetzt werden. Damit wurden bisher rund 200.000 m3 naturnaher Rückhalteraum geschaffen. Aktuell im Bau befindliche Projekte zur Schaffung von naturnahen Gewässerumgestaltungen sind in Mönchengladbach im Bresgespark sowie in Viersen-Süchteln das Projekt Fritzbruch.

    Weitere Gewässerumgestaltungen sollen folgen. Häufig mangelt es jedoch an der Verfügbarkeit geeigneter Flächen. Die Niers konkurriert hier mit zahlreichen weiteren Nutzungsansprüchen. Aus Verantwortung für die zukünftigen Generationen und unsere Zukunft muss hier jedoch ein Umdenken erfolgen.

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  • Eilmeldung zur Hochwassersituation an der Rur, 15.07.2021, 18:30 Uhr

    Eilmeldung zur Hochwassersituation an der Rur, 15.07.2021, 18:30 Uhr

    Große Schäden durch Hochwasser erwartet

    Die extremen Unwetter im Westen Deutschlands haben über Nacht die Situation an den Talsperren des WVER verschärft. Während am Mittwoch die Pegelstände nur langsam anstiegen, haben sich im Laufe der zurückliegenden Nacht die Zuflüsse zu den Talsperren sehr stark erhöht. Das betrifft insbesondere die Urft- und Rurtalsperre. Daher muss der WVER ab sofort in erhöhtem Maße Wasser über das Staubecken Heimbach in den Unterlauf der Rur ablassen. Deshalb ist u. a. in der Rur weiter mit sehr hohen Wasserständen zu rechnen, wodurch große Schäden in den Rur-anliegenden Kommunen durch Hochwasser entstehen können.

    Rurtalsperre wird überlaufen

    Die Rurtalsperre Schwammenauel wird nach jetzigem Kenntnisstand überlaufen, voraussichtlich in den Abendstunden zwischen 19 und 21 Uhr. Die Zuflüsse zur Rurtalsperre haben sich in den letzten Stunden mit kaum verminderter Heftigkeit fortgesetzt. Damit reicht auch die derzeitige Abgabemenge von 50 Kubikmeter pro Sekunde nicht aus. Um den Überlauf der Talsperre zu verzögern, wird die Abgabe in Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln ab sofort stufenweise auf 80 Kubikmeter pro Sekunde erhöht.

    Ungesteuerter Überlauf gegen Abend erwartet

    Der Überlauf über die sog. Hochwasserentlastung der Rurtalsperre wird im Weiteren ungesteuert erfolgen. Die Wassermenge, welche in die Talsperre hineinläuft, wird zeitlich versetzt auch über die Hochwasserentlastungsrinne ablaufen. Durch die Hochwasserentlastungsrinne ist jederzeit sichergestellt, dass die Talsperre keinen Schaden nimmt. Dennoch ist im Nachgang mit Überschwemmungen im Unterlauf der Rur zu rechnen. Die entsprechenden Einrichtungen des Katastrophenschutzes und die Kommunen an der Rur sind informiert worden. Durch die Ausuferungen sind Überflutungen von Kellern und Häusern zu erwarten.

    Betroffene Bereiche

    Die gegebenenfalls durch Überschwemmung bedrohten Gebiete sind auf der beiliegenden Hochwassergefahrenkarte unter der Eintragung „Extremhochwässer“ zu sehen.

    Appell an die Bevölkerung

    Der Wasserverband Eifel-Rur ruft daher die Bevölkerung dazu auf, in den nächsten Stunden vorsichtig zu sein, ggf. Wertgegenstände zu sichern, Autos in Sicherheit zu bringen, aber vor allem für den eigenen Schutz und den hilfebedürftiger Personen im persönlichen Umfeld zu sorgen.

    Vom Hochwasser Betroffene sollten vor allen Dingen vollgelaufene Keller nicht betreten, da dort die Gefahr eines Stromschlags besteht, und nach Möglichkeit den Strom vorher abschalten. Personen sollten sich nicht im Bereich der Rur aufhalten, da die Gefahr besteht, mitgerissen zu werden. Ebenso sollten nach Möglichkeit auch Tiere in den Ställen oder auf Wiesen in Rurnähe in Sicherheit gebracht werden.

    Industrieunternehmen oder Gewerbetreibende sollten sich auf die Situation einstellen und ggf. ihre Krisenpläne umsetzen.

    Evakuierungen und Straßenverkehrssperrungen möglich

    An besonders von Hochwasser bedrohten Stellen ist auch mit Evakuierungen zu rechnen; außerdem kann es zur Sperrung von Verkehrswegen kommen.

    Auf der Website des WVER informieren wir Sie regelmäßig über die aktuelle Situation.

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  • Aus aktuellem Anlass: Hochwasserschutz in Odenkirchen nicht abgeschrieben

    SPDDank an die Helfer in den Überschwemmungsgebieten
    In den Medien sind jeden Tag dramatische Bilder aus den Hochwassergebieten im Osten und Süden der Republik zu sehen. Menschen müssen flüchten, die Helfer und Rettungsdienste sind im Dauereinsatz.

    Auch wenn Dauer und Ausmaß der Katastrophe in Süd- und Ostdeutschland dazu in keinem Vergleich stehen, kommen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern in Odenkirchen angesichts dieser Geschehnisse Erinnerungen an den 29. Mai 2008 ins Gedächtnis, als in Odenkirchen durch ein Unwetter zahlreiche Keller vollliefen, Straßen überflutet waren und der zurückgebliebene Schlamm große Schäden anrichtete. (mehr …)

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