Schlagwort: Schließung

  • Kekshersteller Griesson-de Beukelaer kündigt Standortschließung an

    Kekshersteller Griesson-de Beukelaer kündigt Standortschließung an

    Kempen is(s)t De Beukelaer – und dabei soll es auch bleiben. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit Blick auf die Pläne des Unternehmens, das Werk in Kempen zu schließen. Die Produktion der Kultmarke Prinzenrolle soll ins thüringische Kahla verlagert werden. Das hatte die Geschäftsleitung am Freitagmittag in einer Belegschaftsversammlung bekanntgegeben. Den rund 270 Mitarbeitern von Griesson-de Beukelaer in Kempen droht nun der Arbeitsplatzverlust. Jetzt startet die NGG einen Appell, mögliche Alternativen zur Schließung und zu den geplanten Entlassungen zu prüfen.

    Dazu erklärt Karim Peters, NGG-Geschäftsführer der Region Krefeld-Neuss: „Die Ankündigung des Unternehmens ist absolut nicht nachvollziehbar und wirtschaftlich völlig ungerechtfertigt. Die Keksproduktion in Kempen ist sehr effizient und außerdem profitabel. Offenbar will die Firma mit der Verlagerung vor allem eines erreichen: Noch mehr Profit. Die Pläne des Unternehmens werden deshalb unseren erbitterten Widerstand erfahren. Die Beschäftigten haben eine sichere Zukunft ihrer Arbeitsplätze verdient. Wir werden für ihren Erhalt kämpfen und geben sie nicht auf.“ Peters kritisierte auch den Zeitpunkt der Bekanntmachung. In Unternehmerkreisen scheine sich eine Unkultur zu entwickeln, Menschen vor dem Wochenende und dann noch in der Vorweihnachtszeit mit Arbeitsplatzverlust zu bedrohen, so Peters.

    Die Produktion der Kultmarke Prinzenrolle soll ins thüringische Kahla verlagert werden. Die Geschäftsleitung hofft, möglichst schnell einen Sozialplan abschließen zu können. Für den Betriebsrat und die Gewerkschaft NGG ist die Schließung des Werks dagegen längst nicht beschlossene Sache. Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter will das Unternehmen einen profitablen Standort ins Aus stellen. Gewerkschaft und Betriebsrat kritisieren darüber hinaus die Informationspolitik und die Zusammenarbeit mit den Betriebsräten: „Nach dem Gesetz ist der Betriebsrat frühzeitig über derartige Maßnahmen zu unterrichten. Stattdessen hat Griesson-de Beukelaer die Betriebsräte Ende vergangener Woche vor vollendete Tatsachen gestellt“, so Gewerkschafter Peters.

    Detlev Büschges, Betriebsratsvorsitzender am Kempener Standort, ist über das Vorgehen des Unternehmens entsetzt. Griesson-de Beukelaer habe keinerlei Versuche gestartet, mit dem Betriebsrat über die Zukunft des Kempener Standorts zu sprechen. „Genügend Fläche wäre da und auch der Draht zur örtlichen Politik ist sichergestellt. Gefehlt haben jegliche Gespräche zu einem Um- oder gar Ausbau. Kurzum: Es war nicht gewollt. Jetzt will man uns Kempener Arbeitsplätze in Thüringen anbieten. Menschen sollen aus ihrem sozialen Umfeld gerissen werden, ihre Familien, ihre Nachbarschaften und ihre Vereine zurücklassen und mit Griesson in Kahla ein neues Leben beginnen“, kritisiert der Betriebsratsvorsitzende. Büschges ist wie viele seiner Kollegen mit Kempen sehr verbunden und war selbst schon als Sankt Martin und Schützenkönig unterwegs. „Die Kempener, die täglich die Prinzenrollen produzieren, sind sozial hoch engagiert und aktiv. Jetzt will man sie in den Thüringer Wald schicken, ihnen die berufliche Existenz und auch die fünfte Jahreszeit nehmen“, fügt Büschges hinzu.

    Das Betriebsratsgremium müsse nun umfassend informiert werden und alle noch offenen Fragen zu den Unternehmensplänen umfänglich und ausführlich beantwortet werden. Vor allem aber wollen Betriebsrat und Gewerkschaft mögliche Alternativen zur Schließung und zu den geplanten Entlassungen prüfen, bevor man an Sozialplanverhandlungen denke.

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  • Alternative zur Schließung des Karstadt-Kaufhauses im Blick

    Alternative zur Schließung des Karstadt-Kaufhauses im Blick

    Um den Standort zu halten, wird über den Erwerb der Immobilie durch die EWMG und die Vermietung an Karstadt nachgedacht.

    Mit großem Bedauern nimmt die Stadt Mönchengladbach die vom Kaufhauskonzern Karstadt für Mitte 2016 angekündigte Schließung des Standortes in Rheydt zur Kenntnis. „Karstadt zählt zu den Frequenzbringern in der Rheydter City. Dort haben wir in den vergangenen Jahren mit EU-, Bundes- und Landesmitteln mehr als 24 Millionen Euro für städtebauliche Maßnahmen investiert, nicht zuletzt auch in den komplett umgebauten Marktplatz. Probleme bei Karstadt können demnach in ihrer Ursache nicht im Standort begründet sein, der durch die Umsetzung des Innenstadtkonzeptes und das Projekt ‚Soziale Stadt Rheydt‘ spürbar aufgewertet wurde“, betont Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners zur aktuellen Entwicklung. Da die Probleme in jüngster Vergangenheit erkennbar wurden, hat die Stadt über die EWMG bereits intensive Gespräche zum Beispiel über eine Nutzung von Teilflächen aufgenommen, um eine mögliche Alternative zur Schließung des Standortes zu finden.

    Ende 2010 hatte der Rat die Bemühungen des Karstadt-Insolvenzverwalters Nicolas Berggruen zur Sanierung des Konzerns unterstützt, indem auf die fiktiven Gewerbesteuereinnahmen auf den Sanierungsgewinn verzichtet wurde. Damit signalisierten Verwaltung und Politik ein großes Interesse, den Standort Rheydt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu erhalten.

    Etwa 100 Mitarbeiter sind von der aktuellen Mitteilung betroffen. Solange die Karstadt AG die Verhandlungen nicht als gescheitert erklärt, besteht jedoch noch Hoffnung für den Erhalt der Filiale am Rheydter Marktplatz. Für den Stadtteil Rheydt dürfte eine Schließung erhebliche Konsequenzen haben. Nach der Fertigstellung des Marktplatzes wäre ein Leerstand in dieser Größenordnung wenig wünschenswert.

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