Sie spenden Schatten und reinigen die Luft von Abgasen.
Sie sind Lebensraum und vieles mehr. Doch der Umgang mit Stadtbäumen lässt zu wünschen übrig.
Sie werden hier am Platz der Republik als Fahrradständer missbraucht. Bäume werden angepinkelt und die unmittelbare Umgebung mit Zigarettenkippen und anderem Unrat verunreinigt. Dies wird auch durch den mangelnden Schutz der Baumscheiben ermöglicht.
Über den Daumen gepeilt hat ein Baum so viele Wurzeln, wie seine Krone in den Himmel ragt. Auf der Hindenburgstraße sind die Bäume von erhöhten Beeten umgeben. Ein Baum und seine Unterpflanzung fördern die Biodiversität und ziehen unter anderem Schmetterlinge und Bienen an.

Auf dem Platz der Republik und dem neu gestalteten Europaplatz wurden die notwendigen Baumscheiben durch praktische Gitter ersetzt. Die geringen Anteile an gestalteten Grünflächen werden durch großzügige Pflasterflächen eingefasst.
Das mangelnde Verständnis für eine Schwammstadt wurde in der letzten Sitzung des Bauausschusses deutlich. Die Forderung der CDU, den verbleibenden Europaplatz sauber mit Pflastersteinen zu versiegeln, ist Politik von gestern. Die EU und auch das Land NRW haben Förderprogramme aufgelegt, um Flächen zu entsiegeln. Wie Rigolen zur Regenwassersammlung und späterer Nutzung und die Dachbegrünung der Bushaltestellen auf dem Europaplatz sind dies Maßnahmen auf dem Weg zur Schwammstadt. Bei Starkregen sollen Grünflächen möglichst viel Wasser aufnehmen und speichern können, um in Trocken- und Hitzeperioden durch Verdunstung die Umgebung zu kühlen und das Stadtgrün zu bewässern. Stadtgrün bereichert unsere Stadt in vielerlei Hinsicht. In den zu erwartenden Hitzesommern mit ebenfalls zu erwartenden Starkregenereignissen wird es zu einem notwendigen Element.
In den Niederlanden werden schon Wettbewerbe ausgetragen, welche Dörfer mehr Flächen entsiegeln, um mehr Grünflächen zu ermöglichen. Das wird dort „Tegelwipppen“ genannt.


Kommentare
Ein Kommentar zu „Bäume in Not“
Wenn diese Stadt etwas kann, dann pflastern bis der Arzt kommt. Wenn Bäume vor Schmerzen schreien könnten, würde der Eine oder Andere vielleicht etwas kapieren, am Ehesten aber wohl nur genervt sein. Wir werden sehen wie lange die Neupflanzung braucht, bis sie aussieht wie die Kirschbäume auf dem Rheydter Markt. Was wir da wieder einmal mit Entsetzen bestaunen müssen, hat nichts zutun mit einer Umgebung in der Bäume gedeihen können. Viersen liefert gerade ein super Beispiel.
Was passiert eigentlich , wenn wir, so wie im vergangenen Sommer geschehen, Regionen 600 Liter Regenwasser /qm² verkraften mussten. Ist MG dann noch irgendwie zu retten? Gibt es wenigstens Handlungspläne für den Ernstfall? Wer derart pflastert, sollte weiter denken als an eine Baumscheibe aus Metall.