Er ist wieder da. Oder war er nie weg?
Er ist ein hartnäckiger Bursche. Der Biber, dessen Lebensraum mit brachialer Gewalt zerstört wurde, baut sich in der Bungt ein neues Zuhause. Zum Ärger der Anwohner hat er seinen Damm wieder aufgebaut. Das ging ganz einfach, ein Bagger schob sein Baumaterial beiseite. Er musste nicht einmal neue Bäume fällen. Er hat das Material einfach wiederverwertet. Da kann so mancher Bauherr noch was lernen.
Dass der Biber gewaltsam vertrieben worden war, konnte man an den tiefen Spuren des Räumfahrzeugs erkennen.
Für die Verantwortlichen schien dies die einfachste Lösung für ein geschütztes Tier zu sein.
Hier stellt sich die Frage: Wie viel Natur wollen und können wir zulassen? Der Biber hat wie der Mensch das Bedürfnis sich fortzupflanzen und braucht Platz. Leider muss man sagen, dass er der bessere und nachhaltigere Baumeister ist. Die Landschaften, die er schafft, zerstören im ersten Moment die vorhandenen Wald- oder auch Wiesenflächen. Viele Bäume sterben ab. Am Volksbad kann man das sehr gut sehen. Andererseits schafft der Biber natürliche Überflutungsflächen, die bei Starkregen als Ausweichflächen für zu viel Wasser dienen.
Müssen diese Flächen vom Menschen künstlich angelegt werden, kostet das viel Geld.
Vom Niersverband finanzierte Maßnahmen sind rund um den Bresgespark zu sehen. Hier wurden die Flussbegradigungen früherer Jahre aufwendig rückgängig gemacht. Überschwemmungsflächen wurden wiederhergestellt. Das macht der Biber kostenlos. Das gesparte Geld könnte für den Schutz der Häuser der Anwohner verwendet werden.
Andere Länder und auch Fachleute bei uns haben hier schon viele individuelle Lösungen gefunden.
Die primitive Zerstörung eines Lebensraumes des geschützten Tieres ist hier nicht nachhaltig.

