CNN Journalist Award

cnn_ja_logoAuch in diesem Jahr hat das renommierte Nachrichtenportal CNN den seit vielen Jahren begehrten Journalist Award ausgeschrieben. Wie wir in Erfahrung bringen konnten, sind  zwei Fotografen aus dem hiesigen Raum nominiert.

 

Sabine Stein aus Viersen

 zedernwald2 Foto: Sabine Stein aus „Silent Spaces“

 Sabine Stein studierte an der FH Dortmund Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt auf Fotodesign. Sie ist in Viersen geboren, wohnt jetzt in Köln. Wir hatten Gelegenheit mit ihr über die Arbeit und die Nominierung zu sprechen

SteinFrau Stein, Sie sind mit den Aufnahmen „Silent Spaces“ für diesen Award nominiert worden. Wie kam es zu dieser Bildserie?

Die Aufnahmen habe ich im Rahmen meiner Diplomarbeit gefertigt. Hierfür erhielt ich ein Auslandsstipendium des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) für den Libanon.

Hatten Sie bereits vorher Kontakte in dieses Land?

Ich reise sehr gerne und viel. Arabische Länder waren ganz neu für mich. Ich würde auch ganz gerne noch einmal dorthin. Nein, Kontakte hatte ich keine.

War es leicht in diesem Land zu fotografieren?
Haben Sie von der Bevölkerung Unterstützung erfahren?
Sie wurden doch sicherlich von den Menschen bei Ihrer Arbeit beobachtet?

Natürlich musste ich sehr oft fragen. Es hat ganz gut geklappt. Man muss sich an die Situationen und die Gewohnheiten anpassen. Manchmal wurde die Fotografie auch problematisch aufgefasst. Dann habe ich mich mit den Menschen einfach unterhalten und ihnen meine Beweggründe erklärt. Dann habe ich die notwendige Unterstützung erhalten.
Die Aufnahmen stellen die Menschen und ihr Lebensumfeld dar. Mit meiner Arbeit kann ich auf dieses Land aufmerksam machen. Das haben die Leute verstanden.

Wie sind die Aufnahmen zu „Silent Spaces“ entstanden?
Wie sind Sie an das Thema herangegangen?
Wie haben Sie sich motiviert?

Mich hat einfach die Frage interessiert, wie es jungen Menschen in einem solchen Land geht.
Menschen, die in einem Krisengebiet leben. Deren Zukunft ist ungewiss ist.

Ich bin in Deutschland aufgewachsen. Daher musste ich mir – im Gegensatz zu den Menschen im Libanon – politisch keine Sorgen machen.
Es sollte ein Thema sein, dass mich persönlich sehr beschäftigt und berührt. Menschen, die Ihre Zukunft planen, die darüber nachdenken müssen, ob sie dort bleiben und leben können

Für diese Aufgabe wollte ich unbedingt ins Ausland gehen.

Was mich interessiert, interessiert auch andere Menschen. Man muss sich mit einer Aufgabe identifizieren, dann klappt das schon. Und eine gewisse Leidenschaft gehört dazu.

Entstehen Ihre Aufnahmen überwiegend im Ausland?

Nein, ich wohne jetzt ja in Köln und arbeite auch dort. Aufnahmen im Ausland sind da schon eher die Ausnahme, vielleicht einmal im Jahr. Bei Auftragsarbeiten kann es schon mal vorkommen. In der Regel arbeite jedoch hier in Deutschland.

Wie sind Sie zur Fotografie gekommen? War es die eben beschriebene Leidenschaft?

Es hat sich einfach so entwickelt. Ich habe schon immer gerne fotografiert. Schon als Jugendliche habe ich die Kamera gerne in die Hand genommen. Und so ist dann eins zum anderen gekommen. Leidenschaft gehört dann irgendwann dazu.

Was sagt Ihre Familie zu der Nominierung?

Die freuen sich natürlich alle. Genau, stolz sind sie auch. Sie drücken mir alle ganz fest die Daumen.

Wie sind Ihre persönlichen Wünsche und Pläne für die Zukunft?

Nun, ich lasse erst mal alles in Ruhe auf mich zukommen. Zunächst habe ich mich auf die Nominierung gefreut. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich nominiert werde. Alles andere wird sich ergeben.

Frau Stein recht herzlichen Dank, dass Sie sich Zeit für das Gespräch genommen haben. Wir drücken Ihnen natürlich auch ganz fest die Daumen und wünschen Ihnen viel Glück.

 

Stefan Finger aus Mönchengladbach

Wir stellen an dieser Stelle wir Herrn Finger kurz als weiteren Nominierten vor.

NLzFc7_pers-cv-foto_okIn Mönchengladbach geboren, entdeckte er mit etwa 15 Jahren  sein Interesse an Journalismus. Er verfasste als freier Mitarbeiter für die WZ erste Berichte und arbeitete bei dem regionalen Radiosender „Welle Niederrhein. Während eines einjährigen Aufenthaltes in Los Angeles korrespondierte er für mehrere Tageszeitungen und stellte hierfür eigenes Bildmaterial zur Verfügung. Mit der Fotografie beschäftigte er sich intensiver seit seiner Rückkehr aus den USA.

Danach war er zunächst Verantwortlicher für die Internetpräsenz eines überregionalen Jugendmagazins. Für dieses Magazin arbeitete er später in der Geschäftsführung für den Bereich  Pressearbeit und den Vertrieb.

2008 schloss er seinen Bachelor an der Heinrich-Heine-Universität in den Fächern Soziologie, Politik und Medienwissenschaften ab. Der Master in Politischer Kommunikation folgte 2012.

Seit etwa 10 Jahren arbeitet er als freier Fotojournalist für die Rheinische Post, die Westdeutsche Zeitung und die Nachrichtenagentur epd.

Für den Journalist Award wurde er mit der Arbeit „Dörfer im Müll“ nominiert.
Auf der philippinischen Insel Cebu begleitete er mehrere Wochen Müllsammler. Auf den Müllkippen der Insel leben und arbeiten etwa 5.000 Menschen, darunter 3.000 Kinder. Die Menschen hier suchen nicht nur nach recyclebaren Abfällen, sondern auch nach Essen, Kleidung, Medikamenten und Material für ihre Hütten. Die Behausungen der Familien in Umapad, eine der vier Müllkippen Cebus, stehen direkt auf einer zehn Meter hohen Müllschicht. Mitarbeiter der deutschen Organisation „Ärzte für die Dritte Welt“ sprechen von Lebensbedingungen „schlimmer als in den Flüchtlingslagern der dritten Welt“.

2013_Finger_Doerfer_im_Muell_02

Foto aus „Dörfer im Müll“: Stefan Finger

Die hier dargestellten Aufnahmen unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Fotografen.