Autor: Herbert Baumann

  • Der „Troubleshooter“ geht nicht ganz

    Der „Troubleshooter“ geht nicht ganz

    Das Arbeitslosenzentrum verabschiedet Georg Beer. Das Bewerbungstraining macht er weiter.

    Langer Applaus, ein großer „Früchtekorb“ mit Dingen, die das Freizeitleben schöner machen – das Team des Gladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ) in Stadtmitte hat Georg Beer (bald 66) offiziell verabschiedet. Doch „unser Georg“ geht nicht ganz. Er ist künftig zwar nicht mehr so häufig im Stadtmitte-Zentrum präsent, doch die gefragte Bewerbungshilfe für Personen, die einen Job suchen, bietet er weiterhin an. Das Ganze läuft über einen Mini-Job. Im vergangenen Jahr kamen bis zu 400 Menschen. Möglich macht diese kostenlose Hilfe – ob Lebenslauf schreiben oder Bewerbungsfoto auswählen – die Gladbacher Stadtsparkasse.

    ALZ-Sprecher Karl Boland nannte Beer in der Feier anerkennend „unseren Troubleshooter“. Gemeint: Beer hat für viele Probleme und Problemchen im ALZ eine Lösung oder weiß, wie man sie lösen kann. Bei Fragen zum Computer weiß er ebenso Antworten wie bei mitunter alltäglichen Fragen der vielen Besucherinnen und Besucher. „Mir ist der Kontakt zu den Menschen hier besonders wichtig“, lacht der 65-Jährige. ALZ-Leiter Karl Sasserath: „Georg Beer hat ein gutes Verhältnis zu uns allen.“

    Beer kam vor gut fünfeinhalb Jahren über die Arbeitsagentur und über ein Beschäftigungsprogramm mit öffentlichen Zuschüssen zum ALZ. Als sogenannter „Freizeit-Pate“. Seine Aufgabe war und ist es, Menschen in Armut zu erfüllt-sinnvollen Freizeitaktivitäten zu animieren und ihre eigene Kreativität zu bestärken.  Da buchte er mit Interessierten die (preiswerten) Kino-Karten, verhalf der Gruppe zum Theater-Abend oder ackerte in der „Grün-AG“ mit ALZ-Besuchern im Garten hinterm Haus. Dass schließlich der Salat nicht so üppig sprießte, hing auch mit Corona zusammen. Da war Schuffeln in der Garten-Gruppe nicht mehr möglich. 

    „Wir schätzen Georg sehr, der redet nicht viel, der handelt“, sagt eine Besucherin. Sie werde in vermissen. Da dürfte sie nicht die Einzige sein. Beer will sich künftig und in seiner Freizeit u.a. mehr ums Fotografieren kümmern. Da bevorzugt er die Sofort-Bild-Fotografie. Ganz analog und leicht altertümlich.

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  • Wie geht es im Arbeitslosenzentrum weiter?

    Wie geht es im Arbeitslosenzentrum weiter?

    In der Mitgliederversammlung steht nicht nur diese Zukunftsfrage auf der Tagesordnung.

    Keine Frage – das Arbeitslosenzentrum (ALZ) in Stadtmitte ist eine gefragte Einrichtung. Das belegen die aktuellen Zahlen derer, die in der Einrichtung Hilfen und Perspektiven erwarten. Und bekommen.
    In der Mitgliederversammlung des ALZ-Trägervereins sind die weiterhin steigenden Zahlen Ratsuchender ebenso Thema wie die Zukunft des Hauses. Hierzu wollen Team und Vorstand Stellung beziehen.
    Die Finanzsituation, Wirtschaftspläne und andere wichtige Themen stehen ebenfalls auf der Tagesordnung.
    Angebotssäulen im ALZ sind die Beratung, die Begegnung und der Mittagstisch.

    Nicht neu, aber weiterhin aktuell: Das ALZ braucht Verstärkung. Vor allem jüngere Menschen sind gefragt mit anzupacken. Ob bei Aktionen oder im Vorstand.

    Die Mitgliederversammlung ist am 26. September, 18 Uhr, 2. Etage des ALZ an der Lüpertzender Straße 69.

    Mehr zum ALZ: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

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  • Helfer wollen nicht hilflos werden

    Helfer wollen nicht hilflos werden

    Wie geht es mit der Beratungsstelle Arbeit weiter? Treffen im Arbeitslosenzentrum mit grünem Landespolitiker.

    Er hörte aufmerksam zu, stellte die ein oder andere Frage – und zum Schluss wirkte der Landtagsabgeordnete beeindruckt.
    Benjamin Rauer, bündnis-grüner Landespolitiker, besuchte jetzt das Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ). Rauer, gelernter Industriekaufmann und Sozialarbeiter, ist arbeitsmarktpolitischer Sprecher der grünen Fraktion. Sie ist bekanntlich neben der CDU in der Regierungsverantwortung.

    Zu dem Austausch „in sachlich offener Atmosphäre“ hatten ALZ-Vorstandssprecher Karl Boland und der Leiter der Einrichtung, Karl Sasserath, eingeladen. Beide stellten die Säulen der ALZ-Arbeit vor: Beratung, Begegnung, Mittagstisch.
    Dass sich bei der Beratung in den vergangenen Jahren einiges verschoben hat, wurde schnell klar. Gerade durch die ungebremste Expansion der Logistik-Branche im Großraum Mönchengladbach ist das Klientel der Ratsuchenden im ALZ nicht nur internationaler geworden. Auch die „Fälle“ sind – aus Sicht der Beratenden – viel umfangreicher. Längst geht es nicht mehr nur um Verstöße z.B. beim Mindestlohn, der Lohnfortzahlung, bei der Arbeitszeit. Die BesucherInnen klagen über „sehr lange Wartezeiten bei Behörden, Gängelung, fehlenden Wohnraum usw.“, wie es Sasserath formulierte. Hier biete das ALZ eine unabhängige wie kompetente Hilfestellung.

    Kernthema war die im ALZ untergebrachte „Beratungsstelle Arbeit“. Sie wird über den Europäischen Sozialfonds (ESF) bzw. das Land NRW finanziert. Sorgen bereitet den ALZ-Verantwortlich die Zukunft des gefragten Angebotes „Unterstützung geflüchteter Menschen aus der Ukraine“. Für diese Aufgabe (halbe Stelle) konnte das Zentrum die Fachfrau Mariya Kaplunovska gewinnen, eine gebürtige Ukrainerin.

    Nur: die öffentliche Förderung endet zum Jahresende. Kaplunovska hat inzwischen zahlreichen Geflüchteten erfolgreich bei der Jobsuche helfen können, baut Hürden ab, wenn es um Deutschkurse, Behördengänge etc. geht.

    Rauer konnte nicht verbindlich sagen, ob das „Ukraine-Angebot“ in die Verlängerung geht. Er sagte aber seine Unterstützung zu, schließlich betreffe eine Fortsetzung nicht nur die Gladbacher Einrichtung, sondern auch viele andere NRW-Beratungsstellen in unterschiedlicher Trägerschaft.

    Sasserath wies in der „Rauer-Runde“ darauf hin, dass das Land seit Jahrzehnten mit befristeten Verträgen arbeitet. Gefördert werden je 75 Prozent der Personalkosten, den Rest muss der Anbieter – in dem Fall der Verein ALZ – übernehmen. Dazu gibt es eine Geldpauschale für Sachkosten. Die 2023, 2024 vereinbarten deutlichen Tariferhöhungen blieben beim Träger hängen.

    Weitere Informationen: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

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  • „Projekt Mittagstisch“ lässt Küche nicht kalt werden

    „Projekt Mittagstisch“ lässt Küche nicht kalt werden

    Die Mönchengladbacher Tafel und das Arbeitslosenzentrum schließen eine „bedeutsame Vereinbarung“ ab.

    „Unsere Aufgabe ist es, bedürftige Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen“, sagt Monika Bartsch. Und sie fügt schmunzelnd hinzu: „Das machen wir sehr gerne.“
    Bartsch ist Vorsitzende der Mönchengladbacher Tafel mit Zentrale Am Nordpark 299. Der Verein, der mit seinen rund 100 ehrenamtlichen Helfer*innen wöchentlich unter anderem an mehr als 800 Familien gespendete Lebensmittel abgibt, vereinbarte nun mit dem Arbeitslosenzentrum (ALZ) an der Lüpertzender Straße 69 eine „bedeutsame Vereinbarung“, wie es  ALZ-Sprecher Karl Boland und ALZ-Leiter Karl Sasserath nennen.

    Ob Backwaren, Gemüse und Obst – das ALZ ist längst „Kunde“ bei der Tafel. Die Lebensmittel-Spenden machen das möglich, was immer mehr Menschen vom Rande der Gesellschaft so schätzen und wofür sie sehr dankbar sind: ein in der kleinen Küche zubereitetes Essen. In diesen Tagen ist auch schon mal ein Spargelessen dabei. Es ist schließlich (noch) Saison. 60 bis 70 Personen essen sich täglich im ALZ satt.

    Mit der Vereinbarung „Projekt Mittagstisch“ steht das ALZ-Angebot nun auf eher sicheren Füßen. Und das längerfristig. Zuletzt war die Diergardt-Stiftung als Sponsor fürs sättigende Angebot abgesprungen. Sie hat mit ihren Geldern den Mittagstisch maßgeblich mitfinanziert. Ob zum Kauf von Essbarem, der Finanzierung der Personalkosten, Einrichtung etc..

    Bartsch wie ihr Vorstandskollege Berthold Cremer berichten, dass sie anfangs vorhatten, selbst ein gutes Menü im Tafel-Komplex nahe der Borussen-Arena anzubieten. Das habe man aber verworfen. Schließlich erfuhr das engagierte Tafel-Team aus der Presse, dass der ALZ-Mittagstisch, ausschließlich aus Spenden bezahlt, gefährdet ist. Die Gründe: weniger Sponsoren, gestiegene Kosten.

    Monika Bartsch: „Da haben wir gedacht: Warum sollen wir eine solch gute Einrichtung anstelle unseres eigenen Vorhabens nicht unterstützen und eine Brücke zum ALZ errichten.“ Das Projekt Mittagstisch mit dem Arbeitslosenzentrum sieht vor, dass das Zentrum mehr Lebensmittel erhält. Was die Kosten deutlich senkt. Die Tafel betreibt solche Projekte mit rund zwölf weiteren sozialen Einrichtungen in dieser Stadt.

    Mittlerweile haben die Beteiligten die „Kooperation Tafel/ALZ“ abgesegnet.
    Die ALZ-Küche bzw. ihre Herdplatten bleiben auf Temperatur.
    Mehr Infos: www.mg-tafel.de; www.arbeitslosenzentrum-mg.de

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  • Keine Kürzungen bei der Menschenwürde

    Keine Kürzungen bei der Menschenwürde

    Das Arbeitslosenzentrum bezieht vor seiner Haustür klar Stellung.

    Das breite Banner ist groß, die Botschaft darauf sehr deutlich: „Menschenwürde ist unantastbar. Und das gilt auch für Menschen, die auf Bürgergeld angewiesen sind.“ „Wir haben uns zu dieser Aktion entschlossen, weil gerade die haltlosen wie unwürdigen Diskussionen über vermeintlich faule Mitbürger*innen erschreckend zunehmen“, beklagt Karl Sasserath. Er leitet das Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ), und er hatte die Idee, im Eingangsbereich des ALZ an der Lüpertzender Straße 69 mit besagtem Banner „auf das hinzuweisen, was eigentlich selbstverständlich für alle gelten soll und muss“.
    Für Menschen, ob schwarz, weiß, gelb oder welcher Hautfarbe auch immer. Für Menschen, die ohne die öffentliche Stütze nicht (über-)leben könnten, weil sie krank sind, nicht mehr oder nur teilweise arbeiten können und so in die Armut gerutscht sind. Für Menschen, die fliehen mussten und hier bei uns Schutz und Hilfe suchen. ALZ-Sprecher Karl Boland: „Wir als Gesellschaft sind auch hier zu solidarischem Handeln gefordert, ja verpflichtet.“

    Das selbst von einer Regierungspartei, der Partei mit dem C davor und rechten Populisten initiierte Geschrei über deutliche Kürzungen bei der Sozialhilfe hat Besucher*innen des ALZ verunsichert. Manche werden angefeindet, fühlen sich doppelt bestraft: Einerseits in prekären Verhältnissen leben zu müssen, anderseits dafür stigmatisiert zu werden.

    Hier klar Stellung zu beziehen und „Banner“ zu zeigen, sei notwendiger denn je, betonen die Initiatoren. Zumal das Grundgesetz mit der so bedeutsamen Feststellung „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Art. 1, Abs.1, Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland) 75 Jahre jung geworden ist.

    Jeder Mensch habe Anspruch auf Würde. Das soll auch mit der Banner-Aktion unmissverständlich unterstrichen werden. Das bekennende Banner bleibt längere Zeit stehen. Wegen seiner Innenstadt- und der Nähe zu VHS und Musikschule dürfte es vielen Passanten ins Auge fallen. „Genau das ist unsere Absicht, wir wollen Bewusstsein schaffen, anregen und sensibilisieren“, so Boland.

    Weitere Banner- bzw. Plakat-Aktionen sind in loser Folge geplant. Darüber informieren wir rechtzeitig.

    Das wetterfeste Transparent wurde von Christian Bauer gestaltet, er übernimmt dankenswerterweise auch die Kosten. Bauer ist Graphiker und Inhaber des „Studio für Gestaltung“.

    Mehr auf www.arbeitslosenzentrum-moenchengladbach.de

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  • Wollen im Gespräch bleiben

    Wollen im Gespräch bleiben

    Vertreter des Arbeitslosenzentrums sprachen vor und mit dem Stadt-Seniorenrat über ihre schwierige Arbeit.

    „Ich denke, wir haben durch unsere Informationen und Antworten so manche Wissenslücke gefüllt“, ist sich Dietmar Jung sicher. Jung wie Karl Sasserath folgten als Vertreter des Gladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ) der Einladung des städtischen Seniorenrates, die umfangreicher werdende Arbeit der Stadtmitte-Einrichtung vorzustellen.

    Sasserath als Leiter des ALZ hatte dazu eine klar gegliederte Powerpoint-Präsentation vorbereitet. Was macht das ALZ eigentlich? Werden da auch Jobs vermittelt und stimmt es, dass zunehmend Beschäftigte mit Migrationshintergrund aus der boomenden wie ausbeutenden Logistik-Branche in das Zentrum kommen, um fundiert beraten zu werden.

    Dass das ALZ zur internationalen Anlaufstelle geworden ist, machte die Präsentation sehr deutlich. Beispiel Ukraine. Mit der Fachfrau Mariya Kaplunovska finden geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer praxisnahe Tipps und Hilfe. Nicht nur bei der Job- und/oder Kita-Suche. Die Sozialarbeiterin, gebürtige Ukrainerin, gehört wie Sasserath zum Team Beratungsstelle Arbeit. Das finanziert zum Großteil das Land. Sozialberater Julian Strzalla weiß oft nicht, wo ihm der Kopf steht. Ihnen „löchern“ vermehrt Menschen, die in der Logistik-Sparte akkord-arbeiten. Oder tätig waren, weil sie nach einem Jahr von ihrem Subunternehmer die Papiere bekamen. Die von Strzalla geleistete pschyo-soziale Beratung bezahlt die Stadt. Schlüssel dieser Kostenübernahme ist eine bestimmte Anzahl von Beratungsstunden. Nachteil: Die Fälle werden umfangreicher, folglich zeitaufwändiger. Hier bemüht sich das ALZ mit der Stadt um eine „verbesserte Dotierung“, sagt Sasserath.

    „Erfolgsmodelle“ beim ALZ sind zudem der Mittagstisch und die Bewerbungshilfe. Täglich werden gut 50 Essen ausgegeben, bei der Bewerbungshilfe erhielten 2023 rund 400 vor allem jüngere Leute eine Visitenkarte auf der Suche nach einer Arbeitsstelle. Der Mittagstisch ist leider defizitär, hier sucht das ALZ verstärkt nach Paten, Sponsoren etc.. Vorstandssprecher Karl Boland erinnert daran, dass viele ältere Langzeitarbeitslose auch das Mittagstisch-Angebot nutzen. Eine Zielgruppe, für die sich der Seniorenrat durchaus interessieren sollte.

    Sasserath wie Jung hoffen, dass sich zwischen Seniorenrat und ALZ eine lockere Zusammenarbeit entwickelt, schließlich würden u.a. auch Langzeitarbeitslose nicht jünger. Folglich will man mit den Mitgliedern des Rates und seiner Vorsitzenden Brigitte Brouns im „Gespräch bleiben“.

    Der, wie es heißt, neutral tätige Seniorenrat will Sprachrohr älterer Gladbacherinnen und Gladbacher gegenüber der Politik sein.
    Wer Fragen, Anregungen usw. hat: Er ist erreichbar unter 02161-25-6724 oder seniorenrat@moenchengladbach.de

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  • Inge ist nicht mehr da

    Inge ist nicht mehr da

    Jahrelang hat Ingeborg Daumann mit dafür gesorgt, dass es im Arbeitslosenzentrum ein gutes Mittagessen für Bedürftige gibt.

    Inge ist nicht mehr da – und das bedauern nicht wenige im Arbeitslosenzentrum (ALZ) in Stadtmitte. „Es geht wirklich nicht mehr“, ist Ingeborg (Inge) Daumann (Foto) ein wenig traurig. Fast zehn Jahre hat sie im ALZ mit dafür gesorgt, dass Frisches auf den Teller kommt.

    Sie gehörte zu einem kleinen Freiwilligen-Team, das im gekachelten Kellerbereich des ALZ kistenweise Gemüse putzte oder Obst (für den gefragten Obstsalat) zubereitete. Regelmäßig mittwochs zwischen 10 und 13 Uhr war Inge da. Zwiebeln habe sie eher unfreiwillig geschält, lacht sie. Verständlich. „Ich wollte etwas machen, was direkt ankommt“, sagt die jung gebliebene Korschenbroicherin (77). Und sie habe sich immer wieder gefreut, wenn die Menschen oben in der kleinen Mensa ein gutes Essen zu sich nehmen konnten. Mit ihrer Hilfe. „Ich habe häufiger mitgegessen und mit den Leuten, die zu uns kamen, geplaudert.“ Da habe sie hautnah mitbekommen, wie groß die Sorgen der Besucherinnen und Besucher sind. Vor allem die finanziellen.

    Seit einer Augenerkrankung mit vielen Arztterminen ist sie eingeschränkt. Auto- bzw. Radfahren sind aus Sicherheitsgrünen nicht mehr möglich. Das Schnibbeln im ALZ gehört quasi dazu – die Verletzungsgefahr sei zu groß. Lebensfroh und engagiert ist sie geblieben. So ist sie weiterhin sozial tätig – in der Kleiderstube in Korschenbroich-Pesch. Der Weg dorthin ist nicht so weit wie nach Gladbach-Mitte. Da fuhr sie mit dem Auto hin. 

    Und warum gerade das ALZ? Irgendwann kam sie nach dem Tod ihres Mannes Fred dazu, „etwas für benachteiligte Menschen tun zu müssen“. Da habe sie sich an ALZ-Leiter Karl Sasserath gewandt und ihm erzählt: „Ich habe viele Erfahrungen gesammelt als Chefsekretärin. Kann ich im Büro mitmachen.“ Sasserath habe sich über das Angebot gefreut und ihr erklärt: „Da haben wir schon jemanden, aber wir suchen HelferInnen für die Küche.“ So sei sie im Keller gelandet……

    Inge Daumann liebt das Leben, wandert gern (mit Freunden) und ist Spanien-Fan durch und durch.

    Der preiswerte Mittagstisch ist wichtiger Bestandteil der ALZ-Angebote. Täglich werden rund 60 Essen an bedürftige Personen ausgegeben.
    Wenn Sie helfen möchten: 02161-912648 oder unter info@arbeitslosenzentrum-mg.de

    ALZ-Sprecher Karl Boland: „Bei unserer umfangreichen Arbeit sind wir auf die solidarische Unterstützung der Mitmenschen angewiesen Ingeborg Daumann gehörte dazu. Dafür danken wir ihr. Über jede Spende und jede persönliche Mitwirkung sind wir sehr dankbar.“

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  • Kleine Orden für kleine Leute

    Kleine Orden für kleine Leute

    Beim Prinzenempfang im Arbeitslosenzentrum stellten Elke und Jost I. klare Forderungen.

    „Karneval verbindet und lässt Menschen fröhlich sein.“ Für Jost I. ist das so selbstverständlich wie das Halt Pohl und das All Rheydt im Gladbacher Karneval. Beim Prinzenempfang im Foyer des Gladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ) an der Lüpertzender Straße 69 warben Niersia Elke und ihr Jost nicht nur fröhlich-ausgelassen für das Schunkel-Brauchtum, sie hatten auch überraschend klare Forderungen parat. Und die hatten nichts mit Karneval zu tun.

    „Dass ihr gerade jetzt, kurz vor dem Höhepunkt der Session am Veilchendienstag, zu uns gekommen seid, freut uns sehr und macht uns dankbar“, sagte ALZ-Leiter Karl Sasserath in seiner Begrüßung vor rund 40 Gästen. Elke und Jost Fünfstück, wie sie im alltäglichen Leben heißen, hatten sich spontan bereit erklärt, das ALZ zu besuchen. „Wir wollen in der Session auch soziale Einrichtungen kennenlernen, und ihr gehört da natürlich zu“, betonte Jost I.

    Für Prinz und Prinzessin ist es nicht nachvollziehbar, dass es immer wieder politische Diskussionen um Fortbestand und Finanzierung der Einrichtung in Stadtmitte gibt. „Ihr seid hier goldrichtig und leistet wertvolle wie notwendige Arbeit für Menschen, die auf Unterstützung dringend angewiesen“, sagte Jost I. Das ALZ müsse bleiben und dürfe nicht weggespart werden, war seine klare Botschaft.

    Dann konnte geschunkelt und gesungen werden. Und es wurden in der knappen Stunde – „die nächsten Termine rufen schon…“ – zahlreiche Nettigkeiten und Geschenke verteilt. So gab es für BesucherInnen und ALZ-Team ein großes, farbiges Prinzenpaar-Bild, Orden und „Bier aus der Heimat“. Sasserath und ALZ-Sprecher Karl Boland schenkten den Beiden nicht nur Blumen.

    Fotos: Georg Beer

    Als Elke im Kreis der BesucherInnen mehrere ukrainische Kinder entdeckte, bat sie die „kleinen Jecken“ gleich nach vorne. Sie bekamen den kleinen wie feinen Prinzessinnen-Orden ans Revers gesteckt. Für die Kleinen eine eher ungewohnte Situation, auch das folgende Halt Pohl und All Rheydt. Eine Übersetzerin sorgte dann für Aufklärung – und fröhliches Kinderlachen.

    Kurz vorm Abschied lud das Paar zum Besuch des Veilchendienstagszuges ein. „Wenn ihr hier am ALZ steht, ruft uns laut zu, dann werfen wir besonders viel Kamelle“, schmunzelte Jost I..

    „Da Zoch“ zieht am ALZ vorbei.

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  • Satt werden ist auch ganz schön

    Satt werden ist auch ganz schön

    Das Arbeitslosenzentrum legt den „Mittagstisch-Report `23“ vor / „Küche darf nicht kalt werden“

    Der preisgünstige Mittagstisch im Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) ist für viele arme Menschen eine „enorm wichtige Lebensgrundlage“.
    Das geht aus dem Bericht „Mittagstisch 2023“ hervor, den ALZ-Leiter Karl Sasserath und sein Team jetzt vorlegten. Und die Zahl der Konsumenten steigt. Nicht, weil sie zu bequem sind, zu Hause regelmäßig ein Essen zuzubereiten. Vielmehr sind es die Notlagen der vielen Langzeitarbeitslosen und alleinerziehenden Frauen: Weil vieles teurer und damit für die Betroffenen kaum mehr bezahlbar wurde, kommen sie in die kleine ALZ-Mensa. Und erhalten hier ein frisch zubereitetes Essen. Das macht satt, hier ist zudem ein Begegnungs- und Kommunikationsraum. „Und es entstehen so wichtige soziale Kontakte, die auch helfen, gesund zu bleiben und die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten.“, sagt Sasserath. Doch der Mittagstisch des ALZ ist in Gefahr. Wieder einmal.

    Foto: Georg Beer

    Essen werden seit 1990 serviert, montags bis freitags. Und von einem engagierten Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen zubereitet. Längst ist die Küchentruppe international, auch Helferinnen aus der Ukraine sind darunter.

    Damit Frisches auf den Tisch kommt, erhält das ALZ regelmäßig Lebensmittelspenden von der Gladbacher Tafel. Über die Einnahmen der BesucherInnen ist der Mittagstisch nicht finanzierbar, schildert Sasserath. Seit Jahresbeginn wurde als Folge der stark gestiegenen Lebensmittelkosten der Preis pro Menü für Bedürftige auf 2,50 Euro erhöht. Kinder zahlen weiterhin 1, Menschen mit mehr Geld 5 Euro. Eine Treffkarte berechtigt zur Teilnahme. Die gibt es im ALZ-Büro, wo auch eine Prüfung stattfindet: Liegt eine Bedürftigkeit vor oder nicht.

    Nach der Corona-Pandemie stieg die Zahl der Gäste – rund 50 Prozent kommen aus der näheren Umgebung, also aus dem Quartier – deutlich an. So wurden 2023 fast 10 200 Essen gereicht. 1900-mal nahmen es Personen mit nach Hause.

    Für den Küchenbetrieb waren einschließlich der Personalkosten 126 000 Euro nötig. Unterm Strich fehlen etwa 34 000 Euro, so Sasserath. Dies hat zwei Gründe: einmal mehr stiegen die Kosten, zudem sanken die Spenden. So ist nicht nur Sasserath froh, dass vor allem der Sozialfonds katholische Kirche und die Josef-und-Hilde-Wilberz-Stiftung regelmäßig finanziell helfen. Doch nach vielen Jahren der großen Unterstützung stellt die Diergardt-Stiftung ihre Überweisungen ein. Man habe jetzt einen anderen Förderschwerpunkt, heißt es hier nach dem Umzug von Gladbach nach Köln.

    Und wie geht es weiter? ALZ-Sprecher Karl Boland bittet „Menschen mit Herz“ um Unterstützung. So wären gezielt höhere Förderbeiträge bzw. Patenschaften von engagierten Mitmenschen möglich wie „sehr erwünscht“.

    Hier steht das ALZ-Team für Fragen jederzeit zur Verfügung:
    info@arbeitslosenzentrum-mg.de
    oder: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    Ein „Aus für unseren Mittagstisch“ sei „überhaupt keine Alternative“, so Boland. Denn er ist sinnvollerweise in das Gesamtkonzept des ALZ eingebunden. Das besteht aus Beratung, Begegnung und eben dem Mittagstisch. Dieses Drei-Säulen-Modell habe sich bewährt und sei notwendiger denn je.

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  • Das Baby musste nicht auf die Straße

    Das Baby musste nicht auf die Straße

    Mit dem Stärkungspakt hat auch das Arbeitslosenzentrum vielen Menschen in extremen Notlagen geholfen.

    „Wir hätten viel mehr tun können, aber leider war kein Geld mehr da“, sagt Karl Sasserath leicht enttäuscht. Nach dem Ende des so genannten „Stärkungspaktes NRW, gemeinsam gegen Armut“ hat der Leiter des Gladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ) ein erstes Fazit gezogen. Und das sieht gut aus.

    Diesen Pakt gegen Armut hatte die schwarz-grüne Landesregierung im vergangenen Jahr mit rund 150 Millionen Euro aufgelegt. Ihr war nicht entgangen, dass horrend gestiegene Lebensmittel- wie Energiepreise und insbesondere die Inflation noch mehr Menschen in große Not gebracht hatten. Die NRW-Kommunen bzw. ihre Wohlfahrtsverbände bekamen Geld, um „Bedürftigen unbürokratisch zu helfen“. Nach Gladbach flossen rund 3,3 Millionen Euro, das ALZ konnte davon mit rund 30 000 Euro „die größte Not“ lindern, berichtet Sasserath.

    Und diese Notlagen haben so erschreckende Gesichter. Da konnte eine Alleinerziehende mit kleinen Kindern die Wohnung nicht mehr heizen, die Lampen in der feuchten Wohnung blieben ebenfalls dunkel. Folgen einer Stromsperre. Nicht wenige, die ins Zentrum für Bedürftige an der Lüpertzender Straße 69 kamen, hatten nicht einmal ein paar Euro für dringend benötigte Lebensmittel wie Milch, Brot und Aufstrich. Hier half ein Gutschein in unterschiedlicher Euro-Höhe.

    Berührend auch Fälle, in denen die Personen finanziell nicht in der Lage waren, eine einfache Brille zu kaufen oder kaputte Gläser reparieren zu lassen. Dank des Stärkungspaktes konnte so in zahlreichen Fällen der Durchblick verbessert werden. Häufiger kamen junge Familie, weil Kinderbetten fehlten oder Gebrauchte nicht mehr zu reparieren waren. ALZ-Mitarbeiter halfen – entweder gab es ein schlichtes neues Bett oder der Volksverein in Geistenbeck half weiter. Der gemeinnützige Verein unterhält ein größeres Lager mit guten Möbeln aus zweiter Hand. Ein junges Paar mit Baby musste nicht spontan aus der Wohnung und auf die Straße, weil der Mietrückstand übernommen werden konnte. Es ist jetzt so gut wie sorgenfrei und kann sein Leben selbst meistern.

    Für Einrichtungsgegenstände wie Kinderbetten, Möbel wurden über das ALZ knapp 2000 Euro ausgegeben; die Übernahme von Energie- und Mietrückständen bzw. die Vergabe von Lebensmittel-Gutscheinen machten gut 6500 Euro aus. Bei der Beschaffung „weißer Ware“ (Herde, Kühlschränke, Waschmaschinen etc.) waren 18.636 Euro notwendig.

    Jede Person, die um Unterstützung bat, musste nach Vorgaben der Landesregierung „überprüft“ werden. Sasserath: „Das war aufwändig und nahm viel Zeit in Anspruch.“ Zeit, die bei Beratung von Menschen auf der Suche nach Jobs bzw. der Lösung bei Problemen fehlte. 
    Eine Verwaltungskostenpauschale sparte sich das Land NRW. 
    Eine Voraussetzung für die Unterstützung lautete, „dass die Ausgaben, für die die Förderung beantragt wird, nicht bereits durch andere Leistungen (Entgelte, Entschädigungen, Versicherungsleistungen, andere Fördermaßnahmen) gedeckt bzw. übernommen werden“.

    Der Pakt, so Sasserath, habe vorübergehend viele Menschen gestärkt und ihnen Perspektive gegeben. Für den jahrelange Mangel als Folge nicht ausreichender Regelsätze sei der Stärkungspakt kein Ausgleich. Das Programm ließ das Land zu Ende des Jahres 2023 auslaufen.
    Eine Neuauflage oder ein Anschlussprogramm plane die Landesregierung nicht. Die aktuelle sozialpolitische Diskussion bereitet ihm Sorge, bilanziert Karl Sasserath. Öffentliche Haushalte auf dem Rücken der Ärmsten sanieren zu wollen – das sei ein „Höchstmaß an Zynismus“.

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  • Friede, Freude, Schunkelzeit

    Friede, Freude, Schunkelzeit

    Das Prinzenpaar ist zu Gast im Arbeitslosenzentrum – feiern Sie mit

    Elke und Jost Fünfstück – aktuell besser bekannt als Gladbachs Stadtprinzenpaar – haben nicht lange gezögert. Spontan sagten sie Ja zum Prinzenempfang im Arbeitslosenzentrum (ALZ) an der Lüpertzender Straße 69. Und das kurz vor dem „absoluten Höhepunkt“ in dieser Session mit dem verbindenden Motto „Friede, Freude, Fantasie“. Der ist bekanntlich am großen Veilchendienstag mit seinem Zug durch die Stadt mit hunderttausenden Narren und Närrinnen.

    Prinz Jost I. und Prinzessin Niersia Elke haben ein gewaltiges Programm hinter – und vor sich. Trotzdem wollen sie, so sagen die beiden, in ihrer Regentschaft auch „möglichst viele soziale Einrichtungen“ kennenlernen. Dazu gehört das ALZ in Stadtmitte. Vorstandssprecher Karl Boland: „Ein bisschen Spaß an der Freud‘ muss sein. Für uns ist es der zweite Empfang. Und wir freuen uns darauf.“ Auch die Besucherinnen und Besucher der Beratungs- und Begegnungsstelle.

    Das große Stadtprinzenpaar („Wir sind seit 50 Jahren jeck“) ist am Freitag, 9. Februar ab 13.30 Uhr im Foyer des ALZ zu Gast. Samt kleinem Gefolge.

    Wer möchte, ist eingeladen: Bei guter Laune, Getränken, Imbiss und flotter Musik.

    Boland: „Wir sehen uns und haben Spaß mit Prinz und Prinzessin.“ Der Eintritt ist frei.

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  • „Man sieht nur mit dem Herzen gut“

    „Man sieht nur mit dem Herzen gut“

    Etwa 120 Menschen besuchen die Weihnachtsfeier des Gladbacher Arbeitslosenzentrums – und sind für ein paar Stunden glücklich.

    Für Jaro Jalowy war es eine Premiere. „Ich freue mich, wenn wir gleich gemeinsam Lieder singen. Das ist wie früher, als wir eine Familie waren“, sagt der 54-Jährige. Jalowy, erkennbar auch an seiner sattroten Nikolausmütze, war einer von mehr als 120 Gästen der Weihnachtsfeier, zu der das Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) erstmals nach der Corona-Pandemie in die Villa Leisse, die Kantine der Städtischen Kliniken (Eli), eingeladen hatte.

    Gefragt, warum sie (gerne) zur ALZ-Feier kommen, gab es unterschiedliche Antworten. Die einen freuten sich auf das „tolle Festessen“, andere auf „Gemeinschaft, nette Unterhaltung“ oder wie Jalowy und Nachbar André Keller (65) auf das „gemeinsame Singen“. Hier gemeint: Klassiker wie „Oh, du fröhliche“, „Leise rieselt der Schnee“ oder „Oh, Tannenbaum“.

    „Wir wollen Menschen, die aus welchen Gründen auch immer am Rande der Gesellschaft stehen, eine lebendige Botschaft vermitteln – dass sie gerade in der weihnachtlichen Zeit mir ihren Emotionen und Gefühlen nicht alleine sind“, sagte ALZ-Leiter Karl Sasserath. Dass sich unter die BesucherInnen auch Oberbürgermeister Felix Heinrichs sowie Stadtdirektorin Dörte Schall mischten, fanden zahlreiche Gäste „ganz toll“. Heinrichs sagte, er treffe immer gerne Menschen, die sich für andere einsetzen. Gemeinschaft leben und erleben, das sei nicht nur in der jetzigen Zeit wichtig. Noch viel wichtiger sei aber „Friede – auch und vor allem weltweit.“

    Alle Fotos: Jörg Knappe

    Die etwa dreistündige Feier war auch diesmal nur dank zahlreicher Spenden und der Mitwirkung Ehrenamtlicher möglich.  Die Liste derjenigen, die gaben, ist relativ lang. Ob zwei Bäckereien, Firmen, Privatleute, Gewerkschaft oder katholische Kirche. Man wolle armen Menschen „etwas Gutes tun und ein bisschen Freude schenken“, betonten sie. Sasserath dankte ihnen, vor allem aber den Städtischen Kliniken als „großzügigem Gastgeber“.

    Ein Extra-Dankeschön gab es auch für mehrere helfende ukrainische Frauen, das Küchenteam des ALZ und für mehrere Azubis. Die künftigen Köchinnen und Köche besuchen das Berufskolleg Glockenspitz in Krefeld. Ihr Lehrer habe sie gefragt, ob sie beim Eindecken, Kochen etc. mitmachen wollten. „Da konnte ich nicht Nein sagen“, lacht Azubi Colin Buschhüter (17). „Besonders habe ich mich darüber gefreut, dass die Leute so dankbar waren“, gestand der junge Mann später. Die ukrainischen Frauen werden im ALZ bei der Suche nach Jobs, vorherigen Sprachkursen etc. unterstützt bzw. beraten.

    Zum gewohnt-beliebten Programm gehörten neben dem gemeinsamen Singen auch klassische Musik vom Holzbläser-Trio der Niederrheinischen Sinfoniker mit Detlef Gross, Olaf Scholz und Philipp Nadler. Die Kempener Lyrikerin Ulrike Göttlich trug besinnliche und froh-machende Gedichte vor. Sie erhielt ebenso wie Monika Hintsches viel Beifall. Hintsches schlüpfte in die Rolle der auf den Alltag der Menschen schauenden Kabarettistin Trude Backes. Gerne kamen, wie sie sagten, auch die Theologen Manfred Rietdorf und Dietmar Jung. Letzterer wäre ohnehin gekommen, er ist Vorstandsmitglied des ALZ. Ihre ökumenische Botschaft saß. Rietdorf zitierte beispielsweise den französischen Schriftsteller Saint Exupery: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Dem muss man nichts hinzufügen.

    Text: Herbert Baumann

    Spender: Städtische Kliniken, Bäckerei Weidenfeld, Bäckerei Schiffers, Dachdecker Toni Roschkowski, IG Metall, Edeka Endt, Katholikenrat, die Programm-Mitwirkenden traten ohne Honorar auf. Dankbar sind wir auch für die rund 120 Exemplare von Monika Busch-Feck. Sie fertigte erneut filigranen Baumschmuck aus Papier. Die erhielt jeder Besucher in einer Stofftasche mit Stollen & Co..

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  • Ist eine andere Welt möglich?

    Ist eine andere Welt möglich?

    „Eine andere Welt ist nötig, aber ist eine andere Welt auch möglich?“

    Auf diese „fordernde Frage“ will Benedikt Klein (Jahrgang 1988) in der Mitgliederversammlung des regionalen Bündnisses für Menschenwürde und Arbeit eine Antwort geben. Vielleicht auch mehrere. Klein ist Theologe, Buchautor und unter anderem Berater der Kirchenasyle in NRW. Er gilt als gefragter Referent und ist Mitarbeiter am Münsteraner Institut für Theologie und Politik, kurz ITP. Sein Vortrag steht im Mittelpunkt der Runde, zu der auch interessierte Zeitgenossen willkommen sind. Eine folgende Diskussion ist ausdrücklich erwünscht, sagt Wolfgang Fels, der Sprecher des Bündnisses mit Büro an der Gladbacher Citykirche.
    Fels: „Sein Thema wird breites Interesse finden, weil es um Auswege aus der gesamtgesellschaftlichen Misere geht. Von ihr sind wir alle, vor allem aber viele durch Armut, Gewalt und Kriege bedrohte wie betroffene Menschen getroffen.“
    Und weiter: „Welche Klarsicht auf die gesellschaftlichen Verhältnisse ist für uns notwendig, um eine Hoffnungsperspektive angesichts der Hoffnungslosigkeit der gegenwärtigen Welt zu entwickeln?“
    Das Bündnis arbeitet in den Kreisen Heinsberg und Viersen sowie in den Städten Krefeld und Mönchengladbach. Es widmet sich den Sorgen armer und verfolgter Menschen. Schwerpunkte sind Aktionen wie Appelle gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse und die Wohnungsmisere.

    Die Versammlung ist im Treff am Kapellchen (TaK), Rudolfstraße 7, 41068 Mönchengladbach (Waldhausen), Montag, 23. Oktober, Beginn 18 Uhr.
    Imbiss und Getränke stehen zur Verfügung.

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  • Position beziehen mit Becher und Bällchen

    Position beziehen mit Becher und Bällchen

    Der internationale Aktionstag „Gute Arbeit“ in der Gladbacher City bewegte viele Menschen.

    Ein Becher, bei dem das Drauf und das Drin stimmten. „Vergiss nie: Hier arbeitet ein Mensch“ stand drauf – und der zumeist Kaffee (drin) schmeckte den meisten Passanten*innen ebenfalls beim internationalen Aktionstag „Gute Arbeit“ am vergangenen Samstag (7.10.) in der Gladbacher City im Bereich Albertus-/Hindenburgstraße. Ein Bündnis aus Gewerkschaften und Sozialverbänden hatte einen großen Infostand aufgebaut, dazu Forderungen auf den Gehweg geklebt. Und mit einem kleinen Ball konnten die Citybesucher *innen „voten“ – ob für bessere Bezahlung und gegen Ausbeutung am Arbeitsplatz.
    Nicht wenige diskutierten an Stehtischen über die Lage am Arbeitsmarkt, vor allem aber über ihre persönliche Arbeitssituation. Und tranken eine Erfrischung aus dem von den Akteuren verteilten Becher mit dem „Drauf und Drin“.

    „Sie glauben gar nicht, welchen Schikanen ich am Arbeitsplatz ausgesetzt war“, schilderte eine relativ junge Frau. Eindeutig war auch die Kritik mehrerer Teilnehmerinnen an den „Machenschaften“ in der Logistik-Branche. Gladbach – und hier seien vor allem Politik und Wirtschaftsförderer gefordert – täten gut daran, bei der Schaffung neuer Jobs nicht so sehr auf die Logistik-Sparte zu setzen. „Wir brauchen Arbeitsplätze, von denen man und die Familie leben können, Zalando, Amazon & Co. helfen da nicht wirklich“, sagt ein junger Mann mit Migrationshintergrund. Seine Monats-Lohnabrechnung legt er dazu. Mönchengladbach gilt mittlerweile als Hotspot in der internationalen Logistik. Aber auch solche Reaktionen waren zu hören: „Euer Gequatsche interessiert mich nicht.“ Oder: „Gut, dass ihr das macht, leider kommt zu wenig dabei rum.“

    Zu den Akteuren am Samstag gehörte auch das Gladbacher Bündnis für Menschen-würde und Arbeit. Sein Sprecher Wolfgang Fels: „Wir wollten vor allem mit den Leuten reden. Und erneut Position beziehen für eine faire Bezahlung bei guter Arbeit“. Das sei den Aktiven gelungen. Aktive das waren nicht nur Vertreterinnen des Bündnisses, sondern auch des DGB-Stadtverbandes, Arbeitslosenzentrum, Volksverein, die Stiftung Förderverein Volksverein, der so genannte Ko-Kreis der Arbeitsloseninitiativen im Bistum Aachen sowie die Arbeiter- und Betriebsseelsorge Heinsberg/Mönchengladbach.

    Mehr Infos zum Bündnis: buendnis-fuer-menschenwuerde-und-arbeit.de

    Text: Herbert Baumann, Fotos: Hermann-Josef Kronen

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  • Gesucht: Ein neuer Leiter, eine neue Leiterin

    Gesucht: Ein neuer Leiter, eine neue Leiterin

    Mitgliederversammlung mit Überraschungen / Hilfen und Beratungen häufiger gefragt

    Wenn es um eine dauerhaft gesicherte Finanzlage geht, dann befindet sich Gladbachs Arbeitslosenzentrum (ALZ) weiterhin auf einem wackeligen Drahtseil.
    Und da gilt es, nicht abzustürzen – was bisher gelang. In der jüngsten Mitgliederversammlung wurde daher viel über „Geld“ geredet. Über das, was da ist und über das, was dringend fehlt.
    Doch es gab auch andere Themen, einige mit erfreulichem Tenor. Einzelheiten:
    Personal-Situation. Mit dem jungen Christopher Theodoridis wurde (endlich) eine engagierte Ver-waltungskraft für das ALZ-Büro gefunden. Die intensive Suche nach einem neuen Leiterin erscheint schwierig. Zwar haben sich mehrere qualifizierte Personen vorgestellt, doch mehrfach scheiterte eine Verpflichtung an deren „Gehaltsvorstellungen“, die das Zentrum nicht zahlen kann, betonte Vorstandssprecher Karl Boland. Folglich bleibt der bekannte wie erfahrene Leiter Karl Sasserath weiterhin im Amt. „In Kürze“, so Boland, soll aber eine Nachfolgerin gefunden werden. Derzeit sucht die Einrichtung eine Krankheitsvertretung für den Küchenbetrieb. Die langjährige Chefin, Ella Heiniz, ist länger erkrankt; das Mitglieder-Plenum wünschte ihr baldige Genesung.

    Der alte und auch neue Vorstand: Dietmar Jung, Karl Boland, Herbert Baumann, Annette Löffler, Karl Sasserath

    Finanz-Situation.
    Zwar erwirtschaftete das Zentrum in 2022 ein leichtes Plus. Doch spätestens ab 2024 droht ein größeres Minus. Die Gründe: ein langjähriger Großförderer, eine Stiftung, hat seine Finanztransfers eingestellt. Und die Fördergelder für zwei Beratungsstellen decken lediglich 75 Prozent der Personalkosten. Die verbleibenden 25 Prozent kann die Stadtmitte-Einrichtung nur schwerlich stemmen, beklagte Boland. Daher soll die Werbung um neue Mitglieder (derzeit etwa 70) forciert, weitere Sponsoren gewonnen werden. Im Gespräch ist auch ein Förderverein und mehr. „Einige Hoffnung“ setzt der Vorstand in weitere Gespräche mit Politik und Verwaltung. Boland: „Wir wollen eine dauerhafte Lösung, und wir sind zur Hoffnung verdammt.“ Schließlich werden die Menschen, die ins ALZ kommen, immer ärmer. „Sie brauchen dringend unsere Hilfe.“

    Beratungs-Situation.
    Hier gab es 2022 rund 2800 Beratungskontakte. Die Personen – zunehmend mit Migrationshintergrund – kommen persönlich, melden sich per Mail bzw. telefonisch. Das größte Klientel ist aus der boomenden Logistik-Branche.
    Und die Probleme/Sorgen sind längst bekannt: Mindestlohn-Verstöße, die Suche nach einer Wohnung, Kita-Platz, kein bzw. zu wenig Geld für das tägliche Leben, Hilfe für einen neuen Job, Ärger mit dem städtischen Ausländeramt.
    Karl Sasserath bedauerte, dass die Politik die Nachteile des „Logistik-Hotspots MG“ nicht erkannt habe bzw. zu wenig tue, Missstände zu vermeiden. Erschreckend seien auch die Berichte, die Mitglieder des Bündnisses fair Fahren von Truckern z.B. aus Usbekistan, Albanien usw. hören mussten. „Fair Fahren“ – zu dieser Initiative gehört auch das ALZ, neben Gewerkschaften, Volksverein usw..
    Mit seinen Beratungs- und Hilfsangeboten nimmt das ALZ laut Sasserath den Spitzenplatz unter den Beratungsstellen in MG ein.
    Gefragt wie erfolgreich ist die Bewerbungshilfe im ALZ. 454 Menschen waren bei Mitarbeiter Georg Beer gut aufgehoben.

    Küchen-Situation.
    Die „Klein-Mensa“ war an 221 Tagen geöffnet. 9662 Essen wurde hauptsächlich an Bedürftige ausgegeben. Sie bezahlen bei Nachweis ihres Sozialstatus` je Essen 2,50 Euro. Neben Angestellten sorgen Freiwillige dafür, dass frische Menüs serviert werden. Der Küchenbetrieb wird ausschließlich über Spenden finanziert, öffentliche Gelder gibt es dafür nicht. Dankbar ist der Vorstand für die regelmäßigen Lieferungen der Gladbacher Tafel.

    Vorstands-Situation.
    Mit Annette Löffler ist der Vorstand um eine Frau größer. Wiedergewählt wurden Herbert Baumann, Karl Boland, Dietmar Jung, Karl Sasserath. Letzterer lässt sein Vorstandsmandat ruhen, da er die Einrichtung noch leitet. Zuvor hatten die Kassenprüfer Rüdiger Selbmann und Sigrid Verleysdonk-Simons eine „ordentliche Buchführung für 2022“ bescheinigt, die bisherige Vorstandscrew konnte entlastet werden.
    In der folgenden Diskussion fragte ein Mitglied „ob die Gewerkschaften Mitglied im ALZ“ sind. Es sind laut Sasserath „nur ganz wenige“.
    Kritik übte ein Teilnehmer daran, „dass die Küche auch Betriebsferien macht“. Dies wiederum konnte Boland rasch erklären: Die Mitarbeiter*innen haben einen tariflichen Anspruch darauf, eine Vertretung während der Ferien könne das ALZ nicht bezahlten. Mittelfristig bemüht sich der Vorstand um ein barrierefreies Haus, das wiederum ist mit hohen Kosten verbunden. Deren Finanzierung sei nur mit Zuschüssen machbar.
    Als „großen Gewinn für uns und die Stadt“ bezeichnete Sasserath den „Brücken-Garten“ mit seinen Skulpturen hinter dem ALZ-Gebäude, Lüpertzender Straße 69. Ein Besuch samt Brücken-Spaziergang lohnt sich – und ist kostenlos.
    Mehr zum ALZ unter: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

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  • Ein Ball für bessere Bezahlung

    Ein Ball für bessere Bezahlung

    Am internationalen Tag für „Gute Arbeit“ geht auch das Bündnis für Menschenwürde und Arbeit auf die Straße.

    Das Ganze sieht spielerisch aus – wenn PassantInnen einen kleinen Ball in die Hand nehmen und ihn in eine von vier kleinen Kisten werfen. Doch der Anlass für diese spielerisch anmutende Ballaktion ist ein ernster. Weltweit werden arbeitende Menschen immer noch ausgebeutet – auch in Deutschland – schlecht bezahlt, malochen unter menschenunwürdigen Verhältnissen, müssen Kinder schuften etc.

    Am internationalen Tag für „Gute Arbeit“ werden nicht nur Gewerkschaften für faire Arbeitsbedingungen werben und (wieder einmal) diesbezüglich deutliche Forderungen stellen. Auch das regionale Bündnis für Menschenwürde und Arbeit mit Sitz in Mönchengladbach geht auf die Straße und will „Stimme sein für die, die von ihrem Lohn alles andere als leben können“. Bündnis-Sprecher Wolfgang Fels: „Wir wollen  vor allem mit den Leuten, die unseren Stand besuchen, reden und ihre Meinung hören.“

    Das Bündnis bzw. zahlreiche ihre VertreterInnen werden am Aktionstag 7. Oktober, 11 bis 14 Uhr, im Bereich Albertus-/Hindenburgstraße („Galeria-Kaufhof“ ) Info-Stand und Position beziehen. Im Mittelpunkt steht ein Netz, das ausgelegt wird. An seinen Ecken befinden sich besagte Kisten mit vier Forderungen. Per Ball können die BesucherInnen „voten“. Was ist ihnen besonders wichtig bzw. was muss besser/geändert werden: Bezahlung/Wertschätzung, Arbeitsklima/Mitbestimmung, Gesundheit/Arbeitsbedingungen oder Arbeitszeit/unbefristete Verträge.

    An Stehtischen liegen Flyer von Gewerkschaften, weiteres Infomaterial etc. aus. Getränke und Knabberzeug stehen ebenfalls zur Verfügung.

    Der Aktionstag „Gute Arbeit“ wurde vor Jahren vom Internationalen Gewerkschaftsbund ins Leben gerufen.

    Das Bündnis für Menschenwürde und (gute) Arbeit macht das, was in seinem Namen steht. Es ist Sprachrohr für die, die ungewollt am Rande der Gesellschaft stehen. Das Bündnis ist vertreten in den Kreisen Viersen, Heinsberg sowie in den Städten Krefeld und Gladbach. Die Aktion vom 7. Oktober wird ausgewertet und diene als weitere Grundlage für die alltägliche Arbeit, betont Fels.

    Mehr Infos zum Bündnis: buendnis-fuer-menschenwuerde-und-arbeit.de

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  • Ein Grieche fürs Büro

    Ein Grieche fürs Büro

    Nach längerer Suche hat das Arbeitslosenzentrum mit Christopher Theodoridis einen jungen Mann für die Verwaltung gefunden.

    Er machte sein Abitur in Griechenland, studierte mit Erfolg (Betriebswirtschaft) in England – und landete jetzt in Mönchengladbach-Mitte: Seit wenigen Wochen ist Christopher Theodoridis (Foto) der „freundliche Kopf“ in der Verwaltung des Arbeitslosenzentrums (ALZ) an der Lüpertzender Straße 69.
    Genau genommen lebt der gebürtige Grieche seit gut drei Jahren in der Vitusstadt.
    Wie beurteilt er seine ersten Arbeitswochen im ALZ: „Ich bin freundlich aufgenommen worden, ich freue mich, Teil dieses engagierten Teams zu sein“, lacht er. Und: beim Einarbeiten sei er auf viel Verständnis gestoßen. Auch dann, wenn er etwas falsch gemacht habe.

    Theodoridis hat einschlägige Erfahrungen in der Verwaltung gemacht – ob in der Buchhaltung oder als Büroassistent. In Deutschland war er beim Kölner Deutschen Roten Kreuz tätig, hier sammelte er komplexe Kenntnisse in der Arbeit für und mit Geflüchteten.  Die Schicksale vieler Migranten seien ihm oft sprichwörtlich unter die Haut gegangen. Da der 43-Jährige quasi als „Organisationstalent mit Empathie“ gilt, hätten er und seine Kölner KollegenInnen vielen dieser Menschen brauchbare Hilfen anbieten können.

    Kommunikation mit Menschen sei ihm „sehr wichtig“. Im ALZ begegne er „vielen Nationen“. Und wenn es hier mit der (deutschen) Kommunikation mal hapert, dann helfen Englisch bzw. Wortfetzen aus einem Sprachenmix weiter. „Hier im ALZ wollen wir schließlich Lösungen finden für die Probleme der Menschen“, sagt Theodoridis.  Im ALZ ist er vorwiegend mit Termin-Absprachen (für Leute, die Beratung wollen), Orga bzw. Buchhaltung beschäftigt. ALZ-Sprecher Karl Boland  ist froh, diesen jungen Mitarbeiter gefunden zu haben. Von einer Nachfolgerin für die langjährige Verwaltungsfachfrau Irene Fischer musste sich der Vorstand trennen. Fischer ging damals in den Ruhestand.
    Theodoridis sagt von sich, dass er ein geselliger Mensch sei. Er, der in Stadtmitte als Single lebt, treffe sich häufiger mit Freunden und Bekannten. Nicht nur beim „Griechen“. Sport macht er auch. Hauptsächlich im Fitnesscenter.

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  • „Mr. Beer“ macht weiter

    „Mr. Beer“ macht weiter

    Die Bewerbungshilfe im Arbeitslosenzentrum ist gesichert.

    Dank einer Spende der Stadtsparkasse.

    Die junge Somalierin packt ihre Sachen zusammen – ihre Bewerbungsunterlagen sind komplett. „Thank you, Mr. Beer“, lacht sie ihr Gegenüber an und verabschiedet sich. Wieder einmal hat „Mister Beer“ bei der Jobsuche geholfen.

    Dass Georg Beer (Foto links) vom Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) auch künftig viele praktische Tipps und Formulierungshilfen geben kann, wenn es um „ordentliche Bewerbungspapiere“ geht, ist jetzt erst einmal gesichert. Denn die Stadtsparkasse Mönchengladbach stellte aus dem PS-Zweckertrag – erneut – 5000 Euro zur Verfügung. Für das Geldhaus, aber auch für ihn persönlich sei es wichtig, Einrichtungen wie das Arbeitslosenzentrum zu begleiten und zu fördern, betonte denn auch Guido Heß. Der Leiter der Hauptstellenfiliale am Bismarckplatz erschien mit dem obligaten Großscheck und wurde vom ALZ-Vorstand ebenso herzlich begrüßt wie von ALZ-Leiter Karl Sasserath.

    ALZ-Sprecher Karl Boland skizzierte kurz Aufgaben und Stellenwert der Einrichtung, die seit über 40 Jahren für Menschen in Not da ist. Die „zentralstädtische Einrichtung“ sei alles andere als ein „Ghetto für Bedürftige“, so Boland. Längst sei man fester Bestandteil im Viertel und in der Stadt. Schmunzelnd meinte er: „Wir sind keine Neulinge in der sozialen Arbeit.“ Mit dem jüngst eröffneten Kunstprojekt „Garten mit Brücken“ hinter dem ALZ-Gebäude sei man weiter in den Focus der Öffentlichkeit gerückt. Ziel sei es, sich „noch mehr nach Draußen zu öffnen“. Denn Armut bzw. Arbeitslosigkeit seien (leider) stärker präsent als vielfach wahrgenommen werde.

    Vorwiegend jüngere Leute und immer mehr mit Migrationshintergrund bitten Beer, ein Bewerbungspapier zusammenzustellen. Oftmals fehlen Unterlagen, dann ist die Verständigung nicht immer einfach, weil die BewerberInnen aus verschiedenen Ländern ins ALZ kommen. Hilfreich ist der Computer – auch bei der Suche nach Jobs. Rund 300 Personen nutzen jährlich das kostenfreie Angebot „Bewerbungshilfe“. Eine Anmeldung ist erforderlich: 02161-912648.

    Die Förderung der Sparkasse stammt aus dem PS-Zweckertrag. Mit einem Los der PS-Lotterie kann man gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sparen, gewinnen und Gutes tun. Denn neben hohen Gewinnchancen trägt jedes einzelne Los auch zum PS-Zweckertrag bei, der jedes Jahr zugunsten gemeinnütziger Organisationen und Vereine in unserer Stadt ausgeschüttet wird. In diesem Jahr können sich über 200 Vereine über insgesamt 615.320 Euro für Projekte in Mönchengladbach freuen, so auch das Arbeitslosenzentrum.

    Guido Heß nahm gerne eine Einladung zum Mittagessen in der kleinen ALZ-Kantine an. Hier werden werktäglich rund 70 komplette Menüs ausgegeben. An Personen, die ihre Bedürftigkeit nachweisen müssen. Das Angebot „Mittagstisch“ wird über Spenden finanziert.

    Wenn Sie mehr über das ALZ erfahren, Mitglied und/oder SpenderIn werden möchten: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

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