Autor: Herbert Baumann

  • Eine römische Funzel für ein leuchtendes Vorbild

    Eine römische Funzel für ein leuchtendes Vorbild

    Karl Sasserath, Leiter des Mönchengladbacher Arbeitslosenzentrums, erhält den Journalisten-Preis „Niedrrhein-Leuchte“

    Was hat eine kleine tönerne Funzel mit Pressefreiheit und mit dem Leiter des Mönchengladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ) zu tun? Wenn man so will: Einiges.

    Karl Sasserath, langjähriger Leiter der Einrichtung gegen Arbeitslosigkeit, hat jetzt die so genannte Niederrhein-Leuchte erhalten. Diese Leuchte ist eine kleine Öllampe, die vor Jahren bei Ausgrabungen in Krefeld-Gellep entdeckt wurde und jahrhundertelang millionenfach das „Römische Reich“ erleuchtete. Man hatte damals keine anderen effizienten Lichtquellen. Jene Funzel ließ der Niederrheinische Presseverein nachbilden – und verleiht sie seit 40 Jahren an Menschen in der Öffentlichkeit, die sich um einen fairen und vor allem offenen Umgang mit den Medienvertretern bemühten. „Karl Sasserath ist so eine Persönlichkeit, die wir auszeichnen möchten“, sagte Michael Obst, Vorsitzender des Vereins, dem rund 60 Medienleute angehören. Sasserath sei die „Stimme der Anderen“, jener Männer und Frauen, die von der Gesellschaft wenig bis gar nicht wahrgenommen würden. Er halte den Fokus (Leuchte) auf die, die angesichts ihrer prekären Lebensumstände am Rande lebten, leben müssen. „Karl Sasserath bringt diese Menschen ins Licht.“

    Die „leuchtende“ Auszeichnung solle Zeichen sein für „Offenheit statt Abschottung, Transparenz statt Hinterzimmer“. Nicht erst seit gestern seien die öffentlichen Debatten rauer geworden, heikle Themen würden medial gemieden, beklagte Obst. Und wer Position bezieht, der werde benachteiligt und diffamiert. Erfahrungen, die auch Sasserath gemacht hat, wenn er u.a. soziale Kürzungen durch die Politik als kontraproduktiv bzw. menschenverachtend kritisierte. Für ihn nehmen die Medien – die meisten zumindest – bei der öffentlichen Kommunikation der demokratischen Gesellschaft „die zentrale Rolle“ wahr.

    Gleichwohl ist die Pressefreiheit in Gefahr. Weltweit werden JournalistInnen ermordet, Zensur und Gängelei nähmen zu. Das bedauerte u.a. Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD). Er nannte als Beispiel die Washington Post, die Hunderte Medienleute entließ und vor allem den Kurs wechselte. Hin zu einem republikanischen Präsidenten, dem kriminelle Machenschaften nicht fremd erscheinen. Aber auch hierzulande üben vornehmlich Lobbyisten mächtig Druck auf die „öffentliche Meinung“ aus.

    Zurück zu Karl Sasserath: OB Heinrichs nannte ihn einen „wertvollen Menschen“. Sasserath dankte nicht nur für die Auszeichnung, die ihm eine besondere Ehre sei. Er bedankte sich auch beim ALZ-Team, das die Feier mit rund 40 Gästen vorbereitete und mit Suppen, Häppchen und verschiedenen Getränken „schmackhaft“ gestaltete. Ein herzlicher Dank ging auch an die Sponsoren, Freunde, Förderer und Mitglieder des ALZ. Sie seien in einer Zeit, in der die schwarz-rote Bundesregierung ständig von Kürzungen bei den Sozialausgaben (u.a. bei der Grundsicherung) töne, wichtiger denn je.

    Aktuell sucht das ALZ eine(n) neue(n) LeiterIn für den mittlerweile 73-jährigen Diplom-Sozialarbeiter Sasserath. Der bleibt der Einrichtung an der Lüpertzender Straße 69 aber erhalten. Als Vorstandsmitglied: „Mister ALZ“ kann es nicht lassen.

    6 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Unbekannte zertrümmern rundes Kunstwerk

    Unbekannte zertrümmern rundes Kunstwerk

    Vorstand und Leitung des Arbeitslosenzentrums erstatten Anzeige / Bitte um Hinweise auf den oder die TäterInnen

    Die Empörung ist groß. Bislang Unbekannte haben am Wochenende (18.,19. April) einen Teil der Sitzgruppe im „Garten mit Brücken“ hinter dem Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) an der Lüpertzender Straße 69 komplett zerstört. Julian Strzalla, stellvertretender Leiter des ALZ: „Wir haben sofort Anzeige erstattet und bitten um Hinweise auf die Verursacher.“ Die werden vertraulich behandelt.

    Die mutwillige Vollbeschädigung ist der vorläufige Höhepunkt einer Reihe von Sachschäden und Schmierereien im Brücken-Garten. Hinzu kommen Müll, Flaschenscherben etc., die mutmaßlich Jugendliche bei ihren vorwiegend abendlichen Treffen dort hinterlassen. Der ganze Abfall muss von ALZ-Mitarbeitern beseitigt werden.

    Zertrümmert wurde jetzt eine Tischplatte, die Teil der Sitzgruppe war und wie die bunten, großen Brücken von der Neuseeländer Künstlerin Ruth Buchanan geschaffen wurde. Die Zerstörung des Kunstwerks ereignete sich während einer Zeit, in der Arbeitslosenzentrum bzw. der „Garten mit Brücken“ geschlossen waren. Die TäterInnen drangen, bevor sie die Platte aus hartem Kunststoff in Einzelteile zerlegten, widerrechtlich in das Privatgelände ein. ALZ-Leiter Karl Sasserath: „Sie begingen  folglich Hausfriedensbruch.“

    Alle Kunstwerke – also auch die Sitzgruppe – sind Eigentum der Kulturstiftung des Museums Abteiberg. Das monumentale (Brücken-) Ensemble, das Orte wie Menschen sprichwörtlich verbinden soll, wurde mit öffentlichen und privaten Geldern finanziert. Die Regie führten die „Neuen Auftraggeber“, eine Berliner Organisation, die Kunst im öffentlichen Raum fördert. Das ALZ war und ist an der Finanzierung der „Kunst hinterm Haus“ nicht beteiligt. Es hat aber die Patenschaft für den Komplex übernommen – Pflege wie Öffnung der umzäunten Anlage.

    Im Mai 2023 wurde die Brücken-Kunst festlich eröffnet.
    Schirmherr der Anlage ist OB Felix Heinrichs (SPD).
    In der folgenden Zeit – vor allem in den Sommermonaten – kam es immer wieder zu Beschädigungen und Vermüllung. Nicht nur im Brücken-Garten, sondern auch im Jonas-Park sowie angrenzender VHS und Musikschule.
    Der Polizei und dem kommunalen Ordnungsdienst der Stadt sind die Probleme bekannt. Sie gehen davon aus, dass mutmaßlich die Drogenszene Auslöser der Zwischenfälle ist. Es kam bereits zu Einsätzen, Platzverweisen etc.. Doch die Leute kommen immer wieder.
    Mittlerweile wurde eine Kamera-Anlage installiert, bezahlt vom Brücken-Eigentümer.

    Sasserath: „Der Tisch ist Teil der Sitzgruppe, die BesucherInnen Gelegenheit zum Austausch und Verweilen bietet. Das Arbeitslosenzentrum bestürzt diese Tat, weil sie die Ressourcen der Öffentlichkeit und darin einer marginalisierten Gruppe mutwillig zerstört.“ 

    Hinweise an: Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach
    Lüpertzender Straße 69
    41061 Mönchengladbach

    Telefon 02161-20194 // 02161-20195 
    info@arbeitslosenzentrum-mg.de

    0 21

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • 130 bedürftige Mitmenschen feiern im „Eli“ Weihnachten auf Einladung des Arbeitslosenzentrums

    130 bedürftige Mitmenschen feiern im „Eli“ Weihnachten auf Einladung des Arbeitslosenzentrums

    Für Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) ist die große Weihnachtsfeier des Arbeitslosenzentrums (ALZ) „eine wertvolle Tradition, die zu Mönchengladbach passt.“

    Schließlich, so der Bürger Nr. 1 in der Stadt, soll es hier allen Menschen gut gehen. Gut gehen ließ es sich auch Besucher Eduard Merbecks (65). Der Gladbacher mit kleiner Rente genoss „die schönen Stunden; hier kann ich abschalten, entspannen und mit anderen klönen.“

    Und verwöhnt wurde Merbecks auch, spätestens, als das Abendbüffet mit Entenkeule & Co. eröffnet wurde. Mehr als 130 bedürftige Personen begrüßte ALZ-Leiter Karl Sasserath am Donnerstagnachmittag in der Villa Leisse, der feinen Kantine der Städtischen Kliniken („Eli“) in Rheydt. Dass die Klinik seit Jahren ihre Räume zur Verfügung stellt und darüber hinaus zum Gelingen der vorweihnachtlichen Feier beiträgt, ist, so Sasserath, alles andere als selbstverständlich. Sein Dank ging daher insbesondere an Klinik-Verwaltungschef Thorsten Celary. Der sicherte zu, dass das „Eli“ weiterhin solche Feiern möglich machen möchte.

    Die Villa, ein modern-zweckdienlicher Rundbau, war für die Veranstaltung üppig geschmückt, die Besucher*innen saßen an weihnachtlich dekorierten Tischen mit Gebäck und Getränken. Als der bekannte Kirchenmusiker Udo Witt am Klavier zum Mitsingen von Weihnachtsliedern einlud, spätestens da kam Stimmung auf. Manchem wurde bei „Stille Nacht, heilige Nacht“ oder Klassikern wie „Oh, Tannenbaum“ warm ums Herz.

    Die ökumenische Weihnachtsbotschaft von Pfarrer i.R. Manfred Riethdorf sowie der evangelischen Religionslehrerin Ulrike Göttlich ließ manche(n) Zuhörer*in nachdenklich zurück. Weihnachten vermittle eine „gute Stimmung“. Und die bräuchten wir „für mehr Leben“. Göttlich verknüpfte die gemeinschaftliche Feier mit dem Geburtstag Jesu. Riethdorf zitierte die verstorbene Jüdin und KZ-Insassin Margot Friedländer. Ihr „Rezept“: Werdet Mensch. Dann würden die vielen Konflikte auf dieser Welt gelöst.

    Dass „Hier geht was“, die Band mit bluesigem Herzschlag und musikalisch interpretierten Geschichten aus dem Jlabbach, in der Villa für etwa eine Stunde auftrat, dafür hatte Sasserath in letzter Minute gesorgt. Für den Programmpunkt vorgesehene Interpreten klassischer Musik hatten krankheitsbedingt absagen müssen. Lieder über „Jott und die Welt“ sind quasi das Markenzeichen von „Hier geht was“. Den Leuten gefiel’s – schließlich gab es viel Beifall und als Folge eine Zugabe.

    Karl Sasserath begrüßte und dankte zudem Sponsoren sowie Förderer des ALZ: Monika Bartsch, Vorsitzende der Gladbacher Tafel, Michael Meuser sowie Peter Fliege (beide Wilberz-Stiftung). Unter den Gästen waren auch Politiker wie Jochen Klenner (CDU-MdL), Claudia Rocholl, Stellvertretende Bezirksvorsteherin West (SPD), 1. Bürgermeisterin Gülistan Yűksel (SPD) und Jutta Zabci (Die Linke).

    Ein dickes Dankeschön bekamen das „Eli“-Küchenteam und das des ALZ. Die Männer und Frauen ließen Wünsche wahr werden. Möglich machten die Feier auch die Katholikenregion, der Apotheker Olaf Orthen und Edeka Endt.

    14 2

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Bußgeld ja, Gefängnis nein

    Bußgeld ja, Gefängnis nein

    Schwarzfahrer*innen sollen entkriminalisiert werden, fordert ein Gladbacher Bündnis

    Bußgeld ja, Gefängnis nein – das fordert das Gladbacher Bündnis für soziale Gerechtigkeit in einem Brief an Oberbürgermeister (OB) Felix Heinrichs (SPD).
    Das Ziel: Schwarzfahrer*innen sollen im schlimmsten Fall nicht mehr ins Gefängnis.

    Damit die vieldiskutierte Forderung abschließend behandelt werden kann, bittet das Bündnis Heinrichs, das Anliegen als Bürgerantrag im erst einmal zuständigen Stadtratsgremium für Anregungen und Beschwerden einzubringen.

    Wörtlich heißt es in dem Antrag an den OB: „Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden empfiehlt, der Rat der Stadt Mönchengladbach möge beschließen: Der Stadtrat fordert die Vertreter*innen der Stadt Mönchengladbach im Aufsichtsrat der NEW mobil und aktiv Mönchengladbach auf, sich gegenüber der Geschäftsführung dafür einzusetzen, dass die NEW auf Strafanzeigen wegen Fahrens ohne gültigen Fahrausweises verzichtet. Davon unbenommen ist die Möglichkeit, das erhöhte Beförderungsentgelt zivilrechtlich einzutreiben.“

    Zur Begründung heißt es weiter: Wer in der Stadt ohne Fahrschein in öffentlichen Verkehrsmitteln erwischt wird, soll weiterhin zwar Strafe zahlen oder gemeinnützige Arbeit leisten, aber nicht mehr ins Gefängnis. Bei wiederholtem „Schwarzfahren“ soll es auch keine Strafanzeige geben, so die Antragsteller.

    In Bremen, Bremerhaven, Bonn, Dresden, Düsseldorf, Halle, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Mainz, Münster, Potsdam oder Wiesbaden gilt Fahren ohne Ticket inzwischen als Ordnungswidrigkeit.
    So stimmte im September 2025 die Stadtverordnetenversammlung Frankfurt am Main einem Antrag zu, der „Schwarzfahren“ entkriminalisieren soll. Das bedeute nicht, dass das Fahren ohne gültigen Fahrschein erlaubt werde. Es wird in Zukunft aber als Ordnungswidrigkeit behandelt, etwa wie Falschparken. Wer ertappt wird, muss weiterhin das „erhöhte Beförderungsentgelt“  (60 Euro) bezahlen. Wiederholungstäter*innen müssten allerdings nicht mehr mit einer Gefängnisstrafe rechnen, wenn sie die Strafe nicht bezahlen wollen oder können.

    Bündnis-Sprecher Wolfgang Fels: „Der Antrag wird von breiten Teilen der Gesellschaft getragen, wonach es unverhältnismäßig ist, dass Menschen für das Fahren ohne gültigen Fahrschein ins Gefängnis gehen. Fahren ohne Fahrschein ist häufig ein Armutsdelikt. Niemand sollte wegen fehlender Fahrscheine ins Gefängnis kommen.“

    Fels betont: „Wir bitten die Stadt der NEW mobil und aktiv zügig die Weisung zu erteilen, auf die Stellung eines Strafantrags bei Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs ohne Fahrschein zu verzichten.“

    Für S-Bahnen und Regionalbahnen, die überregional betrieben werden, gelte die neue Regelung nicht. Die Antragsteller begrüßen es, wenn die Stadt bei den umliegenden Gemeinden sowie beim VRR dafür wirbt, keine Strafanträge mehr zu stellen. Es gelte Armut zu bekämpfen, nicht die Armen.

    Das Bündnis erinnert daran, dass es auch auf Bundesebene immer wieder Vorstöße für eine Abschwächung des „Schwarzfahr“-Paragraphen zur Ordnungswidrigkeit gibt; bislang ohne Erfolg.
    Das Bündnis argumentiert in seinem Antrag „nicht nur mit Gerechtigkeit, sondern auch mit der Überlastung der Justiz. So ist in vielen Bundesländern nicht zu verkennen, dass die Verfolgung des „Schwarzfahrens“ als Straftat erhebliche und eben auch unverhältnismäßige Ressourcen bei Polizei und Justizbehörden bindet.“ Hinzu kämen hohe Kosten für den Knast-Aufenthalt. Die Umstellung des Verfahrens von einem Straf- zu einem Ordnungswidrigkeitenverfahren setze Ressourcen bei Polizei und Gerichten frei. Sie könnten für andere wichtigere Aufgaben genutzt werden.

    Die NEW berichtete zuletzt von jährlich rund 42 Millionen Bus-Fahrgästen, etwa 10 000/Jahr seien beim Schwarzfahren erwischt worden, die Dunkelziffer dürfte nicht unerheblich sein.

    Zum Bündnis gehören: Arbeitslosenzentrum, Katholische Betriebsseelsorge, Bündnis für Menschenwürde und Arbeit, Bund zur Förderung Sehbehinderter, DGB, Diakonisches Werk, GEW, IG Metall, Der Paritätische, SKM (Katholischer Verein für soziale Dienste), Lebenshilfe, Volksverein.

    Zum Antrag https://arbeitslosenzentrum-mg.de/fileadmin/files/Artikel_Veranstaltungen/2025/BuergerInnenantrag.pdf

    13 1

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Leuchtende Augen, leuchtende Sterne

    Leuchtende Augen, leuchtende Sterne

    Etwa 140 bedürftige Menschen feiern weihnachtlich in der Villa Leisse der Städtischen Kliniken

    Spätestens beim gemeinsamen Singen ist „Tempotuch-Zeit“: Beim „Oh, du fröhliche“ oder beim „Oh, Tannenbaum“ bleiben viele Augen nicht trocken. Die Besucher*innen der Weihnachtsfeier wollen auf solche Klassiker nicht verzichten. Im Gegenteil.
    Am 11. Dezember ist es wieder soweit. Dann lädt das Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) zur weihnachtlichen Feier ein.

    Die gut dreistündige Veranstaltung ist gespickt mit Leckereien, Lustigem, aber auch Nachdenklichem.

    Team und Vorstand des ALZ sind seit Wochen mit den Vorbereitungen beschäftigt. Wo kriegen wir die Weckmänner her, die Christstollen, wer spendet unter anderem für die „süße“ Jutetasche, die jeder der Besucher*innen mit nach Hause nehmen kann. Mittlerweile steht das Programm, trotz einer krankheitsbedingten Absage einer Künstlerin. Und auch die Weckmann-Frage ist geklärt.

    Auch Roswitha G. zählt zu den zahlreichen Gästen, die ALZ-Leiter Karl Sasserath ab 16 Uhr in der geschmückten Klinik-Kantine (Villa Leisse) begrüßen möchte. Die Seniorin mit der kleinen Rente hat sich im ALZ-Haus an der Lüpertzender Straße 69 mit ihrer „Treffkarte“ angemeldet. Die berechtigt zur Teilnahme. Mittlerweile haben sich mehr als 70 Personen gemeldet.

    Das Programm bietet „Lichtblicke“ aus Musik, Mitmach-Aktionen und einer ökumenischen Weihnachtsbotschaft. Bei Getränken und Gebackenem lässt sich zudem gut plaudern. Roswitha G. freut sich auf eine frühere ALZ-Besucherin. „Mit der quatsche ich in dieser tollen Atmosphäre  immer so gerne.“ Zu den sprichwörtlichen Höhepunkten gehört das Festessen einschließlich eines Desserts.

    Wer kann also teilnehmen: Menschen, die eine „Treffkarte“ besitzen. „Treffkarte“ bedeutet: Die Bedürftigkeit der jeweiligen Person ist nachgewiesen, sie kann z.B. mittags im ALZ das preiswerte Essen genießen. Wer trotzdem zur Weihnachtsfeier möchte, aber keine Treffkarte besitzt, muss bei der Anmeldung einen Einkommensnachweis vorlegen.

    Anmeldungen sind noch möglich im ALZ-Büro, 1. Etage, Lüpertzender Straße 69. Zu den Zeiten: montags, dienstags, donnerstags, freitags, jeweils 10 bis 14 Uhr. Bitte keine Anrufe, keine Mails und persönlich vorbeikommen.

    39 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • „Karl-Friedrich“ geehrt und gelobt

    „Karl-Friedrich“ geehrt und gelobt

    Der langjährige Leiter des Arbeitslosenzentrums erhält in der Abtei das Bundesverdienstkreuz.

    Karl Sasserath, seit Jahrzehnten im Mönchengladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) aktiv, gehört zu den 17 GladbacherInnen, die Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) im Ratssaal der Abtei lobte und auszeichnete. Als Heinrichs dem Diplom Sozialarbeiter Sasserath die runde Verdienstmedaille ans Revers heftete, gab es zwischen den Beiden ein lustiges Geplänkel.

    „Nun kennen wir uns schon so lange, und ich wusste bislang nicht, dass du ,Karl-Friedrich‘ heißt“, lachte der OB. Worauf Sasserath mit „Siehste mal“ reagierte. Die allermeisten Menschen kennen und nennen den ALZ-Leiter kurz Karl. Und das soll so bleiben.

    Besagter „Karl-Friedrich“ erhielt die „Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ nach entsprechender Empfehlung vom Bundespräsidenten Karl-Walter Steinmeier. Vielen ist diese goldfarbene Medaille als Bundesverdienstkreuz bekannt.

    Heinrichs sagte im dichtgefüllten Ratssaal, dass die Demokratie stark unter Druck steht. Deshalb brauche unsere Gesellschaft Menschen, die sich für das Gemeinwohl und für demokratische Grundwerte einsetzen. Für diesen jahrelangen Einsatz dürfe man sich sehr wohl hier und jetzt bei den anwesenden Personen bedanken. Gleichzeitig forderte er zu mehr bürgerschaftlichem Engagement auf, in welchen Bereichen auch immer. 

    „Du bist kein Anwalt für dich selbst, sondern für Andere“, würdigte Heinrichs den sichtlich beeindruckten Sasserath. Denn er und das ALZ-Team geben armen Menschen ein Gesicht und stabilisieren deren Leben. Sasserath, so Heinrichs, werde als Mensch beschrieben, der sich weit über das normale Maß zu Gunsten der Armen, der Arbeitslosen und der Menschen in prekären Lebenssituationen engagiert.

    Karl Sasserath und seine MitstreiterInnen waren damals selbst arbeitslos, als sie 1982 den Arbeitslosentreff als Selbsthilfegruppe gründeten. Daraus ist längst eine Institution (Arbeitslosenzentrum) für hunderte Menschen in Notlagen geworden. Fundamente des gefragten Angebotes sind die Beratung, die Begegnung im Stadtmitte-Haus und das in der ALZ-Küche zubereitete Mittagessen für den kleinen Geldbeutel. Dass es das ALZ trotz mancher politischer Anfeindung und der chronischen Finanzprobleme immer noch gibt, ist auch ein Verdienst Sasseraths.

    Der OB würdigte zudem die zurückliegende politische Arbeit des Gladbachers. Ob als Grünen-Politiker, Bezirksvorsteher, OB-Kandidat, Stadtrat oder als Mitglied des Integrationsrates. Sasserath gilt landesweit als Experte, wenn es z.B. um prekäre Arbeitsbedingungen oder Sozialrecht geht. Das zeigen auch die Kontakte zum Arbeits- und Sozialministerium des Landes.

    Unter den Ausgezeichneten sind zwölf langjährige Mitglieder kommunaler Gremien. Die PolitikerInnen bekamen das Goldene Schöffensiegel.

    Die „Infoul by String Band“ gab der Feier den musikalischen Schwung. Die fünf jungen StreicherInnen kommen aus Kiew und sind, so OB Heinrichs, vor dem Krieg geflohen. Hierzulande suchen sie Halt und eine Perspektive. Nicht nur musikalisch.

    Text: Herbert Baumann, Foto: Karl Boland

    62 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Fan-Projekt will mit anpacken

    Fan-Projekt will mit anpacken

    Das Fan-Projekt der Borussia will bei der Neu-Möblierung der gerade renovierten Klein-Mensa und des Begegnungsbereichs im Mönchengladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) helfen.

    In welcher Form, ist noch offen. Das berichtete Vorstandssprecher Karl Boland in der Mitgliederversammlung der Interessenvertretung. Und hier gab es so manche Überraschung.

    Eine davon: Bis zum Frühjahr 2026 soll ein Nachfolger für Interimsleiter Karl Sasserath gefunden werden. Der langjährige Leiter und Mitgründer des ALZ ist nicht mehr der Jüngste. Bislang scheiterte eine Neubesetzung der Stelle an fehlenden Finanzen. Ob die im neuen Jahr vorhanden sind, hänge von der Finanzierung öffentlicher Förderprogramme (Europäischer Sozialfonds, NRW-Landesregierung) ab. Nicht nur Boland ist optimistisch, dass die „notwendige Verjüngung“ gelingt.

    Sasserath wurde in den neuen/alten Vorstand des Trägervereins gewählt. Seine Vorstandstätigkeit übt er aber erst dann aus, wenn er sich als Leiter verabschiedet hat. Neu in dem Gremium ist Ella Heiniz. Sie war viele Jahre Chefin der ALZ-Küche. Die hat in 2024 mehr als 10 600 Essen ausgegeben. Bedürftige zahlen 2,50, Leute mit mehr Geld 5 Euro. Der „Menü-Verkauf“ brachte rund 26 000 Euro/Jahr. Ein Betrag, mit dem Lebensmittel, aber auch kleinere Ersatzbeschaffungen für die Küche gekauft werden. Wichtigster Lieferant ist die Gladbacher Tafel. Für Frisches auf den Tisch sorgen etwa zehn Personen (darunter die meisten EhrenamtlerInnen) um Leiterin Marina Nemtsewa.

    Neben Heiniz gehören zum Vorstand: Herbert Baumann, Karl Boland, Dietmar Jung und Anette Löffler.
    Sie wurden einstimmig für drei Jahre nominiert.

    Bei der Sozialberatung setzte sich ein Trend fort, informierte Berater und Diplom-Pädagoge Julian Strzalla. Mittlerweile stammen die meisten seiner KundInnen aus dem Umkreis der Zuwanderer aus vielen Ländern; sie pendeln oft zwischen Arbeitslosigkeit und prekären Beschäftigungen. Ziel dieser Menschen – oft mit Familie unterwegs – sind die großen Logistikzentren nicht nur in Mönchengladbach. Sie wohnen in der Stadt, stehen häufig unter psychischem Druck und haben u.a. zu den so genannten „aufstockenden Leistungen“ großen Beratungsbedarf, denn sie verdienen nur etwas mehr als den Mindestlohn.

    Viel zu tun hatte auch die Beratungsstelle Arbeit mit den BeraterIn Mariya Kaplunowska und Karl Sasserath. Hier lautet das Reizthema „ausbeuterische Arbeitsverhältnisse“ gerade bei Lkw-Fahrern, die meistens aus Osteuropa stammen und ihre Rechte nicht bzw. kaum kennen. „Viele haben Angst, sich zu wehren. Sie könnten ja ihren Job verlieren“, so Kaplunowska.

    2024 stand das ALZ-Team 3810-mal mit konkreter Hilfe zur Verfügung. Eine erneute Steigerung zum Vorjahr 2023. Erfolgreich ist auch die Bewerbungshilfe durch Georg Beer: 482 zumeist jüngere Menschen (darunter häufig mit Migrationshintergrund) ließen sich eine Visitenkarte für die Stellenbewerbung zusammenstellen.

    Ein Drahtseilakt bleibt die Finanzlage des ALZ. Mit einem Gesamtbudget von rund 400 000 Euro blieb das Jahresfazit zwar nahezu ausgeglichen, „doch das kann sich schnell ändern, wenn Zuschüsse und Sponsorengelder ausbleiben“, betonte Karl Boland. Überlebenswichtig sind daher die Geld- und Sachspender Wilberz-Stiftung, MG-Tafel, Stadtsparkasse, katholische Kirche, Schaffrath. Lob und Dank gingen aber auch an die, „die im Hintergrund und mit kleinen Beträgen das ALZ leben ließen“, so Boland. Der Einsatz für arme Menschen sei enorm wichtig und lohne sich.

    2026 will die ALZ-Mannschaft ihr umfangreiches Beratungs-/Hilfsangebot „auf hohem Niveau“ fortsetzen, Fortbildungsangebote machen etc.. Im Garten mit Brücken hinterm Haus an der Lüpertzender Straße 69 soll es Musik-, Literatur- und andere Veranstaltungen geben. Boland: „Der Garten ist ein idealer Ort für Begegnungen.“ Hier könnten gerne auch die benachbarte Musik- und Volkshochschule mitmachen.

    Mehr Infos:www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    16 1

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Hinter verschlossene Türen schauen!

    Hinter verschlossene Türen schauen!

    Logistik und Leiharbeit in Mönchengladbach

    Mönchengladbach hat sich zu einem Knotenpunkt der deutschen Logistikbranche und damit auch zu einem Hotspot der Leiharbeit entwickelt – und dies auch mit weitreichenden sozialen Folgen:
    Prekäre Arbeitsverhältnisse in der Leiharbeit, beengte Wohnsituationen, rechtliche Unsicherheit und fehlende unternehmerische Verantwortung sowie offensichtliche Tabuisierung dieser Themen in der Stadtpolitik und -gesellschaft.
    Diese Verhältnisse prägen den Alltag vieler Arbeitsmigrant*innen, die maßgeblich zum Funktionieren des boomenden „Systems Logistik“ und anderer Branchen beitragen.

    Zum „Welttag menschenwürdiger Arbeit“ am 7. Oktober 2025 laden verschiedene Akteure aus Mönchengladbach, die im Alltag mit diesem Thema und Missständen konfrontiert sind, zu einer öffentlichen Veranstaltung mit dem Titel „Hinter verschlossene Türen schauen – Logistik und Leiharbeit in der Stadt Mönchengladbach“. Sie wollen bestimmte Zusammenhänge aufzeigen und nach konkreten Handlungsperspektiven fragen.

    Die Veranstaltung soll ein Raum für Austausch, kritische Analyse und Ermutigung zum Handeln sein. Beratungserfahrungen, Stimmen Betroffener und politische Diskussionen kommen zusammen – mit einem, so hoffen und fordern die Veranstalter, klaren Ziel:

    Das Schweigen beenden.

    In drei Diskussionsrunden werden unterschiedliche Aspekte des Themas aufgegriffen: Zunächst werden konkrete Missstände aus der Begegnung in Beratung, benannt. Zur Sprache kommen spezifische Problemlagen der Arbeitsmigrant*innen, etwa im Bereich Wohnen, Obdachlosigkeit und medizinischer Versorgung.
    Im zweiten Teil werden die strukturellen Ursachen der Ausbeutung analysiert, bevor zum Abschluss konkrete Handlungsempfehlungen und Forderungen für Mönchengladbach formuliert werden.
    Zwischen den Runden gibt es Zeit für Diskussion und visualisierte Lebenssituationen.

    Es geht darum, ungerechte Strukturen offen zu benennen, Betroffenen Raum und Stimme zu geben und Handlungsperspektiven zu eröffnen.

    . Der Eintritt ist frei.

    16 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • „Wir dürfen nicht weggucken!“

    „Wir dürfen nicht weggucken!“

    Wird der Sozialkatholizismus noch gebraucht?

    Vortrag mit Diskussion im „Volksverein“

    Michael Schäfers hat klare Vorstellungen. Er sagte unlängst in einem Interview, dass da, wo viele mitmachen, sich auch viele verantwortlich fühlen. Das klingt gut. Doch die Realität sieht vielfach anders aus. Selbsthilfe-Gruppen klagen vermehrt über „mangelndes Engagement. Immer weniger Menschen mischen sich ein, machen mit, zeigen Flagge, verteidigen Werte“.

    Dr. Michael Schäfers ist Referent bei der KAB, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung. Und hier für „Politik und Strategie“ verantwortlich. Schäfers spricht am 4. September im „Volksverein“ darüber, ob der Sozialkatholizismus noch gebraucht wird. Und darüber, ob gesellschaftspolitisches Engagement in schwierigen Zeiten überhaupt noch gewünscht ist.  Auslöser der Veranstaltung ist die Kritik von Denis Rathke; der Bundesvorsitzende der CDA (Arbeitnehmerflügel der CDU) ist stinkesauer darüber, dass erstmals in einer CDU– geführten Bundesregierung kein CDA-ler vertreten ist.

    Gastgeber der Veranstaltung ist das „Bündnis soziale Gerechtigkeit MG“. Es setzt sich für arme Menschen ein, hat klare Forderungen (vor allem an die Politik), wie die gesellschaftliche Teilhabe beispielsweise Erwerbsloser verbessert werden kann und muss.  Wolfgang Fels vom Bündnis: „Und wir wollen lebhaft wie kontrovers diskutieren“. Eines steht für ihn schon fest: „Wir dürfen nicht weggucken, nicht schweigen, wir müssen uns einbringen.“ Gerade und hauptsächlich für die, die durch die aktuelle Bundespolitik noch mehr ins Abseits gedrängt werden sollen.

    Dass die Betriebsstätte des Volksvereins an der Geistenbecker Straße Ort der Runde ist, ist gewollt. Die große Sozialeinrichtung kümmert sich erfolgreich um Arbeitslose, Menschen in prekären Lebenslagen. Und sie sieht sich gewissermaßen in der Tradition des Volksvereins für das katholische Deutschland. Dieser Verband wurde um 1900 gegründet, forcierte u.a. die Weiterbildung der Arbeiterschaft. Wesentlicher Kopf der bundesweiten Bewegung war Franz Brandts, ein damals bekannter Gladbacher Textilunternehmer (Brandts-Kapelle in Waldhausen). Der Volksverein sah sich aber auch als Gegenpart zur sozialdemokratischen Weltanschauung. Der Sozialkatholizismus ist aktuell wie nie: Er fordert Solidarität, Gerechtigkeit und Achtung der Menschenwürde.

    Fels wünscht sich zahlreiche Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Einige Fachleute aus Sozialverbänden und Sozialeinrichtungen haben ihre Teilnahme zugesagt.

    Termin: 4. September, Beginn 18 Uhr, Volksverein MG, Geistenbecker Straße 107, für Getränke und Imbiss ist gesorgt.

    Kontakt zum Bündnis über bma@stiftung-volksverein.de

    6 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Begehbare Kunst und ein Container zum Lagern

    Begehbare Kunst und ein Container zum Lagern

    Das Arbeitslosenzentrum ist eine Sorge los – dank der Hilfe mehrerer Menschen.

    Er bietet viel Platz für Gartengeräte, Werkzeuge, Bierzelt-Garnitur etc.. Mittlerweile ist der wuchtige Stahlcontainer aufgestellt, steht auf sicheren Füßen, wenn man so will. „Wir sind froh, dass wir die Gerätschaften jetzt sicher und witterungsunabhängig lagern können“, sagt Karl Boland, Sprecher des Gladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ).

    Der „Schuppen“ wurde am Rande des ALZ-Altbaus im „Garten mit Brücken“ errichtet. Das verbindende, farbige Brücken-Ensemble der neuseeländischen Künstlerin Ruth Buchanan wurde vor knapp zwei Jahren groß eingeweiht. Und wer will, kann es montags bis freitags zwischen 10 und 17 Uhr besichtigen, begehen, bewundern. Ein Lift (vorherige Anmeldung unter 02161-912648 bzw.-20195) führt nicht so mobile Menschen direkt in die kunstvolle Brückenwelt.

    Der Garten hinter dem ALZ-Gebäude bietet mithilfe der stählernen Konstruktionen nicht nur unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen, hier wird auch (bald wieder) geackert, gesät, gepflanzt – und geerntet: Eine „Garten-Arbeitsgemeinschaft“ des Huma-Gymnasiums betreibt „Bio“ der praktischen Art. Derzeit nicht aktiv ist eine Gruppe Arbeitsloser, die hier Tomaten usw. anbaute. Zwei Ukrainer werden künftig den Garten pflegen und sauber halten.

    Mit dem neuem Container sind die Geräte auch diebstahlssicher untergebracht. ALZ-Leiter Karl Sasserath: „Die Anschaffung wurde durch die schnelle Hilfe mehrerer Menschen möglich.“ Zu Beginn stand ein Antrag an die Bezirksvertretung Nord, die im Rahmen des „bürgerschaftlichen Engagements“ 8000 Euro bewilligte. Mit Uwe Hillekamp aus der Architekten-Gemeinschaft Hillekamp+Weber stand ein kompetenter Helfer zur Verfügung: Er sorgte für die Kalkulation, Planung und Umsetzung (in Form einiger weniger kräftiger Männer). Leute der Stadttochter MAGS legten das Fundament. Und in Anja Oelers fand Sasserath eine aufmerksame Zuhörerin.

    Beim Container-Kauf im Hornbach-Baumarkt am Reststrauch spendierte sie einen Rabatt. Mit dem so gesparten Geld kann in Kooperation mit der Stadttochter EWMG ein Tor zum Grundstück an der Lüpertzender Straße 69 errichtet werden.

    Neben anderen Veranstaltungen plant das ALZ auch ein Sommerfest. Spätestens dann kann auch die Bierzeltgarnitur aus dem neuen Container geholt werden.

    Weitere Infos: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    14 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • „GegenStand“ löst heftige Reaktionen aus

    „GegenStand“ löst heftige Reaktionen aus

    Das Bündnis für Menschenwürde und Arbeit warnt im Bundestagswahlkampf an Infoständen vor einer erneuten „(Wahl-)Täuschung“

    Die Reaktionen auf der Straße und im „Netz“ sind so unterschiedlich wie (leider) erwartbar. „Lass mich damit in Ruhe“, „Geht lieber arbeiten, ihr Schmarotzer“, „Bei Borussia werden noch Parkplatzeinweiser gesucht, da könnt ihr euer Geld verdienen“ hört und liest man ebenso wie Kommentare „Bravo, ihr bringt es auf den Punkt“, „Macht weiter so, denn die Armen werden entweder überhört oder gar nicht gehört“.

    Wolfgang Fels und seine MitstreiterInnen sind bei derartigen Reaktionen gar nicht mehr überrascht. Empört bis entsetzt sind sie aber schon, wenn die Kommentare beleidigend oder diskriminierend sind. Und davon gibt es viele, zu viele. Fels ist Sprecher des regionalen Bündnisses für Menschenwürde und Arbeit. Dieses Bündnis wird bis zum 15. Februar, jeweils 10.30 bis 14 Uhr, in den Innenstädten von Rheydt (Markplatz) und Stadtmitte (Platz mit den Eseln, Minto) einen „GegenStand“ präsentieren. Anlass dieser Protestaktion sind die vorgezogenen Bundestagswahlen am 23. Februar und „das vielfache Geschwätz der meisten Parteien im Wahlkampf, wenn es zum Beispiel um die ,soziale Gerechtigkeit‘ geht, sagt Thomas Wasilewski. Er lebt von Bürgergeld und ist im Bündnis aktiv. Bekannt wurde Wasilewski, als er in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ anwesenden Politikern wie Jungspund Philipp Amthor (CDU) in die Schranken verwies: „Bürgergeld-Empfänger sind keine Faulpelze.“

    Die von den Bündnis-Leuten verteilten Flyer mit dem Titel „Rote Karte, Wider die nächste (Wahl-)Täuschung“ lösen teils heftige Diskussionen aus. Da prangert die Sozialinitiative den „obszönen Reichtum“ an. Gemeint: die Reichen werden immer reicher in einem Steuerparadies Deutschland, das die Millionäre und Milliardäre steuerlich bevorzugt. Daher fordert das Bündnis vom neuen Bundestag und der neuen Bundesregierung unter anderem, „dem Gemeinwohl verpflichtet zu sein und nicht den Reichtums-Lobbyisten“.

    Auch bei den Dauerbrennern wie Rente, bezahlbarem Wohnraum, Armutsbekämpfung wiederholt das Bündnis seine Forderungen. „Leider“, betont Fels, „haben gerade die etablierten Parteien hier keine akzeptablen Vorstellungen.“ Man betone zwar ständig wiederholend, das Problem erkannt zu haben, doch getan werde entweder nichts oder zu wenig.

    Fotos: Thomas Wasilewski

    „GegenStand“ will aufklären und vor allem wachrütteln: Denn diese Republik brauche eine echte Wende, eine, die den Menschen Antworten mit Lösungen gibt und keine Worthülsen.

    Mehr Infos: www.buendnis-fuer-menschenwuerde-und-arbeit.de

    Am „GegenStand“ vertreten sind die Bündnis-Mitglieder wieder am 1. und 15. Februar vor dem Minto, Hindenburgstraße, und um 8. Februar auf dem Rheydter Marktplatz, jeweils 10.30 bis etwa 14 Uhr.

    8 8

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Von Gänse-Blues und Kaffeehausmusik

    Von Gänse-Blues und Kaffeehausmusik

    In der „Villa Leisse“ kamen etwa 150 bedürftige Menschen zur Weihnachtsfeier des Arbeitslosenzentrums zusammen

    „Hier sind wir entspannt, hier können wir gut miteinander reden, hier ist der Alltag wie verflogen“: Maxi Deussen (75) und Dirk Peters (59) bringen es auf den Punkt. Als hätten sie sich abgesprochen, formulieren die Tischnachbarn unisono die Antwort auf die Frage „Warum seid Ihr wieder gekommen?“. Deussen und Peters sind quasi Stammgäste der Weihnachtsfeier, die das Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) seit Jahren im Bistro der Städtischen Kliniken Mönchengladbach („Eli“, Rheydt) organisiert. Und das mit viel Aufwand.

    Etwa 150 arme Frauen und Männer, einige Kinder, sitzen in der „Villa Leisse“ an reichlich gedeckten Tischen, als ALZ-Leiter Karl Sasserath die große Schar begrüßt. Saft, Wasser, Kaffee, Gebäck, Weckmann, tolle Deko mit Weihnachtsstern – was will man mehr. Und alles bleibt alkoholfrei, was für die meisten kein Problem darstellt.

    Sasserath heißt auch die „herzlich willkommen“, die die Gäste bedienen. Und bedankt sich bei ihnen. Das sind vor allem Ukrainerinnen, die ohnehin im ALZ zum guten, helfenden Geist geworden sind. Hauptsächlich im Küchenbetrieb. Und es sind PolitikerInnen da und Förderer, Freunde, Sponsoren. So bekommen Monika Bartsch (Tafel Mönchengladbach), Peter Fliege und Michael Meuser (beide von der Wilberz-Stiftung, die wie die Tafel den ALZ-Mittagstisch kräftig unterstützt) viel Applaus. Aber auch Thorsten Celary, Chef des „Eli“. Er sagt, dass „wir das hier gerne machen und damit auch unserer sozialen Verantwortung Ausdruck verleihen.“ Die eigentliche Arbeit aber haben Mark Burbach und Kollegin Uschi Jung. Ihr Küchen-Team sorgt dafür, dass es zum Abschluss der Feier so richtig gut schmeckt – bei Gänsekeule und/oder Wildragout plus Beilagen.

    Die Bundestagsabgeordneten Gülistan Yüksel (SPD), Günter Krings (CDU) lassen sich ebenso verwöhnen wie Jochen Klenner, für die CDU im Düsseldorfer Landtag. Gern gesehen ist auch Felix Heinrichs (SPD), unser Oberbürgermeister. Er erinnert daran, dass viele Menschen gerade zu Weihnachten einsam sind und davor Angst haben. „Hier, bei dieser tollen Feier, wird sie ihnen genommen.“ Er wünscht allen eine frohe Weihnacht und ist – später – dann auch schon wieder weg. Termine, Termine.

    Die ALZ-Feier ist bekannt für ein gutes Kultur-Programm. Udo Witt (Klavier) und Johanna Brinkmann (Violine) spielen Klassisches, aber auch Kaffeehausmusik. Das sorgt bei den Gästen für wohlfühlende Entspannung. Die Lyrikerin Ulrike Göttlich bringt vorwiegend eigene Gedichte, Texte über Alltägliches und (Nächsten-)Liebe. Neu dabei ist „Die Bänd, Hier geht was“. „Jott und die Welt“ sind musikalisch das Markenzeichen von Arnold Küsters, Stephan Schwiers, Manna Meurer und Dirk Rütten. Beim „Gänse-Blues“ steigt die Freude auf das folgende Festmenü.

    Immer wieder beliebt ist das gemeinsame, verbindende Singen traditioneller Weihnachtslieder wie „Stille Nacht“ oder „Leise rieselt der Schnee“. Fast ganz still wurde es bei den „weihnachtlichen Botschaften“ der Theologen Dietmar Jung und Manfred Riethdorf. Jung fragte: „Wissen wir noch, wo Weihnachten herkommt?“ Die berührende Geschichte mit der Krippe sei vielen, zu vielen mittlerweile fremd. Riethdorf erinnerte u.a. an den Schriftsteller Saint-Exupéry: Dessen Satz „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ sei wie der Schlüssel für eine menschliche Welt. Für eine friedliche Welt.

    11 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Ein guter Mann mit Namen Eschi

    Ein guter Mann mit Namen Eschi

    VertreterInnen eines Bündnisses gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse brachten zahlreichen ausländischen Lkw-FahrerInnen „ein bisschen Freude“

    Sattrotes Gewand, weißer Rauschebart, eine Kopfbedeckung mit Namen Mitra – Johannes (Eschi) Eschweiler war nicht zu übersehen. Als Nikolaus wie als stattliches Mannsbild. Eschweiler, hauptberuflich in der katholischen Kirche aktiv, sowie mehrere VertreterInnen eines sozialen Bündnisses haben am frühen Nikolausabend zahlreiche Lkw-Lenkerinnen aus mehreren Ländern ein wenig Freude und (Süßes) zum Essen gebracht.

    „Nicht die erste Veranstaltung“, sagt Karl Sasserath, Leiter des Gladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ), von der Beratungsstelle Arbeit im ALZ, die an der willkommenen Aktion mitwirkte. Treffpunkt war der Autohof im Mönchengladbacher Regiopark an der A 61. Hier erholen sich LenkerInnen von der stundenlangen Zeit auf Asphalt, von Stress, Zeitdruck und aufreibenden Staus, ehe die Ladungen unter anderem im Logistik-Hotspot Regiopark an die Empfängeradressen gehen.

    Nach anfänglicher Skepsis habe man in zahlreiche dankbare Augen geschaut – so „Nikolaus Eschi“, der mit seinen HelferInnen mehr als 50 Tüten an Brummi-LenkerInnen aus Polen, Rumänien, Bulgarien, aber aus den Niederlanden und Deutschland verteilten. Auffallend diesmal für die Aktivisten: viele FahrerInnen kommen aus der Ukraine. „Und Frauen, junge vor allem, sitzen öfter hinter dem Lenkrad“, berichtet Mariya Kaplunovska. Sie arbeitet im ALZ wie Sasserath in der Beratungsstelle Arbeit. Die gebürtige Ukrainerin war eine gefragte Frau, wenn Fragen, Antworten auf beiden Seiten übersetzt werden mussten. „Nikolaus Eschi“ schmunzelt: „Oft reichte aber der herzliche Blickkontakt aus.“ Der Nikolaus wurde zudem zum beliebten Fotomodell: Viele der Beschenkten baten Eschi um ein „Selfie mit heiligem Mann“ für die Familien und Freunde in der Heimat. „Wir wollten mit unserer Aktion Dank sagen und unsere Anerkennung zeigen“, betont Anna Kobylecka. Sie ist Pastoralreferentin im Bistum Aachen.

    Abgesehen von der Nikolaus-Aktion nimmt das Bündnis (Initiativen, Einrichtungen im Bistum Aachen, Gewerkschaften, Arbeitslosenzentrum) die oftmals skandalöse Situation vor allem für osteuropäische Lastkraftwagen-FahrerInnen in den Fokus. Treffpunkt sind Gewerbegebiete und Autobahnraststätten, wo die Betroffenen entweder im Gespräch oder per Flyer in der Landessprache aufgeklärt werden: Über Tricks der Arbeitgeber (nicht selten Subunternehmen) bei der Bezahlung, ausbeuterische Arbeitssituation und unwürdige Arbeitsbedingungen. So schaffe man Bewusstsein und rege zum Protest an, heißt es bei den Initiatoren.

    In der Papiertüte befanden sich nicht nur Schoko-Nikolaus und eine Kerze, sondern auch Informationen in den jeweiligen Sprachen mit einer Hotline sowie einer Email-Adresse von „Faire Mobilität“.
    Dieses Beratungsnetzwerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) wird vom NRW-Arbeitsministerium gefördert.
    Aktiv im Regiopark waren: Anna Kobylecka, Achim Kück (KAB, Bistum Aachen), Johannes Eschweiler (Stiftung Volksverein) sowie Mariya Kaplunovska und Karl Sasserath (beide ALZ).

    7 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Kommt ein Vogel geflogen

    Kommt ein Vogel geflogen

    Die Gladbacherin Angela Busch-Feck erfreut die BesucherInnen der Weihnachtsfeier des Arbeitslosenzentrums mit kleinen Kunstwerken.

    Sie lächelt, wenn man sie danach fragt, warum sie das alles macht.
    Man kann das auch als Antwort auf die gestellte Frage verstehen. Sie mag es eben, wenn sich Menschen freuen. Das bereite auch ihr Freude.
    Angela Busch-Feck (57) hat wieder einmal viel gerollt, geschlungen, gewellt, verdreht oder anderweitig buntes Papier bearbeitet. Jetzt hat die gelernte Bauzeichnerin, wie in den vergangenen Jahren zuvor, das Team im Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach (ALZ) überrascht – und erfreut.

    Denn die Gladbacherin hat wieder einmal über 100 kleine wie größere Kunstwerke gebastelt. Und sich dabei des Quillings bedient. Das ist eine alte Basteltechnik, in dem bunte Papierstreifen im Mittelpunkt stehen. Daraus werden mit Geschick und Kreativität dann Mobiles, Vögel, Sterne, Phantasieobjekte usw..

    ALZ-Leiter Karl Sasserath begrüßte die spendable Frau in diesen Tagen im ALZ und war voll des Lobes. Denn die kunstvoll gefertigten Stücke wandern in die Jutetaschen mit Süßkram sowie kleineren Geschenken, die die BesucherInnen der ALZ-Weihnachtsfeier zum Abschluss der „besinnlichen Stunden“ in der Villa Leisse, der Kantine der Städtischen Kliniken Rheydt, bekommen. Viele dieser Sachen sind von „Menschen mit Herz“ (Sasserath) für ärmere Menschen gespendet worden.  Die Feier mit Programm (Gedichte, Musik, Selbersingen etc.) ist am 12. Dezember. Wer teilnehmen will, muss sich im ALZ-Büro an der Lüpertzender Straße 69 eine Eintrittskarte besorgen. Die bekommt man, wenn die Bedürftigkeit nachgewiesen ist.

    Mehr Infos, auch zur Weihnachtsfeier, unter www.arbeitslosenzentrum-mg.de
    Busch-Feck wird auch zur Feier in der Villa Leisse erwartet. Damit sie genießen und sich freuen kann.

    7 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • „Der Rotstift würde nur Schaden anrichten“

    „Der Rotstift würde nur Schaden anrichten“

    VertreterInnen  der katholischen Region Mönchengladbach und des Arbeitslosenzentrums trafen sich erneut zum „Gedankenaustausch“

    Arbeitslosenzentrum (ALZ) und Katholikenrat – das ist eine lange Verbindung. Und mittlerweile eine freundschaftlich geprägte.
    Nun traf man sich zum „Gedankenaustausch“ – wobei die Frage „Wie sieht die Zukunft des Zentrums aus?“ im Mittelpunkt stand.
    Die Antworten von ALZ-Leiter Karl Sasserath und Vorstandssprecher Karl Boland stellten die Rats-VertreterInnen nicht völlig zufrieden. Wie auch. Bislang ist offiziell zumindest nicht klar, wie sich die millionenschweren Sparmaßnahmen der schwarz-grünen Landesregierung auch auf die Arbeit des ALZ ab dem kommenden Jahr auswirken werden. Im Bereich „Beratungsstelle Arbeit“ fällt eine „halbe Stelle“ weg: das Beratungs- und Hilfsangebot speziell für Flüchtlinge aus der Ukraine.

    Sasserath berichtete den Gästen, dass „unsere Kollegin Mariya Kaplunovska hier ganze Arbeit leistet“. Sie vermittelt zunehmend UkrainerInnen in befristete bzw. unbefristete Jobs. Hier den Rotstift anzusetzen, sei „kontraproduktiv“, so Sasserath, und richte nur Schaden an. Auch die politische Entscheidung des MAGS-NW, die Förderung der Servicestelle faire Zeitarbeit und Werkverträge 2025 einzustellen, nannte Sasserath vor dem Hintergrund des Landesziels, ausbeuterischer Arbeitsverhältnisse bekämpfen zu wollen, „vollkommen unverständlich“.

    Wie gefragt bzw. notwendig die Arbeit des ALZ-Teams ist, verdeutlichen diese Zahlen. Der Beratungsbedarf stieg im vergangenen Jahr auf 3483 „Fälle“ – ein Jahr zuvor waren es noch 2766. Nicht alle Kontakte hier sind persönliche Gespräche, manches lässt sich telefonisch bzw. per Mail-Verkehr regeln. Und auch die Küche stand und steht unter Dampf: 2023 wurden 10 117 Essen ausgegeben. Zum reduzierten Preis von 2,50 Euro.

    Der Solidaritätsfonds des Bistums Aachen zählt zu den Sponsoren, die den Mittagstisch möglich machen. Er wird ausschließlich über Spendengelder finanziert. „Wir möchten uns hierfür ausdrücklich bedanken“, sagte Sasserath mit Blick zu Ralf Zanders. Er ist Referent der Gladbacher Region  im Büro der Regionen an der Bettrather Straße 22. Darüber hinaus beteiligt sich die katholische Kirche über den Katholikenrat an den Kosten der Weihnachtsfeier für arme Menschen.
    Die Feier ist erneut in der Villa Leisse, der Kantine der Städtischen Kliniken Rheydt (12. Dezember).

    Das Treffen endete mit einem gemeinsamen Mittagessen in der ALZ-Mensa und der Zusage, sich auch künftig regelmäßig zu treffen. Neben Zanders nahmen teil: Annette Diesler (pastorale Mitarbeiterin im Pastoralteam und Vorstand Pastoralrat), Elisabeth Laumanns (ehrenamtliches Mitglied im Regionalteam und Vorstand des Katholikenrates), Sabine Mazur (Referentin im Büro der Regionen Mönchengladbach und Heinsberg).
    Mit dabei auch Dietmar Jung, ALZ-Vorstandsmitglied.

    Weitere Infos: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    4 1

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • „Tafelfreuden“ im Zentrum

    „Tafelfreuden“ im Zentrum

    Vorstandsmitglieder der Gladbacher Tafel informieren sich im Stadtmitte-Arbeitslosenzentrum 

    „Tafelfreuden“ für neun von zehn Vorstandsmitgliedern der Gladbacher Tafel. Sie besuchten das Arbeitslosenzentrum (ALZ) in Stadtmitte, sahen sich in der gefragten Einrichtung um, informierten sich und diskutierten mit Vorstand und Team des Zentrums.
    Da die Tafel regelmäßig Lebensmittel für den ALZ-Mittagstisch bringt, kostete das Tafel-Team natürlich auch das Essen. Diane Holzapfel sagte schmunzelnd: „Wir wollen mal probieren, was ihr so aus den Sachen macht, die wir euch bringen.“ Und auch ihr schmeckte es. Holzapfel ist 2. Vorsitzende der Tafel mit Zentrale im Nordpark. Leider terminlich verhindert war die Vorsitzende, Monika Bartsch.

    Ein Blick in die Runde mit ALZ- und Tafel-Vertretern

    Anlass für die große „Tafelrunde“ war u.a. die Kooperation zwischen ALZ und Tafel. Sie sieht im Wesentlichen vor, dass die Einrichtung verlässlich – wenn möglich – größere Lebensmittel-Lieferungen erhält. „Das“, dankte Vorstandssprecher Karl Boland, „garantiert uns, dass wir die steigende Nachfrage erfüllen können.“

    In der kleinen Küche werden werktäglich bis zu 60 Mahlzeiten zubereitet. 2023 waren das insgesamt mehr als 1100 Gerichte zum ermäßigten Preis von 2,50 je Menü. Durch das Tafel-Engagement soll der Preis stabil bleiben. Boland: „Arme Menschen können nicht mehr bezahlen.“

    Über die Aufgaben und Angebote des ALZ berichteten Boland und Fachberater Julian Strzalla. Dass „MG“ mittlerweile zum Hotspot für Arbeitsmigranten geworden ist, war dem ein oder anderen Zuhörer neu. Sie tingeln durch Europa und befänden sich regelmäßig zwischen Job und Arbeitslosigkeit. Dieses Phänomen treffe man vorwiegend in der Logistik-Branche mit ihren Niedriglöhnen und befristeten Arbeitsverträgen an.

    Folge: Die Betroffenen – in vielen Fällen mit Familie vor Ort –  kommen ins ALZ  und bitten um informierende Beratung bzw. Hilfe. Da geht es um Probleme mit Behörden, um Mietschulden, sind Strom und/oder Gas gesperrt etc.. Strzalla beobachtet, dass mancher mittlerweile in Notschlafstellen nächtigt, weil ihm das Geld fehlt.

    Für Norbert Theißen war der ALZ-Besuch eher Routine. Das Vorstandsmitglied liefert Freitag für Freitag Lebensmittel an das Küchenteam um Marina Nemtzewa. Die beiden plauderten denn auch angeregt miteinander.

    Die Tafel versorgt an zwei Ausgabetagen maximal 800 Familien. „Mehr geht derzeit nicht“, sagt 2. Vorsitzende Holzapfel.

    Mehr Infos:

    www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    www.mg-tafel.de

    5 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Festtagsfreude in der großen Villa

    Festtagsfreude in der großen Villa

    „Ihr seid nicht allein“, heißt es bei der Weihnachtsfeier des Arbeitslosenzentrums

    Erste Anfragen kamen schon im Juli: „Machen wir wieder unser Fest, wir freuen uns so darauf“, fragte und sagte der ein oder andere. Ja, wir veranstalten wieder „unser großes Fest“ für arme Menschen. Wir – das ist Gladbachs Arbeitslosenzentrum (ALZ). Und dessen Leiter, Karl Sasserath, freut sich ebenfalls auf die Weihnachtsfeier in der Kantine „Villa Leisse“ der Städtischen Kliniken Rheydt.  Sasserath ist sich sicher: „Von allen Festen nimmt das Weihnachtsfest im Leben den höchsten Stellenwert ein. Es ist das Familienfest schlechthin in unserer Gesellschaft.“

    Für bedürftige Menschen bedeute Weihnachten oft einsam und alleine sein zu müssen. Die traditionelle weihnachtliche Feier des ALZ versuche dieser Einsamkeit etwas entgegenzusetzen. „Unser Fest lässt Menschen an Weihnachten teilhaben, ganz so wie es der Botschaft von Jesu Geburt entspricht“, so Sasserath.

    Seit Tagen ist das „Frohe-Fest-Team“ des Zentrums um Koordinator Sasserath mit den aufwändigen Vorbereitungen beschäftigt. Wichtig für die Teilnahme ist eine Eintrittskarte. Die gibt es montags bis donnerstags, 12 bis 14 Uhr, im Büro des Arbeitslosenzentrums (2. Etage), Lüpertzender Straße 69. Voraussetzung für ein solches „Festtags-Ticket“ ist die Vorlage eines Einkommensbescheides bzw. der Treffkarte. Letztere berechtigt z.B. zur Teilnahme am Mittagstisch im ALZ.

    Zum Programm: Gegen 16 Uhr wird Sasserath die vielen BesucherInnen begrüßen – Alleinerziehende mit ihren Kindern, zumeist ältere Langzeitarbeitslose oder auch Wohnungslose.  Erwartet werden rund 120 Personen. Auf sie warten quasi zur Einstimmung Kaffee, andere Getränke, Weihnachtsgebäck und der beliebte Weckmann in der Version „ohne Pfeife“. Bedient werden die Gäste vom ALZ-Team, dem Vorstand und Ehrenamtlichen. Von Barock bis Moderne spielen Udo Witt (Klavier) und Johanna Brinkmann (Violine), danach ist Mitsingen gefragt. Hier sind Oldies wie „Oh, du fröhliche“  beliebt beim „ALZ-Chor“. Ulrike Göttlich, Lyrikerin, will ihre ZuhörerInnen freudig einstimmen, sie können sich dazu ein Gedicht wünschen: Quasi a la Carte wie aus einer „Speisekarte“. Nicht fehlen darf die „ökumenische Weihnachtsbotschaft“ der Theologen Manfred Riethdorf und Dietmar Jung.

    Neu dabei ist „Die Bänd“, besser bekannt als „Hier geht was“. Die junggebliebenen vier Musik-Männer servieren hauptsächlich Blues, Pop – mal poetisch, schräg, aber auch gefühlsecht. Stimmung inklusive.

    Mit einem Abendbüfett (u.a. Gänsekeule, Wildragout) endet die weihnachtliche Feier köstlich. Jeder Gast erhält dann eine Jutetasche mit Allerlei (Stollen & Co.).

    Vorstandssprecher Karl Boland dankt schon jetzt all jenen, die das festliche Treffen möglich machen: So kommen gebastelte Papierfiguren von Angela Busch-Feck, Spenden von Apotheker Orthen, Roschkowski Bedachungen, Katholikenrat, Gebäudereinigung P&M Jansen. Das Land NRW stellt im Rahmen seines Programms gegen die Einsamkeit 1000 Euro zur Verfügung.

    ÖPVN-Verbindungen u.a. mit den Buslinien 019, SB 81 z.B. ab Hauptbahnhof Stadtmitte.

    6 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Die Helfer und Helferinnen brauchen Hilfe

    Die Helfer und Helferinnen brauchen Hilfe

    Arbeitslosenzentrum: Die Zahl der Ratsuchenden und Bedürftigen steigt.

    Da ist Gladbachs Arbeitslosenzentrum (ALZ) keine Ausnahme: Arbeit und Aufgaben gibt es zur Genüge, aber die Zahl derer, die sie erledigen, schrumpft. Konkret: In der jüngsten Mitgliederversammlung wurde deutlich, dass ehrenamtliche HelferInnen fehlen, insbesondere jüngere Menschen, die sich engagieren könnten.

    Damit keine Irrtümer entstehen: Das ALZ steht vor keinem personellen Kollaps, aber auf Dauer ist Verstärkung erwünscht, ja notwendig. Das betonte Vorstandssprecher Karl Boland, der die abendliche Runde eröffnete.

    Erfreulich: ALZ-Vorstand und -Leitung begrüßen die mögliche Verlängerung des so genannten Leistungsvertrages zur psychosozialen Betreuung hunderter, zumeist in prekären Verhältnissen lebender Menschen. Die Stadt bezahlt – für die nächsten drei Jahre mit voller Beratungsstelle – die Betreuung von Menschen, die entweder arbeitslos bzw. langzeitarbeitslos sind. Immer häufiger kommen Ratsuchende aus der Logistikbranche und pendeln zwischen Arbeit und Arbeitslosigkeit hin und her. Im Rahmen dieser Beratung kommen dann auch Fragen zu Wohngeld, Kindergeld und/oder Energiekostenschulden auf den Tisch.

    2023 erneut gestiegen sind die Beratungsstunden. Die drei Fachleute Mariya Kaplunovska, Julian Strzalla und Karl Sasserath verzeichneten zusammen 3483 Stunden, wobei der ein oder andere Kontakt auch per Mail bzw. am Telefon erledigt wurde. Zum Vergleich: 2249 waren es im Jahr 2019. Die wesentlich vom Land NRW finanzierte Beratungsstelle Arbeit kämpft im Verbund mit Partnern wie Gewerkschaften, Kirchen etc. gegen die Ausbeutung von ArbeitnehmerInnen. Hier geraten nicht nur Lkw-Fahrer, die keinen Mindestlohn erhalten, ungewollt in die Schlagzeilen. Kaplunovska kümmert sich – mit Erfolg – u.a. um die Vermittlung ukrainischer Flüchtlinge (zumeist Frauen) in Arbeitsverhältnisse.

    „Voll unter Dampf“ steht die kleine Küche im Altbau Lüpertzender Straße 69. Im vergangenen Jahr wurden 10 117 Essen an Bedürftige ausgegeben, 1895 Personen nahmen Essen mit nach Hause. Alle müssen ihre Bedürftigkeit nachweisen. Boland dankte erneut der Gladbacher Tafel; durch eine Kooperation mit ihr erhält das ALZ mehr Lebensmittel als bisher, was die Kosten senkt.

    Auch die Bewerbungshilfe stößt an ihre Grenzen; die Zahl der InteressentInnen ist „konstant hoch“. Berater Georg Beer führt eine Warteliste.

    Bei den Regularien gab es von den Kassenprüfern Sigrid Verleysdonk-Simons und Rüdiger Selbmann keine Beanstandungen. Folglich wurde auch der Vorstand entlastet. Bei den Finanzen kam es zu „keinen Turbulenzen“. Boland: „Wir hoffen sehr, dass wir von einem größeren Defizit verschont bleiben.“ Aber genau wisse man das nie.

    Verbindlich ist der Termin für die große ALZ-Weihnachtsfeier: Am 12. Dezember in der Villa Leisse der Städtischen Kliniken Rheydt. Hierzu ist eine Anmeldung erforderlich.

    Wer mehr über das ALZ wissen, Mitglied und/oder Förderer werden will: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    5 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!