“10 Minuten für Dich” – Caritas und KoKoBe verschenken Zuhörzeit

An fünf Tagen im Mai widmen die erfahrenen Sozialarbeiter*innen der Gemeindesozialarbeit des Caritasverbandes Mönchengladbach und der Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstellen (KoKoBe) für Menschen mit Behinderung ihre volle Aufmerksamkeit den Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürgern, die etwas auf dem Herzen haben:

„10 Minuten Zeit für Dich – wir hören Dir zu“ lautet das Gesprächsangebot an alle Interessierten, die ihr Herz ausschütten möchten, ganz egal, welches Thema sie gerade (am meisten) bewegt. Denn nur die Beschenkten selbst bestimmen, was in der geschützten Gesprächssituation zur Sprache kommen, zu Gehör gebracht oder im vertraulichen Beisammensein einfach nur bedacht oder gefühlt werden kann. Eines ist allen Nutzer*innen dieses Angebotes gewiss: eine zugewandte Ansprechperson, die zehn Minuten lang einfühlsam und achtsam zuhört.

„In der gegenwärtigen Zeit, die uns alle in nicht gekannter Weise herausfordert, gibt es sowohl bewegende als auch belastende Themen im Überfluss, aber nicht immer und für jede*n hinreichend Gelegenheit, Gedanken und Sorgen mit anderen zu teilen“, stellt Gemeindesozialarbeiterin Brigitte Oltmanns fest. Corona-Pandemie, Klima-Katastrophen und der Kriegsausbruch in Europa haben die Grundfesten einer sicher gewähnten Lebensführung zutiefst erschüttert und das soziale Miteinander spürbar verändert. „Der Umgang mit den Krisen und ihren Folgen ist sehr unterschiedlich: Unsicherheiten, Ängste und Vereinsamung auf der einen treffen auf Solidarität, Zuversicht und Hilfsbereitschaft auf der anderen Seite“, so Christopher Micha, Mitarbeiter des KoKoBe-Standorts Rheydt.

Adam Albin, Mitarbeiter des KoKoBe-Standorts Mönchengladbach, ergänzt: „Wir haben dieses Projekt gemeinsam entwickelt, um auch die Perspektiven von Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen und ihren Angehörigen, den Zielgruppen unserer Beratungsangebote, mit einzubeziehen.“ Die im Krisenmodus plötzlich einsetzenden Veränderungen im alltäglichen Leben und zum Teil sehr massiv erlebten Eingriffe in gewohnte Strukturen und Abläufe haben nach der Erfahrung der KoKoBe-Berater*innen diesem Personenkreis in den vergangenen zwei Jahren besonders schwer zugesetzt. „Uns geht es in dem Projekt auch darum, Resilienz zu stärken“, betont deshalb KoKoBe-Kollegin Anja Weichert. „Wir möchten Mut machen und Solidarität zeigen.“

Um Interessierten die Wahrnehmung des Angebotes unkompliziert und ortsnah zu ermöglichen, sind die Projektpartner*innen an fünf Tagen im Mai zu jeweils unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Locations in Mönchengladbach präsent. Gelegenheiten, das Zeitgeschenk persönlich in Empfang zu nehmen, bestehen damit an den folgenden frei wählbaren Terminen und Standorten:

Für die Aktion „10 Minuten Zeit für Dich – wir hören Dir zu“ haben sich der Fachdienst Gemeindesozialarbeit des Caritasverbandes Mönchengladbach und die Mitarbeiter*innen der KoKoBe Mönchengladbach zur Projektinitiative auf Zeit zusammengeschlossen. Beide Institutionen interessiert die aktuelle Situation von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung: Wie geht es den Menschen in Mönchengladbach? Was sind ihre zentralen Lebensthemen? Was wünschen sie sich? Mit den bei der gemeinsamen Aktion gewonnenen Erkenntnissen und Antworten auf diese und weitere Leitfragen erhoffen sich die Projektpartner*innen, ihre Beratungsangebote noch passgenauer an sozialräumlichen Gegebenheiten und konkreten Lebenswelten der jeweils angesprochenen Personengruppen ausrichten zu können.

Die Gemeindesozialarbeit des Caritasverbandes hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lebenswelten in unserer Region zu verändern und an einer positiven Gestaltung mitzuwirken. In stadtteil- und quartiersbezogenen Projekten ist die Gemeindesozialarbeit in verschiedenen Bezirken von Mönchengladbach aktiv.

Die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsangebote KoKoBe unterstützen Menschen mit Behinderung dabei, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und gleichberechtigt am Leben in der Gemeinschaft teilzuhaben. Im Auftrag des Landschaftsverbandes Rheinland tragen die KoKoBe und ihre jeweiligen Trägerorganisationen und -verbünde dazu bei, die Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderungen in der Region zu koordinieren und bedarfsgerecht weiter zu entwickeln.