Alpengrüße im Botanischen Garten

Städtische Gärtner bepflanzen den neu angelegten Steingarten "Alpinum". (Foto: Stadt Mönchengladbach)

Städtische Gärtner bepflanzen den neu angelegten Steingarten. In Zukunft wird ein Großteil des Graus der Steine dem Grün und der farbigen Blütenvielfalt vieler alpiner Pflanzen weichen.

Wenn die Sonne scheint und man um die Anlage des neuen Steingartens im Botanischen Garten wandert, merkt man förmlich, wie die Steine die Hitze aufnehmen und ein ganz besonderes Klima erzeugen. Doch nicht nur das ist besonders, die Zusammensetzung des Bodens bietet die besten Voraussetzungen für ganz bestimmte Pflanzen. Von diesen haben die städtischen Gärtner in den letzten Tagen hunderte eingepflanzt.

So stehen nun unter anderem Zwerg-Glockenblumen, Pfingst-Nelken, Herzblättrige Kugelblumen, Edelweiß, Teufelskrallen, Küchenschellen, Alpenakeleien, Silberdisteln und Alpen-Soldanellen im Alpinum, um nur einige Pflanzen zu nennen. Die ersten Pflanzen waren letztes Jahr im April gepflanzt worden. Nach und nach soll ein Kalkalpinum entstehen, auf dem ausschließlich Pflanzen, die in den Alpen wachsen, vorkommen. Diese benötigen einen speziellen Untergrund aus steinigem wasserdurchlässigem Material, das sich – wie auch die großen Findlinge aus Ardenner Kalkstein –bei Sonneneinstrahlung erwärmt und die Wärme auch noch während der Abend- und Nachtstunden an die Pflanzen abgeben kann. Sehr wichtig ist auch ein guter Abfluss des Regenwassers, so dass keine Staunässe entsteht. Dies wird durch den groben Splitt gewährleistet.

Im Botanischen Garten der Stadt Mönchengladbach wurde im April letzten Jahres der Steingarten auf einer Fläche von ca. 500 qm grunderneuert. Diese Erneuerung war dringend notwendig, da der vorherige Steingarten nach vielen Jahren – er wurde in den 1950er Jahren angelegt –  nicht mehr den Standortansprüchen eines Steingartens entsprach.  Im Laufe der Zeit hat sich durch eine zunehmende Verschattung und durch einen zu humosen, zu nährstoffreichen Boden die ursprüngliche Vegetation des Steingartens verändert. So hatte sich die Pflanzenzusammensetzung dahingehend verändert, dass dort Pflanzen wuchsen, die eigentlich Beetpflanzen waren, während die vorherigen Steingartenpflanzen immer mehr zurückgedrängt worden waren und kaum noch existierten.

Auch wenn das Alpinum derzeit noch sehr steinlastig aussieht, werden die Pflanzen im Laufe der Zeit größer werden, dichte Polster bilden und sich ihren neuen Lebensraum selbst erobern. So stellt sich in den nächsten Jahren ein naturnahes Aussehen ein. Die Stauden wurden von Spezialbetrieben aus dem süddeutschen Raum angezogen.  Weitere Pflanzen, deren Saatgut von anderen Botanischen Gärten stammt, wurden von den Gärtnern selbst angezogen.

Die Finanzierung der Grunderneuerung erfolgte letztes Jahr über die dem Förderverein Bunter Garten e.V. zugewiesenen Mittel für bürgerschaftliches Engagement, Eigenmittel des Vereins sowie die Arbeitsleistung der Gärtner des Botanischen Gartens, die den Bau und die Bepflanzung durchgeführt haben. Die diesjährige Bepflanzung wurde ausschließlich mit Mitteln der städtischen Grünflächenunterhaltung finanziert.

Eine Bitte haben die Gärtner des Botanischen Gartens: Da es sich um einen sehr speziellen, empfindlichen Lebensraum handelt und damit die Pflanzen gut anwachsen können, darf das Alpinum nur auf den Wegen betreten werden. Die Pflanzen können von dort aus gut gesehen werden. In Zukunft helfen dann auch Schilder, die unterschiedlichen Pflanzen zu erkennen.
(pmg)