Alles hörte sich bisher durchaus positiv an, nun scheint alles in Frage zu stehen:
Die aktuell von der Stadt Mönchengladbach geplante Änderung des Landschaftsplanes Mönchengladbach lehnt Landrat Dr. Andreas Coenen ab.
Diese würde die angestrebte Verlängerung der S28 vom Kaarster See bis zum Viersener Bahnhof gefährden. Mit der geplanten Änderung des Landschaftsplanes beabsichtigt die Stadt Mönchengladbach die Festsetzung eines Naturschutzgebietes im Bereich der Donk im Norden des Stadtgebiets Mönchengladbach. Diese Festsetzung würde die Reaktivierung der darin gelegenen Schienentrassen erschweren.
Vor diesem Hintergrund hat Landrat Dr. Coenen das Gespräch mit dem Mönchengladbacher Oberbürgermeister Felix Heinrichs gesucht.
„Wir haben als Kreis Viersen im Juli gemeinsam mit den Städten Viersen und Willich einen Letter of Intent mit der Stadt Mönchengladbach unterzeichnet“, sagt Landrat Dr. Coenen. „Der Landschaftsplan sollte so angepasst werden, dass die Westverlängerung der Regiobahn nicht erschwert wird. Unser Ziel muss es sein, die Mobilitätswende in der Region einzuleiten. Um dem Naturschutz vollumfänglich gerecht zu werden, bietet es sich an, Pufferstreifen als Abstand zwischen den Bereichen des Naturschutzgebietes und der Bahntrasse zu schaffen.“
Die 3. Änderung des Landschaftsplans kann noch bis 3. September auf der Internetseite der Stadt Mönchengladbach öffentlich eingesehen und kommentiert werden.
Der Oberbürgermeister von Mönchengladbach, der Landrat des Kreises Viersen sowie die Bürgermeisterin der Stadt Viersen und der Bürgermeister der Stadt Willich haben heute (1. Juli) eine gemeinsame Vereinbarung zur gegenseitigen Unterstützung bei Projekten des Schienenverkehrs in der Region unterzeichnet.
Vorausgegangen waren entsprechende Beschlüsse in den Stadträten und im Kreistag. Die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen wird den regionalen Schienenverkehr entscheidend voranbringen. Die Vereinbarung ist daher ein Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität am linken Niederrhein. Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung ist die Westverlängerung der S28 vom Kaarster See bis zum Viersener Bahnhof. Die Unterzeichnung der Vereinbarung fand darum am Verlauf der geplanten Trasse statt, am Schanzweg.
Neben der Verlängerung der S28 umfasst die Vereinbarung eine Reihe weiterer Projekte des Schienenpersonennahverkehrs am linken Niederrhein, die sich positiv auf die gesamte Region auswirken, unter anderem:
Die Beibehaltung der Linie RE 13 (Venlo-Viersen-Mönchengladbach-Düsseldorf-Wuppertal-Hamm) und die Sicherung der Anbindung der heutigen Haltepunkte mit dem gewohnten Takt bei einer Realisierung einer schnellen Schienenpersonenverbindung zwischen Eindhoven und Düsseldorf Die Beschleunigung des RE8 zwischen Köln und Mönchengladbach sowie die Einrichtung einer zweiten S6 pro Stunde auf der Strecke durch Bau eines zweiten Gleises zwischen Rheydt Hauptbahnhof und Rheydt-Odenkirchen Die Verlängerung der S8 über Mönchengladbach Hauptbahnhof bis Rheydt Hauptbahnhof beziehungsweise optional bis nach Erkelenz/Hückelhoven, verbunden mit einem zusätzlichen Haltepunkt im Bereich der Hochschule Niederrhein.
Auch die Vereinbarkeit zwischen der S 28 und dem Radschnellweg zwischen Krefeld, Willich und Mönchengladbach wird festgeschrieben. „Die Zusammenarbeit am Niederrhein funktioniert. Gerade bei Infrastrukturprojekten ist es ungemein wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen und so mehr erreichen können. Für Mönchengladbach war es wichtig, die Interessen von Anwohner*innen, Natur und Artenschutz zu sichern, und das ist gelungen. Daher wollen wir es nicht beim Schienenverkehrsausbau belassen, sondern auch in weiteren Feldern interkommunal kooperieren“, so Oberbürgermeister Felix Heinrichs. Der Rat der Stadt Mönchengladbach stimmte in seiner gestrigen Sitzung für die gemeinsame Erklärung.
Teilweise „Hoch zu Ross“ hat heute die „Bürgerinitive S28-Nein, Donk(e)“ im Rathaus Abtei eine Petition mit 3.471 Unterschriften an Oberbürgermeister Felix Heinrichs übergeben. Leloe Gisbertz, wurde von Maria Hamacher und Simone Knobel, sowie Doris Gisbertz und Andrè Lubberich mit ihren Pferden Yukon und Skalda beim Übergabetermin im Rathausinnenhof begleitet.
Hintergrund der Aktion: Der Rat der Stadt Mönchengladbach berät in seiner morgigen Sitzung die „Gemeinsame Erklärung zwischen der Stadt Mönchengladbach, dem Kreis Viersen, der Stadt Viersen sowie der Stadt Willich zur gegenseitigen Unterstützung von regional bedeutsamen Schienenpersonenverkehrsprojekten zur Verbesserung der Verkehrsbedingungen“.
Die gemeinsame Erklärung enthält auch Aussagen zur westlichen Verlängerung der Regiobahn (S28) von Kaarst über Willich und Mönchengladbach-Neuwerk bis nach Viersen. Die Bürgerinitiative möchte die dafür zur Diskussion stehende Reaktivierung einer Eisenbahntrasse verhindern.
Sie nutzten die Sitzung der Bezirksvertretung Ost im Rheydter Rathaus um ihren Protest in die Öffentlichkeit zu bringen.
Vom Parkplatz der HN auf der Rheydter Straße marschierten sie zum Marktplatz und informierten durch Redebeiträge das anwesende Publikum über ihr Anliegen. Außerdem sammelt die Bürgerinitiative „S28 – Nein, Donk(e)! – S28 nur mit Sinn!“ Unterstützer-Unterschriften. Sie haben kein Verständnis für die aktuelle Planung zur Verlängerung der S-Bahn 28 bis nach Viersen auf der vor ca. 50 Jahren stillgelegten Trasse durch die Donk in Neuwerk. Für sie gibt es eine bessere Alternative. Deshalb lehnen sie den aktuell vorliegenden Entwurf des LOI vehement ab.
Bürgermeister Hajo Siemes (Grüne) nutzte die Veranstaltung, die Argumente der Ampel vorzutragen. Für die CDU und wohl auch für die Initiative sprach Bezirksvertreter Willi Schmitz aus Neuwerk.
Unterstützung wird ihnen zuteil durch die CDU-Ratsfraktion in Form einer Presseerklärung und die CDU-Fraktion der BV-Ost. In der Sitzung am Donnerstag brachte die CDU einen Antrag ein mit dem Ziel, die Empfehlung der Bezirksvertretung an den Rat und weitere Gremien zu verhindern. Trotz der Unterstützung durch Dr. Aranea (parteilos) wurde dieser Antrag der CDU abgelehnt.
Nachstehend die PM der CDU-Ost:
Die CDU-Fraktion im Mönchengladbacher Osten stellt sich hinter die Anwohner in der Donk und Neuwerk und spricht sich als einzige demokratische Fraktion in der BV MG-Ost nicht nur gegen den Letter of Intent sondern auch die Fortführung der S 28 auf der alten Trasse aus. „Wenn wir wirklich den öffentlichen schienengebundenen Nahverkehr durch eine Fortführung der S 28 fördern wollen, dann muss die Streckenführung intelligent sein, sie muss Menschen da aufsammeln, wo sie wirklich wohnen“ sagt der Fraktionsvorsitzende der CDU in der BV, Dieter Breymann. Dies sei bei der alten Streckenführung nicht der Fall. Wenn die S 28 aber an den eigentlichen Siedlungsschwerpunkten vorbeiführe, wäre der beabsichtigte verkehrspolitische Nutzen gering. „Dies zeigt schon die Lage der geplanten neuen Bahnhöfe für die S28 in Neersen und Schiefbahn“, ergänzt Ratsherr Willi Schmitz, der auch einer der führenden Köpfe der Bürgerinitiative ‚Donk( e ) -Nein‘ gegen die Wiederbelebung der alten Streckenführung ist. „Heute bringt uns die Stadt in der gleichen Sitzung zur Kenntnis, dass die Donk im Landschaftsplan zu einem Naturschutzgebiet hochgestuft werden soll, am gleichen Tag setzen wir die Zerstörung dieses Naturschutzgebietes in Gang“, führt Willi Schmitz weiter aus und verspricht, sich auch weiterhin dafür einzusetzen, dass neben den klimapolitischen Zielen auch die Belange der betroffenen Bürger*innen und Naturschutzes in dem weiteren Entscheidungsprozess berücksichtigt werden.
Gegner der Westverlängerung der Regiobahn „S 28“ protestierten mit einer Einladung zum Waldspaziergang auf und auch neben der dort vorhandenen alten Bahntrasse.
Fotos: Grüne-MG
Die geplante Westverlängerung der „S 28“ von Kaarst nach Viersen beunruhigt einige Mönchengladbacher Bürger:innen. Unter die etwa 100 bis 120 Menschen, die sich am vergangenen Donnerstag auf Einladung der Interessengemeinschaft „S 28 Nein D(o)nke“ an der alten, dennoch deutlich erkennbaren Bahntrasse einfanden, hatten sich auch die grünen Kommunalpolitiker Klaus Barthels und Jürgen Mülders eingereiht. Bei sehr guten äußeren Bedingungen, einer professionellen Organisation und unter der kritischen Begleitung der Polizei erkundeten sie gemeinsam den geplanten Verlauf der neuen S 28. Die Organisatoren hatten vielfach durch bunte Absperrbänder und Kreuze an Bäumen den geplanten Verlauf der Strecke, teilweise unmittelbar an privaten Grundstücken vorbei, deutlich gekennzeichnet. Im Verlauf der ca. zweistündigen coronakonformen Wanderung ergaben sich zahlreiche Möglichkeiten zum Gespräch mit betroffenen Anwohner:innen, mit Befürwortern sowie mit Vertretern des NABU.
In teilweise erregten und hitzigen Diskussionen – überwiegend mit Anwohnern – stellten die beiden Grünen-Politiker klar, dass für sie die notwendige Fällung von Bäumen für den Neubau dieser wichtigen S-Bahnverbindung an dieser Stelle eine schmerzhafte, dennoch aber unabdingbar notwendige Maßnahme darstellt. Im Gegensatz zu nicht zwingend notwendigen Baumfällungen, wie sie zum Beispiel im Geropark geplant waren, dient der Eingriff in Natur und Umwelt in der Donk der Realisierung eines wichtigen Infrastrukturprojektes, welches dazu beitragen wird, die deutlich umweltschädlicheren Auswirkungen des Individualverkehres mit den bekannten Nebenwirkungen (u.a. Lärm, CO2-Ausstoß) zu begrenzen und sogar perspektivisch zu reduzieren. Diese Einstellung gilt auch gleichermaßen für den projektierten Fernradweg von Mönchengladbach nach Krefeld, der teilweise parallel zur S28 verläuft.
„Wir lehnen die grundlose Fällung von Bäumen an Mönchengladbacher Straßen und auch bei städtebaulichen Projekten ab. Das betrifft insbesondere das Abholzen der Bäume an der A52 und an der A44 bis zur A57; dazu wir sind gegen die Wiederherstellung der A61N“, sagt Jürgen Mülders. „Das Kreuz Neersen hat schon viel zu viele Bäume gekostet – Proteste gab es dort allerdings nicht.“
Natürlich, so Mülders, müsse beim S-28-Neubau auch der Lärmschutz der direkt betroffenen Anlieger optimal gelöst werden, sinnvollerweise baulich in Form von Lärmschutzwänden und einem lärmabsorbierenden Gleisbett. Gleichzeitig sollten dort nur Elektrotriebwagen der neuesten Generation verkehren, um so auch die Lärmproduktion auf das technische Mindestmaß zu reduzieren.
Wie aus der Auswertung des Liegenschaftskatasters im Geoportal der Stadt Mönchengladbach hervorgeht, ist an der engsten Stelle der S28-Streckenführung (hinter einem Zaun) etwa neun Meter Raum für ein gut fünf Meter breites Gleis. Dort würden im Zehn-Minutentakt elektrische Züge passieren, ähnlich den Bussen auf der Straße. Geplant sind auch weitere Bahnübergänge.
„Der Zuspruch aus unserer Nachbarstadt Viersen, schnell und ohne Umstieg nach Düsseldorf oder Neuss zu kommen, ist riesig“, stellt Jürgen Mülders fest. „Viele Menschen werden dann nicht mehr die A52 befahren oder mit dem Auto bis zur S28 Haltestelle in Kaarst fahren.“ Vielleicht würde die Schienenstrecke einige sogar ganz auf den Verzicht aufs Auto bewegen. Für die Bewohner aus Neuwerk, Bettrath und dem Bereich des Flughafens sei die Situation nicht anders und eventuell sogar preiswerter als die Abfahrt ab Lürrip, glaubt Mülders. Eine Alternative sei die R13 aus Viersen nicht.
Da bei den Demonstranten an der Donk einige unsachliche, teils unwahre Informationen kursierten zu möglichen Güterzügen auf der neuen Strecke, ist den Grünen-Politikern Mülders und Barthels eine Richtigstellung wichtig: „Es wird keine aus den Niederlanden kommenden, angeblich bis zu 750 Meter lange Güterzüge auf dieser Strecke geben“, betonen beide unisono. Hintergrund: Solcherart Züge könnten nur allein die Strecke benutzen – mit der Folge, dass die S28 überall zu warten hätte. Ein planbarer Taktverkehr – geplant ist der Deutschlandtakt – wäre damit nahezu ausgeschlossen. Überdies ist die S28-Strecke im Eigentum der Regio-Bahn, die sich wiederum im Besitz der anliegenden Kommunen (mit Ausnahme der Stadt Mönchengladbach) befindet. Damit hat die Deutsche Bahn AG hier keinen Zugriff. „Der Klimawandel, wegen dem auch die Stadt Mönchengladbach den Klimanotstand ausgerufen hat, nötigt uns dazu, die Bäume für den Radschnellweg und die S28 zu opfern, um weiteren, viel größeren Schaden durch den täglichen motorisierten Individualverkehr auf den Autobahnen zu verhindern“, stellt Klaus Barthels fest. „Die Einsparungen für unser Klima werden erheblich größer sein“, sagt er. Der Schaden für das Klima durch Nichtstun bzw. einen weiteren Ausbau des motorisierten Individualverkehrs werde unbezahlbar und raube nachfolgenden Generationen den Lebensraum.
Nach intensiven Beratungen haben die Verwaltungsspitzen der Stadt Mönchengladbach, des Kreises Viersen, der Stadt Viersen und der Stadt Willich eine unterschriftsreife Erklärung zur gegenseitigen Unterstützung bei Projekten im Schienennahverkehr ausgearbeitet.
Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung ist die Verlängerung der S 28 bis nach Viersen. Hierüber wurden in den vergangenen Monaten neue Beratungen zwischen den Partnerkommunen aufgenommen. In den vergangenen Wochen wurde die gemeinsame Erklärung abgestimmt. Sie kann nun in den jeweils zuständigen Gremien der Städte und des Kreises zur Beschlussfassung vorgelegt werden.
Über die Verlängerung der S 28 mit Endhaltepunkt im Bahnhof Viersen hinaus umfasst die Vereinbarung eine Reihe weiterer Projekte des Schienenpersonennahverkehrs am linken Niederrhein. Diese haben positive Effekte für die gesamte Region. Hierzu zählen unter anderem:
Die Beibehaltung der Linie RE 13 (Venlo-Viersen-Mönchengladbach-Düsseldorf-Wuppertal-Hamm) und die Sicherung der Anbindung der heutigen Haltepunkte mit dem gewohnten Takt bei einer Realisierung einer schnellen Schienenpersonenverbindung zwischen Eindhoven und Düsseldorf Die Beschleunigung des RE8 zwischen Köln und Mönchengladbach sowie die Einrichtung einer zweiten S6 auf der Strecke durch Bau eines zweiten Gleises zwischen Rheydt Hauptbahnhof und Rheydt-Odenkirchen Die Verlängerung der S8 über Mönchengladbach Hauptbahnhof bis Rheydt Hauptbahnhof beziehungsweise optional bis nach Erkelenz/Hückelhoven, verbunden mit einem zusätzlichen Haltepunkt im Bereich der Hochschule Niederrhein.
Die Beteiligten sind sich einig, dass die Projekte in ihrer Gesamtheit ein wichtiger Baustein für die Entwicklung des regionalen Schienenverkehrs sind. Die Vereinbarung ist daher ein Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität am linken Niederrhein. So wird auch die Vereinbarkeit zwischen der S 28 und dem Radschnellweg zwischen Krefeld, Willich und Mönchengladbach in der Vereinbarung festgeschrieben.
Landrat Dr. Andreas Coenen sagt: „Ich freue mich, dass wir mit dem regionalen Konsens nun endlich Einvernehmen über die Verlängerung der S 28 bis nach Viersen erzielt haben. Das ist neben den weiteren enthaltenen Verbindungen ein ganz wichtiges Projekt für die Mobilitätswende, für das wir lange gekämpft haben. Die gesamte Region wird davon profitieren. Nun können wir endlich mit der Umsetzung beginnen.“
Oberbürgermeister Felix Heinrichs betont: „Die Herausforderungen der Zukunft sind so groß, dass wir nur im engen Schulterschluss mit den regionalen Partnern vorankommen. Nachhaltige Mobilität auf der Schiene ist ein Megaprojekt, das längst überfällig ist. Für Mönchengladbach ist die Fortführung der S8 mindestens bis Rheydt und der Ausbau des RE13 bis Eindhoven elementar. Weitere Projekte wie die Beschleunigung des RE8 zwischen Köln und Mönchengladbach oder auch der Ausbau der Gewerbefläche am Flughafen haben Priorität und nutzen der gesamten Region. Beim Ausbau der S28 konnten wir jetzt klare Rahmenbedingungen vereinbaren, die für die Natur, die Anwohnenden und die Gesamtstadt enorm wichtig sind. Das ist ein gutes Paket, mit dem wir nun in die Diskussion in der Stadt einsteigen.“
Gemeinsam mit dem Landrat des Kreises Viersen, der Bürgermeisterin der Stadt Viersen und dem Bürgermeister der Stadt Willich hat sich Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs bei einem Treffen darauf verständigt, sich gegenseitig bei Projekten im Schienenpersonennahverkehr zu unterstützen.
Für alle Beteiligten ist der Ausbau des Schienenverkehrs ein Gewinn für die Region und ein wichtiger Beitrag zur dringend erforderlichen Verkehrswende.
Ein Thema war auch die Westverlängerung der S28 vom Kaarster See bis zum Viersener Bahnhof. Eine gemeinsame Absichtserklärung wird nun von den beteiligten Fachabteilungen der Städte bzw. des Kreises ausgearbeitet und dann den eigenen Gremien der Städte bzw. des Kreises zur Beschlussfassung vorgelegt.
„Ich freue mich, dass wir uns in konstruktiven Gesprächen auf der Zielgeraden zu einer gemeinsamen Lösung für den Ausbau der Schienenanbindung für den Niederrhein befinden. Ob S6, S8, S28 oder RE 13 – viele Projekte tragen zu einer Stärkung unserer Region bei. Nun muss noch an den Details für den Letter of Intent gefeilt werden, so dass sich am Ende die Interessen der Partner wiederfinden und eine Übereinkunft getroffen werden kann, die für alle gut und zukunftsweisend ist“, so Oberbürgermeister Felix Heinrichs.
Wollen und meinen beide Seiten das gleiche? Oder sind alles nur kryptische Aussagen? Fast zeitgleich wurden beide Statements veröffentlicht.
Kreis Viersen fordert Mönchengladbach auf, die Planung der S28 nicht zu torpedieren. Landrat Dr. Andreas Coenen: „Die Menschen wollen raus aus dem Stau“
Viersens Landrat Dr. Andreas Coenen fordert die Stadt Mönchengladbach auf, an der gemeinsam geplanten Streckenführung des Radschnellwegs festzuhalten und damit die Irritationen um die geplante Verlängerung der S28 aufzulösen.
Der jetzt ohne Abstimmung mit dem Kreis und den anderen Beteiligten vorgelegte Bebauungsplan für den Radschnellweg überplant teilweise die Trasse, die für die Streckenverlängerung der Regiobahn S28 vom Kaarster See nach Viersen vorgesehen ist.
„Die Umsetzung des Bebauungsplans würde das für die Menschen in der Region so bedeutsame Infrastrukturprojekt der S28 auf lange Zeit verhindern“, erklärt Landrat Dr. Andreas Coenen. „Das können wir nicht zulassen. Die Menschen wollen raus aus dem Stau und rein in die Bahn. Die Verkehrswende muss kommen.“
Dr. Coenen weist darauf hin, dass die Wegführung für die Trasse des Radschnellweges mit der Stadt Mönchengladbach im vergangenen Frühjahr verabredet wurde. In der gemeinsam abgestimmten Machbarkeitsstudie für den Radschnellweg sei explizit auf die Notwendigkeit hingewiesen worden, dass dabei die vorgesehene Streckenverlängerung der S28 berücksichtigt werden muss. Ohnehin sei die Trasse eisenbahnrechtlich gewidmet. Dies müsse auch im Bebauungsplan gekennzeichnet werden. Im Übrigen sei die Streckenverlängerung der S28 auch im Regionalplan Düsseldorf als Schienenweg festgelegt. Aktuell sei die Regiobahn mit Unterstützung des Kreises Viersen dabei, einen Antrag auf Förderung der Planungskosten für die Verlängerung der S28 auf den Weg zu bringen. „Der Versuch, diese Wirklichkeit zu ignorieren und die Verlängerung der S28 mit neuen Plänen klammheimlich zu torpedieren, wäre ein Vertrauensbruch, der die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Mönchengladbach und dem Kreis Viersen in Zukunft erheblich belasten würde. Das mit dem Bebauungsplan der Stadt Mönchengladbach geschaffene Hindernis muss aus dem Weg geräumt werden. Ich setze hier auf den neuen Oberbürgermeister und eine Koalition der Vernunft und der guten Nachbarschaft im Rat“, so Landrat Dr. Andreas Coenen.
S28-Verlängerung und Radschnellverbindung schließen sich nicht aus. OB Heinrichs reagiert auf offenen Brief des Fahrgastverbandes und VCD-Verkehrsclubs
Eine Radschnellverbindung von Krefeld über Willich bis nach Mönchengladbach schließt eine Verlängerung der S28-Bahnlinie nicht aus.
Das hat Oberbürgermeister Felix Heinrichs schriftlich dem Fahrgastverband PRO BAHN und VCD Verkehrsclub Deutschland mitgeteilt, die in Form eines offenen Briefes vor einer Priorisierung der in weiten Teilen auf oder entlang der ehemaligen Bahntrasse geplanten Radschnellverbindung warnen. „Die Bahnfläche wird im Zuge des Planfeststellungsverfahrens auch auf die Bedarfe einer zukünftigen S 28-Verlängerung beplant. Das bedeutet also nicht, dass zukünftig kein Bahnverkehr mehr möglich ist, insofern werden mit dieser Entscheidung keine Fakten geschaffen“, so der Oberbürgermeister. Das sei das übliche Verfahren.
Zur Realisierung der Radschnellverbindung ist im Mönchengladbacher Stadtgebiet der Grunderwerb von Flächen der Deutschen Bahn AG erforderlich. Der zuständige Ausschuss für Planen, Bauen und Stadtentwicklung der Stadt Mönchengladbach hatte die städtische Tochter EWMG beauftragt, die für eine Realisierung des Radschnellweges erforderlichen Flächen von der Deutschen Bahn AG zu erwerben. „Dieser Sachverhalt ist allen Projektpartnern bekannt und wurde auch in diversen Planungsbesprechungen zur Machbarkeitsstudie ausführlich thematisiert“, erklärt der erste Bürger der Stadt. Mönchengladbach sucht auch weiterhin den Schulterschluss mit den beteiligten Kreisen und Kommunen und setzt auf ein ganzheitliches Maßnahmenpaket. Gerade im Hinblick auf die Klimaziele 2050 soll der Modal Split verbessert und Defizite im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) abgebaut werden. Die S28-Verlängerung ist Teil dieses Maßnahmenpaketes. Heinrichs hofft auf einen engen Austausch in Form von Arbeitskreisen, die die für eine Mobilitätswende erforderlichen Maßnahmen definieren. Darauf aufbauend könnten die beteiligten Kommunen und Kreise einen „Letter of Intent“ unterschreiben. „Alleingänge helfen keinem weiter. Nur gemeinsam können wir die Mobilitätswende nachhaltiger und attraktiver gestalten. Wir wollen in konstruktiver Zusammenarbeit eine gemeinsame Lösung finden, die die Interessen aller berücksichtigt.“
Gemeinsam mit den Städten Krefeld, Willich und Mönchengladbach, dem Kreis Viersen und der BahnflächenEntwicklungsgesellschaft des Landes NRW (BEG) wird eine Radschnellverbindung von Krefeld über Willich nach Mönchengladbach geplant. Die unter Federführung der BEG initiierte Projektgruppe hat mit einem externen Gutachter eine Machbarkeitsstudie zur Umsetzbarkeit der Radschnellverbindung erarbeitet. Dabei wurde die Verlängerung der Regiobahn S 28 nach Viersen ausdrücklich berücksichtigt. Laut Studie ist sowohl die Realisierung der Radschnellverbindung als auch die S 28-Verlängerung als Linienbündelung nebeneinander umsetzbar. Nach dem derzeitigen Planungsstand verläuft die Trasse der Radschnellverbindung nördlich parallel neben der Trasse der Regiobahn S 28 und quert diese im Bereich nordöstlich der Donker Straße. Die Machbarkeitsstudie wurde im Frühjahr 2020 in den politischen Gremien der Städte Krefeld, Willich und Mönchengladbach sowie des Kreises Viersen vorgestellt und beraten. Aus allen politischen Gremien kam der gleichlautende Beschluss, die Planung für die Radschnellverbindung fortzuführen. Im Laufe der nun anstehenden Planungsschritte werden die beteiligten Kommunen sowie die politischen Gremien wie üblich weiterhin in den Prozess einbezogen.