Schlagwort: Pilgerreise

  • Sven Lau erstmals unter Druck – Kronzeugenaussage gegen Salafistenprediger

    Sven Lau erstmals unter Druck – Kronzeugenaussage gegen Salafistenprediger

    Recht bleich und fahrig wirkt der Angeklagte, er, der bei den bisherigen Verhandlungstagen vor dem OLG-Düsseldorf doch so souverän wirken wollte.

    Dann beginnt der Auftritt des Ismail I., selbstbewußt nimmt er neben seinem Anwalt Platz.  Ismail I. (26) ist selber wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrororganisation rechtskräftig verurteilt und in Schwäbisch Hall in Haft. Er verachtet nach eigenen Angaben das Assad-Regime, wollte es aktiv unter Waffen bekämpfen, habe jedoch nie gedacht, dass er in Syrien zu Terroristen käme. „Jamwa“ nannte sich die Gruppe, bedeutet  “Armee der Auswanderer und Unterstützer“. Sie ging später im IS unter.

    Sven Lau habe er auf einer Pilgerreise kennengelernt, vorher kannte er ihn lediglich aus den Medien. Beide haben seitdem über soziale Medien den Kontakt gehalten, Sven Lau habe ihn in seinem Ansinnen, nach Syrien in den Kampf zu ziehen, bestärkt. Lau habe den Kontakt nach Syrien zu einer Kampfeinheit unter Konrad S., einem deutschen Konvertiten, hergestellt, diesen habe er ihm als besten Freund dargestellt.

    Ismail I. bezeugt gesehen zu haben, dass Sven Lau in Syrien im Camp der IS-Kämpfer einen Krankenwagen und einen Müllwagen ablieferte, diese seien dort umgebaut worden um entweder Waffen- und Kämpfer zu transportieren oder im Falle des Mülltransporters zu einer möglichen Autobombe.
    „Sven Lau hat dies alles gesehen, wir waren gemeinsam dort bei den Kämpfern, ich gehörte zu ihnen, Lau war ein gern gesehener Gast und wurde bevorzugt behandelt“, betont er auf Nachfrage des Richters.

    Auf einen weiteren Konvertiten habe Lau massiven psychischen Druck ausgeübt mit dem Ziel: er sollte ebenfalls in den Kampf nach Syrien gehen. Das sei letztlich auch mit seiner eigenen Unterstützung geglückt, was aus diesem Kämpfer wurde, weiß Ismail I. nicht. Auch Geld habe Sven Lau nach Syrien geschickt, er selber habe von ihm 100 Euro erhalten und sie im Auftrag Lau´s an Konrad S. weitergegeben.
    Sollte das Gericht diesem Zeugen letztlich Glauben schenken, könnte dies ausreichen zu einer Verurteilung des Sven Lau.
    Drei Tage hat das Gericht für die Befragung dieses Zeugen angesetzt, sowohl die Bundesstaatsanwaltschaft als auch die Verteidigung werden nun mit ihrer Befragung den Zeugen sicher unter gehörigen Druck setzen.
    Wie groß das Gericht die Glaubwürdigkeit dann beurteilt muß sich zeigen.

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  • Studentinnen luden Bewohner des Caritaszentrums Holt zum „Erzählcafé“ ein

    Studentinnen luden Bewohner des Caritaszentrums Holt zum „Erzählcafé“ ein

    Selbst gepilgert ist Maria Kremer nie. „Aber Bekannte von mir sind jedes Jahr nach Trier gegangen“, sagt die 82-Jährige, die seit drei Jahren im Caritaszentrum Holt lebt. Schon deshalb hat sie einen Bezug zum Thema des Erzählcafés, das Studentinnen der Hochschule Niederrhein an diesem Nachmittag in der Einrichtung des Caritasverbandes gestalten.

    Anders als Maria Kremer sind viele andere Bewohner des Altenheims früher auf Pilgerreise gegangen. Sie nicken wissend, als Gabriele Steffens vom Pilgern berichtet. Die ehrenamtliche Erzählerin war schon in Lourdes, in Santiago de Compostela und in Jerusalem. „Eine Pilgerwanderung ist wie das Leben“, erklärt sie den Senioren. Manchmal sei der Weg steil und steinig, manchmal werde er gesäumt von Blumen und Wiesen.

    „Wir möchten die alten Menschen unterhalten, anregen und ihnen Impulse für Erinnerungen geben“, sagt Heike Lindt, die an der Hochschule Niederrhein Soziale Arbeit studiert.
    Sie hat das Erzählcafé in Holt gemeinsam mit Ina-Simone Bertram-Thiel, Laura Crynen und Gasthörerin Elisabeth Mertens-Hesper vorbereitet, es ist Teil des einjährigen Projektseminars „Entfalten statt liften“, in dem es um Bildungs- und Kulturarbeit mit älteren Menschen geht.

    „Die Studierenden haben in den vergangenen Wochen in jedem der vier Mönchengladbacher Caritaszentren ein Erzählcafé entweder zum Pilgern oder rund um das Thema Märchen durchgeführt“, berichtet Tanja Kulig, die gemeinsam mit Sigrid Verleysdonk-Simons das Projektseminar leitet.

    Der mit Geschichten und gemeinsam gesungenen Liedern stimmungsvoll gestaltete Nachmittag ist für alle Beteiligten eine lehrreiche Erfahrung. Als Gabriele Steffens von ihren Erlebnissen beim Pilgern erzählt, meldet sich eine der Seniorinnen. Wenn sie das höre, werde sie traurig, weil sie inzwischen solche Reisen nicht mehr unternehmen könne, bekennt sie. „Das hat mich sehr beeindruckt und nachdenklich gemacht“, sagt Heike Lindt.

    Aber vielleicht kann die alte Frau demnächst ja in einem kleineren Rahmen pilgern.
    Sigrid Cloerkes, Leiterin des Sozialen Dienstes im Caritaszentrum, plant für das kommende Jahr ein neues Angebot. „Unter dem Titel ,Pilgern durch die Natur’ möchten wir es den Bewohnern ermöglichen, innezuhalten und Wald, Felder und Wiesen zu genießen“, kündigt sie an.

    Nicht nur wegen dieser Aussicht ist das Erzählcafé ein voller Erfolg. Am Ende erkundigen sich die Studentinnen bei den Bewohnern des Caritaszentrums, wie es ihnen gefallen habe und ob sie sich ein weiteres Erzählcafé wünschen.
    Maria Kremer muss da nicht überlegen: „Ja, aber bitte“, antwortet sie prompt.

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